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von Kaltwasser, KikiGebundene Ausgabe – 160 Seiten2002 Müller Rüschlikon ISBN 97832750142010 EUR (D) 22, 00 ![]() erschienen im vom 18.05.2002 |
Der Verlag sagt über das Buch:
Die Autorin ist bekennende Monty-Roberts-Anhängerin. Mit dieser Feststellung will ich nicht Kritik üben, sondern einfach den Rahmen abstecken. Monty Roberts selber ist für spektakuläre Aktionen bekannt, die auch das Verladen beinhalten. Dafür ist Kiki Kaltwasser nicht zu haben. Und das ist gut so. Denn bei den Stars der Szene fragt sich der verblüffte Zuschauer, ob er jemals in der Lage sein wird, sein Pferd so zu beherrschen, oder besser gesagt: ob sein Pferd ihm auch so folgen wird wie dem Meister. Genau darauf hat es die Autorin abgesehen. Das Buch will also Problemlöser sein. Nun ist einerseits das Verladen nur eine spezielle Übung, die man mit Pferden machen kann, man wird also kaum erwarten können, grundsätzlich Neues über Pferde zu erfahren. Andererseits wird man auf sehr viele Probleme stoßen, die auch sonst beim Umgang mit Pferden auftauchen, selbst wenn nicht eine so spezielle Aufgabe wie das Verladen zu bewältigen ist. Die erste Regel lautet: Geduld. Die zweite Regel lautet: Hingabe. Die dritte Regel: Wiederholung. Und das ist ein Einwand, den ich in Bezug auf den Klappentext machen möchte: wer sein Pferd nur einmal im Jahr verladen muss, etwa wenn es in den Urlaub geht, sollte dieses Training in vernünftigen zeitlichen Zusammenhang zu diesem Termin stellen können. Wer aber nie den Hänger benutzt, wer vielleicht gar keinen Hänger besitzt, wird mit einem einmaligen Training nicht unbedingt sicher sein, dass später einmal im Gefahrenfall alles klappen wird. Dazu bedarf es dann spezieller Problemlösungen, die das Buch aber ebenfalls anbietet. Trotzdem: die Lektüre des Buches kann auf keinen Fall schaden, selbst wenn Vieles nicht unbedingt spezifisch für den Transportfall ist. Und dazu gehört auch gleich die erste Regel im ersten Kapitel: das Handwerkszeug muss stimmen. Natürlich auch beim Verladen. In Bezug auf das eigentliche Verladegerät kann man schon neidisch werden. Mercedes-Benz hat seinen schrecklichen Offroader für die Fotos zur Verfügung gestellt. Selbst wenn das Ding für meinen Geschmack unmöglich aussieht: als Zugfahrzeug ist das sicherlich vom Feinsten. Und dann erst der Anhänger! Ich erinnere mich deutlich an den Aha-Effekt, den ich 1997 hatte, als ich auf der Equitana die Anhänger von Später habe ich dann gehört, dass Fautras ursprünglich Anhänger aus England importiert hatte, ehe er selbst die revolutionären Prinzipien umsetzte. Ob das nun die Anhänger von IforWilliams waren, kann ich jetzt nicht mehr sagen, jedenfalls hat diese Firma bzw. deren deutscher Importeur für das Buch Anhänger zur Verfügung gestellt, bei deren Anblick man schon Lust bekommt, Pferde zu verladen. Diese Situation ist allerdings etwas unrealistisch. Deutsche Hänger haben normalerweise keinen Frontausstieg, und der Boden liegt auch wesentlich höher. Die deutsche Standardklappe wird allerdings auch hier benutzt, obwohl es diesen Hänger nach meinem Wissen auch mit Schwenktüren gibt. Die Autorin bringt Beispiele für Fälle, in denen das Verladen so gut wie unmöglich ist, selbst für einen Experten wie Monty Roberts, weil der Anhänger für das Pferd nicht geeignet ist. Ein Foto erbringt den Beweis in einem Spezialfall. Wollen wir also hoffen, dass das Handwerkszeug stimmt. Jetzt geht es ans Training. Das 10-Punkte-Programm fängt mit einfachen Übungen an und steigert den Schwierigkeitsgrad allmählich bis zur gewünschten Fertigkeit. Darauf kann man selber kommen. Man muss sich nur genug Zeit nehmen. Hier kann man lernen, dass es auch mit der Hilfe von Fachleuten nicht ohne Zeit geht, und zwar viel Zeit, sogar sehr viel Zeit. Wirklich hilfreich fand ich das Was-Wenn-Nachschlagewerk, das in der Art einer Frage-Antwort-Liste Tipps für die schwierigen Fälle gibt. Da habe ich eine ganze Reihe von Tricks gefunden, die mir selber im Laufe der Zeit auf die harte Tour bekanntgeworden sind, und noch einige mehr, die ich noch nicht kannte. Hier merkt man, dass die Autorin eine Menge Praxiserfahrung hat und tatsächlich Probleme lösen kann – jedenfalls möchte man das nach der Lektüre glauben. Dazu gehört auch der Spezialfall, dass ein Pferd zu verladen ist, ohne dass vorher ein Training möglich war. Ob das vermittelbar ist, ob das über ein Buch vermittelbar ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich möchte es doch für möglich halten. Deshalb denke ich, dass es sich lohnt, sich zunächst einmal die Zeit für das Buch zu nehmen. Man denkt dann vielleicht auch über die Zeit mit dem Pferd anders, und die ganze Problematik rund um das Verladen mag sich zu einer interessanten Übung wandeln. Die Autorin jedenfalls schlägt vor, dass das Verladen zu einer obligatorischen Turnierübung erklärt werden sollte. Das soll schon einmal vorgekommen sein. Warum denn nicht, es ist mit Sicherheit nützlicher als viele andere Übungen, die für die Punkte und Schleifen hingebungsvoll geübt werden. Ob diese gute Idee sich durchsetzt? Ich würde es mir sowohl für die Pferde als auch für die Besitzer wünschen. |
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