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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 490, erschienen am 17.08.2008

Magazin  Ausgabe 490

Petplay-BDSM-Top/Bottom-Fetisch
Ponygirl: Erinnerungen an die Kindheit

Foto: Autorenhinweise » ponygirlsex.com
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Schmerz und Lust
  2. Abschnitt  Motivation
  3. Abschnitt  Peitsche
  4. Abschnitt  Siegeswille
  5. Abschnitt  Bereitschaft
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 479:
Hauptartikel  Tu Gutes und rede darüber

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 480:
Hauptartikel  Wo und wie kann ich Gutes tun?

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 484:
Hauptartikel  Spenden sind Glücksbringer

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 485:
Hauptartikel  Heilung und Linderung

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 486:
Hauptartikel  Zwang und Gewalt

Teil Teil 6, Ausgabe Magazin 487:
Hauptartikel  Immer feste druff

Teil Teil 7
Schmerz und Lust

Teil Teil 8, Ausgabe Magazin 491:
Hauptartikel  Doping und Befriedigung

Teil Teil 9, Ausgabe Magazin 492:
Hauptartikel  Das Glück der Erde

Teil Teil 10, Ausgabe Magazin 493:
Hauptartikel  Ich bin der Größte

Teil Teil 11, Ausgabe Magazin 496:
Hauptartikel  Ein denkwürdiger Dialog

Teil Teil 12, Ausgabe Magazin 497:
Hauptartikel  Mir kommen die Tränen

Teil Teil 13, Ausgabe Magazin 498:
Hauptartikel  Rührung oder nicht

Teil Teil 14, Ausgabe Magazin 499:
Hauptartikel  Ritt des alten Cowboys

Teil Teil 15, Ausgabe Magazin 500:
Hauptartikel  Ritt für den Vater

Teil Teil 16, Ausgabe Magazin 503:
Hauptartikel  Von Autisten lernen

Teil Teil 17, Ausgabe Magazin 504:
Hauptartikel  Auf den Hund gekommen
http://equivox.de/Hauptartikel

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Schmerz und Lust

Wie Hilfsmittel aus der Pferdeszene genutzt werden können

Zu den Themen
Thema  Gebisse  Kommunikation  Tierschutz



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Pferde sind die Sklaven der heutigen Menschheit, so charakterisierte » Alexander Nevzorov unser Verhältnis zu den Pferden, und er hält das für untragbar. Lüge und Gewalt müsse der Freiheit und dem Wohlbefinden weichen. Die alltägliche Gewalt gegenüber Pferden, von der Gesellschaft akzeptiert und als normal angesehen, möchte er bewußt machen.

Pferde werden nicht nur mit der Peitsche traktiert, sondern auch regelmäßig mit Gebissen gequält. Das ist so normal, daß niemand darüber nachdenkt und keiner ein schlechtes Gewissen hat. "Gehst du zum Pferd? Vergiß das Gebiß nicht!" Keine Angst, das kommt nicht vor.

Er glaubt trotzdem daran, daß das Gute letzten Endes siegt, und daß diejenigen, die heute noch Pferde demütigen und quälen, das auch wissen und sich danach sehnen, daß sich dies endlich ändert (» Horse Revolution). Zu diesem Zweck müsse der Pferdesport, wie wir ihn heute kennen, vollständig abgeschafft werden, da dieser notwendigerweise die Pferde entwürdige, demütige und quäle. Dafür kämpft er, und gleichzeitig zeigt er, wie es auch anders geht.

Ich fürchte allerdings, er schätzt die Realität nicht ganz richtig ein. Genauer gesagt, idealisiert er den Menschen und sieht ihn nicht in seiner Verzweiflung und seinem Einfallsreichtum. Beispielsweise sind Bestrafung und Beherrschung, Schmerz und Leid, Unterwürfigkeit und Lust merkwürdigerweise beim Menschen – vielleicht nicht bei allen, aber doch bei einer lauten Minderheit – miteinander verbunden.

Solche Menschen bestehen darauf, ihr Leben auf vielfältige Weise "anzureichern" und "lebenswerter" zu gestalten. Interessanterweise bedienen sich diese Leute gerne in der Pferdewelt: Gerte, Peitsche, Trense, Kandarre, Geschirr. Die Bandbreite geht von ästhetischen Bildern bis hin zu Mord – zumindest in der Phantasie, ganz wie das hochgelobte Vorbild Wikipedia-Link» de Sade es niedergeschrieben hat. In dem berühmten Buch Wikipedia-Link» Die 120 Tage von Sodom überleben von 46 Personen gerade mal 16. Toll, nicht?

