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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 506, erschienen am 08.12.2008

Magazin  Ausgabe 506

Kommunikation von Mensch und Pferd
zu beider voller Zufriedenheit und Freude

Foto: Autorenhinweise m_red  » Karin Rupprecht
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Gewaltfreie Dominanztechniken?
  2. Abschnitt  Intention
  3. Abschnitt  Annäherung
  4. Abschnitt  Führpositionen
  5. Abschnitt  Persönlichkeit
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1
Gewaltfreie Dominanztechniken?

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 507:
Hauptartikel  Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 510:
Hauptartikel  Ein engagierter Leserbrief

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 511:
Hauptartikel  Ein Pferde-Lebenslauf
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Gewaltfreie Dominanztechniken?

Eingehende Betrachtung und Bewertung

Zu den Themen
Thema  Kommunikation  Tierschutz



von Autorenhinweise m_red  » Karin Rupprecht


Die im ersten Teil erwähnten Dominanztechniken möchte ich kurz noch „hinterleuchten“ . Tiefenpsychologische Erklärungen dazu finden Sie in diverser Literatur, die ich am Ende des Berichts empfehle.

Wikipedia-Link» Join up® nach Monty Roberts bzw. „Rope-Methode

(Wer diese Technik nicht kennt, bitte an anderer Stelle nachlesen, z.B. Bücher von Monty Roberts / diverse Internetseiten.)

Diese Technik funktioniert nur in einem runden, beengten Raum, warum? Das Pferd ist von Natur aus ein Fluchttier, in einem runden Raum gibt es keinen Anfang und kein Ende und außerdem keine Ecke. In Freiheit würde das Pferd einfach geradeaus weglaufen. In einer Ecke würde es sich mit der Hinterhand zum Angreifer drehen und sich gegen diesen wehren, den Kopf schützend in der Ecke haltend.

Da dieser sogenannte „Roundpen“ nun keine Ecke hat und meistens so hoch eingezäunt ist, dass das Pferd nicht darüber schauen oder gar springen kann, tritt irgendwann (früher oder später, je nach Charakter und psychischem Zustand des Pferdes) die psychische Resignation ein, das Pferd unterwirft sich, gibt seinen eigenen Willen auf, ergibt sich seinem Schicksal, kapituliert, sieht keinen Ausweg. Punkt – Ende – So ist das und nicht anders!

Der genaue Vorgehensprozess im Pferdegehirn mit allen Erklärungen von Nervenreaktionen kann in guten Büchern über die Psyche des Fluchttieres Pferd nachgelesen werden.

Ist das nun gewaltfrei? Ist das natürlich? Ist das pferdefreundlich? Für mich niemals!

Warum ist Monty Roberts´ Join-up oder die in den USA verbreitete Rope-Methode des „Willen-brechens“ dennoch bei vielen Pferdeleuten so beliebt? Ich denke, weil diese Methode zur schnellen „Kapitulation“ des Pferdes, also zum sofort sichtbaren „Erfolg“ führt. In unserer heutigen Welt mit Mottos wie „Zeit ist Geld“ wohl eine annehmbare Sache für viele Pferdeleute.

Meiner Meinung nach ist diese Methode die gewalttätigste, um ein Pferd zu „brechen“ . – oder ist psychische Gewalt keine Gewalt!? Wenn diese Unterwerfungsmethode dauerhaft angewendet wird, macht der Mensch das Pferd zu einem willenlosen, ergebenen Verlierer.

Hängerverladen nach Monty Roberts

Es wird eine lange, schmale Gasse gebildet, die durch hohe Einzäunungen begrenzt ist, am Ende dieser Gasse steht der Pferdeanhänger. Nun führt der Mensch das Pferd in diese Gasse. Das Pferd sieht keinen Ausweg, es kann nicht zur Seite weg, ja nicht einmal über die seitliche Begrenzung hinwegsehen. Der Blick durch ein Gitter ist für das Fluchttier Pferd genauso beengend wie der Blick gegen eine geschlossene Wand.

Das Pferd wird nun auf den Hänger zugeführt und kurz davor mit Gerte und Strick scharf rückwärts gedrängt und das immer wieder – vor und zurück – vor und zurück – vor und zurück, irgendwann tritt im Gehirn des Fluchttieres Pferd die psychische Resignation ein, das Pferd sieht keinen Ausweg und ist verwirrt, es unterwirft sich und „ergibt sich seinem Schicksal“ .

