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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 489, erschienen am 10.08.2008

Magazin  Ausgabe 489

Im Gelände: Aufsprung auf den Wall
mit Halsriemen (Ausschnitt)

Foto: Autorenhinweise m_red  » Gudrun Schultz-Mehl
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Springen über Hindernisse
  2. Abschnitt  Geländereiten
  3. Abschnitt  Erster Parcours
  4. Abschnitt  Cavalettis
  5. Abschnitt  Ethik
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 479:
Hauptartikel  Tu Gutes und rede darüber

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 480:
Hauptartikel  Wo und wie kann ich Gutes tun?

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 484:
Hauptartikel  Spenden sind Glücksbringer

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 485:
Hauptartikel  Heilung und Linderung

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 486:
Hauptartikel  Zwang und Gewalt

Teil Teil 6, Ausgabe Magazin 487:
Hauptartikel  Immer feste druff

Teil Teil 7, Ausgabe Magazin 490:
Hauptartikel  Schmerz und Lust
http://equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Imponierverhalten eines Wallachs  
Landung nach dem Sprung
Detail
Springen über Hindernisse

Das Überwinden von leichten Sprüngen im Gelände

Zum Thema
Thema  Ausbildung



von Autorenhinweise m_red  » Gudrun Schultz-Mehl


Zurück zum Thema SPRINGEN:

Auch ein Hengst, der einer Stute imponieren will, wird angeborene, spektakuläre Bewegungen, zum Beispiel Seitengänge oder Piaffen zeigen, aber er würde nicht über ein Hindernis springen, das gerade vor ihm auf dem Weg steht, um in ihre Nähe zu kommen und bei ihr Eindruck zu schinden, sondern diesem Hindernis ausweichen, vielleicht sogar piaffierend.

Dennoch, da wir Menschen nun einmal auf die Idee gekommen sind und uns entschlossen haben, das Pferd für unsere Wünsche zu nutzen, müssen wir damit rechnen, dass es im Gelände Momente geben kann, wo wir mit unserem Pferd gezwungen sind, ein irgendwie geartetes breites oder höheres Hindernis zu überwinden.

Für diesen Fall akzeptiere ich eine Ausbildung über Sprünge über moderate Höhen, die uns und unserem Pferd im Gelände zur Sicherheit verhelfen. Ich würde aber nie Sprünge von meinem Pferd fordern, um auf Kosten vor allem  s e i n e r  Leistung und vielleicht auch seiner Leiden eine dekorierte Sportlerin zu sein. Ein Pferd muss keinen schwierigen Parcours und muss nicht zwei Meter und höher springen, um athletischer und schöner zu werden und um seine Gesundheit zu stärken, wie es die Ziele des gymnastizierenden ‚Dressur'reitens auf natürlicher Basis fordern.

Aber es gibt noch einen weiteren Pluspunkt für eine begleitende Springausbildung über moderate Höhen und Weiten von Hindernissen:

DAS SPRINGEN ÜBER HINDERNISSE IST EIN PRÜFSTEIN, WIE GROSS DAS VERTRAUENSVERHÄLTNIS ZWISCHEN PFERD UBD REITER IST.

Es gibt viele Reiter, die allein das Springen als Möglichkeit zum Erfolg sehen, den sie bei den hohen, fast schon akademischen Anforderungen des Dressurreitens, wenn überhaupt, dann nur mit jahrelanger Geduld und mit viel Wissen und Können erreichen können. Beim Springen sehen sie sich auf schnellerer Erfolgsspur, auch wenn es bei so manchem Reiter vor allem die Leistung seines Pferdes ist, die ihm den Erfolg trotz des menschlichen Sandsacks auf seinem Rücken sichert.