Eine Entsprechung im Tierreich ist mir unbekannt – es handelt sich hier also um ein genuin menschliches Verhalten. Sollen wir darauf stolz sein? Früher spielte sich so etwas im Verborgenen ab, heute muß man sich zernagelte Gesichter anschauen, sobald man sich unter Leute begibt – was sich unter der Kleidung verbirgt, bleibt glücklicherweise unbekannt, wenn nicht die Terroristenkontrolle im Flughafen anspringt (» Frau musste am Flughafen Brustwarzen-Piercings abnehmen).

Vor Jahren speiste ich geschäftlich mit Kunden zu Mittag und saß einer reifen Schönheit gegenüber, die sich eine Applikation an der Nasenwurzel hatte anbringen lassen. Diese machte zumindest optisch den Eindruck, als sei eine Metallstange mitten durch den Nasenknochen gebohrt worden, auch wenn die technische Durchführung vielleicht anders realisiert worden ist. Wenn man ihr beim Gespräch in die Augen schaute, konnte man nicht umhin, die Schmerzen zu spüren, die diese Operation – so oder so – hinterlassen haben mußte.

Mir war diese Konfrontation sehr unangenehm und umso unverständlicher, als diese Dame ohne die Applikation sehr reizvoll gewesen wäre. Wer sich genauer informieren will, welche körperlichen Leiden, medizinische und gesundheitliche Risiken, die diese Verstümmelungen notwendigerweise mit sich bringen, Menschen auf sich nehmen um des vermeintlichen Lustgewinns Willen, kann Stunden damit im Internet zubringen. Die Wikipedia ist ein guter Start.

Nun kann man sich nicht vorstellen, daß die erwähnte Dame durch ihre körperliche Beschädigung permanent Lustgefühle empfinden wird. Allenfalls dürfte ihr Selbstwertgefühl in dem Bewußtsein, daß ihr Gegenüber angesichts der "Verzierung" nicht kalt bleiben kann, gekitzelt werden. Bei anderen Wünschen, die "weitab vom Alltäglichen" angesiedelt sind, wie abartige Vorstellungen durch die einschlägige Sprachschöpfung verbrämt werden, kann man sich schon leichter zusammenreimen, wie Schmerzen mit Lust verknüpft werden können:

"Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen."
Gesendet von hafnar am 1 April um 20:16

Aber nur ! mit der Hand. Du kannst mir schon auf den Nackten draufhauen oder zu Strafe ins Bett schicken, wo ich erst frech werde und Du mich dann ordentlich im Schlafanzug durchklatscht. Auch wenns blaue Fleccken gibt.

du hast in deinem profil stehen das du 47 bist!!
JA DU:WIE ALT IS DENN DANN DIE REIFERE FRAU DIE DU HIER FINDEN WILLST?????
isch glaub net das du hier ne oma findest .

Habt dafür Verständnis ! Warum ich das gerne möchte, bestimmt fragen sich das einige, ich möchte gerne mal das erleben, was früher Bengel oft bekamen, ich zwar nicht. Es darf wirklich fest sein. die Frau sollte auch große und kräftige Hände haben. Bin aber nichtsdestoweniger gegen das Schlagen in der Erziehung bei Kindern und Jugendlichen.

Forum Go Feminin: » Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen.

Na ja. Ich würde sagen: Selbstredend kann der gute Mann sich an die Prügel, die er sich so lustvoll zurückwünscht, nicht mehr erinnern, wenn diese nur lang genug zurückliegen. Wer Zuwendung nur auf diese Art und Weise erfährt, muß sie trotzdem schätzen, weil ein Kind ohne Zuwendung nicht überleben kann. Und wenn es später noch nicht einmal mehr diese Art von Zuwendung bekommt, wächst die Sehnsucht. Man kann Menschen bekanntlich durch Nichtbeachtung sehr quälen.

Motivation  oben 



Reitgerte und Peitsche, klassische Hilfsmittel aus der Reiterszene, gelten in der BDSM-Szene als ausgezeichnete Hilfsmittel zur Erzeugung der entsprechenden Dominanz-Situation und von Schmerzen, wobei interessanterweise sicherheitsrelevante Informationen beigebracht werden:

Das sehr breite Spektrum unterschiedlichster BDSM- „Spielzeuge“ sowie angewandter physischer Manipulations- und Kontrolltechniken macht häufig ein umfangreiches, zur jeweiligen Session passendes Detailwissen aus so unterschiedlichen Gebieten wie Anatomie, Physik oder auch Psychologie notwendig. [...] Beim Einsatz von Gerten oder Peitschen kann das motorische Können und das anatomische Wissen den Unterschied zwischen einer befriedigenden Session, äußerst unangenehmen Erfahrungen und schweren körperlichen Schäden ausmachen.

