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Vorgestellt   Magazin Magazin, Ausgabe 319, erschienen am 08.05.2005

Kolumnen  Vorgestellt

Erich Busch


Erich Busch: Ein Trainerportrait
Kunst ist, wenn Schweres leicht aussieht.
von Autorenhinweise 

ANSPRUCHSVOLLES FREIZEITREITEN IM WESTERNSTIL praktizieren Erich Busch und seine Lebensgefährtin Frauke Cilsik auf ihrem „Hof auf dem Berg“, der im lippischen Extertal zwischen Hannover und Bielefeld liegt.

„Es kommt aber nicht auf die Reitweise an“, sagt er. „Die Pferde bekommen hier Grundlagen, die sie in andere Reitstile mitnehmen – das kann auch Spring- oder Dressurreiten sein.“

Leichtigkeit, Anspruch und Flexibilität – Wie lässt sich das vereinen? Eine der Grundlagen in der Pferdeausbildung von Erich Busch sind die drei W’s: Warten, Weichen, Willigkeit. Einigen ist dieser Grundgedanke sicher schon bekannt von dem erfolgreichen Westerntrainer Peter Kreinberg.

Vielen Pferden fehlen für die Belastung beim Reiten auch zunächst die körperlichen Vorraussetzungen, d.h. sie müssen erst locker werden und Muskeln aufbauen.

Erich Busch trainiert seine Pferde mit System und sehr viel Gefühl. Ein wichtiges Ziel ist für ihn immer die Entspannung und Gymnastizierung des Pferdes, die Vorraussetzung dafür ist ein klares Dominanzverhältnis zwischen Mensch und Tier.




Der Hof

Araber, Quarter Horses, Tinker, Knabstrupper, Hannoveraner, Criollos… – circa 18 Pferde der verschiedensten Rassen stehen auf dem „Hof auf dem Berg“. Darunter sind die topp ausgebildeten Lehrpferde sowie die Einsteller und die Berittpferde.

Nachts stehen die Tiere in Einzel- und Gruppenställen mit Ausläufen, tagsüber sind sie auf der Weide oder in Paddocks. Zusätzlich laufen sie täglich circa eine Stunde in der Führanlage.

„Die Einheiten in der Führanlage sind eine enorme Bereicherung für das Training“, schwärmt Busch. Denn: Laut Studien der Medizinischen Hochschule Hannover ist ein Pferd nach einer Stunde Schritt optimal aufgewärmt und am besten vorbereitet für gymnastizierende Übungen.

Außer Stallungen und Weide gibt es eine Reithalle sowie einen Außenreitplatz und einen Round Pen. Für die Gäste stehen gemütliche Ferienwohnungen zur Verfügung.




Auszubildende

Die zweiundzwanzigjährige Astrid Schröppe macht eine Ausbildung zur Pferdewirtin auf dem Hof. Sie ist verantwortlich für die Stallungen und die Versorgung der Pferde, reitet täglich mehrere Trainingspferde und übernimmt einen Teil des Reitunterrichts. Dies geschieht alles in enger Zusammenarbeit mit Erich Busch.




Programm

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Die Angebote sind vielfältig und flexibel. Für den Reitunterricht kann man sein eigenes Pferd mitbringen, oder man bekommt eines der Lehrpferde. Erich Busch nimmt Pferde zur Ausbildung, zum Training und zur Korrektur. Wer Urlaub mit seinem Pferd verbringen möchte, findet hier passende Unterkünfte und wunderbare Ausreitmöglichkeiten in der schönen lippischen Landschaft. Jedes Jahr finden bei Erich Busch Wanderritte statt und Seminare mit bekannten Pferdetrainern wie z.B. Peter Kreinberg und Meinhard Tegeler. Interessierte egal mit welchen Vorkenntnissen, die einfach nur mal reinschnuppern möchten in den Unterricht und das System, mit dem Erich Busch mit den Pferden kommuniziert, können an den Kursen der umliegenden Volkshochschulen teilnehmen. In den Ferien gibt es in kleinen Gruppen Reitwochen für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren. Und einmal monatlich findet ein offener Stammtisch statt sowie jede Woche ein Donnerstags-Training, wobei immer Gäste willkommen sind.

