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Ludger Beerbaum zum FünftenDer viermalige Olympiasieger Beerbaum hatte am Ende mit einer fehlerfreien Runde in der Zeit von 35.70 Sekunden die Nase vorn und konnte die nagelneue Mercedes M-Klasse im Wert von 53.000 Euro sein eigen nennen. 20 Weltcup Punkte holte er durch seinen Sieg und rückte mit insgesamt 30 Punkten auf Platz sechs der Rangliste vor.Auch Steve Guerdat, der als letzter Starter ins Stechen gegangen ist, kann sich über wichtige Weltcup-Punkte freuen. Er kam zwar nicht an die Zeit von Beerbaum ran, konnte sich aber in der Zeit von 35.95 Sekunden den zweiten Platz sichern. Mit insgesamt 38 Weltcup Punkten liegt Guerdat nun auf Platz drei der Weltcup Rangliste. Der aktuelle Europameister Rolf-Göran Bengtsson setzte auf den 13 Jahren alten Holsteiner Hengst Quintero La Silla und konnte sich hinter Beerbaum und Guerdat auf dem dritten Platz einreihen.
Der neue Mercedes German Master heißt Pius Schwizer. Am späten Freitagabend gingen die zwölf besten Paare der beiden Qualifikationen am Donnerstag und Freitag an den Start. Im Stechen, das sechs Starter erreichen konnten, setzte sich Pius Schwizer auf dem neunjährigen Wallach Verdi an die Spitze. Er ist der erste Schweizer, der den Titel „Mercedes German Master“ , der zweitwichtigsten Prüfung des Turnieres, trägt. Er blieb in 35.82 Sekunden fehlerfrei und ließ den Iren Billy Twomey auf Tinka´s Serenade hinter sich.
… | Stuttgart 2011 Großer Preis von Stuttgart / MERCEDES GERMAN MASTER (Bericht) von erschienen im vom 04.12.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Mal ganz ohne Hilfsmittel!So langsam lässt mein Interesse daran, welcher Dressurreiter mit welchem Pferd, wann und wo Furore macht, mehr und mehr nach. Das kann nicht nur an meinen 87 Jahren liegen, dass es mir vielleicht zu beschwerlich wäre, Turniere persönlich oder am Bildschirm zu verfolgen. Mein Interesse an Springreiten war ohnehin nie besonders groß – umso größer war es aber am Dressurreitens.Es muss wohl am Turnier-Dressurreiten liegen, einer Spezialdisziplin des lapidaren Dressurreitens, die sich immer mehr verselbstständigt, was ich daran zu erkennen glaube, dass vordergründig optisch den Lektionen mehr Bedeutung zugemessen wird, als den Grundlagen einer sorgsamen Ausbildung ohne zwingende Einflüsse durch technische Hilfsmittel. Wie könnte es sonst sein, dass zum Beispiel die abgebildeten Piaffen zweier international reitenden Dressurreiterrinnen vor Monaten in einem führenden Reitsportjournal als Beispiele guter Piaffen gezeigt wurden, obwohl die mit Sporen bewehrten Absätze der Damen weit hinten in den kitzeligen Flanken ihrer Pferde rechts links den Takt und das Heben von deren Hinterbeinen provozierten – also mit technischen Hilfsmitteln. Hinzu kommt, dass es nachgerade selbst einer so überdimensional der Dressurreiterei Verfallenen wie mir langweilig wird, diese immer mehr abdriften zu sehen auf ein Niveau von der Kunst auf das Kunsthandwerk, wenn nicht gar noch tiefer. Also kann kaum noch selbst ein TOTILAS mein Interesse erhalten (ganz abgesehen davon, dass selbst er oft den Zenit seines Halses zu weit hinter den Ohren erkennen lässt). Aber ich hätte da eine Idee, wie man wieder etwas mehr Bewegung in das Einerlei bringen könnte: Wie wäre es denn, wenn man zukünftig auch Prüfungsklassen ausschreiben würde, für die auf dem Abreiteplatz und ebenso für die Prüfung auf die gesamte Technik, also auf