Magazin  

 

 

Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 479, erschienen am 02.06.2008

Magazin  Ausgabe 479

Der Bexter Globe
Ein Botschafter der Völkerverständigung

Foto: Autorenhinweise m_red  » Werner Popken
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Tu Gutes und rede darüber
  2. Abschnitt  UNICEF-Projekte
  3. Abschnitt  Ulrich Meyer zu Bexten
  4. Abschnitt  Bexter Hof Open
  5. Abschnitt  Kinder-Weltmeisterschaft
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

http://equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Schecks: 3.000, 10.000 und 2.000 EUR
Volker Thelemann (Fördercentrum Mensch & Pferd e.V.), Sacha Eckjans (Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V.)
Ulrich Meyer zu Bexten, Dr.med. Rolf Muchow (Kinder- & Jugendklinik am Klinikum Herford )
Tu Gutes und rede darüber

Spenden für den guten Zweck – Bexter Hof Open freut sich auf Ihren Besuch

Zu den Themen
Thema  Jugendförderung  Sponsoring  Springsport



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Pferdesport ist nicht billig – so darf man annehmen, daß diejenigen, die sich diesen Sport leisten können, zu den Bessergestellten gehören und sich keine Sorgen machen müssen. Das mag sein – aber vielleicht bekommt man gerade deshalb ein besonderes Gespür für diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen benachteiligt sind und der Förderung bedürfen. Jedenfalls fällt auf, daß das soziale Engagement im Pferdesport in den letzten Jahren enorm zugenommen hat.

In der letzten Woche war davon die Rede, daß sich » Nadine Capellmann für » wünschdirwas engagiert; die "Überreiterin" » Isabell Werth hat ihren Charity-Bereich noch nicht fertig, allerdings findet sich in der Broschüre "Danke!" des » DKThR, anläßlich der FEI WORLD EQUESTRIAN GAMES 2006 in Aachen herausgegeben, eine ganzseitige Anzeige der » Christoffel-Blindenmission, in der Isabell Werth als (frisch gewonnene) Botschafterin für Therapeutisches Reiten im Sudan vorgestellt wird.

"Ich habe durch meinen Sport eine gewisse Popularität erlangt, die ich nun für diese Organisation, deren Leistungen ich für besonders gut und wichtig halte, einsetzen möchte", erklärte die viermalige Olympiasiegerin.

» Beeindruckt vom therapeutischen Reiten im Sudan

Gehört ein soziales Engagement heute zum guten Ton? Eine der im Pferdebereich bekanntesten Stiftungen der letzten Jahre ist der » Piaff-Förderpreis der Liselott Schindling-Stiftung. Die Stifterin war als Wikipedia-Link» Liselott Linsenhoff Olympiasiegerin Dressur von 1972 und Erbin des Unternehmens Wikipedia-Link» VDO:

Was aber ist der "Piaff-Förderpreis"? Es handelt sich dabei um eine eigene Serie mit Station auf vier hochkarätigen Dressurturnieren in Deutschland und einem Finale in der Stuttgarter Schleyerhalle.

Geritten wird bei den Qualifikationen jeweils ein speziell für die Serie entwickelter Kurz-Grand-Prix (Aufgabe S 8) sowie der internationale Kurz-Grand-Prix (Aufgabe S9), die Finalisten müssen in Stuttgart den internationalen Kurz-Prix (Aufgabe S9) sowie den aktuellen internationalen Grand Prix bewältigen.

Benannt wurde der Piaff-Förderpreis nach dem berühmten Dressurpferd Piaff von Olympiasiegerin Liselott Schindling-Rheinberger, besser bekannt unter dem Namen Linsenhoff. Die Liselott Schindling-Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports ist es auch, die diese Serie ermöglicht.

» Piaff-Förderpreis

Bei diesem Förderpreis geht es also nur um den Spitzensport. Die Tochter der Stifterin, Wikipedia-Link» Ann Kathrin Linsenhoff, sportlich als Dressurreiterin ebenfalls sehr erfolgreich (unter anderem 1988 Mannschafts-Gold in Seoul, 2005 Mannschafts-Europameister mit Sterntaler-UNICEF), ist seit 1. Januar 2008 erste weibliche Vorsitzende der Wikipedia-Link» Stiftung Deutsche Sporthilfe, deren erster, langjähriger Vorsitzender der Dressurreiter Wikipedia-Link» Josef Neckermann war, der seinerzeit mit ihrer Mutter um die Wette ritt. Auch bei der Sporthilfe geht es nur um den Sport und sonst nichts.

