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Das Pferd weichen lassen / Rückwärtsrichten als Dominanzmittel / den Raum des Pferdes einnehmen Das „Ausweichen“ und „Raum geben“ traf ich durchaus in natürlichen Pferdeherden an, aber ausschließlich in Kommunikation – der Wille, der hinter dem Handeln steht, ist für Pferde entscheidend. Die Pferde machen einer wirklichen Führungspersönlichkeit deshalb gerne und freiwillig Platz, weil sie wissen, das Leittier – was immer es auch gerade vorhat – handelt in ihrem Sinne, im Sinne der Gemeinschaft. Wenn ich ein Pferd weichen lasse, weil ich mich z.B. bedrängt fühle oder einfach vorbei muss, hat das eine ganz andere Qualität als wenn jemand ein Pferd weichen lässt, weil dieser durch „Raum einnehmen“ der Boss sein will. Pferde spüren die Absicht hinter dem Tun! Die bewusst angewendete Methode des erzieherischen Weichens und Raum Einnehmens zielt auf eine psychische Unterwerfung bzw. Rangherabsetzung des Pferdes ab. Wer Raum hat, hat Macht, und wer den Weg eines anderen bestimmen kann, hat die Macht über diesen. „Raum“ ist seit Menschengedenken ein Zeichen von Macht, egal ob das nun Kriege um Territorien sind oder im Kleineren das große Chefbüro im Gegensatz zu den kleinen Schreibtischen der Angestellten (nur als Beispiel). Jedes Individuum beansprucht einen „privaten Bereich“ um sich herum, dieser wird auch als „Intimbereich“ , „Privatsphäre“ , „Energiemantel“ oder „Aura“ bezeichnet. Jedes unerwünschte Eindringen in unseren Privatbereich löst Abwehrreaktionen (Kämpfen oder Ausweichen) aus. Im Allgemeinen empfinden wir Leute, die sich ohne „Erlaubnis“ oder „Einladung“ in unseren Privatbereich wagen, als unhöflich und aufdringlich. Jeder Mensch kennt auch unausweichliche Situationen, z.B. im Aufzug, im Gedränge, in der Warteschlange. Wann immer wir in die Lage kommen, dass uns ein unwillkommener Eindringling unvermeidlich die „Privatsphäre“ stört, stellt sich ein ungutes Gefühl ein, wir wollen Ausweichen, fühlen uns bedrängt und unwohl. Wenn wir auf die Art des Bedrängens und der Überheblichkeit ein Pferd weichen lassen, vermitteln wir ihm genau so ein Gefühl des Unwohlseins, das Pferd weicht auf Grund unseres aufdringlichen, unhöflichen Verhaltens. Indem wir auch noch den Raum des Pferdes einnehmen und seinen Weg bestimmen, verweisen wir das Pferd auf die niedrigere „Stufe“ . Ich möchte meinem Pferd nicht das Gefühl von Unwohlsein und Flucht-suchen vermitteln. Sie? Wie bereits oben beschrieben, spüren Pferde den Willen hinter der offensichtlichen Handlung. Es hat also eine ganz andere Qualität, wenn ich das Pferd um „Raum“ bitte, weil ich mich bedrängt fühle oder hier entlang gehen möchte. Unter solchen Voraussetzungen machen Pferde gerne ihrem Menschen Platz (vorausgesetzt die Pferde wurden nicht gegen jegliches Denken und körpersprachliches „Flüstern“ abgestumpft). Wenn ich ein Pferd ohne jegliche Machtansprüche um „Platz“ bitte, fühlt sich das Pferd weder bedrängt noch erniedrigt. Ich möchte mein Pferd nicht zum Verlierer machen. Den persönlichen Bereich des Pferdes missachten Wie im vorgehenden Text beschrieben, umgibt uns alle ein persönlicher Privatbereich, in dem wir nur „Eingeladene“ mit Wohlgefühl begrüßen. Nun stellen manche Trainer die These auf, ein Pferd müsse sich vom Menschen an allen Körperstellen berühren lassen und hätte somit keinen Anspruch auf die Wahrung und Verteidigung seines Privatbereiches. Gehört denn den Pferden nicht mal mehr der eigene Körper? Ich möchte doch