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Polnischer Reiter
Rembrandt
Polnischer Reiter Öl auf Leinwand, 115 x 135 cm Frick Collection, New York 1655 Dies ist das einzige Reiterporträt von Rembrandt. Man hat lange gerätselt, wen oder was es darstellt. Das Gemälde wurde erst 1897 wiederentdeckt und 1910 an einen amerikanischen Industriebaron verkauft, in dessen Sammlung es seither das Glanzstück darstellt. Rembrandt Harmenszoon van Rijn 1606-1669 Rembrandt gehört zu den berühmtesten Malern der Welt. Nach einer glänzenden Karriere geriet er persönlich in Schwierigkeiten. Seine Kunst allerdings entwickelte sich zu unerreichter Höhe. Kommentar Von Bisher haben wir überwiegend Bilder aus dem Buch Pferde des Taschen Verlags vorgestellt. Eine ganze Reihe von wichtigen und auch berühmten Künstlern fehlt in diesem Buch. Dazu gehört Rembrandt. Wer kennt den Namen nicht? Rembrandt ist einer der wenigen Maler, die unter ihrem Vornamen bekannt sind - und damit steht er in einer Linie mit Michelangelo, Raffael, Leonardo. Diese jedoch lebten gut 100 Jahre früher, und Nachnamen mußten sich erst entwickeln. Eigentlich hat Leonardo (da Vinci) gar keine Nachnamen, so wie auch Walther (von der Vogelweide) keinen hat. Mit vollem Namen heißt er Rembrandt Harmenszoon van Rijn, und auch da sieht man noch die Herkunftsbezeichnung durchschimmern. Gut 200 Jahre später gab es in Ostfriesland immer noch keine Nachnamen, die erst von Napoleon durchgesetzt wurden. Man hieß einfach Sohn des Harmen, wie Rembrandt Harmenszoon, und das genügte. Ein Name wie Horst Janssen (berühmter deutscher Zeichner, 1929-1995) zeigt noch diese Konstruktion: Janssen = Jansson = Jans' Sohn = Sohn des Jan. Nach diesem Muster sind viele Nachnamen entstanden. Warum ist nun der Name Rembrandt so hochberühmt und welche Bedeutung hat unser Bild in Bezug auf diese Reputation? In der letzten Woche haben wir gesehen, daß Velázquez recht viele Reiterbildnisse geschaffen hat, und zwar etwa zur selben Zeit. Velázquez hatte Rubens persönlich getroffen, Rembrandt die beiden jedoch nie. Hat Rembrandt auch viele Reiterbildnisse gemalt? |
Es ist natürlich keine Kleinigkeit, die Größe eines Malers wie Rembrandt in wenigen Zeilen dingfest zu machen. Schauen wir uns dazu einen Ausschnitt aus diesem Gemälde an, das heißt also einen Ausschnitt aus einer Reproduktion - wie das Gemälde im Original wirkt, kann nur ermessen, wer davor steht und sich auf das Bild einläßt.
Der Ausschnitt umfaßt den Kopf des Reiters und einen Teil des Hintergrundes. Der Hintergrund ist sehr unbestimmt und in Brauntönen gehalten. Mit etwas Phantasie kann man in dem halbrunden Gebilde ein Gebäude erkennen, das die Hügelkuppe krönt. Auffällig und beeindruckend dagegen die Frische und Lebendigkeit des Gesichtes. Dieser Mann wirkt sehr präsent, man hat den Eindruck einer wirklichen Person, mit der man Kontakt aufnehmen könnte und möchte. Ich bin mir sicher, daß dieses Gesicht genauso brutal gemalt ist wie der Rest des Bildes. Gerade deshalb ist die Wirkung um so verblüffender. Mit 17 Jahren, Mitte der Sechziger, hat mich ein Freund nach Berlin eingeladen und mir in den Gemäldesgalerien, die Tausende von Bildern enthalten, genau 3 Bilder gezeigt. Er hat mir eingeschärft, auf keinen Fall die anderen Bilder zu beachten, damit ich meine Augen nicht ermüde. Eines der Bilder war ein Madonnen-Tondo, also ein rundes Bild mit Maria und dem Jesuskind, von Raffael, das zweite habe ich vergessen, das dritte war der Mann mit dem Goldhelm von Rembrandt.
