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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 332, erschienen am 07.08.2005

Magazin  Ausgabe 332
Heidi Keppel
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Tipps zur Behandlung von Koliken IV / Koppen
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel

In den letzten Beiträgen habe ich die wichtigsten Sofortmaßnahmen und homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten von Koliken besprochen, diese und nächste Woche möchte ich nun noch etwas genauer auf alternative Methoden zur Beseitigung der psychischen Ursachen und ganz speziell auf das Thema ‚Koppen' eingehen.

Da das Koppen (Luftschlucken) – wie ich bereits zu Beginn dieser Artikelserie erwähnt habe – einen besonderen Risikofaktor für Koliken darstellt, sollte man unbedingt versuchen, diese Verhaltensstörung durch Veränderung der Lebensumstände des Pferdes für das Tier möglichst uninteressant zu machen und/oder mit ganzheitlichen Therapien (Homöopathie, Bachblüten) die Seele und des Geist des Pferdes wieder ins innere Gleichgewicht zu bringen. Hat sich der ‚Tick' schon über lange Zeit im Alltag des Pferdes festgesetzt, so kann diese Behandlung allerdings viel Zeit und Geduld in Anspruch nehmen, bis sich der erwartete Therapieerfolg einstellt.

Da ich bezüglich der homöopathischen Behandlung von Koppern nur über wenig eigene Erfahrungen verfüge, möchte ich diesbezüglich hauptsächlich das sehr empfehlenswerte Buch ‚Unsere Pferde – gesund durch Homöopathie' von Michael Rakow zitieren.

Als erstes Mittel wird hier Zincum metallicum D30 genannt, welches sich für besonders unruhige Tiere eignet, die – bevor sie jeweils mit dem Koppen beginnen – aufgeregt hin und her trippeln. Ausgelöst wird diese Verhaltensstörung vor allem durch Erschrecken des Pferdes, doch auch abends und nachts sind die Symptome verstärkt. Besonders auffällig ist auch die starke Verkrampfung des Halsmuskels während des Koppens.

Dieses Mittel kann übrigens auch ich wärmstens für unruhige Tiere empfehlen, es eignet sich auch hervorragend für Pferde, die weben (eine Verhaltensstörung, bei der die Pferde auf den Vorderbeinen hin und her schaukeln, wobei auch der Kopf mitschwingt) oder ständig in der Box im Kreis laufen.

Eine weitere homöopathische Arznei gegen das Koppen ist Hyoscyamus D30, welche vor allem bei so genannten Krippensetzern – das sind Pferde, die mit den Schneidezähnen irgendwo (auf Futtertrögen, auf Holzzäunen, etc.) aufsetzen, während sie Luft schlucken – zum Einsatz kommt. Das Koppen erfolgt bei Pferden, auf die dieses Mittel passt, meist tagsüber nach der Futteraufnahme oder nach intensiver reiterlicher Belastung, sowie aufgrund freudiger Erregung bei Erwartung der Fütterung.

Vor allem Pferde, die bei Angst eher zu aggressivem Verhalten und überschießenden Reaktionen neigen, sowie eine gewisse Abneigung gegen Wasser zeigen, wie z.B. Angst vor Wassergräben oder Pfützen, können von diesem sehr stark wirkenden Heilmittel profitieren.

Sehr ähnlich sind die Symptome, die für eine Verwendung von Stramonium D30 sprechen, meist handelt es sich allerdings um sexuell stark erregte Tiere, die diese Arznei benötigen. Sie zeigen besonders ausgeprägte Schreckhaftigkeit und hysterisches Panikverhalten, wobei das Koppen hier vor allem durch körperliche und/oder geistige Überforderung bzw. durch Aufregung hervorgerufen wird.

Beide zuletzt genannten homöopathischen Arzneien wirken sehr stark und tiefgreifend. Bei falscher Wahl können sie dementsprechend durchaus auch Schaden zufügen, sodass eine Therapie mit diesen Mitteln in die Hände eines Tierheilpraktikers oder naturheilkundlich geschulten Tierarztes gehört. Zum Wohle Ihres Pferdes sollten Sie hier keinesfalls eigenmächtig irgendwelche Experimente versuchen, sondern immer Rücksprache mit einem Fachmann/frau halten!

Dies gilt auch für Strychninum phosphoricum D30, das der Autor des oben genannten Buches für so genannte Freikopper – Pferde, die Luft schlucken, ohne mit den Zähnen irgendwo aufzusetzen – verwendet. Es hilft vor allem futterneidischen Tieren, die gleichzeitig schlechte Futterverwerter sind und zu Magen-Darm-Störungen, also eben auch zu Koliken, neigen.

All die hier genannten Mittel werden als Hochpotenzen 1mal täglich (je 10 Tropfen oder Globuli) verabreicht, bis es zu einer Besserung der Symptome kommt, danach nur noch 1-2mal pro Woche, bis sie beim gewünschten Erfolg schließlich ganz abgesetzt werden. Diese Angaben hat der Autor des Buches gemacht, ich würde allerdings empfehlen, diese stark wirkenden Potenzen nicht länger als eine Woche durchgehend täglich zu verwenden. Sollte danach noch keine deutliche Besserung eingetreten sein, ist aller Wahrscheinlichkeit das Mittel falsch gewählt.


Damit hätten wir die bevorzugten homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten des Koppens abgeschlossen, welche Bachblüten bei dieser oder auch bei anderen Verhaltensstörungen empfohlen werden können, erfahren Sie dann nächste Woche von mir.


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