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Immerhin! Der Schläger soll sich um den "Bottom" kümmern und sich in diesen einfühlen – es geht nämlich darum, daß beide zu ihrer Lust kommen – anscheinend funktioniert Lust bei diesen Leuten aber nicht anders als mit einer etwas aufwendigen und merkwürdigen Inszenierung mit dem ausdrücklichen Risiko einer äußerst unangenehmen Erfahrung und schweren körperlichen Schäden. Um Gottes willen! So was soll schön sein? Die in diesem Zusammenhang praktizierten "Spiele" werden in anderem Zusammenhang als schwere Folter und menschenverachtende Demütigung gewertet, dann nämlich, wenn nicht beide Parteien zustimmen. Unter diesen Umständen soll plötzlich der "Bottom" für sein Leben geschädigt sein. Wie kann man es sich erklären, daß jemand so etwas freiwillig mit sich machen läßt? Übrigens gilt dasselbe ja auch für den "Top". Der Folterknecht bleibt in seiner Seele nicht unberührt, sondern trägt seinerseits einen schweren Schaden davon. Die Selbstmordrate der ehemaligen Soldaten in den USA spricht eine deutliche Sprache. Folterungen werden – so die allgemeine Meinung – als unmenschlich grundsätzlich abgelehnt, wobei in erster Linie das Opfer und so gut wie gar nicht der Täter betrachtet werden; vermutlich nimmt man an, daß der Täter bei seinem Tun noch Lust empfindet und sich in seiner "etwas anderen" Sexualität ausleben kann und andernfalls seine Mitwirkung versagen könnte, was im militärischen Kontext allerdings vermutlich selten zutreffen dürfte. Möglicherweise ist aber der Täter genauso Opfer, nämlich Opfer des Systems, das die Folterung von ihm verlangt. Die Folterknechte werden angeklagt, alle zeigen mit dem Finger auf sie, aber vielleicht sind sie ebenso zu bedauern und für das Leben gebrochen wie die eigentlichen Opfer. Bei diesem Sachverhalt glaubt man jedenfalls, objektiv urteilen zu können und ist sich sicher, daß die ganze Angelegenheit eine fürchterliche und schlimme Sache ist, die eigentlich gar nicht vorkommen dürfte. Bei den sexuellen Spielarten hingegen spricht man der Öffentlichkeit dieses objektive Urteil ab. Was für den außenstehenden Betrachter eine fatale Ähnlichkeit mit Demütigungen und Folterungen hat, wird als persönliche Freiheit verteidigt und Toleranz eingefordert. Pornofilme werden inzwischen als "Informationsangebote" bezeichnet. Ob diese Umetikettierung wohl etwas bezwecken soll? Interessanterweise dürften die meisten Szenen, die man in der Porno- und Sexindustrie geboten bekommt, nicht ganz freiwillig zustandegekommen sein. Zum einen gibt es gerade dort das moderne Phänomen der wirklichen und echten Sklaverei inklusive Verschleppung und Menschenhandel, zum anderen kann man auch dann von Versklavung sprechen, wenn das Opfer aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, sich zu erniedrigen und mißbrauchen zu lassen, wobei man davon ausgehen kann, daß sich auch die "Täter" im Porno prostituieren und im Grunde genauso erniedrigt und mißbraucht werden, für das Geschäft nämlich, das der Produzent oder der Zuhälter macht. So ist man sich allgemein einig, daß beispielsweise der Sextourismus nach Asien diese Strukturen fördert und vielleicht erst ermöglicht. Die Nachfrage bestimmt also das Angebot, wie immer. Der Ausbeuter ist also auf jeden Fall verantwortlich. Sobald aber derjenige, der ausgebeutet und mißbraucht wird, sich "freiwillig" ausbeuten und mißbrauchen läßt, soll plötzlich alles sauber und in Ordnung sein – nicht nur das, sondern es soll sich um ein Menschenrecht handeln, um die Freiheit der Selbstverwirklichung, die durch öffentliche Paraden lautstark und deutlich eingefordert wird. |