Natürlich gibt es Extreme zu Ungunsten des Pferdes bei jedem ehrgeizigen Sport mit ihnen, vor allem auch bei den ‚Buschreitern', wie sie sich nennen. Und es gibt sie leider auch beim Dressurreiten mit oder ohne Publikum. Das hat aber nichts damit zu tun, dass das Bemühen und die Regeln der dresssur-gymnastischen Ausbildung ursprünglich nur dazu gedacht sind, die physische und auch psychische Leistungsfähigkeit von Pferden so zu stärken, dass sie auch unter dem Gewicht des Reiters keinen Schaden nehmen und sich in der vollen Pracht ihrer Bewegungsmöglichkeiten präsentieren können; sieht man davon ab, dass diese Ziele oft auch einen wirtschaftlichen Hintergrund haben. Missbrauch von Pferden auf dem Weg zu diesen Zielen ist kein Beweis, mit dem man deren durchdachte Regeln für eine sinnvolle Ausbildung zu Gunsten des Pferdes widerlegen könnte.

Bei mir persönlich erzeugt auch der oft unharmonische Bewegungsablauf von Pferd und Reiter beim Überwinden von hohen Sprüngen, vor allem bei der Landung, ein unbefriedigendes Gefühl, das meinem Bedürfnis nach Ästhetik nicht entspricht.

Geländereiten  oben 



Die Autorin und OSTERPOST xx beim bergauf Klettern
Leichter Sitz im Galopp
Perfekter Sitz beim Sprung über ein Gatter. Oberleutnant Max Habel 1939 mit LEOPARD
Aufsprung auf einen Wall
Osterpost und die Autorin beim Absprung vom Wall
Wichtiger als das Springen finde ich das Üben von bergauf- und bergab Reiten, das (nicht ganz ungefährliche) Queren von Schräghängen, das Klettern oder den Sprung auf einen Wall und von einem Wall herunter, das Durchqueren von Wasser – angefangen bei der Pfütze – kurz die Ausbildung von Geschicklichkeit und Trittsicherheit und Gehorsam eines Pferdes im Gelände. Wenn sich Dir also bei Ritten in Wald und Feld eine entsprechende Gelegenheit bietet, dann nimm sie wahr, aber bitte vorläufig nie, wenn Du alleine reitest!

Dazu noch ein wichtiger Rat: verwende bei Geländeritten zunächst einen Halsriemen bei Deinem Pferd. Das kann beispielsweise ein ausgedienter Steigbügel-Riemen sein, dessen Leder nicht mehr so hart ist.

Gerade auch beim steilen bergauf Reiten wird man im Sattel stark nach hinten gezogen und gerät leicht in Versuchung, sich mit den Zügeln zu halten, wenn man dazu keinen Halsriemen hat. Manche Pferd versuchen auch, das Bergauf in großen Sätzen zu überwinden, ich bin dabei fast schon einmal nach hinten vom Pferd gerutscht und habe meinem Pferd sicher mit den Zügeln als Rettung wehgetan. Bergab zu reiten empfand ich immer als angenehmer. Aber auf langen Strecken bergab saß ich, je nach glattem oder griffigem Boden, auch oft ab, zum Beispiel auf glatter, harter Straße. Auch hier fällt mir wieder ein bekannter Spruch ein:

BERGAUF TREIB MICH NICHT, BERGAB REIT MICH NICHT, IN DER EBENE SCHON MICH NICHT.

Nimm's aber nicht allzu wörtlich.

WAS MUSS DER REITER BEIM ÜBERWINDEN VON LEICHTEN SPRÜNGEN BEACHTEN UND KÖNNEN?

Er muss vor allem als Reiter so weit geschult sein, dass er im Trab und vor allem im Galopp sicher und ausbalanciert sitzt, auch wenn das Pferd durch Unregelmäßigkeiten am Boden aus dem Takt und/oder aus der Spur gerät.

Er muss sein Pferd so beherrschen, dass er in der Lage ist, dessen Tempo zu regulieren, es in der Spur zu halten, es nicht durch Festhalten am Zügel oder durch ‚fliegende' Beine im Sprung zu stören und es nach der Landung zunächst geradeaus zu halten.

