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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 491, erschienen am 25.08.2008

Magazin  Ausgabe 491

Mehrfach verweigert, springt aber doch.
Tricks im professionellen Springsport

Foto: Autorenhinweise m_red  » Werner Popken
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Ponyspiele
  2. Abschnitt  Training
  3. Abschnitt  Ponygestüt
  4. Abschnitt  Orgasmusschwierigkeiten
  5. Abschnitt  Bewußtseinswandel
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 479:
Hauptartikel  Tu Gutes und rede darüber

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 480:
Hauptartikel  Wo und wie kann ich Gutes tun?

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 484:
Hauptartikel  Spenden sind Glücksbringer

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 485:
Hauptartikel  Heilung und Linderung

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 486:
Hauptartikel  Zwang und Gewalt

Teil Teil 6, Ausgabe Magazin 487:
Hauptartikel  Immer feste druff

Teil Teil 7, Ausgabe Magazin 490:
Hauptartikel  Schmerz und Lust

Teil Teil 8
Doping und Befriedigung

Teil Teil 9, Ausgabe Magazin 492:
Hauptartikel  Das Glück der Erde

Teil Teil 10, Ausgabe Magazin 493:
Hauptartikel  Ich bin der Größte

Teil Teil 11, Ausgabe Magazin 496:
Hauptartikel  Ein denkwürdiger Dialog

Teil Teil 12, Ausgabe Magazin 497:
Hauptartikel  Mir kommen die Tränen

Teil Teil 13, Ausgabe Magazin 498:
Hauptartikel  Rührung oder nicht

Teil Teil 14, Ausgabe Magazin 499:
Hauptartikel  Ritt des alten Cowboys

Teil Teil 15, Ausgabe Magazin 500:
Hauptartikel  Ritt für den Vater

Teil Teil 16, Ausgabe Magazin 503:
Hauptartikel  Von Autisten lernen

Teil Teil 17, Ausgabe Magazin 504:
Hauptartikel  Auf den Hund gekommen
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Leserresonanz oben 

Die Hufe hoch, sonst fällt die Stange!
Wie kriegt man das Pferd dazu, die Hufe hoch genug zu nehmen, wenn die Stange schon bei geringster Berührung fällt?
Wie kriegt man das Pferd überhaupt dazu, über das Hindernis zu springen, insbesondere dann, wenn es offensichtlich nicht will?
Doping und Befriedigung

Menschliche Bedürfnisse und die Hölle der Pferdemädchen

Zu den Themen
Thema  Kommunikation  Tierschutz



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Sie werden es vermutlich mitbekommen haben: Ein Mitglied der deutschen Olympia-Mannschaft, ein Springreiter, mußte wegen Doping-Verdachts vorzeitig nach Hause reisen. Weitere Mitglieder anderer Nationen wurden mit demselben Vorwurf konfrontiert. Jeder denkt dabei natürlich sofort an schmerzstillende oder leistungsfördernde Mittel. Heute hörte ich, daß es sich um eine Salbe handeln sollte.

Na ja, bei einer Salbe denkt man natürlich ebenfalls an gesundheitliche Probleme, die durch äußerliche Anwendung positiv beeinflußt werden sollen, etwa Schürfwunden oder Prellungen. Diese Salbe hat jedoch eine ganz andere Funktion. Sie wird beim gesunden Pferd angewandt. Normalerweise hat das keinerlei Auswirkungen, angeblich jedenfalls, denn man soll die Anwendung durchaus sehen können, durch Bläschen beispielsweise.

Ich hoffe, ich habe Sie jetzt so richtig auf die Folter gespannt. Was um Himmels willen soll diese Salbe denn bewirken, wenn sie keine Auswirkungen hat und beim gesunden Pferd angewandt wird? Irgendeine Wirkung muß man sich davon doch versprechen, sonst würde man es ja nicht tun! Der Clou der ganzen Sache ist, daß diese Salbe ihre Wirkung entfaltet, wenn man die damit eingeriebene Stelle berührt. Dann nämlich soll sie höllisch brennen.

Na, ist Ihnen jetzt schon klar, was die Salbe bezwecken soll? Es ist dasselbe wie die berüchtigte Technik des Barrens. Diese Salbe wird bei "faulen" Pferden angewandt, die dazu neigen, mit ihren Hufen die Stangen zu berühren. Damit setzen sie den Reiter natürlich der Gefahr aus, daß die Stange fällt. Damit das "faule" Pferd "lernt", die Hufe hochzureißen, hat man früher gebarrt, d. h. die Beine der Pferde mit Stangen geschlagen, damit es weh tut und die Pferde lernen, aus Angst vor den Schmerzen die Beine so hoch wie möglich zu nehmen. Früher, nämlich vor der "Affäre Schockemöhle".

