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![]() Die beiden Alten: Galana und Blacky |
Die Gruppe setzte sich nur aus Mädchen zusammen (wie sollte es bei einem Projekt mit Pferden auch anders sein?). Es handelte sich hierbei nicht um eine Schulklasse, sondern um Jugendliche verschiedener Altersstufen. Nach Auskunft der Lehrerinnen gab es unter den Mädchen oft Streit und gegenseitige Beschimpfungen sowie auch verbale Angriffe auf die Lehrkräfte. Veränderungen des sozialen Verhaltens der Heranwachsenden untereinander, wie sie die pädagogische Arbeit mit dem Co-Pädagogen Pferd laut der Prinzipien und Zielsetzungen des heilpädagogischen Reitens ermöglichen soll, waren unser vorrangig angestrebtes Ziel. Der zeitliche Rahmen wurde uns durch die geplante Unterrichtszeit vorgegeben. Am ersten Tag sollten die Schüler zwischen 9:00 und 13:00 Uhr, am zweiten zwischen 9:00 und 15:00 Uhr und am dritten Tag zwischen 9:00 und 12:00 Uhr auf dem Hof erscheinen. Im Vorfeld erschien uns die kalkulierte Zeit ausreichend, wenn nicht gar üppig. In der Realität verflogen die Stunden jedoch geradezu und sowohl wir als auch die Jugendlichen waren einstimmig der Meinung, wir könnten gut noch ein oder zwei Wochen länger miteinander verbringen. Trotz der so unterschiedlich langen Zeiten wollten wir jeden Tag einige konstante Programmpunkte anbieten, um dem Projekt eine Art Rahmen zu geben. Wir wollten mit einer Gesprächsrunde beginnen, in der wir sowohl die Planung für den folgenden Tag als auch eine Reflexion des vergangenen Tages einbringen wollten. An jedem der drei Tage sollten die Kinder eine kurze Zeit auf dem Pferderücken verbringen können. Die Versorgung der Pferde vor und nach dem Reiten sollte ebenfalls kontinuierlich geschehen. Auf der anderen Seite sollte sich aus dem Programm eine Steigerung ergeben, die über eine kurze Einführung am ersten Tag, ein Lagerfeuer, Stallarbeit und nähere Beschäftigung mit den Pferden am zweiten ihren Höhepunkt am letzten Tag in einem geführten Spaziergang in die nähere Umgebung finden sollte. Die meisten Aktivitäten sollten im Freien stattfinden, wodurch Natur unmittelbar erlebt werden konnte. Die Mehrzahl der Jugendlichen verbrachte normalerweise ihre Freizeit vor Fernseher und Computer. |
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Wir begannen mit einer Vorstellungsrunde. Tina und ich nannten kurz unsere Namen und erwähnen, welche Erfahrungen wir schon mit Pferden gesammelt haben. Daraufhin forderten wir die Kinder auf, nacheinander das Gleiche zu tun und zu äußern, welche Eigenschaften das Pferd haben soll, mit dem sie Umgang haben wollen – zum Beispiel ruhig, verspielt, sanft, frech, etc. Auf diese Art wollten wir uns ein Überblick über ihre reiterlichen Fähigkeiten verschaffen und sie nach diesen Kriterien ihren zukünftigen Pflegepferden zuteilen. Einige grundlegende Regeln wurden von uns aufgestellt:
Über den Kontakt zum Pferd fanden Tina und ich schnell einen Zugang zu den Jugendlichen. Vermutlich lag das daran, dass wir für sie weniger Pädagogen mit einer erzieherischen Absicht darstellten, sondern vielmehr Ansprechpartner, die bei pferdespezifischen Fragen weiterhelfen konnten. Die von uns aufgestellten Regeln wurden von keinem der Mädchen in Frage gestellt (vermutlich weil sie in direktem Zusammenhang mit dem Wohl der Pferde standen). Daraufhin führten wir die Kinder über Hof und Gelände, erklärten ihnen die einzelnen Bereiche und Gegenstände und schlossen die Führung bei der Pferdeweide ab. Auf diesen Moment hatten die Mädchen