Auch außerhalb finden Vorführungen statt, regelmäßig ist Erich Busch im Westfälischen Pferdemuseum „Hippomax“ im Allwetterzoo Münster zu sehen. Bei den German Open in Bad Salzuflen im November, bei denen deutsche Meisterschaften für Westernreiter ausgetragen wurden, fand er mit seinem Stand und einer Show in der Galanacht großen Anklang. Er selber nimmt aber an Turnieren nicht teil.




Erich Busch – Die Vorgeschichte

Er ist jemand, der seine Fähigkeiten immer gerne weiter vermittelte. So war er ein erfolgreicher Karatekämpfer – er war zweimal deutscher Vize-Meister – und wurde Karatetrainer. Seine Schüler wurden deutsche Meister, Europa- und Weltmeister. Später war er Masseur und Altenpfleger – bis heute bildet er in diesen Berufen aus. Zudem ist er praktizierender Heilpraktiker – und verbringt viele seiner Wochenenden als Dozent an Heilpraktikerschulen.

Und die Pferde?

„Wir hatten zu Hause immer Pferde“, sagt er. Jahrelang besaß er einen Hengst mit dem er immer größere Probleme bekam. Eine Lösung musste her. Durch Kurse bei Peter Kreinberg lernte er einen neuen Umgang mit Pferden auf der Basis ihrer Körpersprache und ihres angeborenen Verhaltens.

Heute hat er selbst ein gut durchdachtes rundes Konzept, nach dem er mit den Tieren arbeitet. Häufig kamen sogar so genannte unreitbare Pferde zu ihm – jetzt gehen sie verlässlich, sensibel und in schöner Haltung unter dem Sattel.

Es wundert nicht, dass er nun sein Wissen und seine Erfahrungen an andere weitergibt…

Nach langer Suche kauften er und Frauke Cilsik vor vier Jahren endlich ihren „Hof auf dem Berg“. Seitdem bauen sie ihn weiter und weiter zu ihrem Westernreitzentrum aus.




Der Trainer

Beim Karate entwickelte er seine Reaktionsfähigkeit und seine Beobachtungsgabe, und durch die Tätigkeiten im Gesundheitswesen besitzt er medizinische Fachkenntnisse was Körper, Bewegungen und den Gesundheitszustand von Mensch und Tier betrifft. Seine jahrelangen Lehrtätigkeiten helfen ihm zusätzlich, sein Wissen mit einfachen, klaren Worten zu vermitteln.

Das alles dient ihm bei seiner Arbeit mit den Pferden. Er sieht sehr genau was bei Pferd und Reiter vor sich geht und kann dies seinen Schülern bewusst machen. Beim Reitunterricht geht es vor allem um die Beziehung zwischen der Aktion des Reiters und der Reaktion des Pferdes. Oft sind es kleinste Signale die der Reiter selber gar nicht mitbekommt. Erich Buschs Lehrpferde sind so fein, dass eine leichte Spannung im Reiterbein, die dieser selber für Entspannung hält, das Pferd dazu bringen kann rückwärts oder zur Seite zu gehen. Was für viele ein Traum ist, kann für andere ein Albtraum sein. Grade für Reiter die vorher gelernt haben ihre Pferde mit sehr viel Druck zu reiten, ist es oft schwierig, sich ihres Körpers wieder bewusst zu werden. „Unser Ziel ist es, den Leuten ein Gefühl fürs Pferd zu vermitteln.“

Während er arbeitet, ob er selber reitet oder Unterricht gibt, erklärt er unablässig was geschieht. Was er macht ist durchsichtig und logisch und ihm liegt viel daran dies auch so weiterzuvermitteln.




Pferdeausbildung

Die Arbeit mit einem neuen Pferd beginnt immer mit der Bodenarbeit im Round Pen. Hier wird durch Körpersprache geklärt, wer der Chef ist – und das sollte nicht das Pferd sein! Ist dieser Schritt getan, gehen die folgenden oft erstaunlich schnell.

Jedes Pferd kommt mit anderen Vorraussetzungen. Das sind die körperlichen Bedingungen, der Charakter, seine Vorerfahrungen und das Ziel seines Besitzers.

Bei der Bodenarbeit verrät das Pferd viel über sich. Wie bewegt es sich, will es mitarbeiten oder wehrt es sich, wo liegt seine schwache Seite, wie ist sein Verhältnis zum Menschen?