In die Kritik geriet Schockemöhle Anfang der 1990er Jahre, weil er durch das so genannte Barren seine Pferde zu höheren und weiteren Sprüngen über die Hindernisse antrieb. Das bei Springpferden schon seit je her praktizierte Barren wurde nach einem Bericht der Sendung „Stern TV“ allgemein geächtet und zumindest offiziell aus den Trainingsplänen der deutschen Reiter gestrichen. Spätere Recherchen ergaben, dass auch weiterhin im Stall von Paul Schockemöhle Pferde gebarrt wurden.

Wikipedia-Link» Paul Schockemöhle

Aha, diese Praxis wurde also schon immer angewandt, und selbstverständlich auch von einem der erfolgreichsten Springreiter unserer Nation, der laut Wikipedia auf seinem Gestüt erfolgreiche Springpferde "formt". Erst ein Fernsehbericht führte dazu, daß man zumindest offiziell diese Praxis ächtet. Was hinter verschlossenen Türen stattfindet, kann natürlich kein Außenstehender wissen.

Jetzt macht man es anscheinend mit der Salbe. Wenn das Pferd die Stange berührt, brennt es schrecklich, was das Pferd natürlich nicht möchte und infolgedessen hoffentlich lernt, die Hufe ordentlich hochzunehmen. Und weil es mit Chemie zu tun hat, nennt man es heutzutage Doping. Auf dem Weg zum Sieg sind alle Mittel recht. Nur die Goldmedaille zählt. Alle machen mit, müssen mitmachen, weil es alle machen – man dreht sich im Kreis. Dumm nur, wenn man erwischt wird. Dann zeigt jeder mit dem Finger auf den Bösewicht. Pech aber auch!

Ponyspiele  oben 



Muß das schön sein!
Was das mit dem seit Wochen behandelten Thema zu tun hat? Sie werden es gleich sehen. Im Laufe der letzten Woche konnte ich es nicht vermeiden, immer wieder einmal den aktuellen Hauptartikel 490 und die darin enthaltenen Illustrationen zu sehen. Normalerweise überprüfe ich dann meine Absicht und bin erfreut, wenn mir die Bilder und der Artikel immer noch gefallen, aber dieses Mal war es anders. Trotz Gewöhnung und bester Illustrationsabsicht konnte ich diesen Bildern nichts abgewinnen, im Gegenteil, sie waren mir zuwider und diese Abneigung nahm sogar noch zu. Es wurde mir nicht gerade schlecht, aber der Anblick war mir doch sehr unangenehm.

Nachdem ich den Artikel EquiVoX-Link Schmerz und Lust letzte Woche fertiggestellt hatte, recherchierte ich noch ein bißchen weiter und fand heraus, daß es sich hierbei um eine etablierte Szene, einen richtigen Markt handelt. Es gibt sogar eine spezialisierte Zeitschrift mit dem Namen » Equus Eroticus, "vorrätig in vielen gut sortierten Buchhandlungen". Ein typisches Szenario sei, so wird der Leser auf einer dieser Seiten aufgeklärt, daß ein Ponymädchen von seinem Meister ausgebildet werde.

Das leuchtet ein: Wenn man ein Rollenspiel inszeniert, möchte man sich möglichst eng an die nachzuspielende Wirklichkeit anlehnen – so funktionieren Rollenspiele, ob es nun "Mutter und Kind" oder "Eisenbahn" heißt. Daraus ergibt sich, daß es umgekehrt interessant sein kann, welches Bild oder Zerrbild der Wirklichkeit das Rollenspiel verwirklicht. Im Falle von "Mutter und Kind" wird sich darin der Erfahrung des Kindes in Bezug auf seine eigene Situation widerspiegeln und zum Ausdruck gebracht werden, selbst wenn es nicht bewußt darüber reflektieren kann. Das nutzen Erzieher und Kinderpsychologen.

