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» Ausgabe 272
vom 13.06.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Biologen als Züchter
Die Eigendynamik von Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit
In dieser Woche setze ich meinen Bericht aus der Vorwoche fort (› Pferde in der Wildbahn). Beim Wiederlesen des ersten Teils hatte ich ein eigenartiges Gefühl; der Text fließt nicht so, wie ich das gewohnt bin. Da fiel mir der Totalausfall meiner Festplatte am Samstagmorgen wieder ein – die Anspannung war offenbar nicht ohne Folgen geblieben.
Glücklicherweise hatte die Festplatte die Arbeit nach achtzehn Stunden Ausfall unversehens wieder klaglos aufgenommen und läuft nach einer weiteren Woche immer noch einwandfrei, so daß die Nervosität inzwischen weitgehend abgeklungen ist. Mal sehen, ob ich heute wieder meinen gewohnten Tonfall finden kann.
Aus einem weiteren Grunde gestaltete sich der Text der letzten Woche etwas schwierig. Alle Gesprächspartner beklagten sich darüber, daß das gute Einvernehmen mit dem Züchter Karl-Ludwig Lackner, der das Projekt angeregt hatte, inzwischen gelitten hat.
Der Verleger und Herausgeber des Buches › Rückkehr der Senner Pferde Thomas Kiper, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Biologische Station Senne e.V. Christel Schroeder, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Biologischen Station Senne, Aloys Sielhorst, der die Leitung der Arbeitsgemeinschaft Senner Pferde in der Biologischen Station Senne innehat und mich durch die Wildbahn führte, alle beteuerten, daß ihnen an der guten Zusammenarbeit mit Lackner sehr viel liegt.
Aus all diesen Gesprächen gewann ich den Eindruck, daß die Bestürzung genauso groß ist wie die Ratlosigkeit hinsichtlich der Gründe der Mißstimmung. In der…
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› Fohlenaufzucht › Senner › Wildbahn |
» Ausgabe 271
vom 06.06.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Pferde in der Wildbahn
Die Senner und ihre Zukunft
Ende April 2000 hatte die Pferdezeitung aus einem besonderen Anlaß die Senner in einem Rasseporträt und einer Personality Story vorstellt (› Senner-Pferde, › Große Hilfe – ganz bescheiden). Der Artikel trägt den Untertitel "Die älteste Pferderasse Deutschlands" und beginnt einigermaßen sensationell:
| Können Sie sich Vollblüter als Wildpferde vorstellen? Nein? Na, dann haben Sie vermutlich noch keinen Senner kennengelernt. Diese Großpferde, die in ihrem Stammbaum so viel Vollblut-X aufweisen, daß sie jedem Rennpferd Konkurrenz machen könnten, waren von jeher Wildpferde ... und werden es auch zukünftig wieder sein. |
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Mit Fug und Recht können die Senner als die älteste Pferderasse Deutschlands bezeichnet werden. Schon 1160 wurden die ungezähmten Stuten in einer Schenkungsurkunde des Bischofs von Paderborn erwähnt.
Im Jahr 1493 wurden die "wilden perde" der Gemahlin des Grafen Bernhard VII. erfaßt und katalogisiert; der Bestand betrug 64 Stück, darunter 23 Mutterstuten und 18 Fohlen, woraus man auf eine vorzügliche Fruchtbarkeit schließen kann.
Aus dem Jahre 1500 existiert ein Testamentsentwurf des Grafen. Darin wurden die Pferde in der "Senne" unter seinen Söhnen aufgeteilt. Der Besitz war also entweder inzwischen vom Kloster Herwidehusen (Hardehausen bei Warburg) auf die Grafen zur Lippe aus Detmold übergegangen oder die Herden der Senner befanden sich in Streubesitz .