natürlich schon fieberhaft gewartet. Ständig hatten sie aus der Ferne zu den Pferden hinübergeschielt, alle gebührend bewundert und wahrscheinlich schon im Geiste ihren Liebling erkoren. Wir berichteten den Kindern zu jedem der einzelnen Tiere dessen Geschichte und seine spezifischen Eigenarten. Wir erklären ihnen nicht nur den Umgang mit Pferden im allgemeinen, sondern auch mit jedem der einzelnen Lebewesen im Besonderen – seinen spezifischen Eigenarten und Verhaltensmustern entsprechend. Dabei betonten wir auch, dass unsere Senioren aufgrund ihrer Krankheiten und Zipperlein besonders schonend behandelt und liebevoll gepflegt werden müssten. Als wir den Mädchen erzählten, wie einsam unser "Opa" Blacky anfangs bei uns gewesen sei und wie wenig ihn die anderen Pferde in die Herde integriert hatten, schlossen ihn die Kinder schon in ihr Herz. Als wir dann jedoch davon berichteten, wie er sich auf den ersten Blick in unsere "Oma" Galana verliebt hatte und ihr seitdem nicht mehr von der Seite wich, verliebten sie sich scharenweise. Seitdem hatte er bei den jungen Damen einen Stein im Brett. |
Jedes Pferd bekam zwei Pfleger, so dass die Kinder sich gegenseitig unterstützen konnten, nicht nur beim Putzen der Tiere, sondern auch beim Führen (jeweils eins der Kinder kann das Pferd selbständig neben sich her führen, während das zweite auf der anderen Seite notfalls helfend eingreifen soll). Darauf folgte der Teil der Pferdepflege. Dazu gehörte, dass die Kinder nach einer ausführlichen Einweisungen unter unserer Aufsicht die Pferde eigenständig von der Weide holten, sie fachgerecht anbanden und putzten. Diese Aktion war mit viel Aufregung und Chaos verbunden, aber wir schafften es alle heil und ohne Zwischenfall. Während des Putzens ereignete sich jedoch eine unerwartet kritische Situation: Noch bevor wir selbst etwas hören konnten, bemerkten Tina und ich an der Reaktion unserer Pferde, dass etwas im Gange war. Sie warfen den Kopf auf und lauschten angestrengt in eine Richtung. Wir wiesen die Mädchen unverzüglich an, sich in Sicherheit (also außerhalb der Reichweite unserer Pferde) zu bringen; einige versteckten sich sogar in der Sattelkammer, die meisten schauten sich die Vorgänge aber interessiert an. Schon hörten wir lautes Geklapper und Gepolter und dann sahen wir auch die Ursache des Tumults: die Pferde unseres Nachbarn waren ausgebrochen und donnerten im Galopp die Straße entlang. Unsere Tiere trippelten und stampften ein wenig; sie hätten die anderen wahrscheinlich gerne auf ihrem Ausflug begleitet. Eines unserer Pferde regte sich besonders auf; in der Folge trauten sich einige Mädchen erst nicht wieder an die Stute heran und niemand wollte auf ihr reiten. Wir erklärten ihnen die Reaktionen unserer Pferde, woraufhin sich die Jugendlichen mit gesteigertem Respekt wieder an die Stute herantrauten. Danach brachten die Mädchen alle Pferde bis auf zwei zurück zur Weide. Tina und ich wollten nur zwei der Tiere einsetzen, damit wir anfangs jeweils mit zwei Helfern an einem Pferd arbeiten konnten. Aus Zeitgründen wollen Tina und ich diese Pferde selbst satteln und trensen, erklärten jedoch währenddessen den interessierten Kindern, was sie beachten sollten. Die Einteilung der Kinder in Reitgruppen sollte aufgrund ihrer eigenen Einschätzung erfolgen. Sie sollten sich nach Sympathie und Selbstvertrauen für eines der zwei Pferde entscheiden dürfen und mussten sich auf diese Art selbständig in zwei etwa gleich große Gruppen aufteilen. |