Kandare, (nur Wassertrense!), auf Sporen und auch auf die Gerte verzichtet würde? Den Sattel muss man wohl lassen, denn nicht jeder Pferderücken lässt sich blank erträglich sitzen. Könnte eine solche Variante des Dressurreitens nicht wieder etwas neues Leben in die Eintönigkeit der Prüfungen bringen, vor allem in den höheren und vor allem auch in der höchsten Klasse? Was in den heimatlichen Reithallen geschieht, kann man zwar nicht wissen, aber wenn's beim Turnier klappen soll, muss man es ja wohl auch zu Hause „ohne“ üben. Last not least: die Pferdeakteure wären sicher sehr zufrieden mit einer solchen Neuerung. Man sollte es wirklich mal probieren! … | Kunst oder Kunsthandwerk? Gedanken zum heutigen Turnierreiten (Kommentar) von erschienen im vom 14.08.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Weltrekord im OmanLinnich. Kutschengespanne mit zwei oder vier Pferden an der Deichsel sind bekannt. Ein Sechs- oder gar ein Achtspänner ist schon ungewöhnlich, und ein Zwölfspänner ist bei den Hengstparaden Deutscher Landgestüte die ganz große Ausnahme in der hippologischen Welt. Aber 40 Pferde für ein Gespann zu trainieren, das ist die Herausforderung schlechthin.Auch der Linnicher Günther Fröhlich (65), der zusammen mit seiner Frau Susanne das Gestüt Glimbach leitet, musste die im Frühjahr 2010 gestellte Anfrage aus dem Oman erst einmal sacken lassen: "In den letzten 30 Jahren habe ich viele Pferde eingefahren und alles bis zum Achtspänner gefahren. Ein Gespann mit 40 Pferden für das 40-jährige Thronjubiläum von Sultan Qaboos bin Said Al Said zu trainieren, war schon eine gewaltige Aufgabe, und das mit einer Leinenlänge von 645 Metern." 40 Arabische Pferde stehen für ein Gesamtvolumen von ca. 18.000 kg an Lebendgewicht, und diese müssen vom Kutscher gefahren werden, der ein ganz besonderes Händchen haben muss. Für den Linnicher Pferdeausbilder Fröhlich stand nur eine Woche Training vor Ort zur Verfügung, sein Partner war sein ehemaliger Schüler Sheef Dahid Al Kared von der "Royal Cavalry Sultanate of Oman". Weiter gehörte zum Team 40-Spänner der Sattlermeister Ekkert Meinecke (Eicklingen/Landkreis Celle), erster Weltmeister der Zweispänner 1985, er plante und stellte die Geschirre und Leinen für das Jubiläumsgespann her. Das Thronfestival war für Fröhlich ein ganz besonderes Erlebnis, der schon einige Pferdefeste im Oman in den vergangenen Jahren erlebte: "Auch wenn die Präsentation oft geprobt wurde, war es kein Vergleich zur Festaufführung. Zu den 28 Schaubildern gehörten nicht nur die 40 Araber unserer Kutsche, sondern 1500 weitere Pferde verschiedener Rassen, 7000 Akteure und 3500 Musiker, und alles ausgetragen auf einem Freigelände von 210 m Länge und 140 m Breite. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir alle auf der Kutsche ein mulmiges Gefühl hatten, denn 40 Pferde immer unter Kontrolle zu halten, ist höchste Konzentration. Für mich war es wieder ein Erlebnis, das Arabische Pferd in seiner Gelassenheit und Ausgeglichenheit an diesem Abend zu erleben. Rundum war es wie ein Märchen aus 1001 Nacht." … | Prunkkutsche mit 40 Araber-Pferden Eine nicht alltägliche Aufgabe für Pferdeausbilder Günther Fröhlich (Vorgestellt) von erschienen im vom 27.03.