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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 331, erschienen am 31.07.2005

Magazin  Ausgabe 331
Heidi Keppel
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Tipps zur Behandlung von Koliken III
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel

Ein weiteres sehr wichtiges Heilmittel bei der Behandlung von Koliken – letzte Woche habe ich ja schon einige andere homöopathische Arzneien besprochen – ist Belladonna D6 (oder auch D4 – dies ist meiner Erfahrung nach völlig gleichwertig in seiner Wirkung). Diese Arznei ist vor allem dann angezeigt, wenn es sich um eine Krampfkolik handelt, die durch Aufregung, Überanstrengung oder durch extreme Wettereinflüsse bzw. eine Erkältung entstanden ist.

Als Hauptsymptom ist hier das besonders starke Schwitzen des Pferdes zu nennen, es dampft förmlich, der Pulsschlag ist an der Halsvene sehr deutlich zu sehen und die Pupillen sind stark geweitet. Außerdem zeigt das Tier heftige Bauchkrämpfe mit meist starken Blähungen und reagiert höchst empfindlich auf Lichteinflüsse, Geräusche und Berührungen. Vom Typ her passt dieses Mittel übrigens ganz besonders gut für Vollblüter, welches ebenso im 20minütigen Abstand – jeweils 10-15 Tropfen – verabreicht werden sollte, bis sich bei dem betroffenen Pferd eine Beruhigung einstellt. Aber auch hier sollte sich nach spätestens 5maliger Gabe ein Erfolg abzeichnen, da sonst alles auf andere Komplikationen hindeutet.

Bei Koliken, die zu starkem Kreislaufversagen und kalten Schweißausbrüchen führen, ist Veratrum album D6 angezeigt. Es wird im selben Modus wie die anderen Einzelmittel verabreicht und stabilisiert den Kreislauf bei Koliken, die meist von schleimigen Durchfällen begleitet sind und durch Futtermittelvergiftungen oder auch psychische Belastungen bzw. Hitze zustande kommen.

Wenn es im Herbst durch das Fressen von nassem, kaltem Gras zu Koliken mit starken Blähungen und Durchfall kommt, dann hilft hier Colchicum D6 sehr zuverlässig. Die Dosierung erfolgt wie bei den anderen Mitteln.

Bei genereller Neigung zu Verstopfung mit zeitweisen Kolikattacken ist meist Lycopodium D6 zu empfehlen. Vor allem Pferde, die einen starken Blähbauch aufweisen, deren übriger Körper aber eher schlank ist und die zu jähzornigem Verhalten neigen, profitieren von diesem Mittel. Im akuten Kolikanfall sollte diese Arznei genau wie die anderen Mittel dosiert und eingegeben werden, allerdings kann es zur allgemeinen Verdauungsförderung auch über einen längeren Zeitraum 2mal täglich verabreicht werden.

Gegen Verstopfungskoliken, bei denen bereits ein Darmstillstand eingetreten ist, kann unter Umständen Opium D30 (jeweils 10 Tropfen in 20 Minuten – Abständen) noch helfen. Erkennbar ist diese Komplikation an den fehlenden Darmgeräuschen, wenn man den Bauchbereich mit einem Stethoskop oder auch mit freiem Ohr direkt an der Bauchwand abhört. Normalerweise wären sonst auf der linken Seite gluckernde, plätschernde Geräusche (feuchter Dünndarminhalt) und auf der rechten Seite eher knurrende Töne (eher trockener Dickdarminhalt) zu hören.

Eine Arznei, die vor allem bei Koliken von Jungtieren Verwendung findet, ist Chamomilla D6. Vor allem Fohlen während des Zahnens neigen manchmal zu nächtlichen Koliken mit gereizter Überempfindlichkeit, welche mit diesem Mittel sehr gut behandelt werden können. Man gibt hier ebenfalls etwa alle 20 Minuten eine Gabe (max. 5mal), doch genügen beim Fohlen jeweils 5-10 Tropfen.

Ein anderes in mehreren Fachbüchern erwähntes Mittel, Dioscorea villosa D12, habe ich persönlich noch nie benötigt, soll aber bei Krampf- und Blähungskoliken, die vor allem durch Aufregung (z.B. durch Rosse oder Deckakt) ausgelöst wurden, sehr hilfreich sein. Als besonderes Merkmal ist hier das ständige Strecken und Dehnen des Pferdes zu nennen.

Damit hätten wir die wichtigsten homöopathischen Arzneien, die zur Behandlung von Koliken verwendet werden, besprochen. In manchen Fällen eignen sich dafür auch noch andere Heilmittel, die normalerweise aber eher bei anderen Verdauungsstörungen, wie Durchfall oder Verstopfung, zur Anwendung kommen, weshalb ich diese auch in einem diesbezüglichen separaten Beitrag vorstellen möchte.

Nächstes Mal möchte ich allerdings das Koppen, als eine ebenfalls sehr wichtige Kolikursache, in den Mittelpunkt meines Artikels stellen und einige alternative Behandlungsmöglichkeiten dazu näher betrachten.


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