Wie sieht also das Bild oder Zerrbild der Pferdewelt im Spiegel der Ponyspiele aus? Was kann die Pferdewelt daraus lernen? Selbst wenn Parallelen zur Wirklichkeit weit hergeholt erscheinen, darf man bei einer solchen Projektion nicht allzu empört tun, denn selbstverständlich sucht man sich ausschließlich solche Wirklichkeiten aus, die es erlauben, die angestrebten Phantasien bestmöglich umzusetzen. Wenn keinerlei Anklänge in der Wirklichkeit vorhanden wären, wäre diese Wirklichkeit als Vorlage für ein Rollenspiel uninteressant, unergiebig, unbrauchbar. Wir dürfen also durchaus auf Einsichten in Bezug auf die reale Welt hoffen.

Aber zunächst: Welche Phantasien sollen hier ausgelebt werden? Eine Seite preist ihre Waren wie folgt an:

All original images and videos of these beautiful girls chained, tied, whipped, beaten, abused and humiliated.

Schöne Mädchen, angekettet, gefesselt, ausgepeitscht, geschlagen, mißbraucht und erniedrigt, alles Originalfotos und -videos.

» Pony Girls .US

So etwas ist offenbar interessant. Man bietet die entsprechenden Szenen zum ausdrücklichen "Vergnügen" des Betrachters an, der offenbar bereit ist, dafür zu zahlen. Früher glaubte man mal, daß diese Betrachter ausschließlich männlich seien, aber inzwischen weiß man, daß das nicht stimmt. Irgendwo habe ich sogar einmal von einer wissenschaftlichen Untersuchung gelesen, wo die These aufgestellt wurde, daß Pornos, die von Frauen für Frauen inszeniert werden, noch härter und brutaler seien als die des anderen Geschlechts.

Eine auf Ponyspiele spezialisierte Seite formulierte den Aufreißer so:

See poor Justine fitted out as a PonyGirl. She's trotted around and then led around in circles on a rope by her cruel master. When she doesn't step high enough the rope is yanked pulling her off balance, making her stumble in her fragile high heels. Tight nipple clamps add to her misery.

Die arme Justine als Ponymädchen! Sie wird von ihrem grausamen Meister herumgeführt und muß dann an der Longe im Kreis herumlaufen. Wenn sie ihre Füße nicht genug anhebt, zieht er an der Leine und bringt sie aus dem Gleichgewicht, so daß sie mit ihren zerbrechlichen Stöckelschuhen stolpert. Zwickende Warzenklammern vergrößern ihr Elend.

» Justine's Pony Girl Movie

Das ist der Werbetext für ein 13 minütiges Video, das man für 15 US-Dollar sofort herunterladen kann. Es gibt noch vier weitere, und wenn man alle auf einmal kauft, bekommt man Rabatt.

Training  oben 



Hier handelt es sich aber nur das spezielle Angebote in Bezug auf "Justine", deren Name sich natürlich auf den Roman Wikipedia-Link» Justine von Wikipedia-Link» Marquis de Sade bezieht. Den Inhalt dieses Romans faßt die Wikipedia wie folgt zusammen:

Justine und Juliette sind die Töchter eines bankrotten Kaufmanns. Nach dem Tod der nahezu mittellosen Mutter beschließt Juliette, als Prostituierte ins Bordell zu gehen, verübt eine Reihe von Verbrechen, erwirbt Reichtum und wird glücklich. Justine hingegen wählt den Weg der Tugend, erlebt hierbei eine Reihe von Abenteuern und Missgeschicken und wird fortwährend Verfolgungen und Erniedrigungen ausgesetzt, bis sie – wegen Mordes und Brandstiftung unter Anklage stehend – wieder ihre Schwester trifft, der sie ihr Lebensschicksal erzählt, bevor sie in einem Gewitter vom Blitz erschlagen wird.

[... (es folgt eine kurzgefaßte Inhaltsangabe mit der Andeutung widerlicher Einzelheiten) ...] Die sinnfällige Moral der Geschichte ist die konsequente Belohnung der Verbrecher für ihre Schandtaten und die Entlarvung der Unnatürlichkeit des Guten.

Wikipedia-Link» Justine

So ausgesprochen übel wie das Original scheinen die Kopien nicht daherzukommen, jedenfalls nach den öffentlich zugänglichen Geschmacksproben zu urteilen – für meinen Geschmack reicht es aber trotzdem.

Darüber hinaus gibt es natürlich an anderen Stellen tonnenweise Material über diese Art von eher mehr als weniger geschmacklosen Phantasien, die Teil der das Internet beherrschenden Pornoindustrie darstellen. Angeblich soll fast 90% der weltweiten Pornographie in den USA produziert werden und diese fast 20% zum Bruttosozialprodukt der USA beitragen.