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Manchmal bekommt man durch diese Darstellungen und Selbstdarstellungen den Eindruck, daß man als Mensch nicht voll genommen werden kann, wenn man nicht selbst solchen Zirkeln angehört oder zumindest solche Phantasien pflegt. Sollte man es wagen, sich kritisch zu äußern, läuft man Gefahr, als intolerant angesehen zu werden, und sogleich wird die Nähe zu den Nazis hergestellt, die bekanntlich Homosexuelle verfolgt haben, was natürlich nicht in Ordnung war. Bei den Tieren gehen Beobachter wie Nevzorov ganz selbstverständlich davon aus, daß menschliche Begriffe wie Würde, Demütigung, Schmerz auf Pferde anwendbar sind, obwohl wir objektiv gar nicht wissen können, wie die Tiere sich fühlen. Solche Leute fordern einen gewissermaßen "menschlichen" Umgang mit Pferden. Wie würden die den Umgang von Leuten aus der BDSM-Szene miteinander beurteilen? Wie würden die über Menschen denken, die sich quälen, verletzen und demütigen lassen wollen oder dazu gezwungen werden? Die mitfühlende Vorsicht kann nicht darüber hinwegtäuschen: Der Mechanismus nach einem "Absturz" dürfte derselbe wie bei Eltern und Kindern sein: Trost in der Einsicht, zu weit gegangen zu sein – ein schwacher Trost. Bei beiden Parteien dürfte ein ungutes Gefühl zurückbleiben, wenn man nicht ohnehin schon so fühllos und verhärtet ist, daß man sich solcherlei abverlangen muß, um überhaupt etwas zu fühlen: "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Das hat nicht etwa ein Nazi gesagt, sondern der (meines Erachtens durchaus kranke) Philosoph Sinnigerweise ließ er sich als Pferd mit seinem Freund vor einem Karren ablichten, auf dem die von beiden Angebetete mit einer Knotenpeitsche sitzt, die man als Kutscher nicht einsetzen könnte, sehr wohl aber zur erotischen Stimulation. "Das Foto wurde von Nietzsche in allen Einzelheiten arrangiert, nachdem Salomé Heiratsanträge beider Männer abgelehnt hatte." ( Von ihm stammt übrigens auch die Erfindung: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Das legt er ausgerechnet einem "alten Weiblein" in den Mund. Wohlwollende Interpreten wollen herausgefunden haben, daß er damit ausdrücken wollte, daß der Mann mit der Peitsche bei sich die sinnlichen Impulse im Zaum zu halten habe, da die Frau nicht Lustobjekt sei, sondern ausschließlich Gebärmaschine und nur darin ihre Erfüllung finde. Wie dumm, daß niemand diesen Spruch so verstehen kann. Wie konnte nur jemand diesen Mann jemals ernstnehmen? Die Empfänglichkeit der Welt für die Thesen des verkrachten Schriftstellers ist allerdings Symptom. Er hat Gedanken ausgesprochen, die andere sich zu eigen machen konnten und wollten, und zwar bis heute. Dahinter steht nämlich eigentlich eine Fühllosigkeit, die für die moderne Welt durchaus symptomatisch ist. Nur wenn man nichts mehr fühlt, kann man die schrecklichsten Dinge tun und aushalten, mehr noch, man muß wohl so etwas tun oder aushalten, damit man überhaupt etwas fühlt. So ist es möglicherweise auch zu erklären, daß die Menschen in Kriegszeiten intensiver leben und in Friedenszeiten immer schlimmere Dummheiten machen müssen, um sich zu spüren – wir haben jetzt schon über 60 Jahre lang Frieden. Da muß man sich wohl was einfallen lassen, damit man noch merkt, daß man lebt. Besser die Hölle auf Erden als gleich tot, scheint die Devise zu sein. Das alles sind Probleme, die Tiere überhaupt nicht haben – jedenfalls dann nicht, wenn sie so leben können, wie es ihnen angemessen ist. Sperrt man zu viele Tiere auf zu engen Raum, kann man freilich die schlimmsten Dinge erleben. Vielleicht ist es auch das, was die Menschen krank macht. Die modernen Lebensbedingungen sind einfach nicht mehr angemessen und führen zu mörderischen und selbstmörderischen Verhaltensweisen. Die Tierspiele, die von Kindern legitimer- und unschuldigerweise als Rollenspiele gespielt werden, indem diese sich als Pferd gebärden und fühlen, wo sie doch eigentlich ein Pferd haben wollen und sich so wenigstens in diese Situation hineinversetzen können, gehören anscheinend als |
