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Autorenhinweise Autor und Herausgeber:

Werner Popken

Hier finden Sie die gesammelten Editorials Editorials aller Ausgaben des Magazin Magazins.

Darin geht es meistens nicht direkt um Pferde, aber oft um Themen, die mit Internet, E-Mails, Spam und Computern zu tun haben - also das, was Leute beschäftigt, die sich im Internet bewegen.

Editorials Ergebnisliste

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TitelInhalt

Me me me

Zu Weihnachten hatte ich Sie ja schon einmal auf Wikipedia-Link» en/Simon Sinek aufmerksam gemacht, der mit seinem Buch » Start With Why die Richtung der allgemeinen Rechtfertigungshierarchie auf den Kopf gestellt hat (Editorial  Why). Alle wissen, was sie tun, die meisten wissen auch noch, wie sie es tun, aber fast niemand weiß, warum er es tut.

Diese Fragestellung ist ihm zunächst aufgrund seiner eigenen Probleme klar geworden: Er wusste nicht mehr, warum er morgens aufstehen sollte, er hatte alles erreicht, aber es machte ihm keinen Spaß mehr, er hatte seinen Antrieb verloren. Und später ging ihm auf, dass es sich keineswegs um ein individuelles Problem handelt, um das Problem einer Person, die ja vielleicht an einen Lebenszweck glaubt, sondern vor allem um das Problem von Firmen. Unternehmen, die wissen, warum sie etwas tun, haben viel mehr Erfolg als die anderen, die nur wissen, was sie tun.

In seinen Vorträgen wird er manchmal richtig bissig, wenn er nämlich die egoistische Grundhaltung unserer Gesellschaft anprangern will: „Me me me, me me, me me me.“ Übersetzt: „Ich ich ich, ich ich, ich ich ich.“ Und das ist nach seiner Meinung grundverkehrt und die Wurzel allen unseres Übels. Denn diese egoistische Grundhaltung macht nicht glücklich. Sie macht im Gegenteil richtig unglücklich. Glücklich wird man nur, wenn man sich um andere kümmert, wenn man etwas für andere tut, wenn man nicht selbstsüchtig ist.


Bettler

Um diesen Punkt zu illustrieren, benutzt er Bettler, die im Mittelalter auch bei uns noch zum Straßenbild gehörten und inzwischen in den größeren Städten das Straßenbild immer stärker dominieren. Sinek lebt in New York, er spricht zu den Menschen, die erfolgreich sind und in großen Städten arbeiten, alle wissen genau, wovon er redet.

Wenn man auf dem Weg zur Arbeit so einem Bettler etwas gibt – fühlt man sich dann besser? Natürlich, aber nicht viel, und das wiederum macht er deutlich an der Reaktion der Kollegen: Wenn man denen erzählen würde, dass man gerade einem Bettler eine Kleinigkeit oder auch einen Schein gegeben hat, würden die mit den Schultern zucken.

Würde man…

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Editorials » Me me me
vom 20.05.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 686
vom 20.05.2012

Vorfreude

In dieser Woche bin ich auf eine neue Seite des » Reitervereins Riesenbeck aufmerksam gemacht worden. Dieser veranstaltet nämlich vom 15. bis 19. August 2012 die Weltmeisterschaft der Vierspänner und hat dazu eine eigene Internetpräsenz eingerichtet: » WM 20120 Vierspänner Riesenbeck.

Das ist ja erst einmal nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil: Heute erwartet man so etwas. Nun ist es bis zum August noch etwas hin, im Vorfeld gibt es wenig zu berichten, und hinterher ist alles vorbei. Eine solche Internetpräsenz hat also im Grunde nur vorübergehenden Charakter. Hoffen wir, dass sie nicht irgendwann völlig untergeht, sondern wenigstens im Archiv des Vereins weiter zugänglich bleibt.

Sport, der große Sport zum Mal, ist heute aber auch Geschäft. Und deshalb muss man Marketing betreiben, die Veranstaltung verkaufen, das Publikum vorzeitig anfixen, die Spannung langsam anköcheln lassen, und dazu haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen. Verantwortlich ist der Verein, aber wo es um das Geschäft geht, ist der Vorstand vielleicht nicht kompetent genug, also holt man sich Fachleute. Ob das in diesem Fall so war, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber dass es im Umfeld großer Turniere von Profis not so wimmelt, ist offensichtlich. Da gibt es viel Geld zu verdienen, da wird viel Geld ausgegeben, da wollen viele partizipieren, da darf man nichts dem Zufall überlassen, da wird alles ganz genau geplant. Auch die Vorfreude.