Rembrandt, Mann mit Goldhelm, ca. 1650 Öl auf Leinwand, 67 x 50 cm, Gemäldegalerie, Berlin Damals jedenfalls galt das Bild als von Rembrandt gemalt, ein paar Jahre später haben die Niederländer eine Kommission eingesetzt, die gnadenlos alle möglichen Rembrandts aussortiert und seinen Schülern zugeschrieben haben. Das ist auch dem polnischen Reiter passiert, aber mittlerweile haben sich die Experten die Sache wieder anders überlegt. Mein Freund jedenfalls bat mich um einen Gefallen. Er wisse, daß ich als junger Mensch sehr ungeduldig sei, aber ich möge doch einmal mich für 5 Minuten auf diese Bank da setzen und in dieser gesamten Zeit dieses Bild betrachten. Ich werde das nie vergessen. Nach diesen 5 Minuten war der Mann mit dem Goldhelm unglaublich präsent. Anschließend bat er mich, ganz nah heran zu treten und mir anzuschauen, wie Rembrandt (oder sein Schüler) dieses erreicht hat. Besonders faszinierend war das Gold des Goldhelms, und wie sich herausstellte, sah dieser Goldhelm von nahem aus wie ein Stück vom Hühnerhof, der bekanntlich überwiegend mit Hühnerscheiße bedeckt ist. Viele Jahre später hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Ich war frisch verheiratet und besuchte mit meiner Frau Amsterdam. Im Shell-Auto-Atlas, Seite Amsterdam, fand sich eine kleine Notiz.
Man möge bei der Rezeption des Rijksmuseums um eine Empfehlung des Direktors für eine Einladung in das Privathaus der Familie Six nachsuchen. Das haben wir getan. Rembrandt: Jan Six, 1654, Öl auf Leinwand 112 x 102 cm, Sammlung Six, Amsterdam Ein Bedienter öffnete und fragte: "Wollen Sie alles sehen oder nur den Jan Six?" Die Frage zeigte, daß wir nicht die einzigen Besucher waren, die sich ausschließlich für das Portrait des ehemaligen Bürgermeisters von Amsterdam interessierten. Wir wollten uns nicht die Augen verderben und nur den Jan Six sehen. Der Blick von der Tür fiel auf ein Gemälde von Rembrandt, darstellend die Mutter von Jan Six, gemalt von Rembrandt in jungen Jahren. Ein ganz konventionelles Bild: brillant, repräsentativ, vermutlich sehr teuer, aber letztlich uninteressant. Als wir eingetreten waren und uns umdrehten, sahen wir das Gemälde, dessentwegen wir gekommen waren: ein Alterswerk. Es war atemberaubend. Die Malweise war sehr spontan, die Knöpfe jeweils nur ein Hieb mit dem Pinsel, der Dargestellte blickte uns an, zog sich die Handschuhe an, und wir hatten das Gefühl, er sei ein Mensch wie wir, modern, lebendig, mit Seele, ein bedeutender Mensch, den zu kennen eine Ehre wäre. Es lohnt sich übrigens, die Vergrößerung bei Mark Harden zu betrachten. Es ist ein Erlebnis, das zumindest weniger Aufwand erfordert als ein Besuch in Amsterdam bei Familie Six. |
In der letzten Woche habe ich eine Entdeckung gemacht: die Web Gallery of Art. Ohne diese Sammlung hätte ich meine Arbeit heute nicht machen können. Dort habe ich eine vorzügliche Abbildung des Polnischen Reiters gefunden und auch noch Hintergrundinformationen.