Aber auch hierzulande ist die Pornographie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor (» 35 harte Fakten über Sex-Filme). Es handelt sich bei der Pornographie, die meines Wissens im Tierreich ebenfalls unbekannt ist, also um etwas ganz Wichtiges, was Menschen bewegt. Was ist, um Himmels willen, der Mensch, welche Bedürfnisse werden hier befriedigt?

Der berühmte Marquis war mit Sicherheit kein Ponyfan, für seine Phantasien von Grausamkeit brauchte er Tiere nicht zu bemühen. Seine Zeiten waren grausam genug und mächtige Leute konnten ihren Mutwillen fast nach Belieben an einfachen Leuten ausleben. Man mußte nicht auf Tiere als Sklavenersatz zurückgreifen, wenn man seine Ideen umsetzen wollte.

Menschen verfügen im Gegensatz zu Tieren über Phantasie und Sprache, können sich alles mögliche ausdenken und aufschreiben, inszenieren und ausprobieren; vielleicht ist es nicht ganz ohne Bedeutung, daß der namensgebende Sadist seine Bücher im Gefängnis geschrieben hat, als er seine Vorstellungen vermutlich nicht mehr so leben konnte, wie er es wollte. Man darf aber annehmen, daß Phantasien nicht nur Hirngespinste bleiben, sondern auch in der Realität umgesetzt werden. Die Ponyrollenspiele bieten reichlich Gelegenheit zu sadistischen Aktionen, ohne die Phantasie übermäßig anstrengen zu müssen. Man muß nur die Realität nachahmen, das reicht schon. Das übliche Pferdetraining ist daher der Rahmen, innerhalb dessen sich die Geschichten entwickeln.

Ponygestüt  oben 



Das wird in Erzählungen, Fotos, Videos und anscheinend auch in der Realität ausgelebt. Es gibt sogar "Gestüte", die "Ponies" ausleihen und auch "Gastboxen" anbieten, in die die Gäste ihre eigenen "Ponies", Pony-Girls und Pony-Boys, für ein "schönes, entspannendes Wochenende" einstellen können, um dort dann als "Dominas und Herrschaften" ihre Phantasien zu inszenieren und auszuleben. Können Sie sich das vorstellen? Wenn nicht: so präsentiert sich eine der Seiten, die Ihnen zeigt, was manche Leute für das Höchste der Gefühle halten.

Ponygirls warten angekettet auf ihren Herrn. Dieser Stall ist ausschließlich für weibliche Ponys. Männliche Ponys und Sklavenhengste gibt es auf Ronaldoburcht nur ein (sic!) einem anderen Stall und diese sind nur als Gäste mit ihren eigenen Dominas und Herrschaften anwesend. [...]

Dominas sind oft strenger zu den Ponys als die männlichen Herren. Eine Dressur auch durch Dominas ist daher für Ronaldo's Ponys Pflicht. Die Ponys lernen Haltung, Schritte, Sulkyfahren, Doppelgespann aber u.a. auch Sklavenhengstbespringung und Leckdienste. Erst nach erfolgreicher Ausbildung werden die besten Ponys in den PONYPOOL von Ronaldoburcht aufgenommen. Die POOLPONYs stehen jedem der Burgherren, den Gast-Dominas und den auserwählten Gästen der Burg im Rahmen der wenigen dafür festgelegten Regeln, zur freien persönlichen Verfügung.

Zufällig erwischen wir auch gerade noch Sir Aldo selbst, der sich mit neuen Ponys gern erst einmal ganz allein und ungestört im dafür abgeschlossenen Stall beschäftigt.

Genauso macht er es auch mit ungehorsamen Ponys. Er hat soeben ein an diesem Tag sehr widerspenstiges Pony an die Decke gekettet und bringt diesem nun mit viel Geduld, Worten, Verständnis, Zuckerbrot und der Peitsche, wieder den pflichtgemäßen Gehorsam bei.

» Pony-Farm, unsere Stallungen

Wie kommt es nur, daß mir bei all diesen Dingen, bei aller Toleranz für verrückte Ideen und absonderliche Hobbies so gar nicht wohl werden kann? Erinnern Sie sich an den übergroßen Hit Wikipedia-Link» I Can’t Get No Satisfaction der Wikipedia-Link» Rolling Stones (deutsche Übersetzung: » Satisfaction)? Der arme Teufel kriegt einfach keine Befriedigung, und darüber beschwert er sich lang und breit. Befriedigung ist aber offenbar ein wichtiges Gut. Oder vielleicht soll man es anders sagen: Es ist nicht gut, wenn man unbefriedigt ist.