Im April 2008 wurde Ann Kathrin Linsenhoff zur stellvertretenden Vorsitzenden von Wikipedia-Link» UNICEF gewählt, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Im Jahre 2002 bereits hatte sie mit einem Stammkapital von 500.000 EUR eine eigene Stiftung aufgelegt, deren Erträge über UNICEF eingesetzt werden:

Das Stiftungskapital wächst seitdem durch Spenden und durch die Erträge des Stiftungsvermögens stetig.

Und auch ihre Spitzenpferde "Renoir-UNICEF", "Wahajama-UNICEF" und "Sterntaler-UNICEF" starten nun bei allen Turnieren für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Die Preisgelder, die sie mit ihren ersten vierbeinigen UNICEF- Botschaftern gewinnt, fließen direkt in ausgewählte UNICEF-Projekte.

» Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung

Bei diesen Projekten spielen Pferde und der Sport überhaupt keine Rolle. Es geht um Bildungschancen und dringende Soforthilfe. Ein Blick über den Tellerrand unserer Wohlstandsgesellschaft lohnt sich.

UNICEF-Projekte  oben 



Ann Kathrin Linsenhoff im Gespräch auf der Dressur Special 2008 in Bad Salzuflen
Stiefsohn Matthias Alexander Rath mit Sterntaler-UNICEF nach dem Siegesritt ebenda
10.000 EUR für das DKThR
Nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern den Blick auch für andere zu öffnen – das war für Ann Kathrin Linsenhoff die Motivation zur Gründung ihrer Stiftung. Denn auch wenn die Pferde in ihrem Leben dominierten, hat die ausgebildete Tierärztin sich schon immer auch für andere Menschen, Ereignisse und Projekte interessiert und engagiert.

» Die Stiftungsgründerin

Diese Formulierung klingt wohl etwas abgehoben und trocken, aber das täuscht: Hier wird wirklich etwas bewegt, hier kann man erfahren, wo es auf der Welt wirklich Not und Elend gibt. Dabei ist es nicht das Anliegen der Stifterin, hier als Solo-Wohltäterin aufzutreten. Vielmehr will sie mit ihrem Engagement möglichst viele Menschen bewegen, sich zu beteiligen und damit die Spendensumme nach Möglichkeit zu erhöhen. Zu diesem Zweck inszeniert sie Wohltätigkeitsveranstaltungen, etwa die Festivals auf ihrem Gestüt Schafhof, und hat damit unglaublichen Erfolg:

  • Mithilfe der Spenden aus dem 4. Schafhof-Festival kann UNICEF die Situation von Straßenkindern konkret verbessern.
    » Hilfe für Kambodscha

  • Mit dem fantastischen Erlös von 480.000 Euro, der während des 3. Schafhof-Festivals für UNICEF im September 2005 erzielt wurde, wird der Bau von rund 23 Schulen im Süd-Sudan unterstützt.
    » Schulen für den Süd-Sudan
  • Die „Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung“ unterstützt ein neues UNICEF-Hilfsprojekt speziell für Straßenmädchen.
    » Straßenkinder in Kairo
  • Gefüllt mit Radiergummis, Schulheften, Stiften, Schiefertafeln, Schultaschen und weiteren Lernmaterialien, enthalten die Kisten alles Notwendige, um einen Basis-Unterricht für 80 Kinder gestalten zu können. Im Jahr 2003 wurde die "Schule in der Kiste" vor allem in Afghanistan und in Tschetschenien eingesetzt.
    » Schule in der Kiste
  • Jetzt wurde direkt neben dem General Hospital in Basra eine Aufbereitungsanlage, die UNICEF mit Unterstützung der „Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung“ gebaut hat, in Betrieb genommen. Die Anlage filtert und entsalzt Wasser im Osmose-Verfahren und versorgt das Krankenhaus, in dem etwa 400 Patienten – darunter mindestens 10% Kinder – stationär behandelt werden – mit rund 60.000 Litern Frischwasser am Tag.
    » Wasserprojekt im Irak

Wer über solche Mittel verfügt, kann also etwas in Bewegung bringen und andere können sich daran beteiligen.

