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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 269, erschienen am 23.05.2004

Magazin  Ausgabe 269
Werner Popken
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Narzissen und Hirtentäschel
Von m_red  » Werner Popken

In der vergangenen Woche erreichte mich die Zuschrift einer Leserin. Sie hatte auf ihrer Pferdeweide einen großen Bestand Narzissen, den sie mit Hilfe von Vernichtungsmitteln und Ausgrabungen drastisch verringert hat. Zwei Jahre später stehen aber immer noch so viele auf der Weide, daß sie sich fragt, ob das Narzissenkraut im Heu sich schädlich für die Pferde auswirken kann. Bisher wurde das Kraut nach der Blüte abgemäht, aber das gestaltet sich wohl als schwierig.

Außerdem steht in diesem Jahr sehr viel Hirtentäschel auf der Weide. Darüber hat sie in der Literatur noch gar nichts gefunden und macht sich deshalb ebenfalls Sorgen.

Da ich auf beide Fragen keine Antwort wußte, fragte ich eine Biologin, die sich mit Giftpflanzen auskennt. Freundlicherweise hat sie geantwortet.

Leider wissen wir nicht, ob es sich um wilde Narzissen oder Narzissenarten handelt oder um Kulturpflanzen. Falls es sich um Wildpflanzen handelt (die in Deutschland im Hunsrück und in der Eifel vorkommen), hätte sich die Leserin strafbar gemacht, da diese Pflanzen unter Naturschutz stehen. Die Biologin empfand das Verhalten der Leserin als grob rücksichtslos der Umwelt gegenüber und empfahl deshalb, die Weide ganz aufzugeben.

Narzissen gelten als giftig und verursachen zumindest eine "Narzissendermatitis", Koliken und weitere Beschwerden. Die Zwiebeln gelten als giftig, aber die Biologin wußte auch, daß ein 4jähriges Mädchen durch Blütenstielsaft und eine 85jährige Frau durch den Verzehr eines Straußes zu Tode gekommen sind. Über das Verhalten in Heu und Silage lagen ihr keine Informationen vor, aber vorsichtshalber würde sie von der Fütterung absehen.

Hirtentäschel ist anscheinend unbedenklich, ihr ist keine Giftigkeit bekannt. Aus Magenuntersuchungen von Moorleichen weiß man, daß Hirtentäschel als Nahrungsmittel verwendet worden ist. Es hat blutstillende Wirkung. Auf der anderen Seite gibt sie zu bedenken, daß es nichts gibt, womit man sich nicht umbringen kann. Alles ist eine Frage der Dosis, wobei diese bei einem Pferd und Hirtentäschel wohl sehr hoch liegen müßte.

Da fällt mir ein, daß es doch vor ein paar Monaten in Amerika den Fall gegeben hat, wo Studenten ein Wetttrinken mit Wasser veranstalteten. Einer ist anschließend ins Koma gefallen, und alle ärztliche Kunst konnte ihn nicht retten. Man kann sich also gegebenenfalls auch mit Trinkwasser umbringen!


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