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Rezension   Magazin Magazin, Ausgabe 506, erschienen am 08.12.2008

Magazin  Ausgabe 506
Atlas der Anatomie des Pferdes
Lehrbuch für Tierärzte und Studierende

6., überarbeitete Auflage
von Budras, Klaus-Dieter / Röck, Sabine

208 Seiten, 56 vorwiegend großformatige Abbildungstafeln, 229 farbige Einzelillustrationen im Text und Fotografien, 24, 5 x 34, 8 cm, Hardcover

Hannover, November 2008

Schlütersche GmbH & Co. KG

ISBN 9783899930436

EUR (D) 76, 00

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Rezension Rezension von

1
Autorenhinweise m_red  » Werner Popken

erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 506
vom 07.12.2008
Rezensionen  Rezension

Der Verlag sagt über das Buch:

Das spricht für dieses Buch!

  • Das Standardwerk für Studium und Praxis
  • Aktuelles und praxisbezogenes Nachschlagewerk
  • Klinisch-funktionelle Beiträge überarbeitet, erweitert und einzigartig illustriert
  • Ganzseitige übersichtliche Abbildungstafeln
  • NEU! Praxisbezogene Ergänzungen zur Ophthalmologie sowie zur rektalen und sonografischen Untersuchung des Pferdes
Die Verbindung der klinisch-funktionellen zur topographischen Anatomie ist noch übersichtlicher gestaltet und gewährleistet einen raschen Informationszugriff.

Die 6., überarbeitete Auflage der Standardwerkes zur Anatomie des Pferdes setzt die bewährte Konzeption dieser Anatomieatlanten fort. Der Atlas umfaßt die topographische Anatomie aller Körperregionen und Organsysteme des Pferdes sowie spezielle anatomische Daten in übersichtliche Tabellenform. Zahlreiche Röntgenbilder, Zeichnungen und Fotografien veranschaulichen den klinischen Bezug.

Diese 6. Auflage ist durchgehend aktualisiert. Durch die einzigartige Vermittlung anatomischer Grund- und Detailkenntnisse und die Präparieranleitungen ist das Buch eine unersetzliche Grundlage für jeden Studierenden der Tiermedizin und ein ausgezeichnetes Hilfsmittel für praktizierende Tierärzte.

Aus dem Inhalt
  • Topographische Anatomie nach Körperregionen
  • Klinisch-funktionelle Anatomie mit Praxisrelevanz
  • Tabellarischer Anhang zu Myologie, Lymphsystem, peripherem Nervensystem und Nervi craniales


"Das vorliegende Buch ist inzwischen zu einem bekannten und geschätzten Standard eines tierartspezifischen Anatomiebuches geworden. Es gehört in jede Bibliothek der am Pferd interessierten Studenten und Tierärzte."
Schweizer Archiv für Tierärzte


Autor

Professor Klaus-Dieter Budras war Lehrstuhlinhaber des Instituts für Veterinär-Anatomie in Berlin. Unter Mitarbeit von Professoren und Dozenten aus München, Wien, Utrecht und Gent.


Verlag

» Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG




Kolumnen Rezension

Schon das Format dieses Buches ist ungewöhnlich: deutlich größer als A4. Als Autoren zeichnen verantwortlich Prof. Dr. Klaus-Dieter Budras und die Diplom-Designerin Dr. Sabine Röck; Budras war bis zum Erreichen der Altersgrenze am Institut für Veterinär-Anatomie an der Freien Universität Berlin beschäftigt; Röck wechselte zeitgleich an das Robert-Koch-Institut in Berlin(PDF-Datei» Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Bericht über das Jahr 2006, Seite 25). Zusätzlich werden noch die drei wissenschaftlichen Grafikerinnen Gisela Jahrmärker, Dietmut Starke und Renate Richter aufgeführt, sowie Dr. Silke Buda und Dr. Anita Wünsche als Mitarbeiterinnen am Gesamtprojekt.

