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![]() Mensch und Pferd in der Natur im Einklang – wie und warum geht das, wenn überhaupt? |
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Und dieses Aussterben der Pferde in Nordamerika war nun nicht etwa die Ausnahme, sondern stellt die Regel dar. Fast alle jemals existierenden Pflanzen- und Tierarten sind bereits ausgestorben, nur sehr wenige existieren schon Hunderte von Millionen Jahren, die Menschheit, wie wir sie kennen, erst seit etwa 40.000 Jahren, und auch die Pferde, wie wir sie kennen, sind mit etwa 1, 5 Millionen Jahren nicht annähernd so alt wie etwa die Die christliche Menschheit hing lange Zeit der Vorstellung an, dem wäre nicht so. Gott erschuf die Welt in sieben Tagen, nicht wahr, und sagte anschließend so etwas wie: Basta. Oder genauer: „Er sah, dass es gut war." Und wenn etwas gut ist und von Gott kommt, kann und darf es nicht verändert werden. Es soll Leute geben, die heute noch daran glauben. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir mein Vater anlässlich eines Und ich erinnere mich auch an meine kindliche Frage angesichts der zyklischen Natur der Klimaschwankungen, ob diese denn plötzlich aufgehört hätten, und wenn nicht, ob wir gerade in einer Eiszeit oder in einer Warmzeit leben und in welcher Richtung sich die Temperatur eben jetzt entwickelt. Wie erstaunt war ich über die ohne Zögern gegebene Antwort: Selbstverständlich leben wir in einer Warmzeit, da ja hier, wo Findlinge liegen und deshalb früher Gletscher gewesen sein müssen, weit und breit keine mehr zu sehen sind. Und weil auf eine Warmzeit bisher immer eine Kaltzeit folgte, war für meinen Vater klar, dass diese Warmzeit nur ein Zwischenstadium ist und die nächste Eiszeit folgen wird. Er erzählte mir sogar von der „Kleinen Eiszeit", machte mich also darauf aufmerksam, dass diese zyklischen Schwankungen nicht etwa gleichmäßig wie eine Sinuskurve verlaufen, sondern in sich selbst noch einmal wieder schwanken. An Einzelheiten kann ich mich nicht erinnern, aber heute ist es ja kein Problem, Genaueres zu erfahren:
Nicht alle diese Fakten konnte mein Vater kennen; die oben erwähnten Fortschritte der Wissenschaft helfen auch in diesem Fall, aus mehr oder weniger zufälligen Überlieferungen absolut harte Erkenntnisse zu machen. Damit hier aber kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich betonen, dass mein Vater kein Wissenschaftler war, nicht einmal Akademiker, sondern „nur" Facharbeiter, nämlich Buchdrucker. Allerdings war er intelligent und wissbegierig und ging mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. |
Auch der Rest des Artikels ist lesenswert, insbesondere die Folgen für Ernährung, Kultur und Politik. Letzten Endes kann man sogar die französische Revolution auf die Kleine Eiszeit zurückführen. Soviel zum Fortschritt der Wissenschaft; vielleicht wird Ihnen auch deutlich, dass die aktuelle Panikmache bezüglich der Klimaerwärmung vielleicht doch nicht so abgesichert ist, wie einige Wissenschaftler lautstark behaupten (siehe dazu auch den sehr interessanten Artikel » Who's afraid of global warming? über den Astrophysiker Wie dem auch sei, jederzeit könnten sich riesige Vulkanausbrüche ereignen, die dann unmittelbar unabsehbare Folgen für die Klimaentwicklung hätten und möglicherweise Probleme aufwerfen würden, gegen die die jetzt diskutierten vergleichsweise klein aussähen. Es ist beispielsweise noch gar nicht so lange her, seit man erkannt hat, dass der Um auf die Pferde zurückzukommen: Auch unsere Einsichten und Ansichten zu Pferden