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Geben und NehmenUnd wir Menschen? Wir haben die tollsten Trainingspartner überhaupt. Wie schnell hält uns das Pferd den eigenen Spiegel vor. Wer kennt das nicht? Die Arbeit hat mal wieder länger gedauert, als erwartet. Jetzt aber noch schnell zum Pferd – es wartet schon.Endlich im Auto, los geht es. Doch gerade jetzt ist mal wieder jede Ampel rot – wirklich jede! Noch zweimal stoppen, bevor wir endlich um die nächste Kurve kommen. Der Tag war sowieso schon nicht so gut gelaufen und nun das – Stau. Endlich, etliche Zeit später kommen wir am Stall an. Nun aber schnell. Schließlich wollen wir noch eine Runde reiten. Erinnern Sie sich noch an den Anfang? Ausgeglichene und zufriedene Reiter strahlen was auf ihr Pferd aus? Wie sieht es da wohl mit leicht gestressten Reitern aus, die den Arbeitstag innerlich noch nicht abgeschlossen haben? Doch oft passiert im Vorfeld etwas sehr Erstaunliches. Der eben noch unter Strom stehende Mensch, leicht genervt vom Arbeitstag, wird auf einmal ganz ruhig und zufrieden. Er nimmt die entspannte Haltung von der Umgebung auf. Durch die aktive Rückmeldung unseres Pferdes werden wir also auf unseren Zustand aufmerksam. Frei nach dem Motto: "Hey, zweibeiniger Kollege, hier ist alles entspannt. Genieße die schöne Natur und mache mich nicht nervös, andernfalls zeige ich Dir mal, wie verrückt ich sein kann." Diese unterbewusste Mitteilung an uns Menschen bewegt uns zum ruhigen und soliden Handeln. Doch wir bekommen von den Pferden noch viel mehr. Geduld und Ruhe in den Alltag zu bringen bedeutet auch eine gewisse innere Ausgeglichenheit. Schnell wird klar, die Waage sollte sich auf beiden Seiten mit ähnlichen starken Gewichten beschäftigen. Erst wenn Freizeit und Berufsleben sich gegenseitig befruchten, wird sich eine gewisse Zufriedenheit einstellen. Und wer ab und an, wie unser Partner Pferd, im hier und jetzt lebt, wird auf einmal viele kleine Dinge neu entdecken. Und mal ehrlich, wann haben Sie das letzte Mal einen Adler fliegen sehen? Oder das Eichhörnchen auf den Baum springen? In unserer schnelllebigen Zeit geht oft der Blick für das Detail verloren. Die Erfahrung, Neues zu entdecken, ständig zu lernen und Erlerntes umzusetzen bringt uns letztendlich erst voran. So lernen wir durch den Umgang mit dem Pferd auch den Umgang mit dem Menschen. Umgekehrt ist das Pferd auch ein Lebewesen mit Gefühlsschwankungen. So gibt es Tage, an denen es die Welt aus den Angeln heben könnte und Tage, an denen es am Boden zerstört ist. Doch Pfer… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 9 (Ratgeber) von erschienen im vom 20.03.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Spiel und SpaßWer diese vielen kleinen Dinge der Kommunikation beherrscht, wird sich fast wie von Geisterhand mit seinem Pferd verständigen können. Zwar gibt es weitere Hilfsmittel, die bei fachgerechtem Einsatz eine Unterstützung gewährleisten. Doch in den allermeisten Fällen reichen die Stimme und eigene Körpersprache aus, um vertrauensvoll zusammen zu arbeiten.Egal ob ein Fohlen, die ersten Grundbegriffe des Hufe geben lernen soll, ein älteres Pferd unter den Sattel geht oder einfach eine neue Lektion geübt wird, positive Verstärker – ob Leckerli oder Lob – lenken das Pferd in die gewünschte Richtung. Pferde lieben die Abwechslung und sind stets für neue Dinge offen. Manchmal fürchten sich unsere Vierbeiner vor neuen Objekten. Eine Mülltüte, die auf einmal auf dem Waldweg steht, ein alter Traktorreifen, der neben dem Reitplatz vorübergehend eine Ablage gefunden hat oder ein Motorrad, welches gerade aus der Einmündung biegt. Hier geht es mit Ruhe und Besonnenheit darum dem Tier