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Tipps für eine pferdefreundliche Reitweise Teil 7 Von Vorige Woche habe ich davon gesprochen, dass wir Menschen unseren vierbeinigen Reitpartnern mehr Verantwortung und auch ein gewisses Mitspracherecht einräumen sollten, wenn wir eine beidseits zufriedene und harmonische Zusammenarbeit anstreben. Und ich habe bereits erwähnt, dass von einer solchen eher ungewöhnlichen Regelung auch der Reiter profitieren kann, wobei ich vor allem die verminderte Unfallgefahr hervorgehoben habe. Fleißige Geländereiter, die mit ihren Pferden gerne auch die weitere Umgebung erkunden und das Glück haben, in einer mehr oder weniger unberührten Naturlandschaft zu leben, können aber auch noch eine andere wertvolle Eigenschaft ihrer vierbeinigen Gefährten nutzen. Pferde besitzen nämlich einen untrüglichen Instinkt, der ihnen jederzeit den kürzesten und meist auch sichersten Nachhauseweg verrät! Ein ernsthaftes Verirren ist für ein eingespieltes Reiter-Pferd-Paar also eigentlich unmöglich, weil das Pferd immer – auch bei schlechtesten Wetter- und Bodenbedingungen – den besten Heimweg finden wird. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Pferd daran gewöhnt wird, diese Art der Eigenverantwortung regelmäßig zu übernehmen, und nicht etwa dafür bestraft wird, wenn es derartige Eigenmächtigkeiten zeigt. Wird ein Pferd hingegen nur darauf gedrillt, den Befehlen des Reiters zu gehorchen, so wird ihm im Ernstfall nur sehr schwer beizubringen sein, dass es ohne direkte Anweisung des Reiters handeln soll. Es wird beständig darauf warten, genaue reiterliche Hilfen zu bekommen, die ihm die Richtung und das Tempo vorgeben. Erhält es diese nicht, wird es einfach stehend abwarten oder auch aus Unsicherheit nervös herumtänzeln, aber nur in den seltensten Fällen wird es selbständig vernünftige Entscheidungen treffen, da es ja befürchten muss, wieder dafür bestraft zu werden. Ich kann deshalb jedem Freizeitreiter nur empfehlen, seinem Pferd regelmäßig immer wieder mal zu gestatten, bei Ausritten selbst den Heimweg zu bestimmen. Für die anfängliche Gewöhnung daran eignen sich vor allem Routen, bei denen nicht einfach nur umgedreht wird, sondern die in Form einer Schleife wieder nach Hause führen, weil die Pferde dann zwar spüren, dass es heimwärts geht, aber doch nicht so sehr zum Eilen neigen, als wenn einfach eine Kehrtwende gemacht und auf demselben Weg nach Hause geritten wird. Mit dem Pferd zu sprechen, ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Etwa so: ‚Lass’ uns jetzt nach Hause gehen! Such’ dir bitte den schönsten und kürzesten Weg, auf dem wir gut nach Hause kommen!’ Mit diesen Worten lenken Sie Ihr Pferd anfangs behutsam dorthin, wo Sie es haben wollen, lassen ihm dann aber möglichst freie Hand auf dem Nachhauseweg. Nur, wenn es zu schnell zu werden droht, bremsen Sie es energisch ein. Schüchterne Pferde werden eher vorsichtig reagieren, selbstbewusste Tiere hingegen nehmen solche Aufforderungen meist sehr bereitwillig an und freuen sich, wenn sie den Heimweg bestimmen dürfen. Gibt es dafür mehrere geeignete, parallel verlaufende Wege, sollten Sie bei der Wahl tatsächlich Ihrem Pferd vertrauen, und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit werden Sie von der Souveränität Ihres Reitkameraden überrascht sein. Auf diese Weise lässt sich sehr leicht gegenseitiges Vertrauen aufbauen, das dann im Ernstfall auch wirklich benötigt wird, wenn man sich als ‚verirrter Reiter’ ganz auf den Naturinstinkt seines Pferdes verlassen muss. Ich habe diese Begabung meiner Pferde jedenfalls schon des Öfteren in Anspruch genommen, da man in unseren teilweise sehr dichten, mit zahlreichen Schleichwegen vernetzten Wäldern sehr leicht die Orientierung verlieren kann. Und ich habe es noch nie bereut, in solchen Situationen das Kommando meinen Pferden überlassen zu haben. Vor allem meine heiß geliebte Leitstute hat mich immer rasch und sicher ans Ziel gebracht, selbst damals, als ein heftiger Schneesturm uns jegliche Sicht genommen hat. Mit zusammengekniffenen Augen hat sie trittsicher auch gefährliche Passagen überwunden und mir so das Gefühl höchster Geborgenheit gegeben. Eine Erfahrung, die man wohl nur mit einem echten Freund erleben kann! |
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