Die Beiträge zur klinisch-funktionellen Anatomie stammen von Prof. Dr. Christine Aurich, Prof. Dr. Jörg traurig, Prof. Dr. Rolf Berg, Prof. Dr. Klaus-Dieter Budras, Professor Dr. Hartmut Gerhards, Prof. Dr. Peter S. Galtzel, Prof. Dr. Arthur Grabner, Prof. Dr. Ekkehard Henschel †, Dr. Bianca Patan, Prof. Dr. Astrid Rijkenhuizen, Prof. Dr. Harald Sieme, PD Dr. Bettina Wollanke. Wo so viele hochkarätige Fachleute mitarbeiten, muß etwas ganz Außerordentliches herauskommen.

Dieses Buch ist allerdings nicht ganz neu, sondern bereits die sechste Auflage, was wiederum als ein Anzeichen für die außerordentliche Qualität des Werkes gewertet werden kann. Die erste Auflage erschien 1991, die weiteren dann jeweils im Abstand von drei Jahren bis zur vierten Auflage 2000, die fünfte kam dann im Jahr 2004 heraus, nun also nach weiteren vier Jahren die sechste Auflage. Die sechste Auflage in Deutsch, denn im Jahr 1994 kam die erste englische Ausgabe heraus, die dann in den Jahren 2001, 2003 und 2008 weitere Auflagen erfuhr, außerdem gab es im Jahr 1997 eine japanische Auflage, die in den Jahren 2001 und 2004 neu aufgelegt werden mußte, sowie eine spanische und eine niederländische Auflage im Jahr 2005. Nun fragt man sich, warum es keine französische Auflage gegeben hat, wo doch die Franzosen so überaus viel Wert auf ihre Muttersprache legen. Aber vielleicht gibt es ein entsprechendes Werk auf dem französischen Markt; auch auf dem deutschen Markt sind ähnliche oder ergänzende Werke zu bekommen.

Dieses Werk ist Bd. 2 der dreibändigen Reihe über die Anatomie des Hundes, des Pferdes und des Rindes, und enthält lediglich spezifische Informationen für Pferde:

Allgemein gültige Themen, die bei geringen artspezifischen Unterschieden für alle Spezies gelten, wie die allgemeine Anatomie oder das autonome Nervensystem, sind in der Anatomie des Hundes enthalten.

Bei immer noch zunehmender Bedeutung des Pferdes als Partner, Helfer und Sportsfreund des Menschen wollten wir im vorliegenden zweiten Band die Ästhetik, Grazie und geniale Funktionalität des Körperbaus, aber auch die Krankheitsanfälligkeit in aller Natürlichkeit in unserem Buch betonen, um so einen ansprechenden Grundlagenbeitrag zur Tiergesundheit und ein praxisbezogenes Studienkonzept zu schaffen. Innerhalb einer 17-jährigen bewegenden Epoche mit mehrmalig verordneter Reduzierung der Studienzeiten bei einhergehenden Beeinträchtigung der Studienbedingungen hatten wir seit der Erstauflage zahlreiche Gelegenheiten, unser Werk an die Erfordernisse in Studium und Praxis anzugleichen und die Möglichkeiten zur Ergänzung, Verbesserung und fachlichen Anpassung an die aktuelle Lehrmeinung und die weltweit gültige Nomenklatur zu nutzen. Der nie erhoffte nationale und internationale Erfolg, belegt durch die zahlreichen Neuauflagen in vielen Sprachen, bestätigt den eingeschlagenen Weg und ist gleichzeitig eine schöne Belohnung für Beharrlichkeit und Kreativität.