Also folgt das Pferd nach etlichen vor und zurück dem Menschen in den Hänger oder was immer am Ende dieser künstlichen Gasse steht.

Gewaltfrei? Für mich nicht, denn psychische Gewalt ist auch Gewalt. So etwas ist wahrer Psychoterror für ein Pferd.

Intention  oben 



Das Pferd weichen lassen / Rückwärtsrichten als Dominanzmittel / den Raum des Pferdes einnehmen

Das „Ausweichen“ und „Raum geben“ traf ich durchaus in natürlichen Pferdeherden an, aber ausschließlich in Kommunikation – der Wille, der hinter dem Handeln steht, ist für Pferde entscheidend. Die Pferde machen einer wirklichen Führungspersönlichkeit deshalb gerne und freiwillig Platz, weil sie wissen, das Leittier – was immer es auch gerade vorhat – handelt in ihrem Sinne, im Sinne der Gemeinschaft.

Wenn ich ein Pferd weichen lasse, weil ich mich z.B. bedrängt fühle oder einfach vorbei muss, hat das eine ganz andere Qualität als wenn jemand ein Pferd weichen lässt, weil dieser durch „Raum einnehmen“ der Boss sein will. Pferde spüren die Absicht hinter dem Tun!

Die bewusst angewendete Methode des erzieherischen Weichens und Raum Einnehmens zielt auf eine psychische Unterwerfung bzw. Rangherabsetzung des Pferdes ab.

Wer Raum hat, hat Macht, und wer den Weg eines anderen bestimmen kann, hat die Macht über diesen. „Raum“ ist seit Menschengedenken ein Zeichen von Macht, egal ob das nun Kriege um Territorien sind oder im Kleineren das große Chefbüro im Gegensatz zu den kleinen Schreibtischen der Angestellten (nur als Beispiel).

Jedes Individuum beansprucht einen „privaten Bereich“ um sich herum, dieser wird auch als „Intimbereich“ , „Privatsphäre“ , „Energiemantel“ oder „Aura“ bezeichnet. Jedes unerwünschte Eindringen in unseren Privatbereich löst Abwehrreaktionen (Kämpfen oder Ausweichen) aus.

Im Allgemeinen empfinden wir Leute, die sich ohne „Erlaubnis“ oder „Einladung“ in unseren Privatbereich wagen, als unhöflich und aufdringlich. Jeder Mensch kennt auch unausweichliche Situationen, z.B. im Aufzug, im Gedränge, in der Warteschlange. Wann immer wir in die Lage kommen, dass uns ein unwillkommener Eindringling unvermeidlich die „Privatsphäre“ stört, stellt sich ein ungutes Gefühl ein, wir wollen Ausweichen, fühlen uns bedrängt und unwohl.

Wenn wir auf die Art des Bedrängens und der Überheblichkeit ein Pferd weichen lassen, vermitteln wir ihm genau so ein Gefühl des Unwohlseins, das Pferd weicht auf Grund unseres aufdringlichen, unhöflichen Verhaltens. Indem wir auch noch den Raum des Pferdes einnehmen und seinen Weg bestimmen, verweisen wir das Pferd auf die niedrigere „Stufe“ . Ich möchte meinem Pferd nicht das Gefühl von Unwohlsein und Flucht-suchen vermitteln. Sie?

Wie bereits oben beschrieben, spüren Pferde den Willen hinter der offensichtlichen Handlung. Es hat also eine ganz andere Qualität, wenn ich das Pferd um „Raum“ bitte, weil ich mich bedrängt fühle oder hier entlang gehen möchte. Unter solchen Voraussetzungen machen Pferde gerne ihrem Menschen Platz (vorausgesetzt die Pferde wurden nicht gegen jegliches Denken und körpersprachliches „Flüstern“ abgestumpft).

Wenn ich ein Pferd ohne jegliche Machtansprüche um „Platz“ bitte, fühlt sich das Pferd weder bedrängt noch erniedrigt. Ich möchte mein Pferd nicht zum Verlierer machen.

Den persönlichen Bereich des Pferdes missachten

Wie im vorgehenden Text beschrieben, umgibt uns alle ein persönlicher Privatbereich, in dem wir nur „Eingeladene“ mit Wohlgefühl begrüßen.

Nun stellen manche Trainer die These auf, ein Pferd müsse sich vom Menschen an allen Körperstellen berühren lassen und hätte somit keinen Anspruch auf die Wahrung und Verteidigung seines Privatbereiches.

