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Editorial   Magazin Magazin, Ausgabe 534, erschienen am 21.06.2009

Magazin  Ausgabe 534
Werner Popken
Editorials  Editorial

Newsletter-Debakel



Glücklicherweise scheint kaum jemand überhaupt bemerkt zu haben, daß es in den letzten 14 Tagen Probleme mit dem Versand des Newsletters gegeben hat. Zumindest hat sich niemand beschwert. Grund zur Beschwerde hätte sein können, daß der Newsletter gar nicht angekommen ist. Solche Beschwerden gab es in der Vergangenheit immer wieder einmal.

Es ist natürlich möglich, daß diejenigen, die den Newsletter nicht bekommen haben, ihn ohnehin nicht lesen oder gar automatisch per Filter in den Papierkorb befördern. Er ist zwar sehr leicht abzustellen, aber oft lesen die Empfänger nur den Betreff und schicken den Newsletter zurück mit der Bitte, ihn abzustellen.

So etwas lehne ich ab. Gleich am Anfang steht, wie man ihn abstellt. Ursprünglich konnte man das gleich dort tun, aber manche Leute haben den Newsletter dann versehentlich abgestellt, was natürlich unangenehm ist und neue Probleme heraufbeschwört; deshalb habe ich den entsprechenden Link an das Ende geschoben und am Anfang einen Hinweis plaziert.

Wie kam es nun dazu, daß der Newsletter vielfach nicht zugestellt wurde? Die Newsletter sind bei uns alle ordnungsgemäß rausgegangen, aber zumindest GMX hat irgendwann einmal die Pferdezeitung auf den Index gesetzt und grundsätzlich keine E-Mails von uns mehr angenommen; nicht einmal E-Mails, die mit dem Newsletter gar nichts zu tun hatten.

Das ist allerdings jemandem aufgefallen. Beim Hochladen von Bildern verschicken wir jeweils eine Bestätigung, und in diesem Fall kam die Bestätigung nicht an. Das fiel auf, und freundlicherweise bekam ich eine Fehlermeldung. Freilich konnte ich nichts tun, um die Sperre aufzuheben. Nach 24 Stunden wurde die Sperre bei GMX automatisch wieder aufgehoben.


Rückläufer

Wie kam es zu diesem Problem? Keine Ahnung, oder genauer: einige Hinweise sind mir bekannt, aber genau habe ich die Sache nicht rekonstruiert. Vor ein paar Wochen fiel auf, daß ich einen Fehler bei der Konfiguration der sogenannten E-Mail-Header hatte. Ob dieser Fehler bei der Umstellung auf den neuen Server oder schon viel früher entstanden war, habe ich nicht untersucht. Jedenfalls hat die Sache mal funktioniert, und jetzt funktionierte sie nicht mehr.

Also habe ich nachgebessert, und irgendwie ist als Resultat der Nachbesserung die Katastrophe hereingebrochen. Oder so ähnlich, denn bei genauer Betrachtung macht meine Rekonstruktion eigentlich gar keinen Sinn. Wie auch immer, ich hatte früher Fehlermeldung bekommen, wenn eine E-Mail-Adresse nicht mehr gültig war, und das funktionierte nicht mehr. Nun bekam ich Rückläufer, was ja der Sinn der Sache war, und gleich Tausende davon, fast 10.000. Ein Zeichen dafür, daß sich viel Datenmüll angesammelt hatte.

Als Folge mußte der Server der Pferdezeitung in kurzer Zeit Tausende von E-Mails auf Spam prüfen und hatte entsprechend viel zu tun. Daraufhin sprangen beim Provider die roten Lampen an. Dieser erkannte sofort das Problem und stellte (Sonntagnacht!) die Spam-Prüfung als Ursache der Überlastung ab. Als erstes merkte ich am Montag, daß ich nicht nur Tausende von Rückläufern bekommen hatte, sondern auch ungewöhnlich viel Spam. Erst am Nachmittag konnte dieser Hergang rekonstruiert werden; die Wiedereinrichtung der Spam-Prüfung war dann ein Klacks. Seufz.


