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![]() Eine sich in Wellen wiegende Landschaft |
![]() In glasklarer Luft wölbt sich das Himmelsblau |
![]() Ein Patchwork, das heiter und gelassen stimmt |
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Unter diesen Lichtverhältnissen, die für einen Urlaub optimal sind, das wußte ich bereits, stößt die Digitaltechnik an Grenzen. Bei wenig Licht läuft sie zu großer Form auf – analoge Technik kommt da nicht mit. Zu viel Licht überfordert sie aber. Die hellen Stellen sind dann nur noch weiß. Furchtbar! Das konnte ja heiter werden – ich wollte doch diesen Ritt nach besten Kräften dokumentieren! Wenn ich kein einziges anständiges Foto zuwege bringen würde, käme das einer Katastrophe gleich. Dann würde ich nur im Wald fotografieren können, wobei auch dort durchbrechende Sonnenstrahlen das Bild ausfressen würden. Da hatte ich eine Idee. In einer Halle, bei einer Showveranstaltung herrschen ebenfalls extreme Lichtverhältnisse, nämlich normalerweise viel zu wenig Licht. Da greife ich zu einem Trick: Unterbelichtung. Das funktioniert sehr gut. Unterbelichtung bei strahlendem Sonnenschein hatte ich noch nicht probiert. Und siehe da: Bestens! Eine Erklärung fiel mir im Moment nicht ein, aber das war unwesentlich. Ich war gerettet! Am Freitag war die Gruppe größer. Dr. Helga Kretzschmar, langjährige Herausgeberin des » Haflinger Magazin und des Magazins für » Kleinpferde & Ponys aus Münster, ritt zum erstenmal mit, weil sie erst am Donnerstagabend eingetroffen war. Außerdem ritten zwei Gäste des Hauses Gstöttner mit, die nicht zur Pressereise eingeladen worden waren. Hubertus Richter hatte seiner Frau ein Wochenende bei Gstöttner zum Geburtstag geschenkt. Zuhause im bayerischen Rosenheim haben sie Andalusier, aber für einen kleinen Wochenendausflug ist es bequemer, Leihpferde in Anspruch zu nehmen.
Der Prospekt Willkommen Freunde im Sattel zeigt auf der Titelseite zwei Westernreiter, und auch die Abbildungen zeigen, soweit man das erkennen kann, Westernausrüstung. Man könnte fast meinen, mit einem englischen Sattel sei man fehl am Platze. Aber in unserer Gruppe war ich der einzige, der einen Westernsattel haben wollte. Auch Ludwig benutzt lieber einen englischen Sattel. Immer wieder fiel mir die Routine und Umsicht auf, mit der Ludwig alles regelte. Vordergründig ritt er einfach gemütlich durch die Gegend, mehr oder weniger zufällig vorne in der Gruppe, aber in Wirklichkeit war er hochwachsam und hatte alles ständig unter Kontrolle, so als hätte er auch hinten Augen. |
Genau: Pferde sind lebendige Wesen, Individuen, die ihre Eigenarten haben. Würden Sie Ihr Pferd jedem anvertrauen? Vermutlich nicht. Es bedarf eines großen Vertrauens in das Pferd und in den Gast, will man auch noch ruhig schlafen können. So fragte mich Ludwig auf der Fahrt vom Bahnhof: "Können Sie reiten?" Was antwortet man? Was heißt das schon? Die Reiter sind sich ja selbst nicht einig, was das bedeuten soll. Was der eine für richtig hält, sieht der andere als grundverkehrt an. Ich antwortete diplomatisch. Da ich annahm, daß es hier nicht um eine Dressurprüfung geht, sondern vielmehr um die Frage, ob Ludwig einem Problemfall in den Sattel helfen muß, bei dem eventuell sogar gesundheitliche Probleme zu befürchten