[...] das Schafhof-Festival für UNICEF 2007 war ein absoluter Erfolg. Im Januar 2008 konnten wir stolze 617.876, 13 € an Spenden für die Hilfsprojekte in Kambodscha vermelden. Und es gehen weiterhin einzelne Spenden ein.

» Nachbericht zum 4. Schafhof-Festival

Zwar wird in unserer Gesellschaft viel über Unzulänglichkeiten geklagt; besonders die wirtschaftliche Entwicklung und die für viele Menschen nachteiligen Folgen beherrschen die Schlagzeilen. Aber es geht ja nicht allen schlecht, und vielen geht es sogar so gut, daß sie anderen Menschen in Not helfen können und helfen wollen. Aber wie?

Hat man nicht immer wieder davon gehört, daß Spendengelder veruntreut werden? Selbst die UNICEF Deutschland ist in diesem Jahr in die Schlagzeilen geraten, was nicht zuletzt ein Grund dafür war, daß Ann Kathrin Linsenhoff in den Vorstand gewählt wurde, um nämlich der guten Sache wieder den entsprechenden Rückhalt zu geben und die verlorenen Geldgeber zurückzugewinnen. Dabei muß man gar nicht in die Ferne schweifen, wenn man helfen will. Es gibt viele Gelegenheiten – wenn man nur davon wüßte. Wie erfährt man nur davon, was anderswo schon angestoßen wurde, wo Hilfe gebraucht wird? Das ergibt sich, wenn man Menschen zusammenbringt.

Ein gutes Beispiel stellt das Engagement von Ulrich Meyer zu Bexten dar (» Meyer zu Bexten, durchklicken: Portrait/Ulrich Meyer zu Bexten – ein direkter Link ist nicht möglich, weil die Seiten seiner Unternehmungen mit Flash programmiert sind). Nachdem er sich zunächst als Nationenpreisreiter einen Namen im Spitzensport gemacht und den elterlichen Hof als Pferdewirtschaftsmeister für Springsport zum Reiterhof umgebaut hatte, entwickelte er eine neue Idee: Junge Menschen nationenübergreifend über den Pferdesport zusammenzubringen, ohne den Wettbewerb zu sehr zu betonen. Und selbstverständlich soll Gutes getan werden. Die Schecks, die Ulrich Meyer zu Bexten unterschreiben kann, sind zwar nicht so groß, werden aber nichtsdestotrotz genauso dringend benötigt. Und zwar hierzulande, ganz direkt vor Ort.

Ulrich Meyer zu Bexten  oben 



Ulrich Meyer zu Bexten
U.MzB und Familienministerin Ursula von der Leyen, Sparkassen German Friendships 2007
./img/Ausgaben/479/f
Eine gute Idee ist prima, aber sie muß auch umgesetzt werden, und das kostet viel Arbeit. Selbst wenn man in seiner Jugend durch den Sport viele fremde Länder gesehen und dort viele Freundschaften geschlossen hat, ist das doch nur ein Anfang. Selbst dem unbedarften Laien bleibt nicht verborgen, daß eine solche Veranstaltung viel Geld kostet. Als Werbungs- und Marketingkosten für einen Reitsportbetrieb dürfte sich eine solche Ausgabe schwerlich rechtfertigen lassen.

Also müssen Sponsoren her, und das bedeutet persönliche Ansprache, Vorstellung der reinen Idee, und wenn es einmal geklappt hat und die Sponsoren zufrieden sind, fällt es beim zweiten Mal schon leichter. Mit den » German Friendships fing es im Jahre 1999 an, die seither alle zwei Jahre durchgeführt wurden (siehe auch unseren Bericht EquiVoX-Link 4. German Friendships 2005).

