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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 357, erschienen am 30.01.2006

Magazin  Ausgabe 357
Heidi Keppel
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Zucht mit Freizeitpferden
Teil 6
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel

Wie ich letzte Woche schon feststellte, ist gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung auch in der Anfangsphase der Trächtigkeit schon sehr wichtig, bezüglich der Futtermittelmenge sind jedoch noch keine zusätzlichen Gaben notwendig, ja diese können bisweilen sogar eher schaden als nützen. Natürlich sollte die Stute aber auch nicht Hunger leiden müssen, denn auch dies könnte negative Folgen haben und eine Schädigung des Fötus oder eine Fruchtresorption bewirken. Die Stute sollte also ganz normal dem Erhaltungs- und Leistungsbedarf entsprechend gefüttert werden.

Im letzten Drittel der Trächtigkeit, wenn der Fötus enorm an Größe und Gewicht zulegt, benötigt die Stute dann schon energie- und eiweißreichere Nahrung, um diesen vermehrten Bedarf an Nährstoffen ausgleichen zu können. Nun sollte langsam die Kraftfuttermenge gesteigert und die Heuration dafür etwas gekürzt werden, um den ohnehin schon stattlichen Bauchumfang nicht noch durch allzu viel voluminöses Raufutter zusätzlich zu vergrößern, wobei aber trotzdem zu jeder Mahlzeit gutes Heu gereicht werden sollte, um die Verdauung gesund zu erhalten.

Mangelernährung in dieser Trächtigkeitsphase schadet zwar dem Fötus im Normalfall eher nicht, aber dafür leidet die Stute enorm darunter, da sie all ihre Energie- und Fettreserven an das ungeborene Leben in ihr weitergibt. Leider hält sich immer noch vielerorts die irrige Anschauung, dass eine schlanke Stute weniger Probleme bei der Geburt hat, weshalb oft absichtlich gerade in der Endphase der Trächtigkeit mit dem Futter gespart wird. Da Menschen ja meist zu Übertreibungen neigen, kann man dann bisweilen sogar völlig ausgemergelte Stuten sehen, die nur einen riesigen Bauch besitzen und sonst wie ein Gerippe dastehen.

Selbstverständlich wirkt sich eine starke Überfütterung und eine damit einhergehende Fettsucht der Stute nicht gerade förderlich auf die Geburt aus, da dann auch die Geburtswege verfettet und somit verengt sind, aber auch das Gegenteil kann verheerende Folgen haben. Einer unterernährten Stute fehlt es nämlich meist an Kraft, die Geburt problemlos durchzustehen, wodurch es dabei leicht zum Kreislaufversagen und unter Umständen sogar zum Tod der Stute kommen kann.

Doch selbst wenn die Stute zäh genug ist, um die Geburt einigermaßen gut zu überstehen, so fehlen ihr die Fett- und Energiereserven spätestens dann, wenn sie das Fohlen säugen soll. Auch wenn das Tier nun mit ausreichend oder sogar übertrieben hohen Futtermengen versorgt wird, kann es diese Mängel niemals ausgleichen, weil der Körper nun fast alles in Milch umwandelt. Bis auf die Knochen abgemagerte Stuten, die von wohlgenährten Fohlen begleitet werden, sind meist die Folge einer solchen Mangelernährung während der Trächtigkeit.

Aus diesem Grund kann ich nur jedem Hobbyzüchter empfehlen, seine Stute auch schon während der Trächtigkeit ausreichend mit hochwertigem Futter zu versorgen. Nicht zu dick und nicht zu dünn, lautet die Devise, wobei auch bei trächtigen Stuten gilt, dass man die Rippen gut spüren, aber höchstens bei der Einatmung leicht sehen darf. Treten die Rippen immer deutlich hervor und ist auch noch die Kruppe eher knochig und nicht bemuskelt, dann ist das Tier unterernährt und benötigt dringend eine Zufütterung.

Sind die Rippen hingegen nicht mehr spürbar und die Kruppe dick und schwammig bemuskelt, dann kann man durchaus auch bei einer trächtigen Stute von Fettsucht sprechen. Bei solchen Tieren sollten die Rationen langsam ein wenig gekürzt oder zumindest in der Endphase der Trächtigkeit nicht gesteigert werden. Eine plötzliche drastische Futterkürzung während der Trächtigkeit ist aber nicht unbedingt empfehlenswert, da es dabei zu gefährlichen Verdauungs- und Stoffwechselstörungen kommen kann.

Ähnlich wie bei der Ernährung stellt die Stute in der Anfangsphase der Trächtigkeit auch keine besonderen Ansprüche an ihre sonstigen Lebensbedingungen, allerdings sollte auch hier auf eine natürliche und somit gesunde Haltung Wert gelegt werden, um bestmögliche Voraussetzungen für die Stute und das in ihr heranwachsende Fohlen zu schaffen. Doch darüber erfahren Sie dann im nächsten Tipp mehr von mir.


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