Rembrandt: Selbstporträt, 1658, 134x104 cm Öl auf Leinwand, Frick Collection, New York, erworben 1906 Rembrandt war Sohn eines Müllers. Trotzdem haben seine Eltern ihn auf die Lateinschule gegeben, mit 14 hat er sich an der Universität von Leiden eingeschrieben, seine Studien aber schnell abgebrochen und eine Lehre bei einem Maler, Jacob van Swanenburch, begonnen, der bekannt war für Höllenszenen im Stil von Breughel. Anschließend ist er zu dem bedeutenden Historienmaler Pieter Lastman in Amsterdam gegangen, nach 6 Monaten jedoch nach Leiden zurückgekehrt. Dort hat er seine glänzende Karriere begonnen und schon mit 22 Jahren die ersten Schüler angenommen. Drei Jahre später, 1631, ist er endgültig nach Amsterdam gezogen. Im Jahr zuvor war sein Vater gestorben. Jetzt war er schon so vermögend, daß er seinem Kunsthändler Hendrik van Uylenburgh die Summe von 1.000 Florins leihen konnte. Um sich einen Begriff davon machen zu können: das große Haus, das er später kaufte, kostete 13.000 Florins. Nehmen wir an, dieses Haus habe den Wert von 1 Mio. gehabt, dann hätte das Darlehen einen Wert von gut 76.000 DM. In dieser Zeit wird Rembrandt die Mutter von Jan Six gemalt haben. Er war erfolgreich und heiratete 1634 Saskia van Uylenburgh, eine Nichte seines Kunsthändlers. Allmählich begann sein Niedergang. Saskia gebar ihm vier Kinder, von denen nur das letzte überlebte: der Sohn Titus, 1641 geboren. Im Jahr darauf starb Saskia. Titus war 9 Monate alt. Rembrandt engagierte die Witwe Greetje Dirx als Haushälterin und Kinderfrau. Vermutlich ist sie auch seine Geliebte gewesen. 7 Jahre später, 1648, kam Hendrickje Stoffels als junge Magd hinzu und wurde ebenfalls Rembrandts Geliebte. Greetje verließ daraufhin den Haushalt und verklagte Rembrandt wegen Bruchs des Eheversprechens. Rembrandt gelang es, gegen Zahlung einer jährlichen Rente der Ehe mit Greetje zu entkommen. Aus diesem Jahr ist kein einziges Werk von Rembrandt bekannt. Anschließend hat Rembrandt es durch Bestechung hingekriegt, Greetje in ein Asyl einzuliefern, aus dem ihre Freunde sie trotz Drohungen von Rembrandt 1655 befreien konnten. Im Jahr darauf ist sie gestorben. Seit 1653 war klar, daß er seinen Lebensstandard nicht mehr finanzieren konnte. Die Schuld auf seinem Haus betrug immer noch 7.000 Florins, er konnte die Steuern und Zinsen nicht bezahlen. Im Juli 1654 mußte Hendrickje sich vor den Kirchenrat wegen ihrer wilden Ehe mit Rembrandt verantworten und wurde schwer bestraft. Im Oktober wurde ihre Tochter Cornelia geboren. 1656 mußte Rembrandt Bankrott erklären. Ein Inventar wurde angefertigt, das heute noch existiert. Im Dezember 1657 wurde sein Besitz versteigert, im Februar 1658 das Haus, in dem er aber noch zwei Jahren lebte. Im August wurden seine Zeichnungen und Regierungen versteigert, aber der Erlös reichte bei weitem nicht aus, seine Verbindlichkeiten zu tilgen. 1660 zog er mit seiner Familie in ein anderes Haus. Im Dezember eröffneten Titus, jetzt 19 Jahre alt, und Hendrickje eine Galerie, da Rembrandt seine Arbeiten nicht mehr selbst verkaufen konnte. Hendrickje starb 1663, Titus 1668, 7 Monate nach seiner Heirat. Im März 1669 wurde Rembrandt eine Enkelin geboren. Im Oktober starb Rembrandt, seine Schwiegertochter ein paar Tage später auch. Das Selbstporträt dieses Abschnitts ist nach dem Zusammenbruch gemalt worden, und der Polnische Reiter kurz davor. Die Bilder, die Rembrandt