Im letzten Jahr haben 120 Reiterpaare aus 35 Nationen teilgenommen. Ulrich Meyer zu Bexten mußte schon Absagen erteilen, damit die Veranstaltung nicht aus dem Rahmen fiel. "Im Ausland ist die Veranstaltung viel bekannter als bei uns", erklärte der Hausherr. "Der bekannte Pferdefotograf » Jacques Toffi etwa hatte in Syrien zu tun und wurde bestürmt, doch den Kontakt zu mir herzustellen!"

Toll, wenn sich eine Idee zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt! Der ausgebildete Pferdewirt führt wie ein Profi sämtliche Marketingsmittel ins Feld; so hatte er im letzten Jahr die Bundeskanzlerin Wikipedia-Link» Angela Merkel als Schirmherrin gewonnen, die durch Familienministerin Wikipedia-Link» Ursula von der Leyen vertreten wurde; im Jahre 2005 hatte Bundespräsident Wikipedia-Link» Horst Köhler die Schirmherrschaft übernommen. Man sieht: Ulrich Meyer zu Bexten ist extrem erfolgreich, wenn es darum geht, andere Leute vor seinen Karren zu spannen.

Nun handelt es sich bei solchen Unternehmungen um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. So investieren viele große Firmen in soziale, künstlerische oder sportliche Veranstaltungen, weil sie sich davon Vorteile versprechen. Jeder weiß, daß Volkswagen eine zeitlang Musiker "für sich arbeiten ließ" (Bon Jovi, Rolling Stones); Sportveranstaltungen sind beliebt, weil der Sport allgemein ein hohes Ansehen genießt, einen hohen Aufmerksamkeitswert besitzt und daher die Förderung des Sports ein positives Licht auf den Sponsor werfen wird.

Das betrifft den Pferdesport natürlich ebenfalls, wenn auch vielleicht nicht in demselben Maße wie beim Fußball oder der Formel 1; dafür verspricht der Pferdesport ein ganz besonderes Flair. Die Manager des Pferdesports sind jedenfalls nicht auf den Kopf gefallen, wenn es darum geht, ihre Veranstaltungen optimal zu vermarkten. Viele Autofirmen sind ganz groß eingestiegen, aber selbstverständlich kann man nicht genug davon kriegen.

Die Professionalisierung schreitet auch in diesem Bereich mit Siebenmeilenstiefeln voran. Das kann man an den Veranstaltungen auf dem Pferdehof Meyer zu Bexten gut überprüfen – sie lassen an Professionalität nichts vermissen. Kein Wunder, daß die Sponsoren davon angetan sind und gerne immer wieder teilnehmen, allen voran die Sparkasse, hier vertreten durch den » Westfälisch-Lippischen Sparkassenverband Münster. Ich erinnere mich noch gut an die vielen Hindernisse, die die Slogans und Logos der Sponsoren unübersehbar ins Bild rückten, wobei die Sparkasse mit ihrem unverwechselbaren Signalrot nicht zu übersehen war.

Die Sparkassen sind natürlich ganz besondere Unternehmen, denn sie sind nicht nur ihren Eignern, sondern als öffentliche Institute auch dem Gemeinwohl verpflichtet:

Im Gegensatz zu privaten Banken ist bei Sparkassen im Allgemeinen die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes.

Wikipedia-Link» Sparkasse

Deshalb engagieren sie sich unter anderem in den Bereichen Kultur und Sport und sind dort sogar der größte Förderer, widmen sich insbesondere der Jugend und dem Nachwuchs, besonders dem Breitensport. So sind die Sparkassen zwar auch Partner des Wikipedia-Link» Deutschen Olympischer Sportbunds, engagieren sich aber überwiegend regional und lokal. Sage und schreibe 80% der deutschen Sportvereine werden durch die Sparkassen unterstützt! Hätten Sie's gewußt? Das Engagement der Sparkasse bei den German Friendships ist inzwischen so groß, daß sich diese Veranstaltung offiziell "Sparkassen German Friendships" nennt. So kommt etwas zurück, nicht wahr?