Um einen psychologischen Absturz des Bottoms frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit zu vermeiden bzw. um ihn nach einem solchen Absturz „aufzufangen“ , ist es wichtig, dessen Reaktionen einfühlsam zu verfolgen und entsprechend zu reagieren.

Wikipedia: Wikipedia-Link» BDSM, Literaturhinweise dort

Immerhin! Der Schläger soll sich um den "Bottom" kümmern und sich in diesen einfühlen – es geht nämlich darum, daß beide zu ihrer Lust kommen – anscheinend funktioniert Lust bei diesen Leuten aber nicht anders als mit einer etwas aufwendigen und merkwürdigen Inszenierung mit dem ausdrücklichen Risiko einer äußerst unangenehmen Erfahrung und schweren körperlichen Schäden. Um Gottes willen! So was soll schön sein?

Die in diesem Zusammenhang praktizierten "Spiele" werden in anderem Zusammenhang als schwere Folter und menschenverachtende Demütigung gewertet, dann nämlich, wenn nicht beide Parteien zustimmen. Unter diesen Umständen soll plötzlich der "Bottom" für sein Leben geschädigt sein. Wie kann man es sich erklären, daß jemand so etwas freiwillig mit sich machen läßt? Übrigens gilt dasselbe ja auch für den "Top". Der Folterknecht bleibt in seiner Seele nicht unberührt, sondern trägt seinerseits einen schweren Schaden davon. Die Selbstmordrate der ehemaligen Soldaten in den USA spricht eine deutliche Sprache.

Folterungen werden – so die allgemeine Meinung – als unmenschlich grundsätzlich abgelehnt, wobei in erster Linie das Opfer und so gut wie gar nicht der Täter betrachtet werden; vermutlich nimmt man an, daß der Täter bei seinem Tun noch Lust empfindet und sich in seiner "etwas anderen" Sexualität ausleben kann und andernfalls seine Mitwirkung versagen könnte, was im militärischen Kontext allerdings vermutlich selten zutreffen dürfte.

Möglicherweise ist aber der Täter genauso Opfer, nämlich Opfer des Systems, das die Folterung von ihm verlangt. Die Folterknechte werden angeklagt, alle zeigen mit dem Finger auf sie, aber vielleicht sind sie ebenso zu bedauern und für das Leben gebrochen wie die eigentlichen Opfer. Bei diesem Sachverhalt glaubt man jedenfalls, objektiv urteilen zu können und ist sich sicher, daß die ganze Angelegenheit eine fürchterliche und schlimme Sache ist, die eigentlich gar nicht vorkommen dürfte.

Bei den sexuellen Spielarten hingegen spricht man der Öffentlichkeit dieses objektive Urteil ab. Was für den außenstehenden Betrachter eine fatale Ähnlichkeit mit Demütigungen und Folterungen hat, wird als persönliche Freiheit verteidigt und Toleranz eingefordert. Pornofilme werden inzwischen als "Informationsangebote" bezeichnet. Ob diese Umetikettierung wohl etwas bezwecken soll?

Interessanterweise dürften die meisten Szenen, die man in der Porno- und Sexindustrie geboten bekommt, nicht ganz freiwillig zustandegekommen sein. Zum einen gibt es gerade dort das moderne Phänomen der wirklichen und echten Sklaverei inklusive Verschleppung und Menschenhandel, zum anderen kann man auch dann von Versklavung sprechen, wenn das Opfer aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, sich zu erniedrigen und mißbrauchen zu lassen, wobei man davon ausgehen kann, daß sich auch die "Täter" im Porno prostituieren und im Grunde genauso erniedrigt und mißbraucht werden, für das Geschäft nämlich, das der Produzent oder der Zuhälter macht.

So ist man sich allgemein einig, daß beispielsweise der Sextourismus nach Asien diese Strukturen fördert und vielleicht erst ermöglicht. Die Nachfrage bestimmt also das Angebot, wie immer. Der Ausbeuter ist also auf jeden Fall verantwortlich. Sobald aber derjenige, der ausgebeutet und mißbraucht wird, sich "freiwillig" ausbeuten und mißbrauchen läßt, soll plötzlich alles sauber und in Ordnung sein – nicht nur das, sondern es soll sich um ein Menschenrecht handeln, um die Freiheit der Selbstverwirklichung, die durch öffentliche Paraden lautstark und deutlich eingefordert wird.

