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Tipp   Magazin Magazin, Ausgabe 492, erschienen am 31.08.2008

Magazin  Ausgabe 492
Heidi Keppel
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Hufe
Teil 27
Von Autorenhinweise m_red  » Heidi Keppel


Während Huffette hauptsächlich dazu dienen, Hufe in Zeiten großer Trockenheit und starker Beanspruchung feucht und geschmeidig zu erhalten, und deshalb nur in seltenen Fällen heilkräftige Zusätze enthalten, werden diverse Hufsalben speziell für kranke bzw. strukturgeschädigte Hufe hergestellt und enthalten dementsprechend verschiedenste Pflegesubstanzen, die nicht nur vor äußeren Einflüssen mechanischer und chemischer Art schützen, sondern auch heilend wirken und einen gesunden Neuaufbau des Hufhornes stimulieren.

Die Hauptwirkung solcher Salben beruht meist darauf, dass sie die Durchblutung des Hufes fördern, wenn sie im Kronrandbereich aufgetragen werden. Sofern sie zusätzlich auch Bestandteile von Heilkräutern beinhalten, dringen auch jene nur in diesem Bereich ausreichend in die Tiefe, um einen bemerkenswerten Heileffekt zu erzielen. Aus diesem Grund wird von den Produktherstellern auch vermehrt das Einmassieren in den Kronrand empfohlen.

Diese Maßnahme kann bei empfindlichen Tieren allerdings auch negative Auswirkungen haben und sogar zu Entzündungen führen. Prinzipiell sollten durchblutungsfördernde Hufsalben bei keinem Pferd täglich verwendet werden und sämtliche Produkte sollten zuerst vorsichtig auf ihre Verträglichkeit hin geprüft werden, da es auch individuelle teils allergische Überempfindlichkeitsreaktionen geben kann.

Eine ein- bis zweimalige Anwendung pro Woche sollte bei allen Hufsalben durchaus genügen, wobei besonders klebrige Substanzen zwischendurch gründlich abgewaschen werden sollten, damit der Kronrand auch wieder genug Zeit zum Atmen bekommt. Da dieser nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt ist, sollte er allerdings nur mit einem Schwamm und klarem Wasser gereinigt werden, anstatt mit grober Bürste und reizenden Reinigungszusätzen bearbeitet zu werden. Nur bei sehr hartnäckiger Verklebung ist der Einsatz einer milden Seife sinnvoll.

Eine gewisse Reizung können auch manche Huföle bewirken, zumindest habe ich bereits mehrfach diese Erfahrung gemacht. Zu häufige Anwendung kann die Glasurschicht sogar zerstören und zu feinen Rissen in der Hufwand führen, durch welche dann diverse Bakterien und Pilze sehr viel leichter eindringen können. Ständiges Einölen, um den Hufen einen aparten Glanz zu verleihen, ist also nicht nur eine unnötige Modetorheit, sondern kann die Hufe auf Dauer auch schädigen.

Dasselbe gilt für den dauernden Waschzwang, dem auch manche Freizeitreiter unterliegen. Werden die Hufe tagtäglich mit harten Wurzelbürsten rundherum gründlichst gereinigt, ist das bei weitem weniger gesund, als wenn sie mal einige Tage von flüssigkeitskonservierendem und teilweise sogar heilkräftigem Schlamm bedeckt bleiben. Dies soll selbstverständlich keine Aufforderung zur Verwahrlosung sein, aber wer robuste und der Natur entsprechend stark beanspruchbare Hufe haben möchte, muss seinen Pferden auch diese Art der ‚natürlichen Pflege’ bieten!


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