Bexter Hof Open  oben 



Bexter Hof (rechts) im Ravensberger Hügelland – mit professioneller Turnier-Zeltlandschaft
Tagesarbeit auf einem Reiterhof
Die "MzB"-Unternehmungen – "BHO" fehlt noch
2004 hat Ulrich Meyer zu Bexten für die Jahre ohne German Friendships eine weitere Veranstaltung "erfunden" und "Bexter Hof Open", kurz BOH genannt. Auch bei diesem Ereignis steht die Jugend im Vordergrund, das Konzept ist allerdings etwas anders:

Faszination Pferdesport:
Die Bexter Hof Open
vom 8. bis 10. August 2008


Nervenkitzel beim Stechen im S-Springen, Eleganz beim Ballett zu Pferde, dem Deutschen Quadrillen-Championat, und ein fröhliches Miteinander von pferdebe-geisterten Menschen angefangen vom kleinen Ponymädchen bis zum stilsicheren Hunterreiter, der einen Hauch englischer Country-Atmosphäre auf den Platz zaubert – die Bexter Hof Open in Herford sind einfach unvergleichlich!

Zum dritten Mal findet in diesem Sommer das große nationale Jugendreitturnier auf dem Hof der Familie Meyer zu Bexten statt. Teilnehmer und Besucher aus ganz Deutschland freuen sich schon jetzt auf dieses Ereignis, das niemand verpassen möchte, der schon einmal dabei gewesen ist. Eingebettet in das Ravensberger Hügelland, dem Gebiet der früheren Grafschaft Ravensberg, avancieren das prächtige Landhaus und der jahrhundertealte Hof der Familie Meyer zu Bexten zur Kulisse faszinierenden Pferdesports. Inmitten von Buchsbaum und blühenden Bauernrosen, Pferdekoppeln und modernsten Allwetterplätzen genießen die Reiter ihren Sport in allerbester Ferienlaune.

» Bexter Hof Open

Das klingt ja nun noch recht unspezifisch und nicht gerade aufregend – als Konzept erscheint das ein bißchen dünn, wenn man vom Quadrillen-Championat absieht, das wiederum nicht unbedingt mit dem Thema Jugend und Nachwuchs zusammenhängt. Tatsächlich ist die ganze Angelegenheit im wesentlichen an den Hauptwettbewerb angelehnt, mit einigen zusätzlichen Extras:

Die Highlights der Bexter Hof Open 2008

Die Bexter Hof Open haben es sich zum Ziel gesetzt, die Reiterjugend aus ganz Deutschland zu fördern. Mädchen und Jungen von den Alpen bis zur Nordsee finden ein vielfältiges Prüfungsangebot von Klasse E bis S. Internationales Flair vermitteln die Wettbewerbe der „Friends Forever“ . Sie richten sich speziell an die ehemaligen Teilnehmer der German Friendships, die bekanntlich alle zwei Jahre im Wechsel mit den Bexter Hof Open in Herford stattfinden. Teilnahmeberechtigt ist aber auch der deutsche C-Kader Springen – also der deutsche Top-Nachwuchs. Die jüngsten Reiter aus der Region treten ebenfalls in speziellen Prüfungen gegeneinander an.

Besonders spannend geht es bei der einzigen Qualifikation zur Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten auf deutschem Boden zu. Wer sich bei den Bexter Hof Open bewährt, darf bei der Kinder-WM in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá für Deutschland reiten.

Springen der schweren Klasse stehen einmal mehr für die Mitglieder des Amateur-Springreiter-Clubs Deutschland auf dem Programm. Auch sie genossen von Anfang an das besondere Ambiente des Bexter Hofes und kämpfen hier besonders gerne um Qualifikationspunkte für ihr Finale.

a.a.O.

Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten? Wer hat schon mal von der Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten gehört? Eine entsprechende Suche bei » Google ergab gerade mal zwei Fundstellen, eine davon bei uns ( Pressemitteilungen), die andere beim Pferdesportverband Rheinland e.V. (» Beerbaum berichtet von 1.001 Pferden). Beide bezogen sich darauf, daß Ulrich Meyer zu Bexten den Sieger der Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten in Los Angeles von 2005 zu German Friendships ins heimatliche Herford eingeladen hatte. Die Entfernung der Anführungszeichen erbrachte vier weitere Fundstellen, weil nun zum Beispiel auch das Wort "Kinderweltmeisterschaft" gefunden wurde