Bei der Festlegung der Reihenfolge, in der die Mädchen reiten oder die Pferde führen durften, einigten sie sich unerwartet schnell und diplomatisch. Ich vermute, dass keines von ihnen kostbare Zeit an solch unwichtige Nebensächlichkeiten verschwenden wollte. Das Reiten sollte sich auf einen Zeitraum von ca. fünfzehn Minuten pro Kind beschränken. Es sollte dabei hauptsächlich darum gehen, Mädchen und Pferd im Einzelnen noch einmal miteinander bekannt zu machen, Vertrauen zwischen den beiden Wesen aufzubauen und die ersten Ängste zu überwinden. Bis auf zwei der Mädchen hatte keines Vorerfahrungen im Umgang mit Pferden. Viele kostete es Mut und Überwindung, die Pferde zu führen oder zu putzen. Alle Mädchen überwanden jedoch ihre Ängste. Schon am ersten Tag trauten sich zwölf der dreizehn Heranwachsenden auf den Pferderücken. Die Mädchen bauten schnell eine persönliche, emotionale Beziehung zu ihrem Pflege- oder Reitpferd auf. Besonders die Jugendlichen, die auf ihrem Pflegepferd auch reiten durften, vertrauten den großen Wesen nach erstaunlich kurzer Zeit Nach dem Reiten sollten die Pferde versorgt (Sattel und Trense abnehmen, Hufe auskratzen, Belohnung verfüttern) und auf die Weide gebracht werden. Außerdem mussten sämtliche Gegenstände (wie Putzzeug oder Reitkappen) wieder in die Sattelkammer einsortiert und der Hof gefegt werden. Der zweite Tag sollte ähnlich strukturiert werden wie der erste Tag. Wir wollten mit einer Gesprächsrunde beginnen, das geplante Programm für den Tag darstellen, die Kinder nach deren Erlebnissen des vergangenen Tages befragen und gemeinsamen die Ereignisse und Entwicklungen reflektieren. Ein Kind fühlte sich mit seinem Pflegepferd überfordert. Es traute sich allerdings, diesen Punkt anzusprechen, und die Mädchen überlegten selbständig, wie sie die Gruppenaufteilung umorganisieren konnten, so dass jede Einzelne mit der Lösung zufrieden war. Die Gruppe musste sich erneut aufteilen: Sowohl vormittags als auch nachmittags sollte ein Teil der Gruppe ausmisten, während der andere Teil eine Reitstunde erhielt, diesmal für die Dauer von einer halben Stunde. |
Wir hatten befürchtet, dass wir mit dieser Aufgabe auf Widerstand stoßen würden. Immerhin ist Ausmisten lange keine so angenehme Beschäftigung wie Reiten. Wir hatten uns allerdings überlegt, dass die Mädchen auch die "negativen" Seiten des Reitens – also die notwendige Stallarbeit – kennenlernen sollten. Und wir hatten uns gründlich verschätzt: Einige Schüler (etwa die Hälfte) fand so großen Spaß am Ausmisten, dass sie die Pause durcharbeiteten und auch am nächsten Tag noch weitermachen wollten (was aber auf Grund des vollen Programms nicht möglich war). Im Reitunterricht konnten die Mädchen verschiedene Übungen ausführen: z.B. im Damensitz reiten, mit den Armen kreisen, sich besonders groß aufrichten, mit geschlossenen Augen reiten und abschätzen, wann eine Runde um den Reitplatz vollendet ist, etc. Die Jugendlichen waren natürlich mit Begeisterung bei der Sache. Solch strahlende und absolut konzentrierte Gesichter hatten die Lehrerinnen wahrscheinlich selten zu Gesicht bekommen. In der Mittagspause entzündeten wir ein Lagerfeuer, über dem sich die Mädchen Stockbrot backen konnten. Dafür mussten sie zuerst in einem kleinen Wald auf unserem Gelände Feuerholz sammeln und sich dann mit dem Backen abwechseln – Lagerfeuerromantik pur. Nach der Pause sollten die beiden Gruppen ihre Aufgaben tauschen. Diejenigen, die am Vormittag nicht reiten durften, kamen nun an die Reihe. Im Anschluss daran wurden die Pferde wieder versorgt und auf die Weide