die Angst zu nehmen. Wer im Vorfeld bereits viele Neuerungen probiert hat, wird merken, dass die Pferde schnell lernen und ihre Scheu ablegen. Bodenarbeit und reiterliches Geschick in immer wieder kehrenden Intervallen, lassen auch die ungewöhnlichsten Sachen zur Routine werden. Dadurch lernt das Pferd spielerisch sich mit den aufregendsten Dingen auseinander zu setzen. Die Furcht schwindet. Freunde und Spaß für Mensch und Pferd entstehen. Viele Übungen lassen sich dabei sowohl in der Halle, auf dem Platz, als auch im Gelände üben. Je nach Bedarf, kann es durchaus spannend sein, einmal einen gemeinsamen Spaziergang zu machen. Probieren Sie es mal aus. Es bringt riesigen Spaß einen Zebrastreifen zu erkunden oder sich an Banner zu versuchen. Auch ein Kettcar oder ein Kinderwagen können eine tolle Herausforderung sein. Wer es lieber sicherer mag, übt zuerst in eingezäunten Plätzen. Hier kann eine Flagge, ein Regenschirm oder ein Klappersack durchaus zu interessanten Momenten führen. Ist dieses dem Pferd nicht ganz geheuer, hilft oft der Einsatz eines Partners. Ein anderes Pferd macht die Übung vor. Hier machen wir uns den Herdentrieb zum Nutzen. Zum einen macht lernen in Gesellschaft natürlich viel mehr Spaß, zum anderen kann das neue Objekt dann gar nicht mehr gefährlich sein. Schließlich geht der routinierte Vierbeiner voran und zeigt wie es geht. Dadurch schaut sich das zweite Pferd die Übung ab – und oft geht es dann viel, viel leichter. Übrigens, kleine Kinder schauen sich auch so manche Übung von den Erw… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 8 (Ratgeber) von erschienen im vom 13.03.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wiehern und SchnaubenDer Hals des Pferdes drückt auch sehr viel aus. So wird es z.B. bei Hengsten gerne gesehen, das Legen so lang wie möglich hinauszuziehen, damit der Hals und die Statur möglichst gut und ausdrucksstark ausgeprägt wird. Dieses kommt den Reitern bei den späteren Dressurdisziplinen sehr entgegen.Im Umgang mit dem Menschen pflegt das Pferd meistens eine sanfte Umgangsform. Es stupst den zweibeinigen Partner an oder schubst ihn leicht. Frei nach dem Motto: "Hey, Kumpel, hast Du mir nichts mitgebracht?" Manchmal auch aus Ungeduld, wenn es zu lange warten muss. So gibt es damit eine Aufforderung endlich loszulegen. Denn wie wir wissen, sind Pferde Bewegungstiere. Sie lieben es, sich zu betätigen und sind trotz der Ruhephasen ständig in Bewegung. Denn auch mit ihrem Körper demonstrieren sie ihre Sprache. So reicht schon oft ein "Weg versperren", um zu klären, wer das Sagen hat. Reagiert das andere Pferd nicht, wird durch leichtes Anrempeln die Sache eindeutig. Spätestens dann wird der Rivale freiwillig das Feld räumen. So werden in der Regel größere Reibereien vermieden und einem ersten Streit aus dem Weg gegangen. Das vermeidet unnötige Verletzungen. Ein weiteres Repertoire ist das Wiehern und Schnauben. Wiehern tun die Pferde, um Artgenossen oder den Menschen zu begrüßen. Das ist die freudige Variante. Es gibt auch ein Wiehern nach fehlenden Artgenossen. Dann, wenn ein Pferd sich alleine gelassen fühlt. Genauso kann die Stute nach ihrem Fohlen rufen oder der Hengst nach rossigen Stuten. Dieses Signal hören wir durchaus über eine weitere Entfernung. Und wie laut es sein kann, wird jeder Reiter bestätigen, der schon einmal direkt von einem Pferd fast ins Ohr gewiehert wurde. Es ist eines der wenigen Laute, mit denen sich das Pferd