Kinder-Weltmeisterschaft  oben 



Morgenarbeit auf Bexter Hof
Cavaletti-Stangenarbeit auf dem Springplatz
Wir erinnern uns: Die 13-jährige Janine aus Elmshorn hatte mit ihrem Holsteiner Wallach Aspirin die Konkurrenz in zwei internationalen Springprüfungen der Klasse L aus dem Feld geschlagen. Doch beim Turnier der beiden Herforder Ulrich Meyer zu Bexten und Frank Rothenberger war noch nicht klar, ob sie auch im Finale um die Kinderweltmeisterschaft im Springreiten mitreiten durfte. Jetzt – nach weiteren Qualifikationen in Europa – kann die einst im Ponysport erfolgreiche Norddeutsche, die in 2004 auch das Nachwuchschampionat von Schleswig-Holstein gewann, aufatmen. Laut Beschluss der internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) ist Janine Rijkens als einzige Deutsche für das große Event in Kalifornien nominiert. 32 Reiterinnen und Reiter, keiner älter als 14 Jahre, aus allen Teilen der Welt gehen vom 22. bis 28. November auf der Hummingbird Nest Ranch bei Los Angeles um den Titel des Weltmeisters an den Start. Noch amtierender Weltmeister der Kinder ist Fabio Genes aus Brasilien.

» Herford, 23.11.04

Donnerwetter: die FEI hat die Finger im Spiel – es muß sich also wirklich um ein offizielles Ereignis handeln. Ulrich Meyer zu Bexten hat offenbar sofort erkannt, daß diese Veranstaltung für seine German Friendships von Bedeutung sein könnte, und entsprechende Konsequenzen gezogen:

Besonders international wurde es, wenn Manuel Torres (47) sich um den Nachwuchs kümmerte. Der Kolumbianer lebt in den USA und arbeitet dort als Profi-Trainer für Junge Reiter und Junioren. Bei der Kinder-Weltmeisterschaft in Kalifornien lernte er Ulrich Meyer zu Bexten kennen, der ihn prompt zu den Friendships einlud. Torres betreut hier einen US-Nachwuchsathleten und ein peruanisches Mädchen. Auf dem Trainingsplatz in Deutschland hatte der im US-Bundesstaat Virginia lebende Kolumbianer gestern bei seinen beiden Einheiten sechs Nationen um sich versammelt: Aus Deutschland, USA, Singapur, Neuseeland, Peru und Ägypten kamen die Nachwuchsreiter, die er mit Tipps versorgte. "Die Deutschen sind schon am besten ausgebildet, aber der Ägypter hat auch echtes Talent", urteilte Torres über seine Schützlinge. Er selbst fand übrigens als Achtjähriger den Einstieg in die Reiterei und genießt die Tage in Herford [...]

» Auf dem Trainingsplatz geht es international zu, 11.08.2005

Nun ist es sein Anliegen, die Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten auch hierzulande bekannt zu machen:

Vor zwei Jahren feierten die Bexter Hof Open ihre Premiere – und wurden ein voller Erfolg. Grund genug für eine Neuauflage. Am 9. und vom 11. bis 13. August heißt es wieder: über drei Tage Sport und Vergnügen für die ganze Familie auf dem Hof der Familie Meyer zu Bexten in Herford. Neben Springprüfungen der Klasse S, Ponyprüfungen und einem Wettbewerb über Naturhindernisse, der Amateur-Tour des Amateur Springreiter Clubs Deutschland e.V. und den Prüfungen für die „Ehemaligen“ der German Friendships wird außerdem die Qualifikation für die Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten durchgeführt. Auf 25 Qualifikationen von Neuseeland über Deutschland bis Belgien haben die 12- bis 14-jährigen Teilnehmer die Chance unter die lediglich 32 Besten zu kommen, um dann in Calgary im Finale alles geben zu können. Neben den sportlichen Leistungen bieten die Bexter Hof Open auch ein Rahmenprogramm und diverse Köstlichkeiten für das leibliche Wohl.