Zuerst läuft das Pferd völlig frei, Erich Busch hat in der Hand nur ein langes Seil oder Lasso. Mit seiner Körpersprache sagt er dem Pferd, wo es gehen soll. Durch seine Position, Haltung und durch das Seil hat er die Möglichkeit, dem Pferd Druck zu machen und es zu beeinflussen. Er dreht es um, bestimmt sein Tempo, lässt es aus der Entfernung rückwärts treten. Schließlich geht er zu ihm, berührt es und es folgt ihm auf Schritt und Tritt. „Wer sagt, wo’s langgeht, ist der Boss!“

Als nächstes wird es desensibilisiert, d.h. es wird mit Bürste, Seil, Pad etc berührt. Bei einer anderen Übung muss es auf eine Plane treten, worum die meisten Pferde normalerweise einen großen Bogen machen. Dabei ist es immer noch frei und wird nur mit Körpersprache dazu bewegt sich ihr zu nähern. Entfernt sich das Pferd von der Plane, wird es angetrieben, sobald es sich ihr jedoch zuwendet wird es in Ruhe gelassen. Damit wird die Plane zur Komfortzone. Viele Pferde stehen nach wenigen Minuten bombensicher darauf. Nach dem gleichen Prinzip erfolgt auch das Verladetraining.

Nach diesen Maßnahmen sind meistens Sattel und Trense kein Problem mehr.

Jetzt schon hat das Pferd gelernt, Druck nachzugeben. Das soll es auch beim Reiten tun. Zur Vorbereitung wird es vom Boden aus mit einem Halsverlängerer gearbeitet, um den Druck im Maul kennen zu lernen und sich nach unten zu dehnen. Bald versteht es auch hier: Sobald es nachgibt, ist der Druck weg.

So wird es auch beim Reiten mit allen Hilfen sein. „Es ist wichtig, dass dem Pferd immer das gleiche System angeboten wird“, sagt Busch dazu. „Was ein Pferd von der Bodenarbeit kennt, wird es beim Reiten wieder erkennen. Im Trab und Galopp werden ihm die gleichen Hilfen angeboten, die es vom Schritt kennt. Viele verwirren ihre Pferde damit, dass sie in Trab und Galopp ganz andere Hilfen verwenden als im Schritt, sie ziehen auf einmal an den Zügeln und drücken die Beine weg und wundern sich dann, warum das Pferd losrennt.“

Seine Reitweise ist wie beim Westernreiten eine Impuls- bzw. Arbeitsreitweise. Ein wichtiger Unterschied zum Westernreiten ist jedoch, dass er das Pferd sich zwar immer wieder nach unten dehnen lässt, das Ziel jedoch eine höhere Selbsthaltung und Aufrichtung ist. Diese wird ihm jedoch nur immer wieder angeboten, es muss sie sich im Grunde selber suchen und wird nicht hinein gezwungen.




Das Ziel

Erich Busch möchte Bewusstsein schaffen und Menschen, die mit Pferden umgehen, helfen Pferdemenschen zu werden. Dazu müssen sie eine fürs Pferd sinnvolle und logische Sprache verwenden und ein Gefühl fürs Pferd bekommen. „Heute leben die Menschen nicht mehr den ganzen Tag mit ihren Pferden zusammen wie z.B. früher in der Landwirtschaft. Sie bewegen sich in einer Welt die den Pferden fremd ist, und sie müssen erst wieder lernen mit ihnen zu kommunizieren.“

Zum Reiten sagt er: „Das Training von Pferden ist die ständige Suche nach dem Positiven.“ Er möchte, dass die Pferde dabei mehr Ausdruck bekommen und ihr eigenes individuelles Potenzial entwickeln. Gibt es ein schöneres Ziel?




Angebote

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Auf der DVD „Westernreiten für anspruchsvolle Freizeitreiter“ sind Erich Buschs Arbeit und sein Konzept in anschaulicher Form dokumentiert. Sie ist für 10, -€ erhältlich.

Er bietet gerne Interessierten die Möglichkeit eines Praktikums!




Kontakt

Western- und Freizeitreitzentrum
„Hof auf dem Berg“
Erich Busch und Frauke Cilsik
Jägerborner Weg 4
32699 Extertal/ Linderhofe

Tel./ Fax: 05262/ 99 56 84
Handy: 0163/ 42 83 10 7

» www.westernausbildung.de















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Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 319 vom 20.05.2012
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