bleiben nicht gleich, sondern entwickeln sich, und zwar vermutlich ebenfalls in Zyklen. Nicht alles, was die Alten gedacht und gemacht haben, war falsch, nicht alles war richtig, und nicht alles, was wir denken und machen, ist richtig. Eines ist aber mit Sicherheit falsch: Das Festhalten am Alten, wenn sich die Verhältnisse ändern. Und ganz besonders dumm ist es, an etwas festzuhalten, das nicht zweifellos richtig ist. Und dazu gehören unsere Reitlehren. Das kann man schon an der einfachen Tatsache ablesen, dass eine Unmenge von Reitlehren propagiert und diskutiert wird, was man als eindeutiges Zeichen dafür nehmen kann und muss, dass keine einzige dieser Reitlehren korrekt ist. Denn andernfalls gäbe es keine Diskussion und nichts würde in Frage gestellt. Das erinnerte mich an das Argument des Arztes und Kabarettisten Übertragen auf die Pferde und die Reitlehren dürfen wir also schließen, dass der Stein der Weisen noch nicht gefunden wurde. Nach wie vor experimentieren wir herum, und je dürftiger die Faktenlage, desto erhitzter die Gemüter. Das hat mich schon immer gewundert: Viele Experten behaupten, im Besitz der Wahrheit zu sein, und streiten allen anderen jegliche Kompetenz ab. Das kann so nicht stimmen. Wahrscheinlicher ist, dass alle irgendwo einen Zipfel der Wahrheit erwischt haben, niemals jedoch die ganze Wahrheit. Kennen Sie das Gleichnis, das die Schwierigkeiten anschaulich macht, die Realität zu erfassen? Es gibt im Internet viele Fassungen (beispielsweise » Der Elefant und die Wissenschaftler) und auch die Wikipedia hat etwas dazu zu sagen: Sechs blinde Männer untersuchen einen Elefanten. Der eine meint, eine Wand vor sich zu haben, der nächste identifiziert einen Speer, ein anderer glaubt, eine große Schlange zu betasten, ein weiterer hält das Objekt für einen Baum, außerdem werden noch ein Fächer und ein Seil identifiziert. Am Ende streiten sie darüber, wer recht hat, da jeder von ihnen davon überzeugt ist, das Objekt einwandfrei erkannt zu haben. Keiner von ihnen kam auf die Idee, nur einen Teil des Gegenstands erfasst zu haben. Was weiß die Biologie von Elefanten? Was weiß der Elefantenführer von Elefanten? Was weiß der Dompteur von Elefanten? |
Watzlawick unterscheidet zwischen Wirklichkeit der ersten und der zweiten Ordnung und erläutert das am Beispiel des Witzes vom Optimisten und Pessimisten, die beide dieselbe Flasche sehen (erste Ordnung), wobei der eine diese als „halb voll", der andere jedoch als „halb leer" bezeichnet (zweite Ordnung). In der ersten Ordnung werden die Informationen der Sinnesorgane verarbeitet, über die man sich noch halbwegs einigen kann, obwohl auch diese Mechanismen extrem kompliziert sind, während in der zweiten Ordnung Bedeutung, Sinn und Wert gestiftet werden, über die man sich einfach nicht einig werden kann (» Paul Watzlawick: Wahrheit und Wirklichkeit). Anders als beim Beispiel mit den Medikamenten, wo man relativ leicht herausfinden kann, ob ein Medikament nachweislich wirkt oder nicht (die moderne Wissenschaft hat dazu die entsprechenden Instrumentarien entwickelt und jedes Medikament muss bekanntlich seine Wirksamkeit bewiesen haben, bevor es zum Markt zugelassen wird), wird man sich beim Umgang mit den Pferden so schnell nicht einigen können, weil man sich noch nicht einmal darüber verständigen kann, was man als Ergebnis erwartet. Aber selbst in der Medizin sind die Dinge nicht so einfach: Dass die Homöopathie im Sinne der eben erwähnten Wirksamkeitsnachweise regelmäßig mit Pauken und Trompeten durchfällt, hindert weder Patienten noch Ärzte daran, an diese