Profis

Unter » Videos bietet der Verein im Moment drei Filme an; vor ein paar Tagen waren es erst zwei, der erste ist neu dazugekommen, ohne Titel, ohne Erklärung.

Das Standbild zeigt die Worte: »letzte Woche«. Der Dateiname des Films lautet WM-Riesenbeck-01.mp4 und lässt erwarten, dass er der erste einer ganzen Serie ist.

Wir kennen diese Art von Videopräsentation von YouTube her, und in der Tat handelt es sich auch um ein eingebundenes YouTube-Video: Ein großer Pfeil lädt uns ein, auf das Bild zu klicken und den Film zu starten. Wir wissen nicht, was uns erwartet.

Sobald der Film anläuft, sehen wir, dass er nur…

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Editorials » Vorfreude
vom 13.05.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 685
vom 13.05.2012

Erfolgsgeheimnis

Im Englischen reimt es sich: » 8 To Be Great. Acht Gründe für den Erfolg. Das ist der Titel eines Buches von » Richard St. John, Ergebnis von 500 Interviews mit erfolgreichen Menschen, geführt über sieben Jahre, um hinter die Geheimnisse des Erfolgs zu kommen.

In seinem nur 3 Minuten langen Vortrag » Richard St. John's 8 secrets of success, veröffentlicht im Dezember 2006, stellt er diese acht Geheimnisse vor, die jedes für sich nicht gerade weltbewegend sind, zusammengenommen jedoch nach seiner Einsicht die Grundlage des Erfolgs darstellen. Normalerweise dauert dieser Vortrag zwei Stunden und ist für Oberstufenschüler gedacht.

Anlass für diese Forschungen war angeblich die unschuldige Frage eines jungen Mädchens, das zufällig auf einem Flug neben ihm saß und aus einer sehr armen Familie stammte. Sie wollte etwas aus ihrem Leben machen und fragte ihn, wie man Erfolg haben könne. Da wurde ihm klar, dass er auf diese einfache Frage keine Antwort geben konnte, und er fühlte sich schlecht. Angeblich sei er gerade auf seinem Weg zur Wikipedia-Link» TED-Konferenz gewesen, deren Eintritt mehrere tausend Dollar beträgt, was sich wohl nur erfolgreiche Leute leisten können. Also habe er sich gesagt, sollte er diese befragen. Und anschließend hat er dann auch ganz berühmte Leute befragt, Bill Gates beispielsweise oder die Gründer von Google, und einige dieser Antworten durften in diesem Kurzvortrag nicht fehlen.


Leidenschaft

Wer zu so einer Konferenz fährt und Eintritt bezahlt, ist eigentlich nicht wirklich so erfolgreich, wie sich die Leute den Erfolg gerne vorstellen – da wollen die erst hin. Der Erfolg, so stellt sich heraus, kann mehr oder weniger herbeigeführt werden – jedenfalls will der Autor uns das glauben machen.

Das ist ja die Grundlage seines eigenen Erfolgs, er will uns ja sein Buch verkaufen. So darf das Element Glück oder Zufall nicht erwähnt werden. Tatsächlich aber hängt der Erfolg auch…

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Editorials » Erfolgsgeheimnis
vom 06.05.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 684
vom 06.05.2012

Soft Skills

Eines der schönen neuen Wörter, die die deutsche Sprache der englischen entlehnt hat, habe ich zum Anlass dieses Editorials gewählt: „Soft Skills“ . Danach handelt es sich laut Wikipedia um Wikipedia-Link» soziale Kompetenz, weich insofern, als diese Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht mit derselben Verlässlichkeit getestet und abgefragt werden können wie kognitive Fähigkeiten, Hard Skills.

Als Beispiel werden Teamfähigkeit oder Motivationsfähigkeit genannt. Selbstverständlich gibt es auch Methoden, diese Fähigkeiten zu schulen – insbesondere für Führungskräfte werden diese hoch eingeschätzt. Pferde wiederum sind immer wieder ins Gespräch gebracht worden, um die sozialen Kompetenzen der Führungskräfte zu verbessern, aber soweit ich sehen kann, hat sich diese Methode nicht wirklich durchgesetzt.