Bei diesem vielleicht bekanntesten Song der Rolling Stones ist es nicht ganz klar, ob damit sexuelle Befriedigung im eigentlichen Sinne gemeint ist. Die betreffende Zeile wurde so gedeutet, daß der Held der Geschichte sich eine Abfuhr geholt hat, weil die begehrte Dame ihn wegen ihrer Tage um eine Woche vertröstet. Damit wäre ja noch gar nichts über die Befriedigungsfrage der beiden beteiligten Personen an sich ausgesagt. Vielleicht würde ja wenigstens er nach der Schonfrist seine Befriedigung bekommen.

Bekanntlich ist diese Frage für Personen weiblichen Geschlechts nicht ganz so einfach, durchaus brennend und vielfach ungelöst; bei Männern setzt man hingegen voraus, daß dieses Problem überhaupt nicht existiert. Das ist natürlich Wunschdenken, und durch Wundermittel wie Viagra keineswegs vom Tisch, denn die Erektionsfähigkeit ist ja nur ein Teil der Angelegenheit und hat mit dem Höhepunkt und dieser wiederum mit der Befriedigung nicht unbedingt etwas zu tun.

Orgasmusschwierigkeiten  oben 



Etwa zur etwa gleichen Zeit, als Mick Jagger zum ersten Mal die Unfähigkeit zu Befriedigung besungen hat, äußerte sich ein anderer Mann in dieser Hinsicht sehr deutlich. Der heute als "Polit-Clown" verharmloste ehemalige Wikipedia-Link» Kommune I-Gründer Wikipedia-Link» Dieter Kunzelmann wurde seither gern mit dem Spruch zitiert:

Was geht mich der Vietnamkrieg an, wenn ich Orgasmusschwierigkeiten habe?

» Nackte Hintern und Puddingbombe

Eben. Orgasmusschwierigkeiten sind offenbar ein entsetzliches Problem, für beide Geschlechter. Was stellt man nicht alles an, damit etwas in Gang kommt, was leider nicht erzwungen werden kann und so automatisch, unvermeidlich und natürlich sein sollte wie etwa das Niesen. Kunzelmann versuchte es wie viele andere ersatzweise mit Drogen, aber das bringt es natürlich auch nicht, sondern nur neue, ernsthafte Probleme. Schlimm, sehr schlimm. Manchmal hat man durchaus den Eindruck, es ist die Hölle auf Erden und ihr Name ist Pornographie, ihr Geschäft die Unfähigkeit zur Befriedigung.

Interessanterweise findet sich der Gedanke an die Hölle bei einem der Fachautoren für Ponymädchen-Geschichten. Eins der Ponymädchen wundert sich, ob dies wohl die Hölle ist, und bekommt eine positive Antwort. Daraufhin wundert sie sich wiederum, weil die Hölle ja gemeinhin anders geschildert wird. Das wird schnell erklärt, nämlich erstens damit, daß die Hölle sich natürlich auch wandelt und anpaßt, und zweitens mit dem speziellen Karma dessen, der gestorben ist und dessen Karma mit diesem Szenario abgebüßt wird (» Chapter 3. Thump. Thump. Thump.).

Dieser Autor Xaltatun scheint auch einige Einsichten in die psychologischen Gesetzmäßigkeiten der beteiligten Menschen zu haben; auf eine entsprechende Äußerung in einem Forum reagierte jemand äußerst überrascht, aber interessiert:

In particular, I liked Xaltatun's comment that "it's quite common for (child abuse victims) to be as uncaring as their abusers." I hadn't considered that before, but I recognize it, now that you point it out.

Insbesondere gefiel mir der Kommentar von Xaltatun, daß "es für Mißbrauchskinder ziemlich typisch ist, daß sie genauso gefühllos sind wie die Täter." Der Gedanke war mir noch nicht gekommen, aber er leuchtet mir unmittelbar ein, nachdem er ihn ausgesprochen hat.

» Sapphire's Place

So gesehen dürfte die Pflege dieser Phantasien die damit zu lindernden Beschwerden nicht auflösen, sondern vielmehr zementieren und keineswegs dazu führen, daß das grundlegende Übel, nämlich die Gefühllosigkeit, beseitigt werden kann. Alle diejenigen, die meinen, ihre Orgasmusschwierigkeiten mit Spielereien und Spielzeug bewältigen zu können, sind vermutlich schwer auf dem Holzweg. Für die einschlägige Industrie kann das nur gut sein, denn solchen Leuten kann man dann immer wieder immer schärfere Mittel verkaufen. Auch eine Art Abhängigkeit und Sucht.