sind, antwortete ich: "Ich bleibe oben, sogar ohne Sattel." Damit war für Ludwig der Fall erledigt. Sandra, die am Freitag in Düsseldorf zu tun hatte, war von ihrer Redaktion auserkoren worden, weil sie immerhin schon im Sattel gesessen hatte, wenn das auch zehn Jahre her war. Entsprechend ängstlich war sie. Deshalb haben wir uns am Donnerstag im Tempo zurückgehalten. Am Samstag sollte sie eine Reitstunde in der Reithalle erhalten. Auch das gehört zum Angebot des Reitparks Gstöttner: Reitstunden für Anfänger, Einsteiger und Wiedereinsteiger. Man muß nicht ins Gelände. Die herrliche Landschaft ist aber natürlich der Publikumsmagnet – ob man nun wandern, radfahren oder reiten möchte. 560 Kilometer Reitwege wollen erstmal erkundet sein. Wieder zu Hause, habe ich die Wanderreitkarte Mühlviertler Alm studiert. Richard Kriechbaumer, der Hufschmied, ziert die Karte mit Zigarrillo, Chaps, Hut, Handschuhe und Reitermantel. Es ist mir sogar gelungen, die Route wiederzuerkennen. Allerdings war ich etwas verwirrt über die unterschiedliche Kennzeichnung der Reitwege. Diese werden nämlich in rostrot (Reitweg B) und in dunkelocker (Reitweg A) gekennzeichnet. Wofür das steht, ist nirgends erklärt. Auf der Rückseite der Karte finden sich vielfältige Informationen, unter anderem die "Ortsverantwortlichen". Für Schönau ist Richard Kriechbaumer zuständig. Der wird es wohl wissen. Eine Abteilung der Rückseite ist der "Wegeerhaltung gewidmet":
Die einheimischen Pferde tragen eine kleine Marke am Zaumzeug, die Gäste bekommen ein größeres Abzeichen in grün. Zufällig befand sich ein solches Abzeichen an einem der Zaumzeuge Ludwigs, das er für einen Reitgast besorgt hatte. "Die Abgabe tut niemandem weh, und deshalb will sich jeder anschließen", erläuterte Ludwig. "Ein Nachbar hat sich sogar eine für seine Jungpferde besorgt, obwohl die die Wege noch gar nicht benutzen." Es ist also eine Ehrensache, dabei zu sein. Wir in Westfalen haben ein ähnliches System; bei uns sind die Marken gelb. Aber es ist keine Ehrensache, denn die Angelegenheit ist von oben herab beschlossen worden und deshalb anonym. Hier ist es eine lokale Gemeinschaft, die sich mit den Zielen, die durch die Abgabe unterstützt werden sollen, identifiziert. Das ist der Unterschied. Deshalb funktioniert es im Mühlviertel. |
Unsere erste Probe aufs Exempel machten wir ohne Vorankündigung. Hatten wir die Autostraße nach Unterweißenbach noch auf einer kleinen Brücke überquert, die zu einem Wirtschaftsweg zu einem der großen Höfe gehörte, so war es doch unübersehbar, daß wir uns immer mehr einer kleinen Stadt näherten, die anscheinend unser Ziel war. Und schon befanden wir uns auf einer Straße mit Autoverkehr. Ludwig hatte uns nicht vorgewarnt – wozu auch? Das hätte doch den einen oder anderen Reiter verunsichern können, was sich dann eventuell auf dessen Pferd hätte übertragen können. Wir ritten also allein oder zu zweit nebeneinander die Straße entlang, die entgegenkommenden Autos fuhren etwas langsamer, die Fahrer grüßten Ludwig, und bald schon waren wir wieder auf einem Waldweg. So einfach war das. Unterweißenbach war nämlich gar nicht unser Ziel, sondern die Hirschalm, wo wir bereits vom Wirt erwartet wurden. Der hatte Heu für die Pferde, denn die Hirschalm ist eine der vielen Pferderaststätten. Die