Diese Frage wird im allgemeinen eindeutig bejaht, und zwar wird das mit der abhängigen Situation des Tieres begründet. Die Davon kann ja nun bei den Tieren in der Regel nicht die Rede sein – diese können ihr Mitwirken zwar theoretisch und auch praktisch verweigern, aber dieses Verhalten wird von ihrem menschlichen "Partner" bestraft, und von Freiwilligkeit kann vermutlich ohnehin keine Rede sein, obwohl von Sportsfreunden immer wieder betont wird, daß auch Tiere Lust am Sport zeigen. Lust am Sport? Oder meinen die etwas ganz anderes, etwa Lust an der Bewegung? Selbstverständlich laufen Pferde gerne, wie auch Menschen zuweilen Lust an der Bewegung verspüren. Diese Lust am Erleben des eigenen Körpers ist aber etwas ganz anderes und hat mit der Lust am Gewinnen, mit dem unbedingten Willen, die eigenen Grenzen zu überschreiten und mehr zu leisten als lustvoll ist, ohne die es den Begriff Sport, insbesondere den Leistungssport überhaupt nicht gäbe, gar nichts zu tun. Wenn dem so wäre, gäbe es auch etwas wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele im Tierreich und vielleicht auch eine entsprechende Kommerzialisierung. Davon kann aber keine Rede sein. Zwar gibt es gewissermaßen "Wettkämpfe" unter Tieren, vornehmlich zwischen männlichen, aber diese dienen einem ganz bestimmten Zweck, nämlich der Fortpflanzung bzw. der natürlichen Zuchtauswahl, und haben mit Sport im eigentlichen Sinne überhaupt nichts zu tun. Indirekt könnte man den Sport auf die gleichen Wurzeln zurückführen. Bei Menschen munkelt man, daß der Gewinner in sportlichen Wettkämpfen inoffiziell zuweilen auch eine sexuelle Trophäe erringt – warum auch nicht? Allgemein geht es aber um Prestige und Macht und Geld, wobei mal das eine, mal das andere eine größere Rolle spielt, und alle drei Komponenten erweisen sich gegenüber dem anderen Geschlecht als höchst attraktiv, das ist bekannt. Da beim Menschen alles viel vertrackter sein kann als beim Tier, könnte man behaupten, daß es eben auch beim Menschen letzten Endes nur der sexuelle Erfolg sei, der als Kraft hinter dem Sport steht. Diese Hypothese scheint mir aber auf schwachen Füßen zu stehen. Wer es einfach nur darauf anlegt, auf schnellstmöglichem Wege den gewünschten Sexualpartner zu begatten, wird dazu kaum den Weg des Sportlers wählen – dann müßten wesentlich mehr Menschen und vor allem Männer Sportler sein. "Man müßte Klavier spielen können" ist der Titel eines Schlagers, der denselben Zusammenhang in Bezug auf die Musik herzustellen versucht. Man kann offensichtlich viele Umwege gehen, um zum selben Ziel zu gelangen. Der direkte Weg wäre der, sich zum perfekten Liebhaber und gegebenenfalls Eroberer auszubilden, wenn es nur darum geht. Aber auch im Tierreich kann man die entsprechende Parallele nicht ziehen, denn der durch das Sexualverhalten zeitlich begrenzte und mehr oder minder festgelegte Wettbewerb der männlichen Tiere zielt nicht auf irgendwelche Rekorde ab. Entweder geht es darum, wer vitaler ist, oder es handelt sich um Rituale, die das Weibchen beeindrucken sollen, welches anschließend souverän nach nicht weiter bekannten Kriterien die Wahl trifft. Ein sportlicher Wettkampf dürfte also ein Konzept sein, das Tieren prinzipiell verschlossen ist. Die von den Menschen mit Pferden entwickelten sportlichen Wettbewerbe haben nur sehr entfernt, etwa in der Dressur, etwas mit sexuell motivierten Wettbewerben unter Pferden zu tun. Insbesondere der Springsport und das die Rennveranstaltungen können sich nicht darauf berufen, daß Pferde unter sich natürlicherweise so etwas veranstalten würden und dabei ihren Siegeswillen erproben und unter Beweis stellen würden, weshalb der Siegeswille kein natürlicher Bestandteil der Psyche des Pferdes sein kann. |