auch nicht, dass mich irgendjemand unaufgefordert antatscht, massiert, streichelt oder bürstet – um es buchstäblich auszudrücken. Meine Pferde haben ein Recht auf ihren Körper, ich bitte höflich um Erlaubnis, in den Privatbereich des Pferdes kommen zu dürfen. Bei einer guten Mensch-Pferd-Beziehung genießt das Pferd die Annäherung seines Menschen, genau so wie wir die Annäherung (z.B. Umarmung, Körperkontakt) eines lieben Menschen begrüßen. Nur so achte ich die Rechte des Pferdes – man kann dies durchaus als höflich bezeichnen. Lehnt das Pferd die Annäherung ab, sollte das der Mensch akzeptieren, alles andere ist „Vergewaltigung“ im Kleinen. |
Es gibt drei verschiedene Führpositionen: vor, neben, oder hinter dem Pferd (grob gesagt, natürlich variiert das in vielen Nuancen). Verschiedene Trainer bilden die Pferdemenschen dahingehend aus, das Pferd nicht überholen zu lassen. Dies ist eine wirksame Methode das Pferd zu kontrollieren, dem Pferd wird jede Möglichkeit von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung entzogen. In diversen Situationen scheint mir die „Kontrolle“ auf Grund gewisser Führpositionen angebracht, wiederum nur mit der richtigen inneren Einstellung: ich gehe voraus, weil ich mich in der uns umgebenden Menschenwelt besser auskenne und sicher weiß, wo es lang geht. Ansonsten bevorzuge ich ein Pferd, das mitdenkt und weitgehend selbstständig handelt, dazu sollte der Mensch nicht „im Weg“ stehen oder voraus laufen. Miteinander laufen, auf gleicher Ebene stärkt den Zusammenhalt der Partnerschaft – dies beobachte ich auch sehr oft bei Pferdeherden. In einer vertrauens- und respektvollen Mensch-Pferd-Beziehung achtet das Pferd auf seinen Menschen, egal in welcher Führposition sich dieser befindet. Grundsätzlich ist es – meiner Meinung nach – angebracht, das Pferd so zu führen, dass das Pferd möglichst in seiner Selbstständigkeit nicht eingeschränkt wird, aber auch für keinen Beteiligten gefährliche Situationen entstehen können. Das Pferd zum Untergebenen machen durch gewaltsame Druckmittel und Willensdruck Der Bereich „gewaltsame Druckmittel“ lässt sich ins unendliche Dehnen. Bereits ein Halfter mit Seil kann schon zum gewaltsamen Druckmittel werden. Es kommt immer darauf an, wie und wofür man ein „Hilfsmittel“ verwendet. Ich lehne jedes mechanische Druckmittel zum Funktionieren-bringen oder Gefügig-machen des Pferdes strikt ab. Außerdem spare ich damit Geld, ich benötige weder ein Kommunikationshalfter noch einen Karottenstecken noch eine Dualgasse noch sonst irgendwelchen Schnick-schnack. Pferde kommunizieren über Gedanken und Körpersprache, mein Körper mitsamt meiner inneren Einstellung reicht vollkommen aus, um mich dem Pferd mitzuteilen. Wie stark die Kraft unseres Geistes ist, habe ich an anderer Stelle schon mehrfach erwähnt. Natürlich kann diese Kraft positiv wie negativ eingesetzt werden. Ein Beispiel: in meiner ehemaligen Firma hatte jeder „Angst“ vor dem Abteilungsleiter. Er war ein übellauniger Mensch, der alle Menschen unterwerfen wollte. Seine bloße Anwesenheit löste bei mir und meinen Kollegen Unbehaglichkeit aus. So ein Mensch ist keine Führungspersönlichkeit, sondern ein egoistischer Einschüchterer. Eine Führungspersönlichkeit handelt immer im Sinne seiner Gruppe. Genauso lässt sich das auch auf Pferde übertragen. Ich kenne Menschen, die haben eine solch negative, unterdrückende, starre, angespannte Geisteshaltung, dass deren Anwesenheit auf Mensch und Tier unbehaglich und einschüchternd wirkt. So möchte ich keinem meiner Mitmenschen und auch keinem anderen Lebewesen gegenüber treten. Eine überhebliche Geisteshaltung blockiert von vorne herein jegliche Partnerschaft oder gemeinsame Zielfindung. |