Er muss den leichten Sitz beherrschen um die nötige Rückenwölbung, die ‚Bascule' seines Pferdes im Sprung zuzulassen und muss auch gelernt haben, schon bei der Landung wieder Kontakt zum Sattel zu finden.

DER LEICHTE SITZ

Der leichte Sitz, bei dem die Bügellänge um zwei bis drei Loch gekürzt wird, kann mal mehr, mal weniger entlastend angewandt werden; wie weit man mit dem Allerwertesten aus dem Sattel geht, bestimmt die jeweilige Situation.

Es ist wichtig, dass Du jetzt häufig und auch über längere Distanz den leichten Sitz übst, denn er ist zu Anfang schon ein wenig anstrengend.

Beim Absprung des Pferdes vor einem Hindernis ist der Oberkörper des Reiters aus den Hüften heraus nachgebend leicht vornüber geneigt, während der Flugphase dann deutlicher, so dass sich der Pferderücken unbeeinträchtigt aufwölben kann. Die Hände müssen mit dem Strecken des Pferdehalses mitgehen, um das Pferd nicht im Maul zu stören. Bei der Landung richtet sich der Reiter wieder mehr auf, fällt nicht nach vorne und lässt sich nicht hinter die Bewegung ziehen.

Der Oberkörper des Reiters bleibt im Sprung gerade, ist also nicht bucklig, wie Du es auf dem Bild von mir und OSTERPOST beim Absprung von einem Wall siehst.

Die Unterschenkel dürfen im Sprung nicht zurückfliegen, sondern müssen mit flacher Wade und nach unten federndem Fersengelenk am Gurt bleiben.

Das Knie liegt, im Gegensatz zum Dressurreiten, abstützend fest an und die Bügel werden etwas weiter unter die Fußsohle genommen. Knie, Waden und Bügel sichern die Stabilität des leichten Sitzes.

Der Blick des Reiters geht immer über das Pferd weg nach vorne!

Beim jungen, lernenden Pferd ist die Stimme zusätzlich eine wichtige Hilfe, ansonsten sind die Hilfen die gleichen wie beim Reiten allgemein.

Eine leichte Verbindung von der Hand zum Pferdemaul bleibt auch beim Springen bestehen, jedoch keine Beizäumung! Das Pferd braucht besonders beim Springen seinen Hals als Balancierstange!

Wenn Du also sicher sein kannst, dass KORALLE ohne Aufregung und ohne zu zögern an der Longe über das vorgesetzte Cavaletti trabt und dann über die +/- 50 Zentimeter springt, dann setz Dich zum Schluss auf Dein Pferd und mach das mit ihm gemeinsam. (Aber bitte nicht ohne eine weitere Person in der Bahn, falls etwas schief geht). Entscheidend ist dabei Dein eigener Wille. Denke beim Anreiten vor dem Sprung an den Spruch:

WIRF DEIN HERZ HINÜBER UND SPRING IHM NACH!

Macht's gut, Ihr beiden!

Erster Parcours  oben 



6. Juni

Ich habe noch nichts wieder von Euch beiden gehört und wäre doch gespannt, ob Ihr Euer Springdebüt überstanden habt und wie.

An meinen ersten ‚Parcours' erinnere ich mich noch sehr genau, denn er war ungewollt und spektakulär!

Ich hatte ja das Glück, meine ersten beiden Jahre im Sattel der von meinem Vater gut ausgebildeten Pferdedame ERIKA sitzen zu können, nachdem ich – strenges Gesetz von meinem Vater – vorbereitend anderthalb Jahre lang meine Voltigier-Kinderstunden auf dem Rücken der mütterlich-gutmütigen Stute TULPE des Ulmer Reitvereins abgeturnt hatte. Als ich erstmals stolz in den Sattel und auf ERIKA kletterte, war ich 9 Jahre alt.

