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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 330, erschienen am 24.07.2005

Magazin  Ausgabe 330
Heidi Keppel
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Tipps zur Behandlung von Koliken II
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel

Letzte Woche habe ich Ihnen einige Tipps für verschiedenste Sofortmaßnahmen zur Behandlung von Koliken gegeben, diese Woche wollen wir uns hauptsächlich mit den homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten von Koliken beschäftigen.

Nachdem mein erstes Pferd beinahe an einer Kolik gestorben wäre, weil am Wochenende einfach kein Tierarzt aufzutreiben war, habe ich mich mit diesem Thema ganz besonders intensiv befasst und Möglichkeiten entdeckt, die eine herkömmliche Behandlung meist unnötig machen. Trotzdem möchte ich nochmals betonen, dass prinzipiell bei jeder Kolik sofort ein Tierarzt verständigt werden sollte, weil nur die wenigsten Pferdebesitzer in der Lage sein werden, lebensbedrohliche zusätzliche Komplikationen wie etwa Darmverschlingungen (gegen die die Homöopathie natürlich nichts ausrichten kann) zu erkennen.

Da eine homöopathische Behandlung mit den von mir angegebenen Heilmitteln aber bei allen komplikationslosen Koliken schnellstens hilft, indem es krampflösend und verdauungsfördernd wirkt, sollte möglichst jeder Pferdebesitzer diese Arzneien vorrätig haben und sie im Bedarfsfall bereits bei den ersten Symptomen verabreichen. Je früher hier gehandelt wird, umso weniger Aufwand ist nötig, um den Normalzustand des Magen-Darm-Traktes wiederherzustellen.

Meine persönlich bevorzugte homöopathische Mischung gegen Krampfkoliken besteht aus:
Colocynthis D6, Magnesium phosphoricum D8 (oder auch D12) und Atropinum sulfuricum D6.
Diese drei Arzneien ergänzen sich hervorragend zu einem Komplexmittel, welches den Darm zuverlässig entkrampft und den Blähungsabgang fördert, wodurch es bei fast allen Koliken rasch zu einer deutlichen Besserung kommt.

Da Atropinum sulfuricum auch auf die Lunge entkrampfend wirkt, eignet es sich als Einzelmittel auch ganz besonders für Pferde, die im Zuge einer Allergie sowohl zu kolikartigen Verdauungsstörungen als auch zu asthmatischen Hustenanfällen neigen. Hier ist oft auch eine längerfristige Behandlung mit 2-3maliger Anwendung täglich angezeigt, ansonsten wird es wie unten angeführt verwendet.

Werden die oben angegebenen Mittel einzeln verabreicht, sollte man alle 20 Minuten von jedem 10-15 Tropfen geben, vom fertig gemischten Komplexmittel stellen 30 Tropfen eine Gabe dar. Normalerweise ist nach spätestens 3-4 Gaben, also nach etwa einer Stunde zumindest eine teilweise, wenn nicht sogar völlige Auflösung sämtlicher Symptome zu bemerken. Sollte dies nicht der Fall sein, so liegen im Normalfall gefährliche Komplikationen vor, die schnellstens von einem Tierarzt bzw. in einem Tierspital behandelt werden sollten, oder diese Kolik benötigt eine andere Therapie, welche sich aus den jeweiligen Ursachen und Symptomen ergibt.

Wurde eine Kolik durch einen Fütterungsfehler, also z.B. durch Überfütterung oder durch verdorbenes Futter hervorgerufen, so ist Nux vomica D6 das Mittel der Wahl. Man gibt davon ebenfalls alle 20 Minuten 10-15 Tropfen, bis das Pferd offensichtlich beschwerdefrei ist (aber max. 5 Gaben in Folge). Diese Arznei kann auch sehr gut zur Nachbehandlung von sämtlichen Verdauungsstörungen verwendet werden, da es generell regulierend auf den Magen-Darm-Trakt wirkt.

Vor allem gemeinsam mit Carbo vegetabilis D6 entfaltet es seine optimale Wirkung gegen immer wiederkehrende Durchfälle, Verstopfungen und Blähungen aufgrund von Futterunverträglichkeiten und Überfütterung. In solchen Fällen sollte man 2mal täglich von beiden Mitteln je 10-15 Tropfen geben.

Dies soll aber nun keine versteckte Aufforderung zu nicht fachgerechter Fütterung sein! Natürlich muss schnellstens die genaue Ursache für die Verdauungsstörungen gefunden und nach Möglichkeit beseitigt werden. Die genannten Heilmittel können aber sehr gut dabei helfen, rasch wieder ein gesundes Darmmilieu aufzubauen und die Darmtätigkeit zu normalisieren.

Die bis jetzt angeführten homöopathischen Arzneien lassen sich alle sehr gut miteinander kombinieren, bei den nachfolgend erwähnten Mitteln sollte man davon allerdings Abstand nehmen, da sich einige von ihnen untereinander nicht so gut vertragen bzw. sich in ihrer Wirkung sogar gegenseitig auflösen können. Sie sollten also nur einzeln, mit zeitlichen Abständen zueinander (mindestens eine halbe Stunde) eingegeben werden. Diese Arzneien werde ich Ihnen dann nächste Woche genauer vorstellen.


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