in dieser Zeit und später gemalt hat, sind wesentlich bedeutender als die zu seiner Glanzzeit. Allerdings hatte er zu dieser Zeit die Erwartungen des Publikums erfüllt. Das war später nicht mehr so. Man machte sich über ihn lustig. Man verglich seine Malweise mit der Arbeitsweise eines Maurers. Als er starb, war er für 200 Jahre vergessen. Das Bild oben zeigt ihn im Kostüm eines alttestamentarischen Patriarchen - unter seinem Inventar fanden sich viele exotische Stücke, die er auch in seiner Malerei verwendet hat. Das Eigenartige an diesem Bild ist allerdings, daß der Mann sich in eine Frau verwandelt, der Bankrotteur in einen Herrscher. Männlich ist die Haltung, der Stab, der an ein Zepter erinnert. Weiblich ist die Kleidung. Er hat ein goldenes Kleid an, er scheint Brüste zu haben und einen weiblichen Schoß. Er hat ein Dekolleté, das sittsam mit einem Tuch bedeckt ist und einen Pelz um die Schultern gelegt. Ganz dunkel habe ich in Erinnerung, daß Thomas Mann in seiner Ausarbeitung der biblischen Geschichte von Joseph und seinen Brüdern beschreibt, wie dessen Vater Jakob im Alter aus Trauer um seinen Liebling und dessen Mutter weibliche Formen annahm. Ich habe ein wenig gesucht und die Stelle gefunden: das letzte Kapitel im Band "Der junge Joseph", betitelt "Die Versuchungen Jaakobs", Seite 486 oben in meiner Fischer Taschenbuch-Ausgabe von 1975. Thomas Mann beschreibt, wie dessen Vater Jaakob sich in die Vorstellung versteigt, selbst Mutter zu sein und seinen Kleinen aus der Unterwelt und dem Tode wieder ans Leben zu holen. In einem ergreifendem Gespräch mit seinem Knecht führt er als Beweis für die Möglichkeit der Umsetzung dieser Vorstellung die Transformation des männlichen Leibes in weibliche Formen an: "Sieh mich an, Eliezer - spielt die Gestalt meiner Brust nicht schon etwas ins Weibliche hinüber? In meinen Jahren gleicht wohl die Natur sich aus. Weiber bekommen Bärte und Männer Brüste." |
Die Entdeckung des Polnischen Reiters ist ein kleiner Krimi. Der Direktor des niederländischen Museums Mauritshuis, Abraham Bredius, ein großer Rembrandt-Kenner, hat dieses Gemälde 1897 in Galizien (Süd-Polen) im Schloß Dzikow entdeckt. Er beschreibt in seinem Notizbuch, mit welcher Aufregung er nach einem langen Reisetag dieses Gemälde zum ersten Mal sieht.
Bredius hat dieses Gemälde immer als seine größte Entdeckung angesehen. Es wurde im Jahr darauf in der Rembrandt-Ausstellung in Amsterdam gezeigt und im Jahr 1910 an den amerikanischen Stahl-Magnaten Henry Frick für die enorme Summe von 60.000 Pfund verkauft. Seit dieser Zeit ist dieses Bild eines der größten Schätze der Sammlung Frick ( Gesamtkatalog). Man hat lange gerätselt, was dieses Bild darstellt. Alle möglichen und unmöglichen Theorien wurden aufgestellt. Es konnte das Porträt eines polnischen Adligen sein, der an einer niederländischen Universität studierte. Andere wiederum bemerkten, daß dieses Bild gar nicht in der Tradition eines repräsentativen Reiterporträts gemalt ist und mutmaßten deshalb, daß es eine Illustration oder Allegorie ist. Die Einzelheiten jedenfalls deuten auf einen polnischen oder ungarischen Reiter hin: der Mantel, dreiviertel lang, geknöpft von oben bis zum Gürtel, Kappe, enge rote Hosen und halblange Stiefel, Schwert, Bogen und Pfeile und Kriegsbeil. Im Genick des Pferdes ist ein Kutaz befestigt, ein Anhängsel vermutlich aus Pferdehaaren, groß wie ein Schweif.