Vor vier Wochen bin ich auf dieses Thema eher zufällig gestoßen; im Rahmen der Reihe „Stanford University's Entrepreneurship Corner“ der Wikipedia-Link» Stanford University ist ein Vortrag erschienen, der hierzu Interessantes beisteuert: » How to Build Instant Connections (dort auch Untertitel und ein Transskript zum Mitlesen). Der Referent » Ori Brafman hat ein Buch zum Phänomen der plötzlichen persönlichen Verbindungen geschrieben: » Click: The Magic of Instant Connections, auch als » Click: The Forces Behind How We Fully Engage with People, Work, and Everything We Do und auf Deutsch unter dem Titel » CLICK. Der magische Moment in persönlichen Begegnungen erschienen.

Die bekannteste Ausprägung dieses Phänomens ist natürlich die „Liebe auf den ersten Blick“ . Als Illustration verwendet er in seinem Vortrag eine Szene aus dem Film » William Shakespeares Romeo + Julia, wo der Regisseur zwischen die beiden jungen Leute ein Aqu…

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Editorials » Soft Skills
vom 29.04.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 683
vom 29.04.2012

Traum und Realität

Die Entwicklung der Serie  Pferdebeobachtung von  Heidi Keppel, in der eine fiktive Pferdeherde als Muster für Betrachtungen über Pferdecharaktere und typische Problemstellungen dient, kulminiert in dieser Woche in der Beschreibung einer Situation, wie sie leider nur allzu häufig sein dürfte, der Zerstörung eines wunderschönen Traumes.

Dieser Traum wird von vielen kleinen Mädchen geträumt, es ist ein Traum der Verschmelzung mit dem Tier, mit dem Pferd, mit dem sagenhaften Einhorn, es ist ein Traum von Freiheit und Abenteuer, von Lust und Freude, von Glückseligkeit und Verstandenwerden. Und weil kleine Mädchen eben klein sind, viel zu klein für Pferde, erscheint ein Pony genau richtig. Ein Pony, wie es auch in dieser fiktiven Pferdeherde vorkommt.

Und am Beispiel dieses Ponys zeigt Heidi, wie schwer es solche Ponys in der Welt haben, weil die Menschen mit ihnen nicht richtig umgehen können. Schon die Vorgeschichte, die nur kurz angerissen wurde, lässt ahnen, was das Pony schon alles hinter sich hat, bevor es von einem kleinen Mädchen gerettet wurde, dessen Eltern es auch nur gut meinten und dem Kind eine Freude bereiten wollten. Selbst die Reitlehrerin, die sich bereit erklärt, das Kind außerhalb des Reitvereins auf seinem eigenen Pony zu unterrichten, scheint sich der Schwierigkeiten, die hier verborgen liegen können, nicht bewusst zu sein, mehr noch: Sie erscheint angesichts dieser auch völlig hilflos und überfordert. Nicht nur ist die Ausgangssituation schon schwierig genug, die Probleme nehmen im Laufe der Zeit unweigerlich zu, so dass das Glück, das erhoffte, nicht nur in immer weitere Ferne rückt, sondern das Unglück immer größer und ein Zusammenbruch oder ein Unfall immer wahrscheinlicher wird. Eine wahrhaft teuflische Entwicklung nimmt ihren Lauf, eine schmerzhafte Enttäuschung erscheint unausweichlich, ein unlösliches Dilemma tut sich auf.


Rettung

In einer solchen Situation ist nicht alles verloren; gerade wenn solche Situationen typisch sind, kann man darauf bauen, dass sich bereits viele Menschen damit beschäftigt haben, dass es Experten gibt, für die ein solches Problem keineswegs unlösbar ist. Probleme erscheinen ja oftmals unlösbar, weil man nicht in der Lage ist, das Problem von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Sobald man einen anderen Standpu…

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Editorials » Traum und Realität
vom 22.04.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 682
vom 22.04.2012

Lernen

Noch zu meiner Schulzeit lernte man in der Schule fürs Leben, aber kurze Zeit später hieß es, man müsse lebenslang lernen. Das ist im Grunde eine Binsenweisheit, die Sprichwortcharakter angenommen hat: Man lernt nie aus. Aber heute heißt es nicht, dass sich die Situationen im Leben immer wieder ändern und man sich deshalb immer wieder neu auf diese einstellen muss, sondern man muss Abschied nehmen von der Vorstellung, sein Leben lang einen einzigen, erlernten Beruf ausüben.