Durch das Voltigieren hatte ich bereits ein absolut sicheres Gefühl für Balance auf dem Pferd und war dadurch in der Lage, alle Hilfen ohne körperliche Schwierigkeiten zu lernen. Auch das Warum, Weshalb und Wieso dieser Hilfen wurde mir gleichzeitig von meinem Vater immer erklärt, so dass ich nicht nur auf Geheiß, sondern immer durch Denken und Verstehen lernte. Das war, zusammen mit dem vorhergehenden Voltigieren eine perfekte Grundlage für meine weitere Ausbildung auf dem Pferd, die dann mit Hilfe meiner beiden Lehrer, der lieben Fuchsstute ERIKA und meinem Vater, ohne viele Schwierigkeiten möglich war.

Mein Vater ritt ERIKA sehr viel im Gelände und meinte, nachdem ich etwa ein Jahr lang bei ihm gelernt hatte, dass ich doch soweit wäre, dass wir beide gemeinsam mal einen Bummel im Gelände machen könnten. Ein geeignetes Pferd konnte er für mich vom Ulmer Verein bekommen, wo ich einmal in der Woche das Reiten in der Abteilung übte. Es war CILLY, eine junge, aber verlässliche Rappstute, die ich schon oft geritten hatte.

Stolz ritt ich an einem schönen Sommertag neben meinen Vater durch die Straßen Ulms, hinauf auf den ‚Kienlesberg' zum weitläufigen alten Exerzierplatz bei der ‚Wilhelmsburg'.

Nachdem wir gemeinsam unsere beiden Pferde ausreichend im Schritt, Trab und Galopp bewegt hatten, wollte mein Vater mit ERIKA noch durch eine Sprungbahn mit festen Hindernissen galoppieren und ich sollte währenddessen auf einem kleinen angelegten Longierzirkel in der Nähe Schritt reiten.

Leider hatten wir beide die ansonsten so zuverlässige CILLY in puncto Anhänglichkeit unterschätzt: kaum hatte mein Vater die ersten Sprünge genommen, konnte ich CILLY nicht mehr halten und sie zog mit mir, schnurgerade in ERIKAS Fährte galoppierend, hinter den beiden her – natürlich über die gleichen festen Sprünge!

Dank sei meiner Voltigierzeit, Dank sei meiner damaligen Unbefangenheit und Dank sei der guten Ausbildung damaliger Vereins-Schulpferde – es ist nichts passiert!

Zum Entsetzen meines Vaters, aber danach auch zu seinem Stolz auf mich, – es blieb bei einer zwar denkwürdigen, aber doch glimpflich abgelaufenen Episode, denn ich war zuvor noch nie auf einem Pferd auch nur über ein einziges Hindernis gesprungen.

Bei mir musste es eben schon zu Anfang gleich ein ganzer Parcours von sicherlich acht bis zehn Sprüngen sein! Es ist in 76 Reiterjahren mein einziger Parcours geblieben, sehe ich mal ab von den kombinierten Prüfungen aus Dressur und ein paar kleinen Sprüngen danach, die ich seinerzeit mit OSTERPOST absolvierte.

Zurück zu Deinen und KORALLES Springkünsten: Auf dem Video sehe ich, dass sie doch etwas zu aufgeregt und heftig wird, selbst bei diesem kleinen, einfachen Sprung. Ich nehme an, dass sie eine gewisse Unsicherheit auch bei Dir spürt. Normalerweise sollte ein Pferd von einem Reiter eingesprungen werden, der die Ausbildung eines Pferdes beherrscht und dessen Reaktionen aus Erfahrung kennt. Aber da die Dinge nun einmal so liegen wie sie sind, musst Du auch hier nach etwas unorthodoxen Wegen suchen, um mit der Situation fertig zu werden, um nicht klein beigeben zu müssen.

Lasse KORALLE also zunächst immer vorher einige dieser kleinen Sprünge an der Longe absolvieren, ehe Du Dich ihr im Sattel anvertraust. Und es gibt auch noch kleine Tipps, die sie durch noch mehr Konzentration auch noch zu mehr Ruhe zwingen:

Du kannst zum Beispiel eine Cavaletti-Reihe davor legen, statt nur eines Cavalettis.

