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Editorial   Magazin Magazin, Ausgabe 489, erschienen am 10.08.2008

Magazin  Ausgabe 489
Werner Popken
Editorials  Editorial

Kameradschaft



Man muß sich wundern, welche Opfer Menschen für Ihr Hobby zu bringen bereit sind. Der Aufwand, den "normale" Pferdefreunde treiben, ist ja schon ziemlich groß und an sich schon erstaunlich. Voraussetzung ist allemal die ordnungsgemäße Haltung des riesigen Haustieres Pferd, in keiner Weise vergleichbar mit dem Aufwand für andere Haustiere. Und dann geht es erst richtig los.

Am größten ist der Aufwand vermutlich bei den Fahrern, und hier bei den Vierspännerfahrern. Die Kutschenmanufaktur » Kühnle berichtet im  Angebot der Woche von einem Beispiel sportlicher Kameradschaft, das ein ungewöhnliches Licht auf diesen Sport wirft. Beim CHIO in aller ein Ende Juni hatte es zwei Unfälle gegeben; der schwedische Fahrer Fredrik Persson brach sich dabei eine Rippe, bekanntlich eine äußerst schmerzhafte und langwierige Angelegenheit. Es war ausgeschlossen, daß er seinen schweren Lastzug mit allen Pferden, Kutschen und dem gesamten Team selbst nach Schweden zurückfahren könnte.

Gustav Kühnle hörte davon und wollte gerne helfen; er rief daher seinen Fahrer an, aber der war leider nicht abkömmlich. Dieses Gespräch hörte Andreas Wintgens mit, der zufällig gerade Gustav Kühnle mit seiner Kutsche herumfuhr; Wintgens entschied sich spontan, seine Zeit für den Sportskameraden zu opfern, seine Pläne umzudisponieren und ihm zu helfen. Donnerwetter! Fredrik Persson kehrte mit dem Flugzeug nach Schweden zurück und nahm ein paar Wochen später schon wieder am Deutschen Fahrderby in Riesenbeck teil.


Andreas Wintgens

Andreas Wintgens, Herford, 14.6.2008
» Andreas Wintgens ist Fahrlehrer FN und in der Szene bekannt als jemand, der mit Kaltblütern arbeitet und all den anderen zeigt, daß er sehr gut mit Warmblütern mithalten kann. Natürlich setzt er auch im Lehrbetrieb seine Kaltblüter ein und züchtet selbst. Sein derzeitiges Gespann besteht aus der HSTB-Stute Tanja mit ihren drei Töchtern, die alle Vollschwestern sind.

Sein Betrieb befindet sich an der deutsch-niederländischen Grenze, ca. 15 Kilometer von Aachen entfernt. Er hatte also keinen weiten Weg, muß dafür aber selber weite Wege in Kauf nehmen, wenn er von der Peripherie ins Inland vorstößt, etwa beim jährlichen Festival » Titanen der Rennbahn in Brück bei Berlin, wo er sowohl vierspännig als sechsspännig erste Plätze belegt, vor Dietmar Krüger, der auch als Produzent der » Sieltec-Geschirre bekannt ist. Andreas Wintgens setzte beispielsweise auf der NRW-Meisterschaft in Herford im Juni 2008 Sieltec-Geschirre ein.


Sieltec-Geschirre

Dietmar Krüger ist Sozialpädagoge und faßt sich nicht als Unternehmer auf. Deshalb geht es ihm nicht darum, seine Firma groß und profitabel zu machen. Die Vorteile des Geschirrs stellt er kurz wie folgt heraus:

erhältlich in: Dunkelrot, Dunkelblau, Schwarz, Gelb, Grün, Beige, Rehbraun, Verkehrsrot, Orange, Lichtblau und Weiß
- ultra leicht -- pflegearm -- günstig/reparaturfreundlich – und – verdammt schnell -

Soweit ich informiert bin, hat das Sieltec-Geschirr nur zwei Nachteile, aber viele Vorteile. Die Nachteile: Es gibt keine historischen Vorbilder, deshalb auch keine Traditionen, an die man anknüpfen könnte, und zweitens sind sie nicht schick und teuer, man kann damit also unmöglich angeben und Prestige sammeln.

Das neuentwickelte Sieltec-Geschirr besteht hauptsächlich aus synthetischen Hohlgeflechtseilen, die ohne Verknotungen sicher verbunden werden können und besitzt dadurch eine einzigartige Leichtig- und Reparaturfreundlichkeit, ist enorm pflegearm und lässt sich kompakt und platzsparend verstauen (z.B. als Ersatzgeschirr).

Die Geschirre werden maßgefertigt und sind somit für alle Pferderassen geeignet, darüberhinaus sind sie innerhalb gewisser Grenzen stufenlos verstellbar.

Das Material ist reißfest, rostfrei, verschleißarm, hautfreundlich und auf Wunsch farbig, der Preis gering. Die nahtlosen Sieltec-Leinen, die in Griffen enden, ermöglichen zudem eine schnellere, leichtere und präzisere wie auch einfachere und unkompliziertere Leinenführung als die herkömmlichen Einer-, Zweier- und Viererleinen aus schwerem Leder.

Wir empfehlen Sieltec-Geschirr deshalb als:

  • TRAININGSGESCHIRR (zur Schonung des "Guten")
  • ZWEIT- ODER ERSATZGESCHIRR ("man kann ja nie wissen")
  • HAUPTGESCHIRR ("die anderen sind mir zu schwer, zu teuer, zu aufwendig, ...")
  • MARATHONGESCHIRR (die Pferde sind lauffreudiger, schneller und ausdauernder; die Leinen leichter, flotter und packender)
auf jeden Fall: mehr Fahrfreude durch Sieltec-Geschirr

» Allgemeine Produktinformationen

Die Kollegen, die hinsichtlich der Reißfestigkeit der Geschirre skeptisch waren, sind verstummt, seit sie gesehen haben, wie Dietmar Krüger damit mühelos Zugleistungswettbewerbe absolviert. Unkaputtbar.

Sowohl für Fahrer als auch Reiter sehr interessant die gebißlose Zäumung » Wareika.


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