Stattdessen wächst man im Laufe des Lebens in immer neue Berufe hinein und muss dafür natürlich auch immer wieder Neues lernen, nicht nur die üblichen Dinge, die man auch früher ein Leben lang immer wieder neu lernen musste, sondern neue Berufsausbildungen, vermutlich von Berufen, die es heute noch gar nicht gibt, für die es dann, wenn es darauf ankommt, gar keine Ausbildungen geben kann. Die ganze IT-Geschichte handelt davon. Man brauchte Profis schon dann, wenn die Dinge gerade erst entwickelt wurden. Die Schulen und Hochschulen zogen erst Jahre oder Jahrzehnte später nach.

So stellt sich also die Frage: Wie lernt man am besten, am schnellsten, am nachhaltigsten, am klügsten? Der Rückentext des Buches, das ich in dieser Woche besprochen habe (EquiVoX-Link So lernen Pferde), nennt »Lernen macht Spaß« das Motto der Verhaltenstherapeutin und Tiertrainerin Viviane Theby, und für mich assoziierte sich sofort ein Interview, das ich gerade gelesen hatte, in dem es ebenfalls um das Lernen ging, genauer um die Frage, wie man schnell und effizient eine Fremdsprache lernen kann. Und auch in diesem Zusammenhang ging es um den Spaß; der Ausnahmemensch, der zu diesem Thema befragt wurde, hält unser Schulsystem für gänzlich ungeeignet und hofft, dass seine Methoden Eingang in die normalen Ausbildungsgänge finden werden.


Falscher Ansatz

Es handelt sich bei diesem Ausnahmemenschen um einen Wikipedia-Link» Savant, um Wikipedia-Link» Daniel Tammet. Der kann eine neue Fremdsprache in einer Woche so gut lernen, dass er anschließend im Fernsehen auftreten kann. Wie ist das möglich? Für ihn ist es kein Wunder, dass er eine Sprache so schnell lernen kann. Er macht es eben nicht so, wie alle anderen, die eine fremde Sprache in der Schule erlernen. Ein Auszug aus dem Interview – die Hervorhebungen sind von mir:

SPIEGE

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Editorials » Lernen
vom 15.04.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 681
vom 15.04.2012

Frohe Ostern 2012!

Das Wikipedia-Link» Osterfeuer brannte gestern ganz vorschriftsmäßig, obwohl es am Freitag, Wikipedia-Link» Karfreitag, geregnet hatte. Allerdings war es an der Küste extrem kalt, und schließlich gab es sogar noch einen kleinen Hagelschauer.

Zweifellos ist dieser Brauch, der im übrigen in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands unterschiedlich gehandhabt wird, nicht im christlichen Gedankengut verankert, aber ansonsten scheint man auch so gut wie nichts darüber zu wissen. Natürlich gibt es auch vereinzelt Versuche, das Osterfeuer christlich umzudeuten; insgesamt aber geht es bei diesem Brauch wohl eher darum, den anbrechenden Frühling zu feiern und womöglich zu unterstützen. Die dunkle Jahreszeit wird wohl nur von wenigen Menschen als erfreulich angesehen, das letzte Fest liegt schon Monate zurück, eine Zäsur im Alltag wird als sehr wohltuend empfunden.

Wie vom April nicht anders zu erwarten, ist das Wetter launisch. Heute morgen habe ich noch bei Dunkelheit die Osternacht mit Abendmahl und Männerschola in der Wikipedia-Link» Ludgeri-Kirche besucht, einer sehr feierlichen Veranstaltung, die das Phänomen der Lichtwerdung mit der Wikipedia-Link» Auferstehung Jesu Christi verbindet. Am Ende des Gottesdienstes war es natürlich schon hell, und es schneite. Tagsüber hatten wir dann wiederum den herrlichsten Sonnenschein, und die Sonne konnte ihre Kraft durchaus schon beweisen. Wegen des kalten Wetters war die Sicht ausnehmend klar, die Inseln zum Greifen nahe, die See wegen der Windstille fast glatt, und viele Menschen nutzten das schöne Wetter, um das Gemüt etwas aufzuhellen.