PDF-Datei» Sport und Spaß: Bexter Hof Open zum Zweiten, 4/2006

Die beiden anderen Fundstellen sind ebenfalls aus dem Jahr 2005 und gehen auch auf Meyer zu Bexten zurück; lediglich eine weitere ließ sich finden:

Papa habe ihm auf dem Abreiteplatz gesagt „Sieg oder Sibirien“ und „Naja, dann habe ich losgelegt“ . Rene Schencking ist erst 14 Jahre alt, hat vor drei Jahren mit dem reiten (sic!) angefangen und kam direkt von der Kinder-Weltmeisterschaft im kanadischen Calgary nach Warstein zum Finale der Warsteiner Reitsport Förderung für Junioren und Junge Reiter.

» Rene Schencking gewinnt die Warsteiner Reitsport Förderung

Man muß also annehmen, daß es so etwas tatsächlich gibt: die Kinder-Weltmeisterschaft im Springreiten. "Das Problem ist, daß sich diese Sachen herumsprechen müssen", gibt Ulrich Meyer zu Bexten zu bedenken; er jedenfalls tut, was er kann.

Für uns hier in Deutschland und speziell in Ostwestfalen ist aber bestimmt ein anderes Highlight der nächsten Bexter Hof Open von viel größerem Interesse: das Quadrillen-Championat. Und selbstverständlich sollen auch wieder gute Taten vollbracht werden, indem für den guten Zweck gespendet wird. Über die Spendenaktionen von Ulrich Meyer zu Bexten, die von ihm Bedachten und deren Anliegen werde ich in der nächsten Woche berichten. Es ist nämlich gar nicht so einfach, etwas Gutes zu tun. Geld allein reicht nicht.

http://equivox.de/Leserresonanz

Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  2028 vom 27.11.2008
zu Ausgabe Magazin  479  480  484  485  486  487  490  491  492  493  496  497  498  499  500  503  504
Temple Grandin & Artikelserie

Hallo Herr Popken,

Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß.

Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke!

Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben.

Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht.

Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht.


Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern.

Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen.

Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern.

Mit herzlichem Gruß,
Susanne

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 479 vom 20.05.2012
Hauptartikel  Tu Gutes und rede darüberPferdemesse  Messe: OlewoEditorial  Editorial: SpendenschecksTip  Tip: Hufe XIVKolumne  Ratgeber: Sonderumlage
Poster  Poster: Matthias Alexander RathPferdemesse  Messe: AnsorenaLeserbriefe  LeserbriefeAngebot_der_Woche  Angebot der WochePferdemesse  Messe: Keppel
Gesuche  GesucheAngebote  AngebotePferdemarkt  PferdemarktPferdemesse  Messe: Platz-MaxTermine  Termine
Presseinfos  MitteilungenLeserresonanz  LeserresonanzGesamttext   Gesamttext  

_vorher  vorige Ausgabe

Impressum   home   Home   RSS   RSS   Nutzungsbedingungen  Nutzungsbedingungen   Kontaktformular  Kontaktformular   m_green   E-Mail an die Redaktion   Autorenhinweise  Autorenhinweise   Hilfe  HilfeTop   Top

Verantwortlich i. Sinne d. Pressegesetzes: Dr.math. Werner Popken
tel 0049(0)5744-5115-74  fax -75  funk 0049(0)151-2327 3955
brief ISIS Messe & Pferdeverlag · Hauptstr. 13 · 32609 Hüllhorst
USt-Id DE270546213 · Steuernummer 331/5075/2068
Die Adresse dieser Seite:
URL equivox.de/Magazin/479/Hauptartikel
Diese Seite wurde generiert am 22.05.2012 03:43:48
pferdezeitung_favico  dasselbe auf Pferdezeitung.com

Copyright © Werner Popken, Hüllhorst 1999 - 2012

Home  EquiVoX - bekannt als  pferdezeitung_favico  Pferdezeitung

Messe Online-Messe für den Pferdemarkt.
Magazin Online-Magazin für Pferdefreunde.

Der Herausgeber ist weder verantwortlich für Leserbeiträge noch für Inhalte verlinkter externer Internetseiten.
EquiVoX übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Angemessenheit und Ungefährlichkeit der in den Artikeln beschriebenen Methoden.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (E-Mails) zu veröffentlichen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie mit einer Veröffentlichung nicht einverstanden sind.

@MEMBER OF PROJECT HONEY POT
Spam Harvester Protection Network
provided by Unspam