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In diesem Sinne hat Wenn auch die Jockeys sich damit herausreden mögen, daß die Prügelei als Argument gegenüber den Menschen notwendig sei, so sind sie es doch, die das tun. Genauso wie in der Folterszene bei den Militärs oder in der Pornoindustrie oder in jeder beliebigen Diktatur und bekanntermaßen auch in Demokratien braucht man immer Menschen, die bereit sind, so etwas zu tun. Auch in unserem Lande gab es bekanntlich in der Vergangenheit eine überwältigende Bereitschaft, aktiv an Greueltaten teilzunehmen, und auch in der Gegenwart flammt immer wieder einmal die Diskussion auf, ob man nicht unter gewissen Umständen zum Mittel der Folterung nicht nur greifen dürfe, sondern müsse – selbstverständlich im Namen höherer Ziele. Wieder einmal stellt sich die Frage, ob der Zweck das Mittel heiligen darf. Aber zunächst muß man sich den Motivationen des Menschen zuwenden – warum tun die Menschen alle diese schrecklichen Sachen, Tiere quälen, selbst wenn sie es nicht wollen, warum empfinden sie Lust und Vergnügen beim Quälen von Tieren und Menschen? Damit diese Frage nicht so abgehoben und fremd im Raum steht: Warum setzen die Reiter weltweit ganz selbstverständlich Gebisse, Sporen, Gerte und Peitsche ein und fügen damit bewußt den von ihnen geliebten Pferden Schmerzen zu? Aber es sind ja nicht nur Tiere, die gequält werden, und es werden nicht nur solche Menschen gequält, die sich quälen lassen wollen. Wenn überhaupt keine Bereitschaft zu einem quälerischen Handeln bestehen würde, erübrigte sich die ganze Diskussion. Von den politisch oder strafrechtlich motivierten Folterungen wollen wir gar nicht reden – die zur persönlichen Lustgewinnung der Quälgeister vollbrachten Untaten reichen völlig aus. Ich habe im Editorial › Planung schon unter dem Stichwort "Prügelstrafe" den als Philosophen gehandelten Erzvater der Sadisten erwähnt, der als Verfechter und Prophet der absoluten persönlichen Freiheit ernstgenommen wird, diese jedoch nur dazu mißbrauchen konnte, andere für sich leiden und sterben zu lassen. Ob das der eingeschränkten Lustfähigkeit des Marquis Deshalb bin ich im Gegensatz zu Nevzorov sehr skeptisch, ob sich an den bestehenden Verhältnissen sehr schnell etwas ändern wird. Aufklärung ist sicher notwendig, kann aber bestimmt nur ganz wenig bewirken. Nichtsdestotrotz stimme ich ihm im Prinzip zu. Die Menschheit hat sich tatsächlich, wenn auch entsetzlich langsam und mit fürchterlichen Rückschlägen, in Richtung auf mehr Humanität, Menschlichkeit, Mitfühlen mit der belebten und sogar der unbelebten Natur, insbesondere den doch noch relativ verwandten Säugetieren entwickelt. Hoffnung besteht also. Gleichzeitig aber ist auch die Instrumentalisierung fortgeschritten. Schweine, Rinder, Geflügel, Fische werden weithin lediglich als Rohprodukte unserer Nahrung angesehen. Noch in meiner Jugend hatten die Kühe des Bauern individuelle Namen und wurden auch damit angesprochen. Für die Schweine und das Geflügel galt das nicht, nur für die Pferde gilt es heute immer noch. Die Produktionsbedingungen in fleischproduzierenden Betrieben sind bekanntermaßen fürchterlich grausam. Die wünschenswerte wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungsländer und die bereits galoppierende Entwicklung bevölkerungsreicher Länder wie Indien und China verstärken die Nachfrage nach Fleisch ganz ungemein. Die Folgen für die Tiere und für die Erde insgesamt sind unabsehbar. Bekanntlich braucht man ein Vielfaches an pflanzlicher Nahrung für Tiere, um daraus Fleisch herzustellen. Die angemessene Behandlung der Pferde ist in diesem Zusammenhang wahrlich zu vernachlässigen. In der nächsten Ausgabe möchte ich einerseits untersuchen, wie sich ein solcher Bewußtseinswandel in einem Individuum vollziehen kann, und mich andererseits der Frage widmen, was eigentlich wirklich hinter den sportlichen Ambitionen steht. |
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zu Ausgabe Hallo Herr Popken, Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß. Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke! Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben. Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht. Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht. Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern. Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen. Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern. Mit herzlichem Gruß, Susanne |
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