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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 104, erschienen am 24.03.2001

Magazin  Ausgabe 104


Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Monty Roberts - back to the roots?
  2. Abschnitt  Reden mit Pferden
  3. Abschnitt  Keine Gewalt
  4. Abschnitt  Zwang im Round Pen
  5. Abschnitt  Das Resultat
  6. Abschnitt  Die Faszination
  7. Abschnitt  Die Überlieferung
  8. Abschnitt  Gruselszenarium
  9. Abschnitt  Buckelstopper
  10. Abschnitt  Leserzuschrift zum Thema
  11. Abschnitt  Leserresonanz
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Monty Roberts – back to the roots?

Gewaltfreier Umgang mit Pferden

Zum Thema
Thema  Bodenarbeit



von Autorenhinweise m_red  » Uta Over


Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Reden mit Pferden  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Keine Gewalt  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Zwang im Round Pen  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Das Resultat  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Die Faszination  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Die Überlieferung  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Gruselszenarium  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Buckelstopper  oben 



Frau Over hat mit Schreiben vom 12.12.01 ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückgezogen.

Leserzuschrift zum Thema  oben 



08.03.01

Liebe Sylvia,

ich lese nun schon seit längerem Ihre Artikel in der Pferdezeitung und schätze insbesondere Ihre sehr differenzierte Sichtweise.

Gerade eben habe ich mir aus aktuellem Anlass Ihren Artikel zu Monty Roberts durchgelesen und möchte Ihnen dazu gerne das schildern, was ich am Montag den 5.3.01 auf der Equitana gesehen habe, weil ich befürchte, dass sich die bei Ihnen schon angedeutete negative Entwicklung leider noch zu steigern scheint.

Ich reite seit über 20 Jahren, habe ein eigenes Pferd und bin immer wieder offen und neugierig auf die Methoden erfolgreicher Pferdemenschen. Von Monty Roberts hatte ich zwei Dokumentationen gesehen und ein Buch gelesen und ging offenen Herzens zu der Veranstaltung.

Es handelte sich dort auch um eine Show-Vorführung von Monty Roberts und zwar in der Halle 6, also vor großen Publikum. Was ich gesehen habe, war u.a. folgendes:

Ein hoch nervöses und ängstliches Pferd (Arabermix) wurde nach einem kurzen Join-up mit einem sogenannten "Buckelstopper" versehen – eine Plastikseilkonstruktion (wie Monty Roberts selbst sagte "Wäscheleine"), die unter die Oberlippe des Pferde gelegt wird, über den Kopf und Hals dann am Sattel befestigt wird, so dass das Pferd den Kopf nicht mehr senken kann. Die Konstruktion war so verschnallt, dass es dem Pferd nicht einmal mehr möglich war, den Kopf in eine normale Position zu bringen, sondern es musst den Kopf unnatürlich hoch tragen.

Dieses Pferd wurde dann mit Sattel angetrieben – und buckelte. Dann wurde eine Puppe auf des Pferd geschnallt, es wurde wieder angetrieben – und buckelte. Zu guter letzt kam noch ein Reiter auf das Pferd, wieder wurde es angetrieben, noch dazu mit irrwitzigen reiterlichen Verrenkungen, bei denen die Beine vorne auf die Schultern und hinten an die Flanken gelegt wurden – und buckelte. Das Buckeln war bei diesem Pferd ein bewusst provoziertes, weil abzusehendes Verhalten. Die Prozedur dauerte ca. 20 Minuten, das Pferde wieherte Richtung Ausgang, was Monty Roberts mit dem Satz "Look he ist crying for help!" quittierte.

Punkte meiner Kritik:

  • 1. ) Es wurde nicht ein einziges Mal abgefragt, ob es körperliche Ursachen für das Buckeln des Tieres gab.
  • 2. ) Es handelte sich um eine extrem beängstigende Situation für das Pferd, das unter hohem Stress und großer Angst stand. Jedem, der etwas über den Prozess des Lernens versteht, wird wissen, dass unter solchem Stress das Lernen unmöglich ist.
  • 3. ) Unter dem Motto "Pain can never be the way" wurden einem Tier gezielt und bewusst über die Dauer von ca. 20 Minuten Schmerzen zugefügt, um ein Pferd zu Showzecken gefügig zu machen.
  • 4. ) Was dort mit dem Pferd gemacht wurde, fällt schlicht unter Tierquälerei.
  • 5. ) Der sogenannte "Buckelstopper" wurde, so wie ich das gesehen habe, offenbar nach der Veranstaltung fei auf der Messe verkauft, so dass nun vom Profi bis zum blutigen Anfänger den Buckelstopper bei ihrem Pferd zu Hause ausprobieren können.