Zurück zu den Pferden: Pferde sind Sachen, wie Sklaven. Sie müssen ihrem Herrn (oder ihrer Herrin) gehorchen, unter allen Umständen. Sie werden erzogen, bestimmte Dinge zu tun und andere Dinge zu unterlassen. Man kann sie kaufen und verkaufen, hätscheln und bestrafen, Gefühle auf sie projizieren und sich an ihnen abreagieren. Insofern dienen sie sogar als Muster für zwischenmenschliche Beziehungen; die Vermutung liegt nahe, daß insbesondere heranwachsende Mädchen ihre Beziehungen zum anderen Geschlecht über den Umweg Pferd entwickeln. Daran ist viel Gutes, aber auch viel Gelegenheit zu Üblem, wie wir gesehen haben, wie jeder vermutlich aus eigener Anschauung weiß.

Alle Menschen, die Schreckliches tun, so darf man annehmen, fühlen sich dabei vollkommen im Recht und gerechtfertigt, moralisch einwandfrei und schuldlos. Das betrifft insbesondere die Menschen, die mit Pferden umgehen oder sie ausbilden; normalerweise haben sie überhaupt kein Problem mit der Redewendung, dem Gaul doch mal zu zeigen, wo der Hammer hängt, einmal ordentlich durchzugreifen, dem Zossen nichts durchgehen zu lassen und was dergleichen Sprüche mehr sind. Reitschüler müssen sich sagen lassen, daß sie sich unbedingt gegenüber dem Pferd durchsetzen müssen, und daß dies nicht ohne Gewaltanwendung geht.

Meistens wird das nicht näher begründet, aber bei Bedarf kann man wie folgt argumentieren: Die Konsequenzen wären andernfalls schrecklich, das Pferd wüßte nicht, wem es sich anvertrauen sollte, müßte für sich selbst entscheiden und würde in diesem Fall selbstredend Verhaltensweisen an den Tag legen, die für Pferde und Reiter unangenehm sind, etwa bei Kleinigkeiten panisch durchgehen und beide, den Reiter und sich selbst, in Lebensgefahr bringen. Diese Rationalisierungen klingen einleuchtend, sind es aber nicht.

Bewußtseinswandel  oben 



Selbst in den USA spricht sich langsam herum, daß weniger mehr ist. Eine sehr interessante Einführung in dieses veränderte Denken las ich neulich in einer der E-Mails, die ich täglich bekomme. Darin versucht jemand mit allen Mitteln des penetranten amerikanischen Marketing, den Empfänger zum Kauf einer der angebotenen DVDs zu verleiten. Das ist eine Seite. Die andere Seite ist, daß konsequent versucht wird, die Beziehung Mensch-Pferd von beiden Seiten zu betrachten und für beide Parteien erfreulich zu gestalten.

Ein gutes Beispiel dafür ist der angebotene Bildschirmschoner, aus dessen Vorschau ich drei Ansichten herausgegriffen habe. Die darin vermittelten Einsichten sind sehr treffend – daß man für den Bildschirmschoner 15 Dollar bezahlen soll und dieser nicht etwa heruntergeladen werden kann, sondern per Briefpost verschickt werden soll, kann auch nur einem amerikanischen Geschäftemacher einfallen.

Der Absender ist zwar ein Marketingfachmann, aber er hatte wohl schon immer eine Sehnsucht nach Pferden, die nicht gestillt werden konnte, weil seine Familie in der Stadt lebte und seine Mutter befürchtete, daß sie sich um das Pferd würde kümmern müssen. Eines Tages war es soweit, er kaufte sich das erste eigene Pferd. Und nach einer Woche dämmerte ihm, daß er so gut wie nichts über Pferde wußte. Also machte er sich schlau und entwickelte anschließend aus dieser Erfahrung ein Geschäftskonzept für andere Leute in seiner Lage. Er produziert Videos von allen Pferdefachleuten, die ihm geholfen haben (» Horse Training And Horse Care Products).

So weit ist die Sache nicht weiter aufregend. Das Interessante ist die Richtung, die seine Suche nahm. Er hätte sich ja auch von Leuten begeistern lassen können, die hart durchgreifen und die guten alten Methoden propagieren. Dazu zähle ich bekanntlich sogar die Pferdeflüsterer der ersten Generation, die genauso wie die Militärreiter das Pferd als Automaten abrichten wollen. Von einer solchen Haltung ist dieser Amateur meilenweit entfernt, und insofern muß man ihm tatsächlich dankbar sein, daß er seine Einsichten verbreiten möchte und zu diesem Zweck die genannten DVDs produziert und anbietet.