Ich persönlich vertraue im Umgang mit Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier, auf meine Intuition, meinen Verstand und mein Feingefühl. Für mich der bisher beste und erfolgreichste Weg in jeder Hinsicht. Auf keinen Fall würde ich irgendwelchen „Wundermethoden“ Glauben schenken, schon gar nicht, wenn diese schnellen Erfolg versprechen, denn das geht immer auf Kosten des Pferdes. Kritisches Hinterfragen ist hier angesagt. Als Schlussfolgerung kann ich wieder nur auf das Persönlichkeitstraining zurückkommen. Nicht durch eine angewendete Technik erreicht man das Pferd (oder andere Lebewesen), sondern durch Persönlichkeit, Selbstsicherheit, positive Ausstrahlung, Liebe, Hingabe und Geduld. Die Reitmeister/innen der Altklassischen Schule wussten dies bereits und in der Wiener Hofreitschule sowie in anderen Klassischen und Barocken Reitschulen steht Persönlichkeitstraining im Umgang mit den Pferden immer noch an wichtigster Stelle. Sämtliche Ausbilder der Hohen Schule legen Wert auf die Persönlichkeit und Ausstrahlung des Pferdemenschen. In der Klassischen Reiterei werden Sie deshalb niemals einen „Wundermacher“ mit Dominanzmethoden antreffen. In der Klassischen Reiterei ist das Bestreben, Mensch und Pferd durch Wissen und Zeit auszubilden – dies erfordert unter anderem die oben genannten Merkmale einer starken Persönlichkeit. Verwendete und weiterführende Literatur: Imke Spilker : Robert Vavra: Klaus Zeeb: Alfonso Aguilar: Susanne Fischer-Rizzi: Truckenbrodt/Fiegler : Kröger/Uhl-Kutsch: Susanne E. Schwaiger : Susanne E. Schwaiger :
: Mills/Nankervis : Jackie Budd: Margit H. Zeitler : Dr. G. Gerweck: Drever/Fröhlich: Angelika Schmelzer: Pourtavaf/Meyer: Sybille Mellenthin : Binder/Kärcher : M.L. v.d. Sode : Michael Schäfer : Desmond Morris: Henry Blake : Lucy Rees : Bayley/Maxwell : Mary Wanless: Brigitte Schulz : Hans Silvester: Steve Bloom: : Binder/Kärcher : Sadko G. Solinski : : S. Helmstetter : Kurt Tepperwein: Fensterheim/Baer: Carl R. Rogers: Joseph Murphy : S. Gries: Birgit Lehner: Michael Mary : James Redfield: Romane, die zum Nachdenken anregen und zur Selbsterkenntnis aufrütteln: Richard Bach: Richard Bach : James Redfield : Dan Millman: Antoine de Saint-Exupery: : |
Abbildungen Ursprünglich erschienen als "Dominanz und Co." auf » Mein Pferdetraum |
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zu Ausgabe Sehr geehrte Frau Birmann, gerne würde ich auf Ihre "Kritik" eingehen. Leider verfehlen Sie zum größten Teil mit Ihren Worten die Ausführungen zum Thema Führungsqualtiäten in meinem Text. Wenn Sie sich die Zeit nehmen möchten, dann lesen Sie meine Texte bitte aufmerksam durch und versuchen Sie zu verstehen, welche Gefühle und Gedanken hinter meinen Worten stehen - dann finden wir Beide vielleicht eine Diskussionsgrundlage. Gerne werde ich auf treffende Kritik eingehen. Ich bitte allerdings darum, Verurteilungen zu vermeiden. Sie können nicht wissen, wie aggressiv oder nicht-aggressiv meine Pferde sind und Sie können auch nicht wissen, ob ich ein "Überflieger" bin. Bitte vermeiden Sie derartige Anschuldigungen, die nur aus Ihren persönlichen Vermutungen entstehen. Herzliche Grüße und weiterhin alles Gute für Sie und Ihre Vierbeiner. Karin Kelly Rupprecht |
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