a.a.O., Seite 1

Als Atlas kann man dieses Buch zunächst als Bilderbuch benutzen und sogar unabhängig von irgendwelchen sachlichen Interessen die Ästhetik der vorzüglichen Zeichnungen genießen. Freilich ist dies ein Buch für Fachleute und deshalb für den normalen Pferdefreund eigentlich nicht geeignet, es sei denn, er habe Anlaß, sich wegen spezieller Beschwerden seiner ihm anvertrauten Tiere näher zu informieren. Dabei sind die Texte durchaus nicht so gestaltet, das man nicht das Bemühen der Autoren erkennen könnte, sich auch für denjenigen verständlich darzustellen, der sich in die Fachsprache erst einarbeiten muß. Ein Beispiel:

Das Gebiß des Pferdes besteht weit überwiegend aus (eingeschränkt) hypselodonten (langen) Zähnen. Lediglich der Eckzahn (C) und der Lupinus (L) sind brachyodonte (kurze) Zähne, die formal – wie alle Zähne des Hundes – schmelzhöckerige Zähne sind. Echte hypselodonte Zähne kommen als Stoßzähne der Elefanten und als Hauer beim Keiler vor. Sie wachsen zeitlebens und besitzen keine typische Zahnwurzel, sondern eine proximal weit offene Pulpahöhle. Beim Pferd sind die Zähne nur mit Einschränkung hypselodont, weil sie nur bis zum 7. Lebensjahr wachsen und danach durch Einlagerung von Sekundärdentin ein stummelförmiges Wurzelende erhalten, das die Beendigung des Längenwachstums anzeigt. Danach erfolgt nur noch ein Pseudowachstum (falsches Wachsen), wobei durch Einlagerung von Cementum und durch Knochenzubildung im Grund des Zahnfaches (flacher werdende Alveole) der Zahn "herausgehoben" wird. Die hypselodonten Zähne sind schmelzfaltig, da sich der Schmelzmantel der Schneidezähne an der Kaufläche, und an den Mahlzähnen des Oberkiefers an den Kau- und Seitenflächen, und des Unterkiefers nur an den Seitenflächen einfaltet. Das Cementum umgibt den Schmelzmantel (Enamelum), und der innere Zahnanteil besteht aus Dentinum.

a.a.O., Seite 32

Man mag sich fragen, warum der mühsame Weg einer Zeichnung gewählt werden muß, wo man doch heute alles mit Leichtigkeit fotografieren kann. In der Tat finden sich auch einige Fotos, die den Vorteil haben, die tatsächlichen Verhältnisse, etwa bei einem Pferdeauge, wiederzugeben. Fotos haben aber auch erhebliche Nachteile, die sofort deutlich werden, wenn man sich eine beliebige Zeichnung anschaut. Diese ist nämlich im Prinzip häufig als Schichtdiagramm zu lesen, das heißt verschiedene Teile der Anatomie können herausgehoben und isoliert werden, was bei einem Foto entweder gar nicht oder nur durch nachträgliche Bearbeitung möglich wäre. Natürlich muß der Student die Einzelheiten, die er sich an der Zeichnung eingeprägt hat, später in der Realität umsetzen. Die Zeichnung entspricht also etwa einen Bauplan, der ja auch nicht das fertige Werkstück zeigt, sondern eher eine Anweisung darstellt, wie man das Werkstück zu bauen hat.

Muß also der Studierende, der praktizierende Tierarzt dieses Buch kaufen? Vermutlich ja, denn hier handelt es sich ja um Spezialliteratur, also um Wissen, das anderweitig nicht verfügbar ist. Selbstverständlich bin ich als Laie nicht in der Lage, dieses Buch angemessen beurteilen zu können – mir bleibt nur ehrfürchtiges Staunen. Da es sich um die sechste Auflage handelt, ist davon auszugehen, daß sämtliche Anregungen aus den Kreisen der kompetenten Rezensenten und Leser berücksichtigt und eingearbeitet worden sind. Es dürfte sich damit um einen Klassiker handeln, der auch in Jahrzehnten noch seinen Wert behalten wird.

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