Peitsche  oben 



Manchmal bekommt man durch diese Darstellungen und Selbstdarstellungen den Eindruck, daß man als Mensch nicht voll genommen werden kann, wenn man nicht selbst solchen Zirkeln angehört oder zumindest solche Phantasien pflegt. Sollte man es wagen, sich kritisch zu äußern, läuft man Gefahr, als intolerant angesehen zu werden, und sogleich wird die Nähe zu den Nazis hergestellt, die bekanntlich Homosexuelle verfolgt haben, was natürlich nicht in Ordnung war.

Bei den Tieren gehen Beobachter wie Nevzorov ganz selbstverständlich davon aus, daß menschliche Begriffe wie Würde, Demütigung, Schmerz auf Pferde anwendbar sind, obwohl wir objektiv gar nicht wissen können, wie die Tiere sich fühlen. Solche Leute fordern einen gewissermaßen "menschlichen" Umgang mit Pferden. Wie würden die den Umgang von Leuten aus der BDSM-Szene miteinander beurteilen? Wie würden die über Menschen denken, die sich quälen, verletzen und demütigen lassen wollen oder dazu gezwungen werden?

Die mitfühlende Vorsicht kann nicht darüber hinwegtäuschen: Der Mechanismus nach einem "Absturz" dürfte derselbe wie bei Eltern und Kindern sein: Trost in der Einsicht, zu weit gegangen zu sein – ein schwacher Trost. Bei beiden Parteien dürfte ein ungutes Gefühl zurückbleiben, wenn man nicht ohnehin schon so fühllos und verhärtet ist, daß man sich solcherlei abverlangen muß, um überhaupt etwas zu fühlen: "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Das hat nicht etwa ein Nazi gesagt, sondern der (meines Erachtens durchaus kranke) Philosoph Wikipedia-Link» Friedrich Nietzsche, auf den diese sich berufen konnten, der sich aus einer Position der Schwäche zum "Übermenschen" aufschwingen mußte und die Fühllosigkeit als Ideal propagierte.

Sinnigerweise ließ er sich als Pferd mit seinem Freund vor einem Karren ablichten, auf dem die von beiden Angebetete mit einer Knotenpeitsche sitzt, die man als Kutscher nicht einsetzen könnte, sehr wohl aber zur erotischen Stimulation. "Das Foto wurde von Nietzsche in allen Einzelheiten arrangiert, nachdem Salomé Heiratsanträge beider Männer abgelehnt hatte." (Wikipedia-Link» Lou von Salomé spannt Paul Rée und Friedrich Nietzsche vor ihren Karren.) Na so was, der Herr Philosoph!

Von ihm stammt übrigens auch die Erfindung: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Das legt er ausgerechnet einem "alten Weiblein" in den Mund. Wohlwollende Interpreten wollen herausgefunden haben, daß er damit ausdrücken wollte, daß der Mann mit der Peitsche bei sich die sinnlichen Impulse im Zaum zu halten habe, da die Frau nicht Lustobjekt sei, sondern ausschließlich Gebärmaschine und nur darin ihre Erfüllung finde. Wie dumm, daß niemand diesen Spruch so verstehen kann. Wie konnte nur jemand diesen Mann jemals ernstnehmen?

Die Empfänglichkeit der Welt für die Thesen des verkrachten Schriftstellers ist allerdings Symptom. Er hat Gedanken ausgesprochen, die andere sich zu eigen machen konnten und wollten, und zwar bis heute. Dahinter steht nämlich eigentlich eine Fühllosigkeit, die für die moderne Welt durchaus symptomatisch ist. Nur wenn man nichts mehr fühlt, kann man die schrecklichsten Dinge tun und aushalten, mehr noch, man muß wohl so etwas tun oder aushalten, damit man überhaupt etwas fühlt.

So ist es möglicherweise auch zu erklären, daß die Menschen in Kriegszeiten intensiver leben und in Friedenszeiten immer schlimmere Dummheiten machen müssen, um sich zu spüren – wir haben jetzt schon über 60 Jahre lang Frieden. Da muß man sich wohl was einfallen lassen, damit man noch merkt, daß man lebt. Besser die Hölle auf Erden als gleich tot, scheint die Devise zu sein. Das alles sind Probleme, die Tiere überhaupt nicht haben – jedenfalls dann nicht, wenn sie so leben können, wie es ihnen angemessen ist. Sperrt man zu viele Tiere auf zu engen Raum, kann man freilich die schlimmsten Dinge erleben. Vielleicht ist es auch das, was die Menschen krank macht. Die modernen Lebensbedingungen sind einfach nicht mehr angemessen und führen zu mörderischen und selbstmörderischen Verhaltensweisen.