verständigt. Toben die Pferde, ist eher ein leichtes Quietschen zu vernehmen. Ein spielerisches Toben ist auch harmlos. Geht es jedoch um Reviergrenzen, kann es durch Drohgebärden des Körpers zu eindeutigeren Zeichen kommen. Auch das Schnauben kann verschiedene Aussagen haben. So kennen wir das zufriedene "Ab-schnauben" beim Reiten. Dann, wenn sich ein Pferd löst und gelassen in die Arbeit geht. Es kann auch ein Begrüßungsritual darstellen. Oder die Zufriedenheit, wenn es auf der Koppel grast oder seine Schüssel mit Futter leert. Die Autorin setzt Pferde zur Kommunikationsberatung ein: » KarriereTrail – Karriereberatung mit Pferden… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 7 (Ratgeber) von erschienen im vom 06.03.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Haut und SchweifPferde haben durchaus noch mehr Möglichkeiten ihre Sprache zum Ausdruck zu bringen. Dafür setzen sie vor allem den Körper, Hals und auch den Schweif ein. In Verbindung dieser Körperteile wird ihr Ausdruck meistens ziemlich klar.Streckt sich der Hals, geht der Kopf nach oben, und wird der Schweif angehoben, ist eine neugierige und aufregende Stimmung zu verzeichnen. Oft beginnt es damit, das das Pferd neugierig seinen Kopf in die Höhe hält, schaut, ab und an schnaubt – um dann im wilden Galopp dem furchterregenden Gegenstand zu entkommen. Ist die Aufregung nicht ganz so groß, wird nur ein, zwei Mal geschaut und anschließend der Kopf wieder in das Gras gesenkt. (Nichts geht doch über ein saftiges Grasbüschel.) Unter dem Reiter oder an der Hand sollte der Pferdefreund die Signale erkennen und durch ruhigen und fachgerechten Umgang dem Pferd die Aufregung nehmen. Hängt der Kopf dagegen nach unten, ist der Schweif normal angelegt, geht das Pferd in eine entspannte Körperhaltung über und akzeptiert seine Umwelt gelassen. Die Haut der Tiere reagiert unterschiedlich. Plagt im Sommer eine lästige Fliege oder Bremse das Pferd, hilft meistens der Schweif oder die Mähne. Leider setzten sich die Plagegeister meistens jedoch auf nicht erreichbare Stellen. Hier hilft oft ein Muskelzucken um die Schmarotzer wieder zu vertreiben. Unter dem Sattel, vor dem Reiten, hilft meistens das Einsprühen. In einem besonders feuchten Waldgebiet habe ich die meisten Reiter nicht mit Gerte, sondern mit der Fliegenklatsche unterwegs gesehen. Ungelogen! Hier waren die Tiere an die ungewöhnliche Fernhaltung der Parasiten wohl gewöhnt. Im Winter kann es schon einmal vorkommen, dass ein Pferd am ganzen Körper zuckt. Diese Muskelzuckungen ermöglichen dem Tier einen Wärmeaufbau. Wer also die Verhaltensweisen von Berührungen am Pferd kennt, weiß dass durchaus Abwehrreaktionen entstehen können. Auch dann, wenn der Mensch unerwartet sich an Stellen begibt, an denen das Pferd kitzelig ist. Entweder folgt ein leichtes Zucken – oder – wer nicht aufpasst, hat ganz schnell den Schweif einmal im Gesicht. Im übrigen dient der Schweif dazu, lästige Plagegeister in die Flucht zu schlagen. Die Autorin setzt Pferde zur Kommunikationsberatung ein: » KarriereTrail – Karriereberatung mit Pferden… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 6 (Ratgeber) von erschienen im vom 27.02.