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von Lange, Christine96 Seiten, 52 farbige Zeichnungen, 17, 1 x 22, 4 cm, fest gebundenMünchen, Juli 2005 BLV Verlag, München ISBN 9783405167967 EUR (D) 14, 95 ![]() erschienen im vom 31.07.2005 |
Der Verlag sagt über das Buch:
Christine Lange schreibt ein heiteres Buch? Ist das die Möglichkeit? Die launigen Zeichnung auf dem Umschlag möchte es glauben machen. Aber der Titel und der Untertitel sprechen eigentlich eine andere Sprache. Es geht um Regeln, und Regeln sind normalerweise nicht gerade lustig. Wenn einer für Regeln prädestiniert ist, dann, so möchte ich meinen, ist es Christine Lange. Es hat mich immer fasziniert, wie leidenschaftlich diese Autorin alles plant, berücksichtigt, regelt. Da haben wir es ja schon – Regeln erleichtern das Zusammenleben, Regeln sind notwendig, gut geregelt ist halb gewonnen. Regelwerke sind allerdings im allgemeinen nicht besonders unterhaltsam, und dieses Buch ist keine Ausnahme, wenn man von den zahlreichen launigen Zeichnungen absieht. Das Werk ist reichlich durch Zwischenüberschriften gegliedert, und die meisten sind Befehle. Ich greife einige wahllos heraus:
Wer Christine Lange kennt, ist nicht überrascht. In diesem Ton schreibt sie generell ihre Bücher. Regeln, Anweisungen, Befehle! Man fragt sich, warum man sich das alles antun soll. Von Spaß ist keine Rede, vom Vergnügen ganz zu schweigen, und tiefere Empfindungen haben schon gar keinen Platz. Es bleibt alles an der Oberfläche, aber das entspricht ja auch dem Thema des Buches. Wer sich gut benehmen kann, wird nicht anstoßen, aber Anteil nehmen muß er auch nicht. Wenn man das Buch als Insiderbericht liest, die Ratschläge der Autorin also als Hinweis auf die Realität der Pferdefreunde in diesem Lande nimmt, muß man sich wundern, daß so viele Menschen sich mit Pferden abgeben. Damit Sie das nachvollziehen können, zitiere ich einen Abschnitt aus dem Buch, beliebig herausgegriffen, hier aus dem zweiten Kapitel "Reiter mit Reitern", Abschnitt "Bleiben Sie 'am Boden' souverän". Die Illustration zeigt ein kräftiges Warmblut, das seine Reiterin am Strick hinter sich herschleift. Die Zeichnung entspricht dem Text auf dieser Seite. Die Autorin entwirft das Bild einer begnadeten Reiterin, die am Boden ihrem Pferd hilflos ausgeliefert ist. Da das nach der Beobachtung der Autorin kein Einzelfall ist, wird ihrer Meinung nach die Bodenarbeit zur Bewältigung dieses fatalen Zustandes immer beliebter. Bezüglich der Einzelheiten verweist sie auf den Reitlehrer, von dem sie hofft, daß er auch in dieser Disziplin bewandert ist. Auf der nächsten Seite kommen die guten Ratschläge, wie im einzelnen hinsichtlich des Benehmens zu verfahren ist:
Können Sie sich vorstellen, daß dieser Text hilfreich ist? Fanden Sie ihn komisch? Heiterer wird es nicht in diesem Buch. Aber das muß ja auch nicht sein, schließlich handelt es sich um einen Knigge. Ein Knigge ist nötig für Leute, die sich nicht auskennen. Wenn sie sich nicht auskennen, weil sie Neulinge sind, könnte es sein, daß Sie nach der Lektüre dieses Buches Neulinge bleiben – mich würde es von der ersten bis zur letzten Seite nur abschrecken. Nicht nur Pferde, auch Pferdeleute müssen ganz schrecklich sein. Da würde ich doch lieber Golf spielen wollen. Dann aber gibt es auch noch die Leute, die schon mitten drin sind, die man gar nicht abschrecken kann, weil sie so begeistert sind, und die in ihrer Begeisterung allen anderen auf die Nerven gehen, weil sie kein Benehmen haben. Ist das Buch für diese Leute gedacht? Schwer zu sagen. Viele Passagen sind nur für Anfänger und Neulinge sinnvoll, und für die müssen diese Ausführungen quälend sein. Die anderen werden das Buch gar nicht lesen wollen. Und wenn, dann werden sie sich vermutlich nichts davon annehmen. Denn die schulmeisterliche Art der Autorin ruft unweigerlich Widerstand hervor. Die Karikaturen, die sie zeichnet, kann niemand auf sich beziehen. Wer andere belehren und erziehen möchte, muß sie mögen, muß sich in sie einfühlen können, muß sie verstehen. Ich kann nicht den Eindruck gewinnen, das Christine Lange die Menschen oder auch die Pferde wirklich mag. Dafür ist ihre Kritik zu beständig, zu gallig und zu beißend. Einer der berühmtesten Autoren, die sich an dieser Aufgabe versucht haben, ist Dale Carnegie, dessen Bücher seit Jahrzehnten Bestseller sind. Diese lesen sich angenehm, weil sie mit einer liebenden Einstellung und viel Humor geschrieben sind. Carnegie beschreibt immer wieder sehr eingehend, wie man Menschen beeinflußt und wie man sie auf gar keinen Fall beeinflussen kann: "Ein Tropfen Honig fängt mehr Fliegen als fünf Liter Galle". Christine Lange wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht auch noch einen Test mitliefern würde. Auf Seite 94 heißt es: "Testen Sie Ihre Reiterpersönlichkeit!" Am Ende der Seite folgt dann die Auswertung (deren Regel ich übrigens nicht verstanden habe). Bezeichnend fand ich, daß der Leser auf jeden Fall eins übergebraten bekommt:
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