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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 567, erschienen am 08.02.2010

Magazin  Ausgabe 567
Heidi Keppel
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Tipps zum Thema Pferdekauf
Teil 36
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel


Wie ich schon in meinem letzten Artikel festgestellt habe, sind Hengste bereits im frühen Jugendalter sehr unternehmungslustig, weshalb sich auch schon die getrennte Unterbringung der Absatzfohlen von ihren Müttern bisweilen als etwas schwierig erweisen kann. Ein gleichaltriger gleichgeschlechtlicher Freund kann zwar den Spieltrieb befriedigen, doch immer nur dieselben Kampfspiele mit ein und demselben Spielpartner sind auch nicht lebensausfüllend, schon gar nicht für besonders intelligente Tiere, die von der Natur dazu auserkoren sind, neue Lebensräume zu entdecken und irgendwann selbst Herdenführer zu werden.

Solche Hengste interessieren sich oft schon im zarten Fohlenalter, spätestens aber als Jährlinge verstärkt für das andere Geschlecht und lassen keine Gelegenheit ungenützt, um zu rossigen Stuten vorzudringen oder einfach auf gut Glück auf Wanderschaft zu gehen, auch wenn dazu Zäune durchbrochen, unterkrochen oder übersprungen und Bäche durchquert werden müssen. Man glaubt gar nicht, wie erfinderisch und wagemutig manche Tiere hierbei sein können! Nur ausreichend hohe Mauern, die auch jeglichen Sichtkontakt verhindern, stellen ein unüberwindbares Hindernis dar, doch deren Errichtung ist nicht nur sehr kostspielig, sie ist vielerorts auch schlichtweg verboten.

Dementsprechend hat man als Besitzer von jungen Hengsten oft alle Hände voll zu tun, um diese unter Kontrolle zu halten bzw. sie nach erfolgreichen Ausbruchsversuchen wieder einzufangen, aber das ist leider noch nicht die gesamte Problematik, denn männliche Tiere bringen nicht nur auf diese Weise Unruhe auf einen Pferdehof, sie machen sich häufig auch sonst sehr lautstark bemerkbar.

Verstärkt während der Rossezeit der Stuten, aber auch wenn sie in der Ferne etwas Neues und Interessantes erspähen bzw. wenn Menschen, fremde Pferde oder auch andere Tiere in der Nähe ihres Wohnbereiches auftauchen, lassen Hengste ihre oftmals markerschütternden Begrüßungs- bzw. Kampfaufforderungsrufe ertönen, die bei Jungtieren aufgrund ihrer hellen Stimme zwar eher schrill, aber dadurch für lärmempfindliche Personen keineswegs angenehmer klingen und somit weniger pferdebegeisterten Nachbarn einen ständigen Grund zur Klage liefern.

Wer also eine Hengstaufzucht plant, sollte diese Schwierigkeiten unbedingt schon vorher mit einplanen und sich beim Kauf einer passenden Immobilie entweder ein einsam gelegenes Grundstück aussuchen oder sich zumindest schon vorher mit den zukünftigen Nachbarn besprechen, um deren diesbezügliche Toleranzgrenze bereits im Vorhinein herauszufinden. Diese Vorsichtsmaßnahme ist allerdings generell für jeden Pferdebesitzer ratsam, denn auch Stuten können mit lang andauerndem Wiehern reagieren, wenn sie entweder von ihren Fohlen oder auch von anderen Pferden, die ihnen nahe stehen, getrennt werden, wie das z.B. bei nicht gemeinsam durchgeführten Ausritten der Fall ist.

In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, sich schon vor der Anschaffung der Pferde genau zu überlegen, welche Anzahl der Tiere wohl am vorteilhaftesten wäre. Welche Faktoren hierbei bedacht werden sollten, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp!


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