Blockade

Es ist kein Wunder, daß im Laufe der Zeit viele E-Mail-Adressen ungültig werden. Jemand meldet sich an, die benutzte E-Mail-Adresse ist irgendwann aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gültig, sei es daß es eine Firmenadresse war und derjenige nicht mehr in der Firma tätig ist oder die Firma eine solche Verwendung nicht mehr zuläßt, sei es daß das E-Mail-Konto überhaupt gekündigt wurde. Es gibt auch Rückläufer von gültigen E-Mail-Adressen, wenn nämlich das zuständige Postamt die Annahme verweigert. Normalerweise ist das der Fall, wenn der betreffende Inhaber sein E-Mail-Konto nicht mehr benutzt oder aber dieses einfach voll ist und keine weitere E-Mail mehr angenommen werden kann.

Natürlich sind viele dieser ungültigen Adressen bei den ganz großen Freemailern angesiedelt. Leider hat nun GMX bei der Aussendung des Newsletters vor 14 Tagen und vor einer Woche entschieden, daß die Pferdezeitung ein Bösewicht sein muß. Dieser Schluß wurde gezogen, weil so viele ungültige Adressen in kurzer Zeit ankamen. Nun muß man wissen, daß manche Spammer E-Mail-Adressen vollautomatisch generieren und einfach probieren, ob eine solche Adresse vielleicht vorhanden ist. Stellen Sie sich das mal im wirklichen Leben vor, dann ist klar, daß die gelbe Post auch in einem solchen Fall zusammenbrechen würde und sich gegen so etwas schützen müßte.

Daß es so etwas gibt, habe ich schon vor einiger Zeit erfahren; ich habe eine Adresse bei GMX mit drei Buchstaben, sagen wir einmal abc@gmx.de. Neulich bekam ich eine E-Mail mit einem etwas zweifelhaften Angebot und der Anrede: Sehr geehrter Herr Axel Bernd Conradi! Da mußte ich mich doch wundern. Die hatten einfach die drei Buchstaben als Initialen eines Namens verstanden und nach Wörterbuch einen solchen Namen synthetisiert. Die automatische Antwort von GMX gab mir den entsprechenden Hinweis:

421-4.3.2 {mx028} Too many bad recipients. Are you an address harvester?
Try again in 12 hour(s) 27 minute(s)

Ein address harvester ist ein Adressen-Sammler, der in diesem Fall Adressen synthetisch erzeugt und über die Rückläufer testet, welche Adressen gültig sind und welche nicht. Damit stellt sich ein ernsthaftes Problem: man kann die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Die Adressen waren natürlich früher auch schon ungültig, aber vielleicht sind es gerade jetzt so viele geworden, daß wir die Schwelle überschritten haben und der Abwehrmechanismus von GMX angesprungen ist.


Bereinigung

Nun kann ich nicht Tausende von E-Mails durchsuchen und von Hand die ungültigen Adressen herausklauben, um diese dann wiederum von Hand zu löschen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als ein Programm zu schreiben, das diese Aufgabe übernimmt. Dabei kann es unter Umständen dazu gekommen sein, daß Adressen, die eigentlich gültig sind und wo der Inhaber eigentlich den Newsletter haben möchte, in diesem Sinne manipuliert worden sind. In diesem Fall muß man einfach darauf vertrauen, daß der Betreffende sich meldet oder von sich aus den Newsletter wieder anstellt.

Im Prinzip müßte morgen die Sache wieder im Lot sein. Nach der ersten Woche hatte das aus nicht näher untersuchten Gründen nicht geklappt; damit eventuelle Rückläufer nicht durch den Spamfilter müssen, hatte ich eine neue Rückläufer-Adresse eingerichtet. Das hatte aber nicht funktioniert. Vor einer Woche passierte dasselbe also noch einmal. Inzwischen war ich ja schon etwas eingearbeitet, aber lästig und zeitintensiv war die Sache trotzdem. Dabei habe ich auch das Problem aufgeklärt, warum die Rückläufer nicht an die angegebene neue Adresse gegangen sind, die nicht durch den Spamfilter geschützt ist. Ich bin gespannt, ob es morgen endlich funktionieren wird; außerdem sollte es eigentlich nur noch ganz wenige Rückläufer geben. Aber wer weiß, vielleicht habe ich noch etwas übersehen?


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