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die NüsternKann ich dich riechen? Pferde atmen durch die Nase. Durch die großen Nüstern haben sie dem Menschen gegenüber einen entscheidenden Vorteil. Sie nehmen auch Gerüche aus weiter Entfernung wahr.Wird ein Pferd neu in die Herde gelassen, wird zunächst geprüft: "Kann ich dich riechen?" Die Köpfe zusammengesteckt, die Nasen gegeneinander gehalten, den Atem des anderen Pferdes inhaliert. Hier entscheidet sich ob Freundschaften entstehen. Ist der neue Kamerad willkommen, wird man ihn fortan am Geruch erkennen. Anschließend wird die gesamte Umgebung auf verschiedene Gerüche hin überprüft. Genauso verhält es sich im Umgang mit dem Menschen. Neben dem starken Einsatz der Stimme sind auch bestimmte Gerüche für das Pferd von Bedeutung. Hiermit wird ein positiver oder negativer Anreiz verbunden. Der gute Geruchssinn hat noch einen weiteren Vorteil. Pferde prüfen damit auch ihr Futter. Ist es nicht in Ordnung, lassen sie es meistens liegen. Und in der Natur wählen sie sich das Beste aus, was sie finden können. So handeln sie instinktiv richtig bei der Ernährung. Früher, in freier Wildbahn, war der Geruchssinn besonders wichtig, um Futter und Wasser ausfindig zu machen. Vor allem aber, um den gefährlichen Raubtieren rechtzeitig zu entkommen. Und eines sollte ich stets bedenken: Egal, welche Arbeit ich gerade mit dem Pferd durchführe – die Zäumung sollte stets genug Luft im Bereich der Nase lassen. Nur so wird genug Luft für das Pferd bei ansteigender Arbeitsintensität gewährleistet. Die Autorin setzt Pferde zur Kommunikationsberatung ein: » KarriereTrail – Karriereberatung mit Pferden… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 5 (Ratgeber) von erschienen im vom 20.02.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die AugenWie sehen Pferde eigentlich? Die Pferde können über eine spezielle Schicht der Netzhaut das Licht sehr gut reflektieren. Deshalb sehen sie im Schummerlicht bedeutet besser. Wo unser menschliches Auge schnell die Orientierung verliert, bringt uns das Pferdeauge auch in der Dunkelheit noch sicher den Weg entlang. Reiter, die bereits in der Dämmerung unterwegs waren, werden dieses Phänomen bestätigen.Wir erkennen in der Dunkelheit den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, das Pferd geht jedoch guten Mutes voran nach Hause. Da reicht es oft genug, einfach dem Pferd am langen Zügel den Vortritt zu lassen. Sie haben darüber hinaus auch noch einen guten Orientierungssinn. Es ist schon erstaunlich, was unsere vierbeinigen Freunde in dieser Hinsicht voraus haben. Ein wirklich tierisches Navigationssystem, immer bemüht uns sicher wieder zurück zu bringen. Hier merken wir Menschen mal wieder, wie gut es ist einen zuverlässigen Partner an der Seite zu haben. Ihre großen, seitlich angebrachten Augen decken fast den gesamten Winkel von 360° ab, aber eben nur fast. 10-20% sind toter Winkel. Gut ein Siebtel davon nur kann es richtig scharf wahrnehmen. Das erklärt auch, warum Pferde oft erschrecken. Sie sehen die Umwelt nicht so klar. Deshalb reagiert das Pferd auf die Bewegungen der Umwelt, indem es z.B. den Kopf oder Körper dreht. Auch große Entfernungen werden dabei wahrgenommen. So reagiert es viel schneller und sensibler auf die kleinsten Bewegungen. Über viel weiter reichende Entfernungen gegenüber dem menschlichen Auge. Selbst kleinste Bewegungen durch einen Windzug werden registriert. Wir nehmen diese Veränderung manchmal gar nicht wahr. Doch das Pferdeauge ist so präzise, es reagiert sofort. Das erklärt auch, warum wir manch ein Scheuen nicht nachvollziehen können. Der tote Winkel befindet sich genau vor oder hinter dem Pferd. Deshalb sollte eine Annäherung auch stets in diesem