Für Fragen oder einen Austausch stehe ich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,
Tania Konnerth


08.03.01

Liebe Sylvia,

ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort. Es tut mir gut, mich mit anderen darüber auszutauschen, denn auf der Veranstaltung selbst hatte ich den Eindruck, ziemlich allein dazustehen. Offenbar glauben die Leute doch eher, was sie hören, als das, was sie sehen. Oder die Worte lassen das, was zu sehen ist, anders wirken.

Ihr Brief hat mich sehr angerührt und unendlich traurig gemacht. Auf Anhieb kommt mir das Wort "Show" in den Sinn und die Uhr, die ich am Round Pen in Ankum prangen sah.

Ja, es war tatsächlich eine Show – und eine ziemlich schlimme. Das Publikum hat viel gelacht und Roberts hat seine Späßchen gemacht. Nichts zu lachen hatten die Pferde.

Die Zuschauer wollen anscheinend Sensationen sehen. Es wäre doch keine Sensation, wenn der Vorführende verkünden würde, daß dieses Pferd zunächst auf körperliche Probleme untersucht werden sollte und man dann in wochen- vielleicht monatelanger Arbeit an das Problem des Buckelns herangehen könnte.

Ja, so ist das wohl. Und das war auch das, was für mich so unfassbar war. Ich war zum ersten Mal auf der Equitana und hatte den Eindruck, dass das Publikum dort sehr gemischt und breit war, also alles in allem relativ wenig "Pferdemenschen". Aber dennoch hätte ich gedacht, dass bei solchen Aktionen wie die Sache mit dem Buckelstopper den Leuten die Lust auf Show vergeht. "Roberts hat ja gesagt, dass das dem Pferd nicht weh tut" – das war das was mir später gesagt wurde.

Für mich zieht sich das im Moment in ganz verschiedenen Bereichen durch, dass offenbar Erfolg und Geld die Menschen sehr verändern und sie sich von ihrem eigentlichen Anliegen entfernen.

Um so wichtiger ist meiner Ansicht nach die Aufklärung und das Schreiben auch kritischer Artikel. Wir sollten das Feld nicht denen überlassen, die im Moment "in" sind und Massenshows abziehen. Es ist immer leichter, der Menge hinterherzurennen, als sich hinzustellen und das Ganze mal zu hinterfragen. Und das Verrückte ist ja, dass es hier nicht einmal um das berühmte Haar in der Suppe geht, sondern um so offensichtlichen Mist, der nichts als Quälerei ist...

Hui, ich merke, wie es da wieder aufkocht in mir. Auch ich bemühe mich sehr um Differenziertheit, aber ich spüre, dass ich hier sehr polemisch werden könnte. Deshalb bewundere ich auch Ihre Art, mit der Sie über all das schreiben. Ich bin selbst auch Autorin(allerdings zu anderen Themen), aber ich befürchte, ich könnte über diese Dinge nicht so professionell, differenziert und gut schreiben.

Ganz herzliche Grüße,
Tania


Leserresonanz  oben 



25.03.01

Liebe Sylvia,

ein riesengroßes Dankeschön für den Artikel "Monty Roberts – back to the roots?" von Uta Over. Bitte bestellen Sie ihr meine herzlichsten Grüße.

Ich bin sehr froh, dass jemand den Mut hatte, einen solchen Artikel zu schreiben. Ich kann ihn, nachdem was ich gesehen habe, zu 100% unterschreiben und er sollte jedem, der eine Show-Veranstaltung alá Monty Roberts und seinen Nacheiferern sieht, mit dazu gegeben werden. So werden hoffentlich viele unkritische "Fans" doch etwas nachdenklicher und hören nicht nur auf die Worte, sondern schauen auch einmal genau hin, bevor sie applaudieren – schön wäre es jedenfalls.

Herzliche Grüße,
Tania Konnerth


27.03.01

Hallo Frau Frevert,

ich lese Ihre Zeitung im Internet schon seit vielen Ausgaben und warte immer schon gespannt auf die neue Ausgabe (wenn mir meine Ponys Zeit lassen zu lesen!).

In der Ausgabe # 104 ging es um Monty Roberts.