geführt, Putz- und Sattelzeug zurückgebracht und der Hof gefegt. Die Struktur der Aufgaben vor und nach dem Reiten ähnelt am dritten Tag der der vergangenen Tage. Als Höhepunkt der Erfahrungen dieser Tage wollten wir aber einen geführten Ausritt anbieten. Nachdem sich die erste Aufregung, Nervosität und Euphorie wieder gelegt hatte, holten die Mädchen vier der Pferde von der Weide, putzten diese und teilten sich einem von ihnen als Reiter zu. Jeder der vier Betreuer führte eins der Tiere am Strick neben sich her. Die Mädchen mussten sich erneut innerhalb ihrer Reitgruppe über die Reihenfolge einigen, in der sie reiten durften. |
Auch hier verlief alles unerwartet glatt. Alle waren bester Laune und unsere Pferde benahmen sich mustergültig. Im Anschluss durften die Jugendlichen ein letztes Mal die Pferde versorgen, diese auf die Weide und den Hof in Ordnung bringen. Sämtliche mitgebrachten Gegenstände (Reitkleidung, Kappen, etc.) mussten eingepackt und sorgfältig von anderen unterschieden werden. Nun folgte die Abschlussrunde. Jedes Mädchen sollte die Gelegenheit bekommen, die Erlebnisse der drei Tage für sich und die Gruppe zu reflektieren. Die Lehrerinnen und Tina und ich als Betreuer konnten eine Abschlussbilanz ziehen und die Gruppe verabschieden. Als kleines Andenken hatten wir (wie wir es in unserem Praktikum gelernt hatten) jedem Mädchen ein Hufeisen auf ein Holzbrettchen genagelt und mit ihrem Namen versehen – sozusagen als Urkunde über ihre Teilnahme. Nach Beendigung des Projekts reflektierten Tina und ich gemeinsam mit den Lehrerinnen der Sonderschule die Prozesse, die wir im Laufe der drei Tage beobachten konnten. Wir stellten übereinstimmend fest, dass jedes der dreizehn Mädchen den Tieren zuliebe besondere Leistungen erbracht hatte. Alle Mädchen, die von den Lehrerinnen als zurückhaltend, schüchtern und ängstlich beschrieben wurden, überwanden ihre Scheu und fassten innerhalb höchstens einer Stunde Vertrauen zu den Pferden, zeigten sich ihnen gegenüber offen und zugänglich. Sie konnten schon nach kurzer Zeit ihre neu erworbenen Kompetenzen (z.B. Hufe auskratzen) einsetzen. Darüber hinaus trauten sich einige sogar, andere in diese Tätigkeiten einzuführen. Diejenigen, die sich anderen Jugendlichen und ihren Lehrern gegenüber in der Regel unfreundlich und dominant verhalten hatten, nahmen sich deutlich zurück. Sie wollten offenbar die Durchführung des Projekts nicht durch ihr Verhalten gefährden. Alle Jugendlichen waren bereit, die zur Versorgung der Pferde anfallenden Arbeiten ohne Diskussionen zu erledigen. Wir hatten innerhalb eines kurzen Zeitraums deutlich positive Verhaltensänderungen der Mädchen beobachten können. Sie wurden selbstsicherer, engagierter, freundlicher und hilfsbereiter im Umgang mit anderen Gruppenmitgliedern und offen und zugänglich den Betreuern gegenüber. Die Schüler hatten großen Spaß, waren sehr kooperativ und verhielten sich uns und den Pferden gegenüber vorbildlich. Die Lehrerinnen hatten durchaus damit gerechnet, dass die Schülerinnen motiviert und diszipliniert mitarbeiten würden, das Ausmaß des Engagements übertraf jedoch ihre Erwartungen. |