Cavalettis  oben 



Tiefes Durchtreten der vorderen Fesselgelenke nach einem Steilsprung
Oberst Felix Bürkner: Für mich DER Reiter schlechthin. Noblesse im Sattel! Und erinnert mich natürlich an meinen Vater, der ihm äußerlich sehr ähnlich war, zumal in der gleichen Uniform.
Felix Bürkner: Auch das konnte er, der Dressurreiter: überragend gut springen.
Die Abstände von 1.30 m zwingen Sie, im Trab zu bleiben und lassen nur einen Galoppsprung vor dem Hindernis zu. Pferde können Hindernisse von 70 bis 80 Zentimeter Höhe noch aus dem Trab springen.

Oder Du kannst auch hinter dem Sprung noch ein Cavaletti aufstellen, im Abstand , den man für einen Galoppsprung dazwischen braucht, also 3.50 m, anfangs vielleicht noch besser für zwei Galoppsprünge, also 7 m. Dein Pferd ist dann gezwungen, auch nach dem Sprung noch aufmerksam zu bleiben und kann nicht einfach nur wegstürmen. Das gibt Dir etwas Zeit, nach dem Sprung wieder Einfluss auf Dein Pferd zu gewinnen.

Das Aufstellen eines Cavalettis nach dem Sprung zwingt den Reiter außerdem, nach dem Sprung geradeaus weiter zu reiten. Manche junge Reiter geben nach einem einzelnen Sprung ihren Einfluss auf das Pferd mehr oder weniger auf und lassen es einfach auslaufen. Oft trudelt dann das Pferd zur Seite weg nach dem Inneren der Bahn, es bestimmt damit selbst, wie es weitergeht und das ist nicht gut, denn dann versucht das Pferd vielleicht das nächste Mal, auch zwischen zwei Sprüngen nach dem Inneren der Bahn auszuweichen.

Also: nach einem Sprung immer zunächst geradeaus weiter reiten, egal, ob es auf einen weiteren Sprung zugeht oder kein Sprung mehr kommt, und erst dann bewusst in eine große Volte zum Durchparieren abbiegen oder eben einen von Dir bestimmten Weg weiter reiten, ehe Du zum Schritt zurück kommst.

Eine unschöne Manier ist es auch, wenn der Reiter während eines Sprungs mit seinem Kopf seitwärts neben dem Pferdehals abtaucht in dem Bemühen, mit seinem Körper möglichst flach über dem Pferd zu liegen und dabei mit seinem Kopf nicht in Kollision mit dem Pferdehals zu kommen. Aber er verlegt dadurch sein Gewicht einseitig und verliert weitgehend die Möglichkeit, seine Hilfen beim Pferd geltend zu machen. Außerdem verliert er den Blick zu dem, was vor ihm und seinem Pferd liegt.

Es gibt auch Springakrobaten, die geben über dem Sprung jeglichen Kontakt zum Sattel auf, sie ‚fliegen' über dem Pferd mit. Für das Pferd wird bei der Landung das Plumpsen in den Sattel nicht sehr angenehm sein.

Jeder Reiter soll sich einmal vorstellen, welchen Belastungen die Vorderbeine eines Pferdes bei der Landung nach einem Sprung ausgesetzt werden, umso stärker, je gewaltiger das Hindernis in Höhe und Breite aufgebaut ist. Fesselgelenk, Gleichbein und Griffelbein, natürlich auch Sehnen und Huf sind dabei am stärksten gefährdet. Auch die Gelenke der Hinterhand müssen eine starke Beanspruchung aushalten. Selbstverständlich ist auch der Rücken gefährdet, was wiederum weitgehend vom Verhalten des Reiters im Sattel abhängt.

Da ich aus eigener Erfahrung nur wenige Erkenntnisse aus der Praxis vom Springen an Dich weitergeben kann, soll es zunächst mit diesem Thema sein Bewenden haben.

Liebe Nora, ich habe nachgerechnet: Das erste ‚Lehrjahr' mit meinen schriftlichen Ratschlägen hast Du nun mit Deiner KORALLE – so glaube ich – recht gut überstanden.