Gehört denn den Pferden nicht mal mehr der eigene Körper? Ich möchte doch auch nicht, dass mich irgendjemand unaufgefordert antatscht, massiert, streichelt oder bürstet – um es buchstäblich auszudrücken. Meine Pferde haben ein Recht auf ihren Körper, ich bitte höflich um Erlaubnis, in den Privatbereich des Pferdes kommen zu dürfen.

Bei einer guten Mensch-Pferd-Beziehung genießt das Pferd die Annäherung seines Menschen, genau so wie wir die Annäherung (z.B. Umarmung, Körperkontakt) eines lieben Menschen begrüßen. Nur so achte ich die Rechte des Pferdes – man kann dies durchaus als höflich bezeichnen. Lehnt das Pferd die Annäherung ab, sollte das der Mensch akzeptieren, alles andere ist „Vergewaltigung“ im Kleinen.

Annäherung  oben 



Bei fremden Pferden lasse ich die Pferde immer zu mir kommen, niemals gehe ich auf das Pferd zu und dringe zielstrebig in seinen Privatbereich ein – damit würde ich mich nicht bei dem Pferd beliebt machen, auch das Pferd möchte mit Höflichkeit und Umsicht behandelt werden. Ich möchte eine Annäherung, die Initiative geht von mir aus, das Pferd hat die Wahl, ob es auch Kontakt möchte oder eben nicht.

Ihr berechtigter Einwand wird nun sein, wie es sich mit unangenehmen Dingen, z.B. einem Tierarztbesuch verhält. Wenn ich als Mensch die Beziehung zu meinem Pferd pflege und immer im Sinne des Tieres handle, so hat dies auch Konsequenzen auf unangenehme Situationen.

In der Natur folgt die Herde der Leitstute auch durch unangenehme Passagen (z.B. Flussdurchquerungen o.ä.) – die Stute handelt immer zum Wohl der Gemeinschaft, das wissen alle Herdenmitglieder. Meine Pferde stehen bei jedem Besuch von Tierarzt, Heilpraktiker, Dentist, Hufbearbeiter, usw. frei, sie wissen, ich handle in ihrem Sinne – die Verbindung zwischen uns steht auf gedanklicher Basis. Und es klappt!

Sehr zum Wohl der Pferde, die keinerlei Aufregung oder Angst haben, wenn sich eine Impfung oder Ähnliches ankündigt. Auch wenn die Behandlung zum Teil mit Schmerzen verbunden ist (Injektionen, Blutabnahme, Wundversorgung, usw.), bleiben die Pferde voller Vertrauen frei stehen.

Das Schwierigste ist in diesem Fall meistens der Tierarzt, da Geduld und keine Hektik gefragt ist. Mit etwas gutem Zureden und evtl. Androhung des Tierarztwechsels geht das aber auch. Heilpraktiker und Menschen aus alternativen Bereichen bringen meistens sowieso das nötige Pferdeverständnis mit. Ich bin als Pferdehalter verantwortlich, dass keiner meinem Pferd körperlich oder seelisch Schaden zufügt, deshalb dürfen keinerlei Hektiker oder grobe Hände in die Nähe meiner Pferde.

Die aktive Annäherung des Pferdes abblocken

Diese „Technik“ ist auch sehr modern im Hinblick auf „Dominanz“ . Wer sein Pferd immer auf Abstand hält und jede Annäherung unterdrückt oder sogar bestraft, muss damit rechnen, dass sich das Pferd irgendwann abwendet und das Interesse am Zärtlichkeitsaustausch verliert. Eine gute Beziehung besteht immer aus einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Nähe und Distanz.

Nähert sich ein Pferd höflich mit der Bitte um Körperkontakt (Fellkraulen, Schmusen, usw.), dann kann ich als Mensch dieser Bitte nachkommen – natürlich nur, wenn ich möchte. Will ich nicht, kann ich das Pferd höflich aus meinem privaten Bereich fernhalten, wieder zählt hier die geistige Haltung: will ich das Pferd auf Abstand halten, weil ich gerade keine Lust habe auf Fellkraulen oder beanspruche ich durch Unnahbarkeit eine manipulierte Chefposition.