Die Tierspiele, die von Kindern legitimer- und unschuldigerweise als Rollenspiele gespielt werden, indem diese sich als Pferd gebärden und fühlen, wo sie doch eigentlich ein Pferd haben wollen und sich so wenigstens in diese Situation hineinversetzen können, gehören anscheinend als Wikipedia-Link» Petplay zum festen Repertoire der "Erwachsenenspiele", wo dann die typischen Utensilien aus der Pferdewelt, die mit Zwang und Gewalt Dominanz erzwingen sollen und Schmerz zufügen können und die überall wohlfeil zu haben sind, zum Zwecke der Lustgewinnung und -steigerung eingesetzt werden können.

Siegeswille  oben 



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Soll man sich angesichts dieser Sachlage darüber aufregen, wenn Tiere, speziell Pferde, mit Bestrafung, Schmerz und Zwang zu Verhaltensweisen gebracht werden, die dem Menschen auf irgendeine Art und Weise Lust bereiten oder zumindest wichtig sind?

Diese Frage wird im allgemeinen eindeutig bejaht, und zwar wird das mit der abhängigen Situation des Tieres begründet. Die Wikipedia-Link» BDSM-Szene betont, daß alle Beteiligten freiwillig mitmachen und jegliche Aktion unterbrochen wird, falls irgend jemand nicht mehr mitmachen möchte.

Davon kann ja nun bei den Tieren in der Regel nicht die Rede sein – diese können ihr Mitwirken zwar theoretisch und auch praktisch verweigern, aber dieses Verhalten wird von ihrem menschlichen "Partner" bestraft, und von Freiwilligkeit kann vermutlich ohnehin keine Rede sein, obwohl von Sportsfreunden immer wieder betont wird, daß auch Tiere Lust am Sport zeigen. Lust am Sport?

Oder meinen die etwas ganz anderes, etwa Lust an der Bewegung? Selbstverständlich laufen Pferde gerne, wie auch Menschen zuweilen Lust an der Bewegung verspüren. Diese Lust am Erleben des eigenen Körpers ist aber etwas ganz anderes und hat mit der Lust am Gewinnen, mit dem unbedingten Willen, die eigenen Grenzen zu überschreiten und mehr zu leisten als lustvoll ist, ohne die es den Begriff Sport, insbesondere den Leistungssport überhaupt nicht gäbe, gar nichts zu tun. Wenn dem so wäre, gäbe es auch etwas wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele im Tierreich und vielleicht auch eine entsprechende Kommerzialisierung. Davon kann aber keine Rede sein.

Zwar gibt es gewissermaßen "Wettkämpfe" unter Tieren, vornehmlich zwischen männlichen, aber diese dienen einem ganz bestimmten Zweck, nämlich der Fortpflanzung bzw. der natürlichen Zuchtauswahl, und haben mit Sport im eigentlichen Sinne überhaupt nichts zu tun. Indirekt könnte man den Sport auf die gleichen Wurzeln zurückführen. Bei Menschen munkelt man, daß der Gewinner in sportlichen Wettkämpfen inoffiziell zuweilen auch eine sexuelle Trophäe erringt – warum auch nicht?

Allgemein geht es aber um Prestige und Macht und Geld, wobei mal das eine, mal das andere eine größere Rolle spielt, und alle drei Komponenten erweisen sich gegenüber dem anderen Geschlecht als höchst attraktiv, das ist bekannt. Da beim Menschen alles viel vertrackter sein kann als beim Tier, könnte man behaupten, daß es eben auch beim Menschen letzten Endes nur der sexuelle Erfolg sei, der als Kraft hinter dem Sport steht.

Diese Hypothese scheint mir aber auf schwachen Füßen zu stehen. Wer es einfach nur darauf anlegt, auf schnellstmöglichem Wege den gewünschten Sexualpartner zu begatten, wird dazu kaum den Weg des Sportlers wählen – dann müßten wesentlich mehr Menschen und vor allem Männer Sportler sein. "Man müßte Klavier spielen können" ist der Titel eines Schlagers, der denselben Zusammenhang in Bezug auf die Musik herzustellen versucht. Man kann offensichtlich viele Umwege gehen, um zum selben Ziel zu gelangen. Der direkte Weg wäre der, sich zum perfekten Liebhaber und gegebenenfalls Eroberer auszubilden, wenn es nur darum geht.