Die Web Gallery of Art bemerkt, daß die Zurückweisung der Rembrandt-Zuschreibung durch die Kommission die Verwirrung vergrößert hat. Es wurde behauptet, ein gewisser Willem Drost habe dieses Bild gemalt. Nichts sei im Werk des Drost bekannt, was diese imaginative Kraft und bravouröse Pinselarbeit besäße, weshalb diese Zuschreibung höchst zweifelhaft sei. Tatsächlich hat sich die Sache aufgeklärt. Wenn auch die offiziellen Stellen noch nichts davon im Internet publiziert haben, bin ich auf die entsprechenden Informationen gestoßen. Die Sammlung Frick nennt im Zusammenhang mit der Porträtvermutung den Namen der polnischen Familie Oginski, weil sich das Bild im 18 Jahrhundert in deren Besitz befunden hat.
Eine anonyme Quelle behauptet, daß das Bild als Porträt des litauischen Adligen Alexander Oginski identifiziert worden ist, als dieser in den Niederlanden studierte. Es wird vermutet, daß er das Bild in Auftrag gegeben hat, bevor er zu seiner Einheit zurückgekehrt ist, um die schwedischen Invasoren zu bekämpfen. Er hat dann anschließend Karriere gemacht bis hin zum Großmarschall von Litauen. Diese Information findet sich auf einer Seite, die Litauen in der Welt bekanntmachen will. Die Angelegenheiten in Polen und Umgebung waren jahrhundertelang sehr undurchsichtig. Insbesondere wurden oft ausländische Könige eingesetzt. So war z. B. August der Starke von Sachsen gleichzeitig König von Polen. Insofern darf man es wahrscheinlich nicht so genau nehmen, ob Oginski als Pole oder als Litauer bezeichnet wird. Der Kunsthistoriker Simon Schama (Columbia University) hat 1999 ein 700-Seiten-Buch über Rembrandt veröffentlicht. Ein Artikel über den Autor und das Buch findet sich im Internet, wenn man z. B. bei Google nach dem Suchbegriff "Rembrandt Polish Rider" sucht. Schama hat alle Rembrandt-Gemälde besucht und sich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt. Er hat sich dabei Notizen gemacht, während er versuchte, die Effekte der Malerei zu erfassen. Er behauptet, daß er vor dem Porträt des Jan Six ein ganzes Notizbuch vollgeschrieben hat. Natürlich hat der Autor auch über das umstrittene Bild des Reiters nachgedacht. Und seine Haltung ist ganz eindeutig. Abgesehen von der heftigen Malweise und der starken Konturierung wäre Drost nach seiner Meinung niemals in der Lage gewesen, das gesamte Konzept eines Reiterporträts zu überdenken und neu zu erfinden. Reiterporträts bedeuteten nach Schama Unsterblichkeit. Rembrandt hat aber ein Skelett-Pferd gemalt, ein Pferd der Apokalypse. Er hat die ganze Sache transformiert in ein Bild der Vergänglichkeit. "Dies Bild ist so einzigartig, so sonderbar, unheimlich - es ist mit Sicherheit von Rembrandt", sagt Schama. Er saß auch in der niederländischen Kommission, die 1997 dieses Bild wieder Rembrandt zugeschrieben hat. Die Kommission hat mehrere Phasen hinter sich. Nachdem man sich zunächst mehr auf Röntgenstrahlen und wissenschaftliche Untersuchungen verlassen hatte, kehrt man jetzt zum reinen Schauen zurück. Für Schama ist Rembrandts Genie die Fähigkeit, den erzählerischen Moment zu finden und unmerklich in ein elektrisierendes Drama zu transformieren. Diese Einschätzung fand ich interessant. Vor 3 Jahren habe ich ein anderes Meisterwerk von Rembrandt beschrieben. Es ist eine Bibelillustration, Bathseba (Louvre), und ich bin dabei zu einem ähnlichen Schluß gelangt, allerdings konkret bezogen auf dieses Gemälde (auf Englisch in 7 Teilen: Masterpiece of Rembrandt · The beauty of the body / Basic questions · Reading the picture · What does the body tell? · The story behind the picture · David's lesson · Bathsheba by Picasso). Mark Harden hat übrigens einen Auszug aus dem Buch von Schama veröffentlicht, und zwar über das Porträt des Jan Six. Wenn man sich in das schwierige Englisch einarbeitet, lernt man das Gemälde sehr gut kennen! |
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