Bisher waren es die ‚Grundmauern', mit denen Ihr eine solide Basis geschaffen habt, um ein Haus darauf aufbauen zu können. Im zweiten Ausbildungsjahr kommt jetzt die Arbeit mit dem Pferd, bei der nicht nur die erlernte solide Reittechnik weiterhilft, sondern wo mehr und mehr die Feinabstimmung gefordert wird und viel rhythmisches, tänzerisches, kurz: ‚musisches' Empfinden. Das Haus soll Konturen bekommen!

Ich wünsche Euch schöne Sommertage und haltet die Ohren steif. Bis zum nächsten Brief!

Ethik  oben 



Der Leistungssport, der die Zuchtauslese der Galopper (und auch der Traber) bestimmt, hat die Pferdezucht in allen Ländern der Erde zwar in hohem Maße gefördert, aber es bleibt immer die Frage, ob das auf Kosten des Leidens von Individuen geschehen darf. Die Frage weitet sich natürlich aus, ob wir dann zum Beispiel auch guten Gewissens Fleisch von Tieren verzehren dürfen, die niemals ihr Leben in Freiheit, ihr Leben bis zum Erwachsensein, ja noch niemals die Sonne sehen durften, wie zum Beispiel die Ferkel aus Massenhaltung. Ich bin daher strikt Vegetarierin, es ist mir nicht möglich, zwischen dem Kannibalismus des Verzehrs von Menschenfleisch und dem des Verzehrs von Tieren, seines es Säugetiere, Fische oder Vögel, zu unterscheiden.

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Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  2001 vom 11.08.2008
zu Ausgabe Magazin  489
Leserbrief

Der Beitrag "Geländereiten" (PfZ 489.08 -» Geländereiten) enthält eine irritierende Komponente. Die Aufforderung "Wenn sich Dir also bei Ritten in Wald und Feld eine entsprechende Gelegenheit [Anm.: zum Geländereiten] bietet, dann nimm sie wahr (....)!" erweckt den Eindruck, als sei so etwas regelmäßig erlaubt. Das Gegenteil ist der Fall, in der Regel darf nur auf Wegen und Straßen geritten werden (vgl. z.B. §14 BundeswaldG). Man achte also darauf, daß eine "entsprechende Gelegenheit" zum Geländeritt nicht jeweils eine illegale Gelegenheit ist. Ausnahmen hinsichtlich des Reitens auf Flächen abseits der Wege regelt man ggf. mit den Besitzern dieser Flächen und – je nach Landesrecht – einvernehmlich mit Forst-, Landwirtschafts- oder/und Naturschutzbehörde.

Tilman Kluge, Bad Soden Ts.

Notizen  Leserbrief  2002 vom 11.08.2008
zu Ausgabe Magazin  489
Leserbrief

Hallo Redaktion!

Wieder mal ein Klasse Editorial!

Ueber die Kameradschaft der Gleichgesinnten wenn Hilfe gefragt ist, alle Achtung.

Ein Problem habe ich mit dem Unkaputbar: Als unkaputbar werden auch oft Halfter angeboten (und hier in Irland auch immer mehr Geschirre) und klar ist es eher erfreulich wenn die Sachen nicht nach kurzer Zeit, wenig Pflege oder hoeherer Belastung den Geist aufgeben oder reissen aber gerade bei Extremsituationen ist oft das Reissen des Materials die Ueberlebens Chance der involvierten Pferde. Wie oft schnitt ich (als guter Schweizer mit dem allgegenwaertigen Sackmesser in der Hosentasche) Pferde in Extremsituationen vom Seil bevor ein Bein oder Kopf kaputt ging - klar, das Pferd war dann frei und ist weggerannt aber zumindest hat es ueberlebt.

Viele Irische Gruesse;
Caroline Neuenschwander.