Aber auch im Tierreich kann man die entsprechende Parallele nicht ziehen, denn der durch das Sexualverhalten zeitlich begrenzte und mehr oder minder festgelegte Wettbewerb der männlichen Tiere zielt nicht auf irgendwelche Rekorde ab. Entweder geht es darum, wer vitaler ist, oder es handelt sich um Rituale, die das Weibchen beeindrucken sollen, welches anschließend souverän nach nicht weiter bekannten Kriterien die Wahl trifft. Ein sportlicher Wettkampf dürfte also ein Konzept sein, das Tieren prinzipiell verschlossen ist.

Die von den Menschen mit Pferden entwickelten sportlichen Wettbewerbe haben nur sehr entfernt, etwa in der Dressur, etwas mit sexuell motivierten Wettbewerben unter Pferden zu tun. Insbesondere der Springsport und das die Rennveranstaltungen können sich nicht darauf berufen, daß Pferde unter sich natürlicherweise so etwas veranstalten würden und dabei ihren Siegeswillen erproben und unter Beweis stellen würden, weshalb der Siegeswille kein natürlicher Bestandteil der Psyche des Pferdes sein kann.

Bereitschaft  oben 



Die Muttertiere schonte er. Den Widerstand der Hengste brach er mit Gewalt. Nach 1000 Jahren Zuckerbrot und Peitsche ist Kamerad Pferd geboren. Die Geschichte kann losgehen.
Aus Stern, Horst: Bemerkungen über Pferde
Wenn Pferde nun aus anderen Gründen unabhängig von sexuell motivierten Rangkämpfen so gewinngeil wären, etwa weil sie vom Fluchtinstinkt ergriffen ihr Äußerstes gäben, wäre nicht einzusehen, daß diese etwa im Galoppsport regelmäßig mit der Gerte bearbeitet werden, denn dann bedürften sie dieser schmerzhaften Stimulation nicht. Diese Praxis muß besonders verwundern, weil Untersuchungen vorliegen, die beweisen, daß durch die Prügelei die Leistung nicht verbessert, sondern verschlechtert wird. Die Aufklärung ist einfach: Der Jockey kann nämlich auf diese Weise und nur so den Besitzern und Wettern gegenüber nachweisen, daß er sein Äußerstes getan hat und sein schlechtes Abschneiden also ausschließlich dem Pferd zu verdanken ist. Das Pferd kriegt es also ab, obwohl es nichts dazu kann und nichts davon hat.

In diesem Sinne hat Wikipedia-Link» Horst Stern in seinem Buch » Bemerkungen über Pferde dem Galoppsport ebenfalls einige Bemerkungen gewidmet. Im besonderen wettert er gegen die Vermenschlichung, die man den Gewinnern unterschiebt, indem ihnen ein Siegeswille attestiert wird. Demgegenüber stellt Stern fest, daß die Ohren der Pferde im Galopprennen immer nach hinten gerichtet sind und deshalb als Ausdruck der Panik auf der Flucht gewertet werden müssen – alles andere ist Unfug. Die Wertvorstellungen der Menschen sind Tieren völlig fremd und müssen es auch immer bleiben. Der Mißbrauch der Pferde durch den Menschen ist nur durch diese zu verantworten und kann nicht entschuldigt werden. Das galt vor 40 Jahren genauso wie heute – getan hat sich wenig.

Wenn auch die Jockeys sich damit herausreden mögen, daß die Prügelei als Argument gegenüber den Menschen notwendig sei, so sind sie es doch, die das tun. Genauso wie in der Folterszene bei den Militärs oder in der Pornoindustrie oder in jeder beliebigen Diktatur und bekanntermaßen auch in Demokratien braucht man immer Menschen, die bereit sind, so etwas zu tun. Auch in unserem Lande gab es bekanntlich in der Vergangenheit eine überwältigende Bereitschaft, aktiv an Greueltaten teilzunehmen, und auch in der Gegenwart flammt immer wieder einmal die Diskussion auf, ob man nicht unter gewissen Umständen zum Mittel der Folterung nicht nur greifen dürfe, sondern müsse – selbstverständlich im Namen höherer Ziele. Wieder einmal stellt sich die Frage, ob der Zweck das Mittel heiligen darf.