Jedes Pferd und jeder Mensch hat das Recht, zu zeigen, wann es ihm genug ist – das wird von Pferden auch akzeptiert. Wie oben beschrieben, sind Leittiere genau wie alle anderen Herdenmitglieder offen für Zärtlichkeitsbekundungen jeder Art. Die gegenseitige Fellpflege wird in der Natur keineswegs vom Ranghöheren begonnen und beendet, sondern derjenige, der keine Lust mehr hat, hört auf und zeigt dem anderen, dass er jetzt genug hat.

Für mich als Mensch bedeutet das, nach meinem Gefühl zu handeln: habe ich Lust auf „Fellpflege“ so mache ich das mit meinen Pferden, egal wer wen einlädt. Das Wichtigste ist, beide Partner müssen die Annäherung wollen. Werden die Pferde beim Knubbeln zu übermütig, reicht ein leises „Vorsicht“ , zusammen mit meinem Gedanken „Hey, ich bin nur ein kleiner Mensch, sei bitte vorsichtig mit mir“ .

Meine Pferde und ich tauschen gerne Zärtlichkeiten aus, wobei meine Pferde sehr darauf achten, dass ich ein „empfindlicher“ Mensch bin. Wo sich die beiden Pferde gegenseitig auch mal mit Nachdruck Zwicken und gewisse Körperstellen mit den Zähnen „bearbeiten“ , sind sie mir gegenüber vorsichtig und kraulen mich nur mit ihren Lippen inklusive gelegentlichen, sehr sanften Freundschaftsknabbereien.

Führpositionen  oben 



Über gewisse Führpositionen psychischen Druck ausüben

Es gibt drei verschiedene Führpositionen: vor, neben, oder hinter dem Pferd (grob gesagt, natürlich variiert das in vielen Nuancen).

Verschiedene Trainer bilden die Pferdemenschen dahingehend aus, das Pferd nicht überholen zu lassen. Dies ist eine wirksame Methode das Pferd zu kontrollieren, dem Pferd wird jede Möglichkeit von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung entzogen.

In diversen Situationen scheint mir die „Kontrolle“ auf Grund gewisser Führpositionen angebracht, wiederum nur mit der richtigen inneren Einstellung: ich gehe voraus, weil ich mich in der uns umgebenden Menschenwelt besser auskenne und sicher weiß, wo es lang geht.

Ansonsten bevorzuge ich ein Pferd, das mitdenkt und weitgehend selbstständig handelt, dazu sollte der Mensch nicht „im Weg“ stehen oder voraus laufen. Miteinander laufen, auf gleicher Ebene stärkt den Zusammenhalt der Partnerschaft – dies beobachte ich auch sehr oft bei Pferdeherden.

In einer vertrauens- und respektvollen Mensch-Pferd-Beziehung achtet das Pferd auf seinen Menschen, egal in welcher Führposition sich dieser befindet. Grundsätzlich ist es – meiner Meinung nach – angebracht, das Pferd so zu führen, dass das Pferd möglichst in seiner Selbstständigkeit nicht eingeschränkt wird, aber auch für keinen Beteiligten gefährliche Situationen entstehen können.

Das Pferd zum Untergebenen machen durch gewaltsame Druckmittel und Willensdruck

Der Bereich „gewaltsame Druckmittel“ lässt sich ins unendliche Dehnen. Bereits ein Halfter mit Seil kann schon zum gewaltsamen Druckmittel werden. Es kommt immer darauf an, wie und wofür man ein „Hilfsmittel“ verwendet. Ich lehne jedes mechanische Druckmittel zum Funktionieren-bringen oder Gefügig-machen des Pferdes strikt ab.

Außerdem spare ich damit Geld, ich benötige weder ein Kommunikationshalfter noch einen Karottenstecken noch eine Dualgasse noch sonst irgendwelchen Schnick-schnack. Pferde kommunizieren über Gedanken und Körpersprache, mein Körper mitsamt meiner inneren Einstellung reicht vollkommen aus, um mich dem Pferd mitzuteilen.

Wie stark die Kraft unseres Geistes ist, habe ich an anderer Stelle schon mehrfach erwähnt. Natürlich kann diese Kraft positiv wie negativ eingesetzt werden.

Ein Beispiel: in meiner ehemaligen Firma hatte jeder „Angst“ vor dem Abteilungsleiter. Er war ein übellauniger Mensch, der alle Menschen unterwerfen wollte. Seine bloße Anwesenheit löste bei mir und meinen Kollegen Unbehaglichkeit aus.