Auferstehung

Die meisten Menschen heutzutage haben vermutlich in irgendeiner Weise Schwierigkeiten mit dem sogenannten Glauben, und wenn es auch nur darum geht, die im Alltag so unglaublich überzeugende moderne Wissenschaft und die darauf beruhende Technik mit einer Religiosität zu verbinden, die sich mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild an vielen Stellen empfindlich stößt. Möglicherweise muss man viele Gläubige sogar als gespalten bezeichnen, indem sie nämlich einerseits ihrer religiösen Leidenschaft nachgehen, andererseits aber in einer davon völlig unabhängigen Welt leben, von der sie schließlich auch abhängig sind und in der sie funktionieren müssen.

Die Auferstehung von den Toten ist…

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Editorials » Frohe Ostern 2012!
vom 08.04.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 680
vom 08.04.2012

Exabyte

Ich hatte schon vor einiger Zeit davon gelesen, dass der ehemalige Chef von Google, Wikipedia-Link» Eric Schmidt, in einem Vortrag von den ungeheuren Möglichkeiten zukünftiger Speichermedien gesprochen hatte. In dieser Woche habe ich mir einige seiner Vorträge auf YouTube angeschaut.

Wiederholt brachte er mehrere Veranschaulichungen der schockierenden Zukunftsmöglichkeiten, oder besser gesagt Zukunftswahrscheinlichkeiten, denn obwohl niemand in die Zukunft schauen kann, ist es doch möglich, an manchen Stellen Voraussagen zutreffen. So hat es sich zum Beispiel herausgestellt, dass das sogenannte Wikipedia-Link» Mooresche Gesetz, eigentlich eine Faustregel, recht zuverlässig die Entwicklung der Rechnerkapazität beschreibt.

Erstaunlich ist, dass dieses Gesetz erstmalig 1965 formuliert wurde. Es wurde mehrfach geringfügig nachgebessert und konnte dadurch seine Gültigkeit über 55 Jahre behalten. Nach diesem Gesetz verdoppelt sich die Prozessorleistung alle 18 Monate. Eric Schmidt war nun von einem anderen Gesetz noch mehr beeindruckt: Wikipedia-Link» Kryder's law, das in der deutschen Wikipedia bisher noch gar nicht vertreten ist. Kryder war der Chef der Festplattenfirma Wikipedia-Link» Seagate, deren Name vielen Menschen schon einmal begegnet sein dürfte. In Analogie zu Moores Gesetz formulierte er sein Gesetz, das sich auf die Verdoppelung der Festplattenkapazität alle 18 Monate bezog.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ein sehr kluger Ingenieur 1989 in einer Fachzeitschrift ausführte, dass die maximale Kapazität von Festplatten aus physikalischen Gründen bei 80 MB erreicht sei. Eine 40 MB-Festplatte war damals schon groß. Als so etwa 1990/92 Wikipedia-Link» Novell sein 32-Bit-Betriebssystem einführte, waren damit Festplatten im Terabyte-Bereich verwaltbar, aber weit und breit keine Festplatte zu sehen, die auch nur 1 GB groß gewesen wäre. Aber irgendwann, vielleicht 1993, gab es tatsächlich dann eine 1 GB-Festplatte, und ich weiß auch noch, dass sie 4000 DM gekostet hat. Heute bekommen wir eine Festplatte mit 1 Terabyte für unter 100 €. Aber was ist ein Exabyte? Davon sprach nämlich Eric Schmidt.


Sandkörner

1 Byte, das weiß man vielleicht, sind 8 Bit, und 1 Bit ist entweder null…

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Editorials » Exabyte
vom 01.04.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 679
vom 01.04.2012

Demokratie

Mit Datum vom 27.03.2012 findet sich schon am 24.03.2012 ein eigenartiger und aufregender Artikel auf WELT ONLINE: » Ein Staat ohne Legitimation. Wenn man der URL glauben kann, gibt es diesen Artikel auch auf Papier.

Er ist als Wikipedia-Link» Essay gekennzeichnet, also als „geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden“ . Dieser Text hat natürlich einen Autor, aber er möchte anonym bleiben. Immerhin verrät die WELT, dass er „Professor für Öffentliches Recht an der Universität Nürnberg-Erlangen“ ist.

Schließlich fällt noch auf, dass die Kommentarfunktion zu diesem Artikel deaktiviert ist. Man will diese Meinung zwar unter das Volk bringen, möchte aber nicht wissen, was die Leser davon halten. Was hält der Leser nun von dieser Geheimniskrämerei?