Pferde wurden fast wie im wilden Westen angebunden. Auf der einen Seite gab es Anbinderinge, auf der anderen Seite ein Ständersystem. Auch zu Hause hat Ludwig ein Ständersystem. "Wie sollen die Pferde sonst lernen, an der Raststätte ruhig stehenzubleiben?" Schließlich wollen sich die Gäste erholen und sorglos zu Pferd unterwegs sein. Ludwigs Frau Anna war ebenfalls bereits eingetroffen und hatte einige Pferdedecken mitgebracht. Ludwig packte z.B. sein eigenes Pferd ein, weil es sich leicht erkältet hatte, wie er erklärte. Wie immer, sorgte er ohne Aufsehen und Umstand dafür, daß es den Pferden gut ging Währenddessen begrüßte uns der Wirt, Josef Aglas. Angesichts der unerwarteten Anlage waren wir schon ziemlich neugierig geworden. Mitten in dieser Naturlandschaft eine Art Vergnügungspark? Aber doch wohl nicht nur das, denn als erstes ritten wir am Duft- und Aromagarten vorbei, der außerdem über diverse Meditationsplätze verfügt. "Die Besucher werden mit passender Musik unterstützt", erläuterte Ludwig. So so. Aber am Auffälligsten waren die bunten Geräte, die so gar nicht nach Meditation aussahen. Aber zunächst sollten wir uns laben. Wir wechselten also auf die andere Straßenseite in das merkwürdige Gebäude, das zwar aus Holz gebaut war, aber doch an fernöstliche Pagoden erinnerte. Jedenfalls von außen, denn von drinnen wirkte es mehr wie eine Raststätte. Da lagen wir gar nicht so falsch. Normalerweise bedient sich der Kunde hier selbst. Größere Reisegruppen können auch bedient werden. Und dann die Saison noch nicht angefangen hatte, war die Küche speziell für uns in Betrieb genommen worden. Selbstverständlich wurden uns heimische Spezialitäten vorgesetzt, die schon so lecker aussahen, daß ich sie im Foto verewigen mußte (das muß man in voller Größe sehen, siehe Bildschirmschoner › Pferdereich Mühlviertler Alm, Freitag Nachmittag). Und immer wieder kam der Wirt vorbei, erkundigte sich nach unserem Wohl und stellte schließlich den gesamten Betrieb vor. Mit Josef Aglas hatten wir einen der energiegeladenen Einheimischen vor uns, die für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region sorgen. Auch Josef Aglas stammt von einem kleinen Bauernhof, den er immer noch als Nebenbetrieb bewirtschaftet; in der Hauptsache ist er jedoch Gastwirt (» Erhaltene alte Brauhäuser in Österreich, » Schweinsmedaillons mit Mostgemüse und Speckkrapferl). Die Hirschalm ist sein dritter Betrieb, und wie es scheint, auch seine Leidenschaft. Hier verwirklicht er sich in jeder Hinsicht: als Architekt, als Erzieher, als Dichter, als Komponist, als Umweltschützer, als Jäger, als Koch, als Gastwirt, als Unternehmer, als Visionär. Die Hirschalm ist sein Werk. Vor wenigen Jahren war dort noch Wald und sonst nichts. |
Der Prospekt Jagdmärchenpark Hirschalm bezeichnet den Betrieb als "Freizeit- und Familienpark so richtig zum Naturerleben und Austoben". Die Familienfreundlichkeit wird durch ein Foto der "Familienachterbahn" illustriert, außerdem gibt es eine Sommerrodelbahn, auf die der Besitzer sehr stolz ist: "Die kommt aus Deutschland". Die Hälfte der ersten Seite des Prospekts nimmt eine Zeichnung ein; bei genauerem Hinsehen wird nur ein Viertel der anderen Hälfte von der Familienachterbahn eingenommen. Ein anderes Viertel zeigt ein goldenes Kristallgebilde.