Guten Morgen Frau Neuenschwander,

herzlichen Dank, daß Sie mich und die Leser darauf hinweisen! Sie haben natürlich vollkommen recht! Dieser Ausdruck war unüberlegt und im Grunde ironisch gemeint; bestimmt wird auch dieses Material irgendwann reißen.

Die Kaltblut-Experten waren nur der Meinung, daß es dem üblicherweise verwendeten – also Leder und Eisenketten – deutlich unterlegen ist und deshalb für ernsthafte Wettbewerbe gar nicht in Betracht gezogen werden kann. Diesem Vorurteil ist der Produzent durch den Gegenbeweis entgegengetreten. Ich bin darauf auch nur aufmerksam geworden, weil der Kommentator des Zugleistungswettbewerbs ausdrücklich darauf hingewiesen hat.

Es hält also solche Belastungen aus – ob es in Gefahrensituationen rechtzeitig reißt, ob dafür eventuell Sollbruchstellen eingebaut werden müssen, könnte man erfragen. Ob man sich bei herkömmlichen Geschirren solche Gedanken machen mußte?

Fakt ist aber wohl, daß die meisten Fahrer dieser Lösung skeptisch gegenüberstehen. Für Dietmar Krüger ist das nicht so wichtig; er betreut als Sozialpädagoge schwierige Jugendliche und bietet denen durch dieses Projekt eine sinnvolle Aufgabe. Das wollte ich im Editorial nicht auch noch auswalzen und habe das nur kurz angedeutet.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

Notizen  Leserbrief  2003 vom 12.08.2008
zu Ausgabe Magazin  489
Re: Leserbrief

Guten Abend Herr Popken und vielen Dank fuer Ihre ausfuehrliche Antwort!

Wahrscheinlich bin ich nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand: heute habe ich mit einem Traveller diesbezueglich geredet und die verwenden mittlerweile fast alle Nylon- (oder aehnliches Kunstmaterial) Geschirre und diese sind meist mit Clips ausgestattet um die Pferde bei einem Sturz oder Unfall in Sekundenschnelle zu befreien - das sind allerdings Geschirre fuer ihre irren Trabrennen und wuerden wahrscheinlich eh kein Marathon ueberleben.

Damals bei meinem Fahrbrevet nach Achenbach fuer 2 Spaenner wurde uns allen waermstens ans Herz gelegt, immer ein Messer dabei zu haben. Das ist lange her und wir fuhren damals fast ausschliesslich mit Kummet Geschirren und bei einem Sturz des Pferdes war die Gefahr des Erstickens recht gross und wir lernten, in Sekundenschnelle den Kumtguertel durchzuschneiden.

Heutzutage werden hier in Irland an allen Pferdemaerkten immer wieder neue und noch reissfestere Halfter angeboten und bei der Gelegenheit kam ich ins Gespraech mit einem sog. Crusty (sehr frei uebersetzt: alter und knorriger Irish Farmer), der sein ganzes Leben junge Pferde gestartet hat und auch er meinte: I don't like if it doesn't break at all: oft ist es besser wenn das Material reisst anstatt der Kopf ab ist - unter anderem daher kamen meine Bedenken wegen dem Unkaputtbar weil ein Pferd ist so schnell kaputtbar.

Nochmals Danke fuer Ihre immer interessante Themen und viele Gruesse
Caroline Neuenschwander.

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 489 vom 29.01.2012
Hauptartikel  Springen über HindernissePferdemesse  Messe: FYLGJAEditorial  Editorial: KameradschaftRezension  Rezension: Pferdetraining nach…Tip  Tip: Hufe XXIV
Poster  Poster: Die nächste HerausforderungPferdemesse  Messe: KühnleLeserbriefe  LeserbriefeAngebot_der_Woche  Angebot der WochePferdemesse  Messe: Hufklinik
Gesuche  GesucheAngebote  AngebotePferdemarkt  PferdemarktPferdemesse  Messe: MählerTermine  Termine
Presseinfos  MitteilungenLinks  LinksLeserresonanz  LeserresonanzGesamttext   Gesamttext 

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