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von Meyners, Eckart 124 Seiten / DIN A5 / Lüneburg 2003Lüneburg, Juli 2000 Wehdemeier & Pusch ISBN 978-3926988256 EUR (D) 8, 00 ![]() erschienen im vom 22.01.2012 |
Der Verlag sagt über das Buch:
Dieses Buch wird bei Amazon derzeit nur im Marketplace angeboten, und zwar von nur einem Anbieter, der für ein gebrauchtes Exemplar 38, 86 € haben möchte: » kameliendame. Im gesamten Buchmarkt sieht es ähnlich aus (» JustBooks); die anderen Exemplare sind teurer; nur die Buchhandlung Lehmanns will es zu 8 € liefern können. So steht es auch auf der Rückseite des Buches. Der Verlag kann anscheinend (oder nur scheinbar?) auch liefern, verlangt jedoch 8, 18 €. Da dieser aber nur 7 Bücher anbietet und mit einem Relaunch vom April 2003 wirbt, darf man diese Angabe bezweifeln. Der Preis sieht nämlich nach einer automatischen Umrechnung anlässlich der Währungsumstellung im Jahre 2002 aus. Immerhin dürfte das Buch demnach noch einmal nachgedruckt worden sein, da ja der Preis im Jahr 2000 auf D-Mark gelautet haben muss und auf der Rückseite in Euro angegeben ist; tatsächlich stammt die erste Auflage vom März 2000, die zweite vom Dezember 2002. Es sieht für mich alles danach aus, als sei das Buch vergriffen, womit die Angabe von Lehmanns als Luftnummer einzuschätzen sein dürfte – es wäre nicht das erste Mal. Eckart Meyners hat es nicht leicht; schon im ersten Absatz des Vorwortes wird erkennbar, dass die Reiter für seine Botschaft nicht gerade aufgeschlossen sind:
Die Reitlehre, die seit geraumer Zeit als Hauptartikelserie in der Pferdezeitung veröffentlicht wird, beklagt ebenfalls ständig die irrigen Vorstellungen der herkömmlichen Reitlehre – dabei ist sie verfasst von einem FN-Reitlehrer, der es genau wissen sollte, aus eigenem Antrieb die Schwächen und Fehler erkannt und die Konsequenzen daraus gezogen hat. Eckart Meyners hingegen kommt von der Sportpädagogik her, er ist für die FN gewissermaßen fremd, er ist kein Reiter. Nun ist das kein Einwand: Der Trainer eines Fußballvereins muss selber nicht das Zeug haben, im Verein mitspielen zu können. Der Lehrer eines Instrumentalvirtuosen muss selber nicht unbedingt ein Virtuose sein, ist es aber in der Regel zumindest gewesen, wie auch Fußballtrainer in der Regel früher Fußballspieler waren, wenn auch nicht unbedingt besonders gute. Hier passt wieder einmal die Anekdote, die ich vermutlich schon ein paar Mal zum besten gegeben habe: Die Equitana hatte einen Fotografen beauftragt, die Hop Top Show zu dokumentieren. Dieser Fotograf hatte noch nie Pferde fotografiert und wurde von Pferdefotografen angegriffen, die vermutlich selber gerne diesen Auftrag bekommen hätten. Das focht den aber nicht an: Cool entgegnete er, dass er zwar von Pferden nichts verstehe, aber wisse, was ein gutes Foto sei. Da ist was dran. Meyners mag kein begnadeter Reiter sein, aber vom Lehren und Lernen versteht er etwas, insbesondere wenn es um die Vermittlung von Bewegungen geht, um Sport.
In diesem Text scheint etwas zu fehlen – der zweite Satz macht grammatikalisch keinen Sinn. Aber auch sonst muss man sich sehr anstrengen, um zu ahnen, was der Autor wirklich sagen will. Man erkennt wohl, dass er seine wissenschaftliche Kompetenz zur Schau stellen möchte, aber was geht das den Leser an? Auch der Rest der Einleitung kann den Leser nicht mehr versöhnen:
Alles klar? Glücklicherweise ist der Text nicht immer so schwer zu genießen. Nun ist ja allgemein bekannt, dass der Sport in der Schule zunehmend verwissenschaftlicht worden ist, denn man kann ja schon seit langem Sport als Abiturfach wählen. Es kann also nicht länger darum gehen, sich einfach nur körperlich zu betätigen. Aber auch die Ausbildung der Sportlehrer, die früher durchaus im Argen gelegen hat, hat sich gewandelt, und das ist gut. Wer eine Sportart unterrichtet, sollte viel wissen, über das Lehren an sich, über das Fach sowieso, aber auch über das Lernen – der Lehrer muss wissen, wie die Schüler lernen können. Und da es beim Sport um die Bewegung geht, muss man auch darüber etwas wissen. Wie bewegen wir uns? Und wenn wir wissen, wie wir uns richtig zu bewegen haben, wie können wir das jemand vermitteln, der es noch nicht weiß? Das Problem ist an sich nicht neu und auch nicht auf den Sport beschränkt. Wer Tänzer werden will, muss tanzen lernen – das ist immerhin noch dem Sport sehr verwandt. Wer Musiker werden will, wird in der Regel mindestens ein Instrument erlernen müssen – das wird man in der Regel nicht mit Sport verwechseln. In allen Fällen geht es darum, dass der Körper etwas ausführen muss, was Sprache nicht adäquat beschreiben kann. Mehr noch: Es gelingt noch nicht einmal, die genauen Vorgänge zu analysieren und zu beschreiben. Zwar versucht das jeder nach Kräften, aber dennoch bleiben die Beschreibungen blass und schwer verständlich. Bis zur korrekten Umsetzung ist es normalerweise ein langer Weg, der üblicherweise nicht allein mit Büchern zurückgelegt werden kann, sondern die aktive Beteiligung von Lehrern erfordert. Und genau um die Ausbildung der Lehrer kümmert sich Eckart Meyners. Möglicherweise wird dieses Buch auch im Studium verlangt – wenn es vergriffen ist, würde das die hohen Preise im Antiquariat erklären. Besonders interessant fand ich den letzten Aufsatz: Anfängerreiten. Dieser beruht auf Untersuchungen des Autors zum Reitunterricht in unterschiedlichen Institutionen. Als Lehrer von Lehrern fordert er den Leser auf, sich in die Situation eines 30 jährigen Reitschülers, eines typischen Freizeitreiters, oder eines Kindes beziehungsweise Jugendlichen zu versetzen, um sich dann die folgenden, vermutlich authentischen Instruktionen anzuhören:
Wie man sieht, bleibt für die Pädagogen hier noch viel zu tun. Der Autor tut sein Bestes, um hier Grund reinzukriegen. Er lässt es aber nicht bei der theoretischen Erläuterung, sondern bringt vier verschiedene Ansätze für die konkrete Umsetzung. Immer wieder betont er freilich, dass er nicht grundsätzlich die Reitausbildung in Frage stellen möchte und viele ausgezeichnete Ausbilder kennt. Er möchte es sich offensichtlich mit denen nicht verscherzen. Meyners hat zwei weitere Bücher veröffentlicht, die noch lieferbar sind:
Schließlich gibt es noch ein Buch mit demselben Titel, an dem Eckart Meyers aber nicht beteiligt ist: » FN-Handbuch Lehren und Lernen im Pferdesport. |
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