Mit anderen Worten: Der Rummel nimmt auf der ersten Seite des Prospekts nur ein Achtel ein, während das Märchen die restlichen sieben Achtel in Anspruch nimmt. Und das scheint die Interessenlage recht gut abzubilden. Denn Josef Aglas erzählte sehr wenig über den Rummel, aber sehr viel über das Märchen, das der eigentliche Anlaß für den ganzen Park zu sein scheint. Der » Jagdmärchenpark Hirschalm ist vom 30. April bis zum 30. Oktober täglich von 10 bis 18:00 geöffnet (+ Samstag und Sonntag im Advent: Märchenadvent auf der Hirschalm). Weiter heißt es lapidar: Sommerrodelbahn und Familienachterbahn zu den Parköffnungszeiten in Betrieb. Dem Märchen sind hingegen die Seiten 2 und 3 des Prospektes vollständig gewidmet. Vier weitere Figuren des Märchens werden im Bild vorgestellt, das Märchen selbst eingeführt:
Die poetische Ader ist bei Josef Aglas nicht Selbstzweck. Er verbindet den Zauber des Märchens mit dem Anspruch des Aufklärers. Die 44 Stationen des Jagdmärchenparks sollen die Besucher nicht nur unterhalten, sondern wieder zurückführen zur Natur, ihre Sinne schulen, ihr Empfinden stärken, ihr Wohlbefinden fördern. "Wenn die Eltern Hand in Hand den Park verlassen, habe ich mein Werk getan" faßt Josef Aglas seinen Anspruch zusammen. "Die Leute kommen doch aus der Stadt, die wissen doch gar nicht mehr, wie sich Natur anfühlt." Die Anlage zur Erfahrung der Natur hat mich sehr an
Für diese Aktivitäten ist Josef Aglas wiederholt ausgezeichnet worden: 1999 der OÖ-Landespreis für Umwelt und Natur, 2000 der Landesfamilienpreis, 2001 und 2002 das Österreichische Umweltzeichen, 2003 zum zweiten Mal der Umweltpreis (» Jagdmärchenpark Hirschalm, » Umweltpreise für Vorzeigebetriebe). Josef Aglas engagiert sich nicht nur für seine eigene Betriebe, sondern ist auch sehr aktiv im Verband der Gastwirte tätig (» Aktive Freistädter Wirte, » Die gastronomische Vielfalt des Mühlviertels genießen, » Qualifizierungsverbund Wirte Bezirk Freistadt). In einem österreichischen Fachmagazin wird er so zitiert: "Chancen werden unterbewertet" (» Tourismus auf Schienen). Und schließlich unterstützt er auch eine Kleinschule, die Volksschule in Mönchdorf, die ihn mit ihren Zielen sicherlich ebenfalls beeinflußt hat (» Volksschule A-4281 Mönchdorf). Auch hier wieder: Klein ist fein! Wir haben Werte und pflegen sie. |
Dabei habe ich hier nur einen Bruchteil dessen wiedergegeben, was er uns mitgegeben hat. In gewisser Weise wurde dadurch der Eindruck verstärkt, den ich schon am Vorabend aus den Gesprächen mit Elisabeth Winkler und » Josef Greindl gewonnen hatte. Hier auf der Mühlviertler Alm, einer benachteiligten Region, hat man die Ärmel aufgekrempelt und sich etwas einfallen lassen. Nicht zu gering zu achten scheint mir die Förderung, die sowohl vom Land Oberösterreich als auch vom Staat Österreich und der Europäischen Gemeinschaft gewährt worden ist. Selbst der Prospekt über den Jagdmärchenpark Hirschalm ist aus vielen Quellen gefördert worden. Mit Hilfe dieser Förderung hat man hier Energien freisetzen können, die bestimmt dazu beitragen, daß sich diese Region bald selbst tragen kann. Nun also zurück. Die Pferde hatten geduldig gewartet. Vermutlich waren sie sogar ganz froh über die Pause. Im sanften Nachmittagslicht konnte ich viele wunderbare Landschaftsaufnahmen machen. Überall lagen beeindruckende Granitklötze herum, wie in einem Steingarten. Alle zwei Minuten ergab sich ein völlig neues Bild, und irgendwann fielen mir die Stangen auf, die am Rande der Straße in regelmäßigen Abständen eingesteckt waren. Ludwig bestätigte meine Vermutung: Diese Stangen sorgen dafür, daß der Schneepflug seinen Weg im Notfall auch findet. Mit anderen Worten: Nach einem Schneefall kann der Schnee fast so hoch liegen wie die Stangen lang sind. Unvorstellbar für einen Norddeutschen wie mich. Der Weg führte uns wieder über die