Wilde Pferde in sogenannten Wildbahnen waren über Hunderte von Jahren an verschiedenen Stellen in Deutschland anzutreffen; im 19. Jahrhundert sind alle…
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› Fohlenaufzucht › Senner › Wildbahn |
» Ausgabe 232
vom 07.09.2003 (Bericht)
von Marianne Schwöbel | Hengstaufzucht - Gestüt Hunnesrück
Kinderstube der Celler Hengste
Keck und munter galoppiert der kleine Hengst an der Seite seiner Mutter Eileen durch den Auslauf. Rolf Deecke, Hannoveranerzüchter aus Lachendorf bei Celle strahlt über das ganze Gesicht, ist doch dieser vielversprechende schwarzbraune Contendro / Espri Nachkomme so etwas wie ein kleines Jubiläum - er ist das 10. Hengstfohlen dieses Hofes, das im September seine Reise in das Hengstaufzucht-Gestüt Hunnesrück antreten wird.
In der Decksaison erhalten die Mitarbeiter auf den Deckstationen einen guten Überblick über den jeweiligen Fohlenjahrgang. Sie melden dem Landstallmeister Dr. Burchard Bade überdurchschnittliche Hengstfohlen.
Entsprechen sie im Hinblick auf Exterieur, Korrektheit, Bewegungsqualität und Typ den Anforderungen an ein hannoversches Reitpferd und verfügen noch dazu über ein erwünschtes Pedigree, wird man sich handelseinig.
In Zeiten schlechterer Marktlage ist der Festpreis des Landgestüts als durchaus lukrativ zu erachten und stützt die Zucht. Doch für viele Züchter, wie z. B. Rolf Deecke, ist es zudem eine Ehre, ein Akt der Verbundenheit mit dem Landgestüt, ein Fohlen dorthin zu verkaufen.
Mit seinen gut 2 Monaten ist der mit viel Aufsatz versehene bedeutende kleine Hengst, dem das Temperament nur so aus seinen großen leuchtenden Augen funkelt, ein echter "Hingucker". Man hat den Eindruck, dass er von seiner Qualität absolut überzeugt ist, wie einstmals sein Großvater Espri von Eiger I MV Diplomat (D - Linie >xxx Duellant), derzeit über die Gewinnsumme seiner Nachkommen…
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› Fohlenaufzucht › Hannoveraner |
» Ausgabe 228
vom 10.08.2003 (Bericht)
von Werner Popken | Fohlenaufzucht bei den Profis
Ein Besuch in Güterstein an einem heißen Samstag
Diese Woche war extrem heiß. Ein Ende des trockenen Wetters ist nicht abzusehen. Einzelne Bäume oberhalb des Gestütshofs Güterstein am Rande der Schwäbischen Alb färben sich schon braun.
Das Licht ist so stark, daß die Digitalkamera die Feinheiten im Schotterweg nicht mehr fassen kann - der ist einfach nur noch weiß. Die weitläufigen Weiden rechts und links des Weges sind leer. Pferde sind nirgendwo zu sehen.
Der Bachlauf, der durch den Wasserfall oberhalb des Gestütsgebäudes gespeist wird, schlängelt sich durch die Wiesen und kreuzt die Straße, so daß beide Seiten etwas davon haben. Um Wasser braucht man sich hier also nicht zu sorgen.
Der Weg steigt leicht an, die Berge rechts und links rücken immer näher heran. Sehr viel weiter kann es nicht mehr gehen, denn die nahezu senkrechte Wand der Schwäbischen Alb ist ganz klar gegenwärtig. Teilweise sieht man am Albaufstieg die nackten Kalkfelsen, die aus dem dichten Wald herausschauen.
Von weitem schon erblickt man das wunderschöne Gestütsgebäude mit dem Glockenturm über der Einfahrt. Die Glocken sind mit der Uhr verbunden und läuten alle Viertelstunde. Der Weg führt durch das große Tor über den weitläufigen Innenhof in den Wald hinein. Dahinter erhebt sich die Alb.
Das Gestütsgebäude stammt in seiner jetzigen Form aus dem Jahre 1818. Damals entschied der regierende König Wilhelm I. von Württemberg, die Fohlen aus Bad Urach wieder in das abgelegene Tal zu bringen.
Wieder, weil bereits 1554 die damaligen Gebäude von…
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› Fohlenaufzucht |