Winkel vermieden werden. Auch das gutmütigste Tier kann sich erschrecken und schnell mal ausschlagen. Doch auch hier ist die Stimme ein guter Faktor der Verständigung. Sollte ich mich gerade im toten Winkel befinden, kann ich durch meine akustische Wortwahl für die Beruhigung im Vorfeld sorgen. Was die Farbwahl betrifft wird viel diskutiert. Pferde können durchaus ein Unterschied zwischen einzelnen Farben erkennen. Jedoch ist die Intensität weniger ausgeprägt als beim Menschen. In welcher Intensität sich die Farben unterscheiden ist auch noch nicht vollendend ausdiskutiert.… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 4 (Ratgeber) von erschienen im vom 13.02.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Akustische SignaleSchauen wir auf die ersten Schritte der Verständigung. Welche Worte wählen wir? Wie starten wir? Um sich mit dem Pferd über akustische Signale zu verständigen, bedarf es ein Training im Vorfeld. Wie wir die Sprache der Pferde lernen, müssen diese unsere Worte verstehen.Dazu bedarf es einer eindeutigen, klaren und konsequenten Umsetzung immer wiederkehrender Rituale. Bedeutet im Klartext: Soll ein Pferd stehenbleiben, kann ich nicht einmal Woah, einmal Halt und ein weiteres Mal Stopp rufen. Wir sollten uns schon für einen Wortlaut entscheiden. Auch sollten ähnliche Vokale vermieden werden, um das Tier nicht zu irritieren. Woah und Go zum Beispiel (wenn beide kurz gesprochen), klingen recht ähnlich in der Aussprache und könnten für Verwirrung sorgen. Die meisten Pferdefreunde haben jedoch bereits ihren Weg gefunden und ihren ganz eigenen Fremdsprachenschatz für die Verständigung zwischen Mensch und Tier entwickelt. Dabei kommt es nicht so sehr auf das einzelne Wort an, viel wichtiger ist die Stimmungslage und der akustische Wortlaut. Trotz aller Wiederholungen dürfen wir nicht vergessen – Abwechslung kann Wunder bewirken. So ist es ratsam, die Arbeit mit dem Vergnügen zu verbinden. Monotonie kann ansonsten ermüden. Wer ständig nur auf einer Hand im Zirkel reitet, wird bald selbst einen Drehwurm bekommen. Doch die Abwechslung sollte noch viel weiter gehen. Wie wäre es mal mit einer Springstunde? Oder spannender Bodenarbeit? Vielleicht auch nur ein ganz normaler Spaziergang zu Zweit? Überall lassen sich Lernabschnitte einbauen – übrigens für Mensch und Pferd. Spielerisch lernen macht Mensch und Pferd mindestens genauso viel Spaß. Dazu ist es notwendig, zunächst verschiedene Gegenstände kennenzulernen. Sei es das Flatterband auf dem Trailplatz, ein Windrad auf dem Zaun der Nachbarn oder das Badetier aus dem Schwimmbad. Später können schwierigere Disziplinen dazukommen, zum Beispiel das Überstreifen eines Ringes. Gemeinsam, auch im Kreis von weiteren Pferden, ist diese Entdeckungsreise ein tolles Erlebnis. Neugier und Aufmerksamkeit des Pferdes steigen. Und durch die spielerische Erkundungsreise wird das Pferd viel selbstsicher und mutiger, auch für den Reiter eine angenehme Erfahrung. Spätestens auf den Ausritten kommt ihm das zu Gute. Ganz besonders wichtig im Umgang mit dem Straßenverkehr. Gerade beim Überqueren von Hauptstraßen bildet das ruhige Pferd eine Lebensversicherung. Und wenn ein Tier zu Anfang besonders ängstlich ist, hilft manchmal auch eine kleine Lecker… | Kommunikation im tierisch-menschlichen Bereich Teil 3 (Ratgeber) von erschienen im vom 06.02.2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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