So ein Mensch ist keine Führungspersönlichkeit, sondern ein egoistischer Einschüchterer. Eine Führungspersönlichkeit handelt immer im Sinne seiner Gruppe. Genauso lässt sich das auch auf Pferde übertragen.

Ich kenne Menschen, die haben eine solch negative, unterdrückende, starre, angespannte Geisteshaltung, dass deren Anwesenheit auf Mensch und Tier unbehaglich und einschüchternd wirkt. So möchte ich keinem meiner Mitmenschen und auch keinem anderen Lebewesen gegenüber treten. Eine überhebliche Geisteshaltung blockiert von vorne herein jegliche Partnerschaft oder gemeinsame Zielfindung.

Persönlichkeit  oben 



Noch einmal zurück zum Thema „Persönlichkeit“ .

Ich persönlich vertraue im Umgang mit Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier, auf meine Intuition, meinen Verstand und mein Feingefühl. Für mich der bisher beste und erfolgreichste Weg in jeder Hinsicht.

Auf keinen Fall würde ich irgendwelchen „Wundermethoden“ Glauben schenken, schon gar nicht, wenn diese schnellen Erfolg versprechen, denn das geht immer auf Kosten des Pferdes. Kritisches Hinterfragen ist hier angesagt.

Als Schlussfolgerung kann ich wieder nur auf das Persönlichkeitstraining zurückkommen. Nicht durch eine angewendete Technik erreicht man das Pferd (oder andere Lebewesen), sondern durch Persönlichkeit, Selbstsicherheit, positive Ausstrahlung, Liebe, Hingabe und Geduld.

Die Reitmeister/innen der Altklassischen Schule wussten dies bereits und in der Wiener Hofreitschule sowie in anderen Klassischen und Barocken Reitschulen steht Persönlichkeitstraining im Umgang mit den Pferden immer noch an wichtigster Stelle.

Sämtliche Ausbilder der Hohen Schule legen Wert auf die Persönlichkeit und Ausstrahlung des Pferdemenschen. In der Klassischen Reiterei werden Sie deshalb niemals einen „Wundermacher“ mit Dominanzmethoden antreffen. In der Klassischen Reiterei ist das Bestreben, Mensch und Pferd durch Wissen und Zeit auszubilden – dies erfordert unter anderem die oben genannten Merkmale einer starken Persönlichkeit.

Verwendete und weiterführende Literatur:

Imke Spilker : booklooker » Selbstbewusste Pferde Kosmos Verlag
Robert Vavra: booklooker » Pferdestudien Co-Libiris-Verlag
Klaus Zeeb: booklooker » Die Natur des Pferdes Kosmos Verlag
Alfonso Aguilar: booklooker » Wie Pferde lernen wollen Kosmos Verlag
Susanne Fischer-Rizzi: booklooker » Tierverbündete AT-Verlag
Truckenbrodt/Fiegler : booklooker » Von Pferden lernen BLV-Verlag
Kröger/Uhl-Kutsch: booklooker » Reiten im Einklang mit mir selbst Kosmos Verlag
Susanne E. Schwaiger : booklooker » Der Weg mit Pferden – Ein Weg zu mir Kosmos Verlag
Susanne E. Schwaiger : booklooker » Persönlichkeitstraining mit Pferden – Das Praxisbuch Kosmos Verlag
In beiden Büchern wird der Begriff „Dominanz“ leider oft verwendet – wer jedoch die Bücher ganz durchgearbeitet hat, wird feststellen, dass die Autorin dies nur in Zusammenhang mit der beschriebenen Persönlichkeitsentwicklung sieht, das Pferd sich also freiwillig anschließen kann, ohne beherrscht zu werden.
Lind/Müller : booklooker » Wie Pferde ihre Menschen spiegeln Kosmos-Verlag
: booklooker » Handbuch Pferd BLV Verlag
Mills/Nankervis : booklooker » Pferdeverhalten erklärt Müller Rüschlikon Verlag
Jackie Budd: booklooker » Pferde besser verstehen BLV-Verlag
Margit H. Zeitler : booklooker » Handbuch Pferdeverhalten Eugen Ulmer Verlag
Dr. G. Gerweck: booklooker » Die Psyche des Pferdes
Drever/Fröhlich: booklooker » Wörterbuch zur Psychologie
Angelika Schmelzer: booklooker » Pferdeverhalten richtig verstehen Cadmos Verlag
Pourtavaf/Meyer: booklooker » Die Brücke zwischen Mensch und Pferd FN-Verlag
Sybille Mellenthin : booklooker » Pferdeliebe grenzenlos Arena-Verlag
Binder/Kärcher : booklooker » Horse Feelings Kosmos-Verlag
M.L. v.d. Sode : booklooker » Was mein Pferd mir sagen will Cadmos-Verlag
Michael Schäfer : booklooker » Die Sprache des Pferdes Kosmos-Verlag
Desmond Morris: booklooker » Horsewatching – Die Körpersprache des Pferdes Heyne-Verlag
Henry Blake : booklooker » Versteh Dein Pferd Müller Rüschlikon Verlag
Lucy Rees : booklooker » Das Wesen des Pferdes Müller Rüschlikon Verlag
Bayley/Maxwell : booklooker » So verstehe ich mein Pferd Müller Rüschlikon Verlag
Mary Wanless: booklooker » Die Wanless-Methode * Fühlen statt denken, Reiten in Harmonie Müller Rüschlikon Verlag
Brigitte Schulz : booklooker » Flüstern allein genügt nicht Helmer-Verlag
Hans Silvester: booklooker » Wilde Pferde in der Camarque Knesebeck-Verlag
Steve Bloom: booklooker » Wilde Tiere Knesebeck-Verlag
: booklooker » Die Pferde aus Juhola Kosmos Verlag
Binder/Kärcher : booklooker » Wilde Pferde Müller Rüschlikon Verlag
Sadko G. Solinski : booklooker » ABC des Freizeitreitens und alle anderen Bücher von Sadko G. Solinski: booklooker »   Olms-Verlag
: booklooker » Partnerschaftlich miteinander umgehen FN-Verlag
S. Helmstetter : booklooker » Anleitung zum Positiven Denken Pal-Verlag
Kurt Tepperwein: booklooker » Wissen-Handeln-Sein
Fensterheim/Baer: booklooker » Sag nicht Ja, wenn Du Nein sagen willst Goldmanns-Verlag
Carl R. Rogers: booklooker » Entwicklung der Persönlichkeit * Konzepte der Humanwissenschaften Klett Cotta Verlag
Joseph Murphy : booklooker » Die Macht Ihres Unterbewusstseins
S. Gries: booklooker » Kompetenzentwicklung live EP-Verlag
Birgit Lehner: booklooker » Selbstsicher werden
Michael Mary : booklooker » Begegnungen mit dem inneren Kind
James Redfield: booklooker » Die Erkenntnisse von Celestine

Romane, die zum Nachdenken anregen und zur Selbsterkenntnis aufrütteln:

Richard Bach: booklooker » Die Möwe Jonathan
Richard Bach : booklooker » Illusionen
James Redfield : booklooker » Die Prophezeiungen von Celestine
Dan Millman: booklooker » Der Pfad des friedvollen Kriegers
Antoine de Saint-Exupery: booklooker » Der kleine Prinz
: booklooker » Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

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Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  2030 vom 11.12.2008
zu Ausgabe Magazin  506
leserbrief

Liebe Frau Rupprecht,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihren stolzen Pferden. Das ist wirklich selten, so etwas zu sehen.

Jetzt aber zur Kritik: vor 15 Jahren fing ich auch so an wie sie und man ist schnell dabei überzufliegen, wenn man relativ klare, einfache oder auch hochstehende Pferde hat wie die ihren. Sie haben dort ihre 2 oder 3 Pferde und die haben sie wunderschön gefördert und die Beziehung stimmt einfach, aber es gibt auch nicht wenige Pferde, die verlangen eben eine klare Führposition, die haben von Natur aus ein erhöhtes Aggressionspotential und die verlangen vom Besitzer auch eine korrekte Form der Dominanz und zwar im Sinne von klarer Führung und im Sinne des Pferdes. Übrigens gehören viele Haflinger vom alten Schlag dazu, die wollen jemand, der führt, sonst tun sie es.

Wir haben im Stall ein Pferd ( Gasparo) gehabt, das hat schwache Leute regelrecht verabscheut und nach einem ganz klaren Rahmen verlangt, mit anderen Worten, es mochte lieber Menschen, die mal etwas rauher aber klar waren und er sich unterordnen konnte , denn nur dann konnte er sich entspannen bei seinem Menschen, gab man ihm zuviel Freiheit, uferte er aus, sank in der Herde im Rang und wurde aggressiv.