Dieser Artikel war sehr gut. Auch ich habe die Bücher von Monty Roberts gelesen und achte ihn als Mensch.

Was mich an der ganzen Sache stutzig macht, ist die Publizity. Aber das macht er nicht nur allein so. Wieviele "Gurus" sind in den letzten 10 Jahren auf uns losgelassen worden? Und alle predigen sie nur das eine: er/sie hilft auf jeden Fall immer der Pferd!

Wo ein Pferd ist, ist auch immer ein Mensch (Besitzer) und dieser hat auch Geld und manchmal (manchmal?) kostet das Wissen des "Gurus" Geld, natürlich Geld fürs Pferd. Der einzige, der dabei immer gut wegkommt, ist der "Guru".

In unserer Zeit muß der Erfolg immer schnell da sein, da liegen alle Gurus voll im Trend! Sich selbst einmal Gedanken machen und selbst recherchieren, warum was und wie bei seinem Pferd aufgetreten ist, das macht Mühe, bedeutet Arbeit und braucht vorallem ZEIT !!! Und die haben wir ja nicht!

Ich denke in erster Linie haben nicht die Pferde die Probleme, sondern die Menschen! Der Mensch hat Probleme (Ängste, ...) und die setzt er in das Pferd um. Das ist natürlich (in dieser Beziehung) schlauer und legt diese Probleme für sich aus. Beispiel: Bin ich als Mensch eher ängstlich, habe kein sicheres Auftreten, (gilt besonders für Frauen. Und die haben ja auch die meisten "Beziehungskistenprobleme" bei ihrem Pferd!), weiß das Pferd schon nach wenigen Begegnungen, mit der (dem) kannst du es machen, die (der) wehrt sich eh nicht.... und schon ist das Problem da.

In diesem Fall wird der Guru dem Pferd schnell klarmachen, du bist Beta und ich Alpha und die Problemgeplagte (Frau) staunt nicht schlecht, weil ihr Pferd ja auf einmal brav und gehorsam sein kann!

Gibt es aber reiterliche (fahrerliche) Probleme, sieht die Sache schon anders aus: Körperlicher Grund, falsche / keine Ausbildung, Überforderung, Verweigerung. Alle diese Dinge können vorliegen, wenn es Probleme gibt. Aber: Lösungen dauern! Und Zeit haben wir nicht. Hier beist sich die Katze in den Schwanz.

Lösungen zu dieser Art Probleme müssen erarbeitet und erdacht werden. Hier ist Flexibilität gefragt und das man selbst auch mal über seinen Schatten (seine eigene vorgefaßte Meinung zu dem Problem) springen muß und auch mal Hilfe von außen annehmen sollte (Vorsicht vor den Gurus!!!!). Auf jeden Fall sollte diese Hilfe gut durchdacht werden und nicht einfach ohne Überdenken angewandt werden!

Mancher mag denken, daß ich vom Thema abgeschwiffen bin. Ich denke nur zum Teil. Denn nicht der kurzfristige Erfolg (im Showring) zählt, sondern vor allem der Weg zum Erfolg. Nicht spektakulär, sondern artgerecht sollte die Ausbildung sein.

Und bitte: Ihr habt auch einen Kopf und der ist (trotz allem) immernoch zum Denken da! Nachdenken, Ruhe bewahren (ich weiß, hört sich leichter an, als es ist) und alles in kleinen Schritten ausprobieren!

Außerdem ist das eigene Nachdenken über die Sache ehrlich gesagt einfach billiger (natürlich billig ist schlecht und teuer ist immer gut). Denkt daran: ein Guru will nicht das Geld des Pferdes (hat nämlich keins!), sondern Eures! (und ihr habt manchmal einfach zuviel davon)

Schönen guten Abend noch. Viel Erfolg weiterhin der Pferdezeitung und ich mußte meine Meinung einmal zu all´ den Gurus sagen....

Karin Bröll


27.03.01

Hallo guten Tag!

Glueckwunsch zu diesem Artikel!

Den Leserbriefen zu Monty Roberts kann ich mich ebenfalls nur voll anschliessen.

Ich hatte schon befuerchtet, dass niemand sieht, wie diese vermeintlich pferdefreundlichen Methoden wirklich sind.

Dieser Artikel ist wieder einmal einer, von vielen guten, die mir in Ihrer Pferdezeitung gefallen haben.

Weiter so!
Viele Gruesse
Gaby Wiertz

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