Das Medium Pferd und die von ihm ausgehende Faszination förderten die Motivation und machten erzieherischen Zwang überflüssig. Die Mädchen wollten reiten lernen und alles, was mit der Arbeit rund ums Pferd zu tun hatte. Sie wollten aus eigenem Antrieb ihre Angst überwinden und das große Tier selbstständig führen, freihändig reiten oder ein kurzes Stück traben. Im vorgegebenen Rahmen konnten sie selbstbestimmt Entscheidungen treffen und eigene Stärken und Schwächen kennenlernen. Den Jugendlichen blieb individuell die Wahl überlassen, wie viel sie sich zutrauen, in welchem Tempo sie lernen wollten. Dadurch, dass sie Ängste überwanden, innerhalb der Gruppe verantwortlich handelten (indem sie anderen halfen) und freiwillig körperliche Leistungen erbrachten, wurde das Selbstvertrauen der Mädchen gestärkt und ihre sozialen Kompetenzen weiterentwickelt. Fähigkeiten, die speziell im Umgang mit den Pferden benötigt werden, wurden ebenso geschult, wie solche, die die Mädchen zur Arbeit im Stall und auf dem Hof benötigten. Wir hatten bewusst Elemente des heilpädagogischen Reitens in unser Projekt integriert. Die Übungen auf dem Pferderücken wurden den Fähigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Mädchen angepasst. Die verschiedenen Aufgaben dienten dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Reiter und Pferd, einer Verbesserung des Gleichgewichtssinns und motorischer Fähigkeiten, wie sie beim heilpädagogischen Reiten angestrebt werden. Die erzielten Resultate auf letzterem Gebiet (also den motorischen Fähigkeiten) sind für uns innerhalb des kurzen Zeitrahmens schwer nach vollziehbar. Es ließ sich jedoch eine Verbesserung der individuellen Fähigkeiten in Bezug auf die Arbeiten auf dem und für das Pferd erkennen (Putzen, Hufe anheben, Aufsitzen, etc.). Der Aspekt der Arbeitsmotivation der schwererziehbaren Jugendlichen war offensichtlich. Die mit den Pferden und deren Pflege und Versorgung zusammenhängenden Aufgaben wurden von den Jugendlichen ausgesprochen engagiert erbracht. |
Die Entwicklungen, die ich während unseres Projekts beobachten konnte, entsprachen durchweg meinen Vorstellungen eines eindrucksvollen, positiven und in ihren Wirkungen für die beteiligten Personen auch nachhaltigen erlebnispädagogischen Projekts. Die Veränderungen, die während dieses kurzen Zeitraums mit den Individuen der Gruppe vor sich gingen, waren für mich beeindruckend. Laute, forsch und draufgängerisch wirkende Mädchen lernten ihre Grenzen kennen und Schwächen zu zeigen, zurückhaltende, schüchterne Mädchen überwanden ihre Ängste, zeigten sich verantwortungsbewusst und übernahmen sogar zum Teil eine leitende Rolle. Die Jugendlichen verhielten sich den anderen Mädchen der Gruppe gegenüber durchgehend hilfsbereit und offen. Diese Veränderungen ergaben sich im Umgang mit den und durch die Pferde und werden vermutlich auch im Alltag der Mädchen ihren Nachklang finden. In einer späteren Nachbereitung des Projekts berichteten die Lehrerinnen, bei einigen der Mädchen auch in ihren Schulklassen nach längerer Zeit noch veränderte Verhaltensweisen beobachtet zu haben. Gesteigertes Selbstvertrauen und richtige Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen halfen den Mädchen in ihrem gewohnten Schulalltag. Sowohl die teilnehmenden Jugendlichen als auch die Lehrerinnen und meine Kommilitonin und ich sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Die Mädchen werteten die Erlebnisse als durchweg positiv und haben auch nach einigen Monaten die in kurzer Zeitaufgebaute emotionale Beziehung zu den Pferden aufrecht erhalten; so mussten zum Beispiel viele von ihnen weinen, als sie vom Tod unseres "Opas" Blacky erfuhren. Im Rahmen meiner Vordiplomarbeit "Einsatz des Mediums Pferd in der pädagogischen Arbeit – Erlebnispädagogische Bezüge im heilpädagogischen Reiten" habe ich dieses Projekt als Beispiel heranziehen können. |
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