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Hokusai
Hodo Gaya auf dem Tokaido 1831, Holzschnitt Dieser Holzschnitt aus den 36 Ansichten des Berges Fuji (1831) zeigt, wie wichtig das Pferd als Transportmittel in der Bergenregion um den Fuji war, obwohl, wie auf dem Werk zu sehen, auch eine Art Sänfte benutzt wurde. Die terrassenförmig angelegten Felder lassen erahnen, wie uneben die Landschaft ist. Katsushika Hokusai, 1760-1849 Japanischer Maler und Holzschneider. Man vermutet, daß Hokusai im Laufe seines langen Lebens etwa 30.000 Zeichnungen und Illustrationen für ungefähr 500 Bücher schuf. Seine Holzschnitte wurden schon früh in Europa bekannt und beeinflußten u. a. Vincent van Gogh (1853-1890) und Paul Gauguin (1848-1903). aus dem Buch Pferde mit freundlicher Genehmigung des Taschen-Verlags siehe auch Rezension Kommentar Von
Wer es nicht als Kunstwerk kennengelernt hat, hat es sicherlich schon einmal irgendwo in der Werbung gesehen. Es ist die Woge, ein gewaltiges Bild, dessen Wucht erst richtig begreifbar wird, wenn man das Blatt in angemessener Größe sieht. Ganz klein am Horizont sieht man den gewaltigen Vulkan, dem die gesamte Serie gewidmet ist. Erst später entdeckt man die langgezogenen Boote, auf die die Welle gleich zusammenbrechen wird, und dann sucht man nach den Menschen, die mit diesen Booten das gewaltige Meer befahren. Wie der Titel der Serie schon sagt, dreht sich alles um den Fuji, schneebedeckt und majestätisch, kaum jemand kennt alle Blätter, auch im Internet findet sich keine vollständige Sammlung. Ein Buchhändler in Deutschland (Gordon Friese), der auf japanische Holzschnitte spezialisiert ist, hat jetzt ein Buch aufgelegt, in dem nicht nur alle Blätter vorkommen, sondern auch viele Varianten. Wir finden in unserem Buch eine Ansicht mit einem Pferd; da wollte ich doch wissen, ob es noch mehr Ansichten mit Pferden gibt, bzw. welche Ansichten es überhaupt gibt und wie viele ich davon kenne. Die letzte Frage kann ich schnell beantworten: ein weiteres Blatt hatte ich schon einmal gesehen, alles andere war mir unbekannt. |
Hokusai setzte mich schnell ins Bild: Japan ist von Wasser umgeben und sehr gebirgig. Das Meer und Seen spielen auf vielen Blättern eine große Rolle, und die Berge. Wie bei unserem Blatt, daß ich übrigens im Internet nicht gefunden habe. Es bleibt unklar, ob hinter dem Hut des Reiters der Dunst oder das Meer zu sehen ist, aber über die schwierige Wegstrecke gibt es keinen Zweifel. Lasten werden getragen, von Menschen und vom Pferd, und manche Menschen sind anderen eine Last. Das ganze Blatt ist in gelb/grün gehalten, was auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, aber einfach mit der Holzschnitttechnik zusammenhängt. Holzschnitte sind eben keine Gemälde, da muß man mit wenigen Farben auskommen, die flächig angelegt werden. So haben denn die meisten Blätter eine Farbstimmung, wodurch schon auf den ersten Eindruck eine große Vielfalt entsteht. Aber auch die Kompositionen sind außerordentlich vielfältig und einfallsreich. Ich kann hier im Rahmen dieses Artikels natürlich diese Vielfalt nicht zeigen. Wer sich näher dafür interessiert, mag einen Bildschirmschoner herunterladen. Mir war gar nicht bewußt, daß es in Japan Pferde gibt. Aber warum nicht? Die Chinesen haben schon vor fast 2000 Jahren Pferde samt Soldaten in Lebensgröße als Terrakotta nachgebildet, und zwar ganze Armeen davon, der Schiffsverkehr war hochentwickelt, es wäre im Gegenteil verwunderlich, wenn Pferde nicht nach Japan gekommen wären. Allerdings habe ich kein Bild mit einer Kutsche entdecken können, was natürlich gar nichts heißt. Auf den Blättern von Hokusai, die ich entdeckt habe, werden Pferde ausschließlich als Tragtiere eingesetzt. |
Auf dem unteren Blatt ist das Pferd so klein, daß man es auf unserer Abbildung kaum erkennen kann, dafür desto besser die große Last, die das Pferd zu tragen hat, im Gegensatz zu den Pferden des oberen Bildes, die lediglich eingedeckt zu sein scheinen. In Japan selbst galt der Holzschnitt im 19. Jahrhundert nicht als besonders wertvoll. Europa und Amerika begeisterte sich jedoch für fernöstlichen Kunst (Chinoiserien), die Wegbereiter der modernen Kunst begeisterten sich insbesondere für den japanischen Holzschnitt. Es gibt einige Gemälde von Vincent van Gogh, die entweder versuchen, den Stil des japanischen Holzschnitts auf die Ölmalerei zu übertragen (Kirschblüte) oder einen Holzschnitt als Schmuck an der Wand zeigen. Aber auch im letzten Jahrhundert und hier in Deutschland hat der japanischer Holzschnitt eine bedeutende Rolle gespielt. Horst Janssen, der große hanseatische Zeichner und Radierer, dem seine Heimatstadt Oldenburg inzwischen ein großes Museum spendiert hat, hat eine ganze Serie über Hokusai gearbeitet (Hokusai und das Mädchen). Natürlich ist Janssen ein moderner Künstler und wiederholt nicht einfach den Stil von Hokusai, sondern braut sich seine eigene Mischung aus Janssen und Hokusai zusammen. Janssen hat sich immer gern von anderen Künstlern anregen lassen und sozusagen über deren Themen improvisiert. Dann brauchte er sich selbst nichts einfallen zu lassen, sondern konnte einfach seine Virtuosität ausspielen. Janssen ist in der ganzen Welt gezeigt worden, unter anderem auch mit sehr großem Erfolg in Japan. Abbildungen kann ich leider nicht bringen, da Janssen noch nicht lange genug tot ist und mir sonst die Bild-GEMA (VG Bild-Kunst) an die Gurgel springt. Das ist aber kein großes Problem, denn Sie wissen ja: man kann sich heutzutage alles leicht ergoogeln. |
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