Wenn ich das nicht erkenne, welchen Grundcharakter ein Pferd hat, was es braucht und Pferdearbeit auf ein ganz simples, idealistisches Mass runterschreiben will, dann gibt es wohl nur Idealpferde mit ihrem Idealmenschen, aber so ist es nicht in der Realität.

Unsere Pferde sind nicht minder stolz wie die Ihren und können auch frei im Gelände geritten werden bis auf eins. Dieses Eine habe ich gebraucht, um eben keinen Überflieger zu bekommen, denn es dreht schnell auf ob mit oder ohne Menschen.

Eine Jungstute (Jilant), die wir vermitteln sollten, war als Fohlen schon vom Naturell aus so aggressiv, dass wir uns sorgten, ob wir jemand Geeignetes finden würden für diese Stute (auch die Geschwister waren so), die wollte eine ganz klare Führung, sonst gab es Saures und zwar für uns schon beim Füttern..

Ich halte nichts von Dominanztraining, das ist furchtbar, aber es kommt auch immer darauf an, wie und warum man etwas macht. So ist das Raumeinnehmen, wenn ich wirklich meinen Raum möchte und nicht, dass das Pferd weggeht, eine sehr gute Anfangsarbeit, wenn man es im Sinne des Pferdes macht. Der Mensch muss dabei innerlich leer sein und darf nicht das Pferd meinen.

Gerade traumatisierte Pferde können so mit ihren (meist neuen) Besitzer bewusst konfrontiert werden, dem sie sich sonst innerlich nur entziehen würden und das Pferd hat die Möglichkeit, den Menschen als präsent, freundlich und nichts von ihm wollend zu erleben. Das Pferd wird von sich aus den Kontakt aufnehmen, der z.T. nur aus Anschauen des Menschen besteht.

Was wollen Sie denn sonst mit solchen Pferden machen, sie jahrelang in ihrer Depression lassen? Denn nur gute Pflege und liebevolle Arbeit hilft denen nicht wirklich .. Sie in die freie Wildbahn aussiedeln oder gleich einschläfern? Das ist zugegebenermassen eine provokante Frage.

Nichtsdestotrotz ist es gut, das es solche Artikel wie den Ihren gibt, denn unterdrückte Pferd gibt es zu Hauf und jeder Artikel, der das kritisiert, ist besser als der mainstream von den anderen Pferdezeitungen.

Als Schlussfrage: warum reiten sie am Halsring aber mir so einem grossen Westernsattel? Der ist doch zu lang und Sättel mit Baum passen doch meistens nicht....

Mit herzlichem Gruss

Dipl.Biologin
Sabine Birmann

Anbei Fotos von der aggressiven Stute ( Jilant) beim freien Spazierengehen mit ihrer Besitzerin Michaela.

Wallach Gasparo, mittlerweile 23 Jahre, sollte wegen Asthma und Aggressivität zum Schlachter mit 10 Jahren, war traurig und energielos; beim Wettrennen, die Ohren legt er aus Konkurrenz zu Halbblutstute Alischa an, die an sich schneller ist, er liebt Laufen.

Notizen  Leserbrief  2031 vom 16.12.2008
zu Ausgabe Magazin  506
Antwort zu leserbrief

Sehr geehrte Frau Birmann,

gerne würde ich auf Ihre "Kritik" eingehen. Leider verfehlen Sie zum größten Teil mit Ihren Worten die Ausführungen zum Thema Führungsqualtiäten in meinem Text. Wenn Sie sich die Zeit nehmen möchten, dann lesen Sie meine Texte bitte aufmerksam durch und versuchen Sie zu verstehen, welche Gefühle und Gedanken hinter meinen Worten stehen - dann finden wir Beide vielleicht eine Diskussionsgrundlage.

Gerne werde ich auf treffende Kritik eingehen.

Ich bitte allerdings darum, Verurteilungen zu vermeiden. Sie können nicht wissen, wie aggressiv oder nicht-aggressiv meine Pferde sind und Sie können auch nicht wissen, ob ich ein "Überflieger" bin. Bitte vermeiden Sie derartige Anschuldigungen, die nur aus Ihren persönlichen Vermutungen entstehen.

Herzliche Grüße und weiterhin alles Gute für Sie und Ihre Vierbeiner.

Karin Kelly Rupprecht

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Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 506 vom 20.05.2012
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