Aber zunächst muß man sich den Motivationen des Menschen zuwenden – warum tun die Menschen alle diese schrecklichen Sachen, Tiere quälen, selbst wenn sie es nicht wollen, warum empfinden sie Lust und Vergnügen beim Quälen von Tieren und Menschen? Damit diese Frage nicht so abgehoben und fremd im Raum steht: Warum setzen die Reiter weltweit ganz selbstverständlich Gebisse, Sporen, Gerte und Peitsche ein und fügen damit bewußt den von ihnen geliebten Pferden Schmerzen zu?

Aber es sind ja nicht nur Tiere, die gequält werden, und es werden nicht nur solche Menschen gequält, die sich quälen lassen wollen. Wenn überhaupt keine Bereitschaft zu einem quälerischen Handeln bestehen würde, erübrigte sich die ganze Diskussion. Von den politisch oder strafrechtlich motivierten Folterungen wollen wir gar nicht reden – die zur persönlichen Lustgewinnung der Quälgeister vollbrachten Untaten reichen völlig aus. Ich habe im Editorial  Planung schon unter dem Stichwort "Prügelstrafe" den als Philosophen gehandelten Erzvater der Sadisten erwähnt, der als Verfechter und Prophet der absoluten persönlichen Freiheit ernstgenommen wird, diese jedoch nur dazu mißbrauchen konnte, andere für sich leiden und sterben zu lassen.

Ob das der eingeschränkten Lustfähigkeit des Marquis Wikipedia-Link» de Sade überhaupt auf die Füße geholfen hat, ist mir bisher noch nicht klar geworden, aber seine Phantasien haben ihrerseits wiederum viele andere, die unsere Kultur nachdrücklich beeinflußt haben und beeinflussen, begeistert und angeregt, entsprechende Bilder und Handlungen als Buch, im Film oder als Videospiel zu inszenieren, und diese Produkte werden bekanntlich vom Markt sehr nachgefragt. Krimis, Horrorfilme, Splatter etc. – alles das steht hoch im Kurs, ein Ende der Eskalation ist gar nicht abzusehen. Womit wir wieder bei der Nachfrage sind, die die Produktion ankurbelt. Es gibt offenbar unglaublich viele Menschen, die auf solche Sachen wahnsinnig heiß sind. Hier werden also elementare Bedürfnisse ausgelebt und befriedigt. Wer seinem Pferd im Maul reißt, ihm die Sporen in die Rippen haut oder ihm mit der Gerte eins überbrät, tut solches nicht, weil es ihm geboten ist, weil er nach sorgfältiger Überlegung zu dem Schluß gekommen ist, daß dies für das Pferd das Beste und deshalb notwendig ist, sondern er macht das, weil ihm danach ist. Er fühlt sich gut dabei und hat gar keinen Anlaß, an sich selbst zu zweifeln.

Deshalb bin ich im Gegensatz zu Nevzorov sehr skeptisch, ob sich an den bestehenden Verhältnissen sehr schnell etwas ändern wird. Aufklärung ist sicher notwendig, kann aber bestimmt nur ganz wenig bewirken. Nichtsdestotrotz stimme ich ihm im Prinzip zu. Die Menschheit hat sich tatsächlich, wenn auch entsetzlich langsam und mit fürchterlichen Rückschlägen, in Richtung auf mehr Humanität, Menschlichkeit, Mitfühlen mit der belebten und sogar der unbelebten Natur, insbesondere den doch noch relativ verwandten Säugetieren entwickelt. Hoffnung besteht also.

Gleichzeitig aber ist auch die Instrumentalisierung fortgeschritten. Schweine, Rinder, Geflügel, Fische werden weithin lediglich als Rohprodukte unserer Nahrung angesehen. Noch in meiner Jugend hatten die Kühe des Bauern individuelle Namen und wurden auch damit angesprochen. Für die Schweine und das Geflügel galt das nicht, nur für die Pferde gilt es heute immer noch. Die Produktionsbedingungen in fleischproduzierenden Betrieben sind bekanntermaßen fürchterlich grausam. Die wünschenswerte wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungsländer und die bereits galoppierende Entwicklung bevölkerungsreicher Länder wie Indien und China verstärken die Nachfrage nach Fleisch ganz ungemein. Die Folgen für die Tiere und für die Erde insgesamt sind unabsehbar. Bekanntlich braucht man ein Vielfaches an pflanzlicher Nahrung für Tiere, um daraus Fleisch herzustellen. Die angemessene Behandlung der Pferde ist in diesem Zusammenhang wahrlich zu vernachlässigen.

In der nächsten Ausgabe möchte ich einerseits untersuchen, wie sich ein solcher Bewußtseinswandel in einem Individuum vollziehen kann, und mich andererseits der Frage widmen, was eigentlich wirklich hinter den sportlichen Ambitionen steht.