Sein Newsletter beginnt immer mit irgend einem kleinen Aufhänger, der die Aufmerksamkeit erringen soll und die Bereitschaft, weiterzulesen bis zur Kaufaufforderung. Um die Wirkung der Botschaft "Weniger ist mehr" zu steigern, erzählt der Autor beispielsweise, daß er in seiner Jugend in einer Rockband gespielt hat. Und da in einer solchen Band jeder gerne zeigen wollte, was er drauf hat, wurden die Stücke schon bei der Probe schnell komplex und konfus. Aber sie merkten es und lernten, daß weniger mehr ist.

Diese Regel gilt natürlich auch bei der Arbeit mit Pferden, und er macht dies am Beispiel der Zügelführung deutlich. Eine der Trainerinnen, die er ausgegraben hat, ist in einem Punkt unerbittlich: am Zügel darf nicht gezogen werden, niemals. Oder anders ausgedrückt: weniger ziehen, mehr Reaktion.

Es geht um Kommunikation: der Zügel gibt ein Signal, und das Signal kann extrem unscheinbar sein, wenn es nur verstanden wird und die richtige Reaktion zur Folge hat. Wenn man dem Pferd dauernd im Maul hängt, kann man nichts Vernünftiges mehr kommunizieren. Es geht um die Konditionierung des Gehirns, so arbeitet er heraus, nicht um die des Körpers. Wie es seinen Körper zu bewegen hat, weiß das Pferd von ganz allein.

Das betrifft natürlich auch die sexuellen Reaktionen bei Menschen. Wenn man ständig falsche Signale gibt, muß man sich nicht wundern, wenn nichts geht. Die Natur hat es nämlich eigentlich so eingerichtet, daß der Vorgang hundertprozentig und immer einwandfrei funktioniert – sonst wären wir ja nicht mehr hier. Je mehr Hilfsmittel man kauft und je mehr abgefahrene Phantasien man auslebt, desto mehr entfernt man sich von dem, was man eigentlich will. Genau das kann man nämlich nicht erzwingen, und wenn man sich auf den Kopf stellt und mit den Füßen wackelt – so wird das nichts. Aber auch das ist natürlich nichts Neues.

Nun bin ich in dieser Woche wieder nicht dazu gekommen, die angekündigten Fragen zu beantworten, aber ich glaube, es hat sich gelohnt, diesen Abstecher zu unternehmen, auch wenn die behandelten Gegenstände nach wie vor sehr unangenehm sind. Mal sehen, ob ich in der nächsten Woche einen erfreulichen Abschluß finden kann.

Quellen / Verweise  oben 

  1. Wikipedia-Link» Paul Schockemöhle
  2. Magazin EquiVoX-Link Schmerz und Lust
  3. » Equus Eroticus
  4. » Pony Girls .US
  5. » Justine's Pony Girl Movie
  6. Wikipedia-Link» Justine
  7. Wikipedia-Link» Marquis de Sade
  8. » 35 harte Fakten über Sex-Filme
  9. » Pony-Farm, unsere Stallungen
  10. Wikipedia-Link» I Can’t Get No Satisfaction
  11. Wikipedia-Link» Rolling Stones
  12. » Satisfaction
  13. Wikipedia-Link» Kommune I
  14. Wikipedia-Link» Dieter Kunzelmann
  15. » Nackte Hintern und Puddingbombe
  16. » Chapter 3. Thump. Thump. Thump.
  17. » Sapphire's Place
  18. » Horse Training And Horse Care Products
  19. Magazin  Tu Gutes und rede darüber, Spenden für den guten Zweck – Bexter Hof Open freut sich auf Ihren Besuch
    EquiVoX-Link Ausgabe 479 · Teil Teil 1
  20. Magazin  Wo und wie kann ich Gutes tun?, Die Umsetzung des Philanthropie-Konzepts
    EquiVoX-Link Ausgabe 480 · Teil Teil 2
  21. Magazin  Spenden sind Glücksbringer, Kontakte, Schicksale, Initiativen und Integration
    EquiVoX-Link Ausgabe 484 · Teil Teil 3
  22. Magazin  Heilung und Linderung, Fallgeschichten und Randbedingungen des Pferdeeinsatzes im Gesundheitswesen
    EquiVoX-Link Ausgabe 485 · Teil Teil 4
  23. Magazin  Zwang und Gewalt, Springsport, Stierkampf und Bewußtseinswandel
    EquiVoX-Link Ausgabe 486 · Teil Teil 5
  24. Magazin  Immer feste druff, Über Gewalt in der Erziehung beim Menschen und beim Tier
    EquiVoX-Link Ausgabe 487 · Teil Teil 6
  25. Magazin  Schmerz und Lust, Wie Hilfsmittel aus der Pferdeszene genutzt werden können
    EquiVoX-Link Ausgabe 490 · Teil Teil 7