Schwemme, wo die Pferde ausgiebig ihren Durst stellen konnten. Der Rückweg barg eine Überraschung: Einige Bäume lagen quer über den Weg, den wir gestern noch geritten waren. Zwar lagen gestern auch schon einige da, aber die waren bereits entastet und daher für die Pferde zu bewältigen wie Cavallettis. Heute aber lag ein Baum im Naturzustand da – wie immer er dahin gekommen war – auch Ludwig war überrascht. Kurzentschlossen drehte er um und führte uns über eine sehr steile Wiese direkt hoch zum Fahrplatz. Ich war geistesgegenwärtig genug, in dieser Situation ein interessantes Foto zu schießen, das Sie unter den Posters dieser Woche finden. Ludwig erläuterte im allgemeinen recht wenig, wenn wir unterwegs waren, was verständlich ist, denn er kann sich unmöglich der gesamten Gruppe verständlich machen. Auf dem Fahrplatz wies er auf eine Skulptur hin, die mir schon am Vortag aufgefallen war. Ganz offensichtlich handelte es sich um das Werk eines Hufschmieds. sIch stellte mir eine Weltkugel vor mit einem Kern aus Granit. Da ich die beiden Hufeisen-Skulpturen der Hufschmiede von der Equitana 2003 und 2005 kannte, war ich nicht ganz so überrascht, daß sich auch hier, auf der Mühlviertler Alm, ein Hufschmied als Bildhauer betätigt hatte. Aber warum? Und was sollte es darstellen? Der Anlaß war die Formulierung eines Werbetexters gewesen. Für den Prospekt Willkommen Freunde im Sattel der Schönauer Pferdefreunde hatte er formuliert: "Die Mühlviertler Alm hat ein granitenes Herz für Wanderreiter." Darüber hatten sich die Reiterfreunde ereifert – wie kann man nur so formulieren? Das klingt ja ganz schrecklich! Die Frucht dieser Empörung ist das Denkmal für das "Granitene Herz", das nun das Herz der Welt ist. Das Programm versprach: "Anni erwartet uns mit einem künftigen Abendessen!" Im Hof brannte bereits das Feuer in einem Grill, der das Ausmaß eines Billardtisches hatte. Als Vorspeise wurde eine köstliche Suppe gereicht, von der ich dann gerechterweise ebenfalls ein Foto machen mußte, und als dann der Nachtisch gereicht wurde, gab es wieder Proteste wegen der Linie, die durch all die guten Gerichte doch in Gefahr geraten konnte. Aber nach dem Abendessen sollte doch noch etwas passieren! Genau: Der romantische Nachtspaziergang. Diesmal war Anni an der Reihe. Sie führte uns zum großen Stein hinter dem Haus und gab dessen Geschichte zum Besten, erzählte uns etwas zum Hirschgehege, das ich am Vortag fotografiert hatte und führte uns ganz langsam herunter zur Pferdeschwemme. Der Mond war fast voll, der Himmel war fast wolkenlos, aber nur fast – viele kleine Wölkchen zogen malerisch am Mond vorbei und ich ärgerte mich ein ums andere Mal, daß ich meine Kamera nicht mitgenommen hatte. Anni erzählte von ihren einsamen Spaziergängen über diese Wiesen, daß sie sich hier regeneriert, mit Blick zum Himmel, mitten in der Natur, mitten unter den Pferden, die im Sommer hier die Nacht verbringen. Und manchmal nimmt sie ihren Schlafsack mit und verbringt die Nacht ebenfalls dort. Um diese Jahreszeit war es natürlich noch viel zu kalt, aber grundsätzlich könnten auch Gäste diese Erfahrung machen. Anni würde sie mitnehmen. Mit Werbetexten ist es so eine Sache. In diesem Falle aber finde ich, haben die "Kreativen" die Sache ganz gut getroffen. Dem Himmel so nah – so hatten sie den einleitenden Text überschrieben, mit dem ich diesen Beitrag begonnen habe. Und wie folgt fortgesetzt:
Nach diesem überaus ereignisreichen Tag ging ich zu Bett, aber nicht in irgendein Bett, sondern in ein besonderes, eines aus der Gegend, eines, das besondere Wirkungen versprach, in ein Kraftbett nämlich, das dem müden Reiter eine ganz besondere Erholung versprach. Am nächsten Morgen wollten wir dem Hersteller einen Besuch abstatten. Davon berichte ich in der nächsten Woche. |
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