Quellen / Verweise  oben 

  1. » Alexander Nevzorov
  2. » Horse Revolution
  3. Wikipedia-Link» de Sade
  4. Wikipedia-Link» Die 120 Tage von Sodom
  5. » Frau musste am Flughafen Brustwarzen-Piercings abnehmen
  6. » Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen.
  7. Wikipedia-Link» BDSM
  8. Wikipedia-Link» Friedrich Nietzsche
  9. Wikipedia-Link» Lou von Salomé spannt Paul Rée und Friedrich Nietzsche vor ihren Karren.
  10. Wikipedia-Link» Petplay
  11. Wikipedia-Link» Horst Stern
  12. » Bemerkungen über Pferde
  13. Magazin  Planung
  14. Magazin  Tu Gutes und rede darüber, Spenden für den guten Zweck – Bexter Hof Open freut sich auf Ihren Besuch
    EquiVoX-Link Ausgabe 479 · Teil Teil 1
  15. Magazin  Wo und wie kann ich Gutes tun?, Die Umsetzung des Philanthropie-Konzepts
    EquiVoX-Link Ausgabe 480 · Teil Teil 2
  16. Magazin  Spenden sind Glücksbringer, Kontakte, Schicksale, Initiativen und Integration
    EquiVoX-Link Ausgabe 484 · Teil Teil 3
  17. Magazin  Heilung und Linderung, Fallgeschichten und Randbedingungen des Pferdeeinsatzes im Gesundheitswesen
    EquiVoX-Link Ausgabe 485 · Teil Teil 4
  18. Magazin  Zwang und Gewalt, Springsport, Stierkampf und Bewußtseinswandel
    EquiVoX-Link Ausgabe 486 · Teil Teil 5
  19. Magazin  Immer feste druff, Über Gewalt in der Erziehung beim Menschen und beim Tier
    EquiVoX-Link Ausgabe 487 · Teil Teil 6


Abbildungen

Autorenhinweise m_red  » Werner Popken und wie angegeben

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Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  2021 vom 27.10.2008
zu Ausgabe Magazin  490  500
Leserbrief

Lieber Herr Dr. Popken,

eben wollte ich kurz vorm Schlafengehen nochmal in Ihre Zeitung gehen und habe zu meiner Freude ein Bild von der 12-jährigen Lea auf ihrer 4-jährigen Trakehnerstute Bea gesehen, stressfrei von ihr selbst eingeritten...

Zu unseren trailer; die Pferde kauen da auch viel, aber meistens, weil sie gerade eine Belohung bekommen haben, die wir oft geben, wenn ein Pferd etwas toll gemacht hat (die meisten Trakehner können Sie sowieso nicht bestechen). Das nur als Info... Auch das Pferd meines Mannes, die Haute Tension, hat beim Spielen im Film immer mal schnell ein Maulvoll leckeres Frühjahrsgras genommen, das kann man auf der demnächst fertigen DVD, die ich Ihnen dann auch senden werde, auch sehen. Permanentkauen wäre schon wieder verdächtig!

Zu den Bildern, die sind teilweise so shocking, das ich das kaum anschauen konnte, vor allem das Ponygirl.... Aber ich finde es mutig , das und wie sie darüber berichten und den Bogen immer wieder zu unserer Kultur schlagen, denn das Eine gehört zum Anderen. Das kann man nicht getrennt sehen...

Herzliche Grüsse von Sabine Birmann

» mitpferdensein.de

Notizen  Leserbrief  2028 vom 27.11.2008
zu Ausgabe Magazin  479  480  484  485  486  487  490  491  492  493  496  497  498  499  500  503  504
Temple Grandin & Artikelserie

Hallo Herr Popken,

Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß.

Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke!

Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben.

Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht.

Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht.


Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern.

Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen.

Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern.

Mit herzlichem Gruß,
Susanne

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 490 vom 13.05.2012
Hauptartikel  Schmerz und LustPferdemesse  Messe: WestphalenEditorial  Editorial: SpiegelRezension  Rezension: Gymnastizierende Arbeit an…Tip  Tip: Hufe XXV
Kolumne  Ratgeber: GnadenbrotPoster  Poster: Auf zur nächsten Passage!Pferdemesse  Messe: PferdemarketingLeserbriefe  LeserbriefeAngebot_der_Woche  Angebot der Woche
Pferdemesse  Messe: ReiterhotelGesuche  GesucheAngebote  AngebotePferdemarkt  PferdemarktPferdemesse  Messe: Lobback
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