zu glauben und dafür riesige Summen auszugeben. „Der Glaube ist des Menschen Himmelreich." Wo Gewissheit fehlt, kann der Glaube Triumphe feiern. So auch bei der Suche nach der allein seligmachenden Reitlehre. Merkwürdigerweise reicht es aber nicht, zu glauben, sondern der Gläubige muss auch noch die Anhänger anderer Glaubensrichtungen bekämpfen. Auch hier scheint ein Gesetz der Umkehrung zu gelten: Je geringer die Gewissheit, desto größer der Fanatismus. Wenn es dabei bleibt, ist nicht viel gewonnen; es kann sogar ganz schlimm werden, wie wir aus der Geschichte wissen. Andererseits kann man aber auch mit Recht behaupten, dass der Glaube für unsere Lebensökonomie wichtig ist und eine positive Rolle spielen kann, insofern er nämlich zunächst unerklärliche Phänomene in das bisherige Weltbild integriert und ein erfolgreiches Weiterleben ermöglicht. Wenn dieser Glaube darüber hinaus dann auch noch dazu führt, weitere Untersuchungen anzustellen und schließlich durch Wissen ersetzt werden kann, hat er seine Schuldigkeit getan. In diesem Sinne kann man den Glauben als „Platzhalter des Wissens" bezeichnen. In der Wissenschaft wird der Begriff „Glaube" nicht verwendet; stattdessen benutzt man „Vermutung“ , „Hypothese“ , „Fragestellung“ . Man muss nämlich erst einmal irgendwo einen Nagel einschlagen und damit einen Platz bestimmen, von dem aus man die Welt erforschen kann. Erst die Frage ermöglicht die Suche nach der Antwort. Bei » Hans-Jürgen Neuhauser war es die Frage nach dem Umgang mit dem Pferd ohne Strick und Halfter. Also eigentlich die Ablehnung von Zwangsmitteln, die eine Unterwerfung des Pferdes zum Ziel haben. Oder noch anders ausgedrückt: Die Frage nach der Kommunikation der Pferde untereinander, die ja ohne diese Mittel wunderbar funktioniert. Dass jede Antwort durch die ihr zu Grunde liegende Frage bestimmt ist, darf eigentlich nicht verwundern. So basteln wir dann also ständig an unserer Weltsicht herum und halten diese womöglich für alleinseligmachend. Ist sie ja auch, in gewisser Weise, nämlich für uns. Wehe, wenn wir versuchen, zu missionieren! Dann kann die Sache schief gehen. Bieten wir diese dagegen als Angebot feil, könnte sie anderen Menschen helfen, ihren eigenen Weg zu finden. Und die könnten dann auch sehr dankbar sein! |
Für diese Ausgabe habe ich wieder einmal sehr viel recherchiert und sehr wenig von dem verwenden können, was ich gelesen habe; das ist aber normal, denn alle diese Informationen formen ganz allmählich eine Wirklichkeitsinterpretation, die ich Ihnen dann in der Hoffnung offerieren kann, dass sie Ihnen nützlich sein mag. Mir hat diese Lektüre natürlich viel gebracht, und vielleicht wird das eine oder andere in einem der nächsten Artikel wieder aufscheinen, obwohl ich im Moment keinerlei Verwendung dafür habe. Ich vertraue da auf mein Gedächtnis und meine Erinnerungsfähigkeit. Kommunikation zwischen Menschen und Tieren ist allgemein ein interessantes Thema, und zwar in beiden Richtungen. Je mehr wir über die Kommunikation zwischen Menschen erfahren, desto mehr verstehen wir Kommunikation zwischen Tieren, und umgekehrt. So interessieren sich auch Erziehungswissenschaftler und Pädagogen für die tierische Kommunikation in der Hoffnung, dadurch Erkenntnisse für ihre eigene Tätigkeit zu gewinnen und deren Ergebnisse verbessern zu können (mit Der nachfolgende Witz ist einem Aufsatz vorangestellt, der diesen Prozess diskutiert und die Gefahren einer unkritischen Übertragung von Ergebnissen anderer Disziplinen deutlich herausstellt:
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