Abbildungen

Autorenhinweise m_red  » Werner Popken und wie angegeben

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Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  2008 vom 19.09.2008
zu Ausgabe Magazin  491
Quellen und Verweise

Hallo !

Sie haben unsere Photos von Kinkyponygirl. com in Ihrem Artikel verwendet, uns aber nicht in den Quellen und Verweisen aufgefuehrt. Wir bitten Sie, das umgehend zu aendern.

Mit freundlichen Gruessen,
Anna Rose
» KinkyPonygirl.com

Guten Abend Frau Rose,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben! Wir haben das schon getan, aber Sie haben vielleicht nicht bemerkt, daß wir zwei Sorten von Quellen haben.

Einmal die Links, die im Text vorkommen; diese werden zusätzlich (was bekanntlich nicht üblich ist) am Ende des Artikels noch einmal zusammengefasst und ausdrücklich als Verweise genannt. Dadurch kann der Leser weiterführende Artikel beziehungsweise zusätzliche Informationen sowohl aus dem Fließtext heraus als auch, wenn er seinen Lesefluss nicht unterbrechen will, aus der gebündelten Zusammenfassung am Schluß erreichen.

Bei Bildern machen wir das anders; da geht es nämlich nur um den Nachweis, woher wir das Bild bezogen haben; normalerweise haben wir nicht die Absicht, den Leser auf weitere Bilder, die sich dort finden mögen, hinzuweisen. Sowohl die Unterschrift als auch das Bild selbst verweisen auf die Quelle, sind also ein Link und als solcher gekennzeichnet. Sollte die Quelle weiterführende Informationen beinhalten, kommt diese sicher auch im Text vor.

Bilder dienen der Illustration des Textes, der ohne die Bilder unter Umständen nicht oder nicht so gut verständlich wäre; die Einbindung von Bildern anderer Quellen ist deshalb durch das Zitatrecht gedeckt.

Im übrigen werden die Bilder sehr häufig beschnitten und in der Regel stark verkleinert. Auch deshalb ist der Link sinnvoll, wenn nämlich das Original beispielsweise viel größer ist und deshalb auch mehr Details bietet.

Für Suchmaschinen und das von diesen vorgenommene Ranking sind beide Verfahren gleichwertig.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

Notizen  Leserbrief  2009 vom 19.09.2008
zu Ausgabe Magazin  491
Re: Quellen und Verweise

Hallo Werner Popken,

vielen Dank fuer Ihre Antwort. Wir begruessen, dass Sie die verwendeten Bilder direkt mit unserer Web site verbinden.

Meine Frau und ich sind sehr am Ponygirl play interessiert und wir sehen manche Sachen vielleicht etwas anders als Sie, oder wie Sie es in Ihrem Artikel beschreiben. Vielleicht waere es fuer Sie und Ihre web site interessant, einen Beitrag zu erhalten, warum manche Paare Ponygirl Play wirklich lieben und beide Partner daraus etwas gewinnen. Wenn Sie Interesee daran haben, senden Sie uns bitte eine e-mail an m_red  » annarose@kinkyponygirl.com.

Viele Gruesse,

Anna Rose und Uwe Rose

Guten Abend Herr Rose,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben! Ich bin sehr daran interessiert, meinen Horizont und den meiner Leser zu erweitern. Da wir im Internet publizieren, haben wir im Prinzip beliebig viel Platz. Je nach Umfang Ihrer Ausführungen müßte man überlegen, wie man das bringt; am naheliegendsten wäre ein Leserbrief.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

Notizen  Leserbrief  2028 vom 27.11.2008
zu Ausgabe Magazin  479  480  484  485  486  487  490  491  492  493  496  497  498  499  500  503  504
Temple Grandin & Artikelserie

Hallo Herr Popken,

Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß.

Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke!

Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben.

Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht.

Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht.


Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern.

Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen.

Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern.

Mit herzlichem Gruß,
Susanne

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Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 491 vom 20.05.2012
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