Es muss sich, soviel kann man schon sagen, ohne den Text gelesen zu haben, um eine kontroverse Ansicht handeln, die in unserem Staat nicht wohlgelitten sein wird. Immerhin haben wir Redefreiheit, Meinungsfreiheit, jeder darf sich blamieren, so gut er kann, und sich natürlich auch für so gut wie alle Ziele und Zwecke einbringen, die nicht gerade durch das Strafgesetzbuch oder die Verfassung verboten sind. Nur wenn man persönliche Nachteile befürchten muss, wird man sich in die Anonymität flüchten, und nur wenn man der Meinung ist, dass diese Gedanken unbedingt an die Öffentlichkeit gehören, wird man eine Publikation anstreben. Der Text muss also einigen Sprengstoff enthalten. Er wird der herrschenden Meinung nicht entsprechen. Es geht dabei um etwas so Abstraktes wie unsere Demokratie.


Rechtsstaat

Aber nicht nur die Demokratie ist in Gefahr, wie der Autor unschwer nachweisen kann, sondern auch die Rechtstaatlichkeit. Unsere Welt hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums hat sich extrem zu Gunsten einiger weniger verschoben, und diese sind es, die die Politik bestimmen. Gero Jenner hat in seinem Aufsatz » Neoliberalismus oder das sanfte Sterben der Demokratie vom 25.03.2012 ins gleiche Horn gestoßen, dabei aber eine o…

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Editorials » Demokratie
vom 25.03.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 678
vom 25.03.2012

Paradies

Die paradiesischen Gefühle, die ich aus dem Buch EquiVoX-Link AsvaNara – PferdeMensch herauslese, sind nicht naiv. Psychologen haben vermutet, dass damit Erinnerungen an unser Leben im Mutterleib verbunden sind, als wir im Fruchtwasser schwammen und unsere Sinne die Außenwelt nur gedämpft wahrnehmen konnten.

Als es dann möglich wurde, Fotos von Ungeborenen zu machen, war es unmöglich zu übersehen, welchen seligen Gesichtsausdruck manche hatten (Lennart Nilsson: » A child is born). In dem Artikel » Was bekommt das Ungeborene alles mit? wird der Stand der Wissenschaft aus dem Jahr 2010 mitgeteilt, wo man sich wieder fragt, wie naiv Wissenschaftler eigentlich sein können – haben die selber etwa keine Kinder?

Woher auch immer die paradiesischen Gefühle kommen mögen, wir haben sie. Auch Menschen, die nie Liebe erfahren haben, haben eine Sehnsucht nach Liebe, wer nichts anderes als Angst und Gewalt kennt, sehnt sich trotzdem nach Frieden und Geborgenheit. Er weiß wohl, wie sich das anfühlt, auch wenn ihm dieses Gefühl noch nie zuteil wurde. Und die Autoren des oben genannten Buches können darauf bauen, dass ihre Leser wissen, wovon sie reden, auch wenn diese es selbst nie erfahren haben. Das Paradies ist keine abstrakte Erfindung, sie muss uns nicht durch Märchen oder die Bibel nahegebracht werden, wir tragen das Paradies bereits in uns, als Sehnsucht und Vorstellung.


Gefühl

Was ist ein Gefühl? Fühlst du etwas? Was fühlst du? Ich kann mich noch gut an die bohrenden Fragen meines Therapeuten erinnern, auf die ich nur sagen konnte: Ich fühle nichts. Was sind Gefühle? Fühlst du keine Wut? Keinen Schmerz? Keine Verzweiflung? Keine Freude? Keine Liebe? Keine Sehnsucht? Nein. Ich fühlte nichts.

Wer nichts fühlt, ist der nicht schon tot? Was muss passieren, bis jemand so weit ist, dass er nichts mehr fühlt? Dass er nur noch funktioniert, seine Pflicht tut, seine Arbeit erledigt, seine Rolle erfüllt, die Ansprüche, die an ihn gestellt werden. Es gibt sicher viele Wege in diese Sackgasse, aber dass es sich um eine Sackgasse handelt, ist offensichtlich. Das kann nicht der Sinn des Lebens sein. Wir Menschen sind doch keine Maschi…

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Editorials » Paradies
vom 18.03.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 677
vom 18.03.2012
 
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Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 686 vom 20.05.2012
Hauptartikel  CENTAURON - TierschutzPferdemesse  Messe: HufklinikEditorial  Editorial: Me me meRezension  Rezension: Geitners Dual-KitTip  Tip: Pferdebeobachtung LVXVIII
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